von Stefan Hoffmann » Sonntag 22. November 2009, 15:35
Diboo hat geschrieben:Bitte nicht. Die Politik mag gut im Geldausgeben sein, aber leider nicht im Verdienen desselben. Sie sollte sich daher so weit wie möglich aus der Wirtschaft heraushalten. Überall da, wo sie es nicht getan hat oder tut, sehen wir ja die negativen Konsequenzen.
Du hast sicherlich recht, dass die Politik oftmals wenig ökonomischen Sachverstand zeigt und somit eine dirigistische Staatswirtschaft kaum als kommendes Erfolgsmodell angesehen werden kann. Im Umkehrschluss zu denken, dass die Wirtschaft sich schon selber reguliert und dass sie dies auf eine gute, allgemein verträgliche Weise tut, ist allerdings nach den Geschehnissen der letzten 15 Monaten eine sehr steile These - auch wenn sie erschütternd weit verbreitet scheint (dafür spricht zumindest das Wahlergebnis der letzten Bundestagswahl).
Aber wie man beispielsweise zu vernünftigen Regularien kommen soll bei den Derivaten (gibts natürlich schon wieder neue), bei fehlgesteuerten Boni-Systemen (Stichwort AIG, wo mit Staatsknete fette Boni ausgezahlt wurden) oder Ratingsystemen, die wirklich vollkommen widersinnig aufgestellt sind (selbst Firmen wie Enron hatten bis kurz vor Ende genügend Kleingeld, um sich ein AAA-Rating kaufen zu können), ohne dass Staaten oder Staatengemeinschaften sich an diesem Regelwerk massiv beteiligen und es in Gesetze gießen, das musst du mal erklären. Ich sehe nicht mal das geringste Anzeichen dafür, dass die berühmten Selbstheilungskräfte der Märkte den nächsten Crash, der mit unseren Steuergeldern aufgefangen werden müsste, verhindern könnten.
Insofern, würde ich behaupten, sehen wir momentan die negativen Konsequenzen überall dort, wo die Politik sich
nicht eingemischt hat. Versteht sich von selbst, dass sich diese Aussage primär auf die Nachhaltigkeit und die Stabilität des Wirtschaftskreislaufes bezieht, nicht darauf, dass der Staat der bessere Unternehmer wäre.
Stefan
[quote="Diboo"]Bitte nicht. Die Politik mag gut im Geldausgeben sein, aber leider nicht im Verdienen desselben. Sie sollte sich daher so weit wie möglich aus der Wirtschaft heraushalten. Überall da, wo sie es nicht getan hat oder tut, sehen wir ja die negativen Konsequenzen.[/quote]
Du hast sicherlich recht, dass die Politik oftmals wenig ökonomischen Sachverstand zeigt und somit eine dirigistische Staatswirtschaft kaum als kommendes Erfolgsmodell angesehen werden kann. Im Umkehrschluss zu denken, dass die Wirtschaft sich schon selber reguliert und dass sie dies auf eine gute, allgemein verträgliche Weise tut, ist allerdings nach den Geschehnissen der letzten 15 Monaten eine sehr steile These - auch wenn sie erschütternd weit verbreitet scheint (dafür spricht zumindest das Wahlergebnis der letzten Bundestagswahl).
Aber wie man beispielsweise zu vernünftigen Regularien kommen soll bei den Derivaten (gibts natürlich schon wieder neue), bei fehlgesteuerten Boni-Systemen (Stichwort AIG, wo mit Staatsknete fette Boni ausgezahlt wurden) oder Ratingsystemen, die wirklich vollkommen widersinnig aufgestellt sind (selbst Firmen wie Enron hatten bis kurz vor Ende genügend Kleingeld, um sich ein AAA-Rating kaufen zu können), ohne dass Staaten oder Staatengemeinschaften sich an diesem Regelwerk massiv beteiligen und es in Gesetze gießen, das musst du mal erklären. Ich sehe nicht mal das geringste Anzeichen dafür, dass die berühmten Selbstheilungskräfte der Märkte den nächsten Crash, der mit unseren Steuergeldern aufgefangen werden müsste, verhindern könnten.
Insofern, würde ich behaupten, sehen wir momentan die negativen Konsequenzen überall dort, wo die Politik sich [b]nicht eingemischt[/b] hat. Versteht sich von selbst, dass sich diese Aussage primär auf die Nachhaltigkeit und die Stabilität des Wirtschaftskreislaufes bezieht, nicht darauf, dass der Staat der bessere Unternehmer wäre.
Stefan