Michael Schmidt hat geschrieben:Ich bin der Meinung, man soll eine Geschichte vor der Veröffentlichung sezieren. Ist sie einmal erschienen, soll man natürlich seine Meinung begründen, aber aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, diese in ihre Bestandteile zu zerlegen, da sollte man dem Autor gegenüber fair sein und gar nicht so sehr ins Details gehen. Wie weit man begründen soll/muss ist natürlich diskussionswürdig.
Michael, da bin ich etwas anderer Meinung. Das gleicht ja einem Maulkorb! Wenn ich mich mit anderen Lesern über das Buch unterhalte, sehe ich überhaupt keinen Anlass, irgendwelche Punkte auszuschliessen.
Viel wichtiger ist es aus meiner Sicht, sämtliche Eindrücke in aller Deutlichkeit auf
sich zu beziehen, also zu beschreiben, wie das Buch/die Story bei einem
selber angekommen ist und nicht absolute Urteile zu fällen.
Alles weitere artet schnell in eine Kompetenzanmaßung aus. Kluge Ratschläge, wie es der Autor besser machen sollte, Anmerkungen, was der Autor falsch gemacht hat etc. Der Künstler ist der einzige, der für sein Werk verantwortlich ist, der es so schafft, wie er es für richtig hält. Da keiner im Detail weiß, welches Ziel er mit seinem Werk verfolgt, kann auch keiner ihm kluge Ratschläge geben.
Gibt man dem Künstler allerdings ein Feedback, wie das Werk bei einem angekommen ist, so kann er prüfen, ob diese Wirkung seine Absicht entspricht und seine Kosequenzen ziehen oder nicht.