Ich hab das Buch als Rezi-Exemplar erhalten. Der Roman liest sich schnell weg, was auch damit zu tun hat, dass Haldemann etliche Thriller-Effekte in die Handlung einbaute, wodurch jede Menge Spannung erzeugt wurde. Im Wesentlichen betraf es die Aktionen des Wechselbalgs seine Identitäten zu wechseln.
Interessant wurde der Roman für mich aber durch zwei ganz andere Aspekte.
Zum einen baut Haldemann den Bataan-Todesmarsch ein, einen Wendepunkt in der Geschichte des Wechselbalgs. Haldemann erzählt ausnehmend sachlich, stets dicht an der außerirdischen Psyche, die das Geschehen eher aus Interesse analysiert und erst nach und nach ethische Kompetenzen entwickelt.
Der zweite Aspekt ist die Kombination mit einer Liebesgeschichte. Zwar ist sie nun nicht gerade romantisch dargestellt, sondern ebenfalls sehr nüchtern, aber es bringt eine weitere Seite der Menschlichkeit ins Spiel.
Der Gegenspiel, ein sadistisches Alien, das ebenfalls sein Aussehen ändern kann, bleibt hingegen sehr blass. Seine Motivation ist sehr schematisch.
Das Buch bekommt von mir eine Leseempfehlung, weil es spannend ist und mal eine etwas andere Aliengeschichte erzählt. Den Nebula-Award hätte ich aber eher nicht vergeben.
