Hans Dominik

Science Fiction in Buchform
Lapje
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Hans Dominik

Ungelesener Beitrag von Lapje »

Und noch mal ich...

Habe gestern aus dem Fundus meines Dad's ein paar Bücher von Hans Dominik ergattert...leider sagt mir der Mann rein gar nichts...

Hat jemand evt ein paar INfos für mich wie der so schreibt, welche Richtung und so ???

Folgende Bücher habe ich bekommen:

Das Erbe der Uraniden
Das stählerne Geheimnis
Der Befehl aus dem Dunkel
Atlantis
Die Macht der Drei
Der Brand der Cheopspyramide

besten dank für eure Hilfe

Lapje
deval
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Dominik

Ungelesener Beitrag von deval »

Das sagt das Wikipedia zu Dominik:

Hans Dominiks Science-Fiction-Erzählungen erfreuten sich seit Anfang des vorigen Jahrhunderts bis in die heutige Zeit großer Popularität. Seine Bücher wurden in sehr hohen Auflagen gedruckt und bis heute immer wieder neu aufgelegt. Neben der SF schrieb er auch viele Sachbücher und Artikel mit technisch-wissenschaftlichem Inhalt und war in verschiedenen Bereichen als Journalist tätig.

Hans Dominiks Romane der 1920er Jahre waren durchaus geprägt von der damaligen Stimmung in Deutschland. Im Mittelpunkt seiner Handlungen stehen meist deutsche Ingenieure oder Wissenschaftler, die ihre Erfindungen und Entdeckungen gegen undurchsichtige Konzerne und feindliche Nationen verteidigen müssen. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg bedienten Dominiks Romane die deutschnationalen Träume vieler Leser. In seinen frühen Romanen thematisiert er auch einen vermeintlichen Kulturkampf, in dem die Europäer gemeinsam gegen andere "Rassen" – namentlich "die gelbe Gefahr" China, die Araber und die Schwarzafrikaner – um die Weltherrschaft streiten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden seine Romane in der BRD um als problematisch empfundene Stellen gekürzt. Durch diese teils drastischen Überarbeitungen wurden einige Werke auf bis zu ein Sechstel des ursprünglichen Umfangs zusammengestrichen. Ungekürzte Ausgaben kamen erst in den letzten Jahren z.B. mit der Jubiläumsedition im Heyne-Verlag wieder auf.

Im Osten Deutschlands war Hans Dominiks Werk zunächst verboten, dann ignoriert und nie aufgelegt. Auch im Dritten Reich gab es mit einem Buch Probleme, 1941 durfte der Roman Das stählerne Geheimnis nicht mehr verkauft werden.

Ich selber habe zwei Bücher von ihm gelesen.
Der Stil wirkt teilweise sehr antiquiert was ja auch kein Wunder ist. Zur Zeit von Dominik haben die Kinder ihren Vater noch mit "Sie" angeredet. Mir kommt das ganze immer so wie ein etwas modernerer Jules Verne vor. Sehr nostalgisch, aber teilweise schon peinlich.
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Martin
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Ungelesener Beitrag von Martin »

Für den reinen SF-Konsumenten ist Dominik etwas sehr angestaubt, selbst im Vergleich zu den Werken Jule Vernes, die einen deutlich stärkeren Abenteuer-Charakter haben.
Wer sich für die Entwicklung der deutlich technisch orientierten SF innerhalb Europas (oder eben konkret Deutschlands) interessiert, kommt nicht umhin, sich auch mit Dominik auseinanderzusetzen. Der Mann war seinerzeit durchaus bestimmend.
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Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider »

Kann mich den Vorrednern nur anschließen.

An Dominik kommt man nicht vorbei, wenn man sich für klassische deutsche Zukunftsromane interessiert. Wenn man einfach nur schöne SF-Schmöker inkorporieren will, sollte man lieber einen großen Bogen um ihn machen.

Ich habe selbst als 14jähriger mit frisch erwachter Liebe zur SF nicht mehr als zwei Dominiks geliehen und gelesen. Die Erinnerungen daran sind eher abschreckend.

Gruß
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Nessuno
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Ungelesener Beitrag von Nessuno »

:spam:

Jetzt muss ich nun doch eine Lanze für Dominik brechen - ist er doch mit ziemlicher Sicherheit der erfolgreichste deutsche Science-Fiction-Autor überhaupt. Und bei Abermillionen verkaufter Exemplare sollte ein Autor doch über einige Qualitäten verfügen, oder? Für einen besseren Schriftsteller als Verne halte ich Dominik allemal (nur muss man natürlich die ungekürzten Vorkriegs-Fassungen oder die - leider unvollständig gebliebene - Neu-Edition bei Heyne lesen). In manchen lässt sich sogar feine Ironie und Kritik an den politischen Ideen seiner Zeit finden.

Lies mal "Atlantis" an, m. E. Dominiks bester Roman. Und was bei Wikipedia über Dominik steht, vergiss lieber schnell wieder. Da steht kein einziger Satz, der wirklich stimmt.

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Ungelesener Beitrag von deval »

@Nessuno
Da muß ich aber doch vehement widersprechen. Es ist durchaus richtig was Wikipedia schreibt. Ein Großteil der Dominikschen Romane handeln von Ingenieuren oder Wissenschaftler (gerade Dr. Eggerth (?) war ein wiederkehrender Charakter bei Dominik), die ihre Entdeckungen gegen andere verteidigen mußten.

Wenn man bedenkt, das es zur Zeit von Hans Dominik nicht die Vielfalt an SF Autoren, ganz besonders nicht aus dem deutschen Raum gab, wundert es nicht wenn so viele seine Bücher gekauft haben.
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Re: Dominik

Ungelesener Beitrag von Nessuno »

vallenton hat geschrieben: Wenn man bedenkt, das es zur Zeit von Hans Dominik nicht die Vielfalt an SF Autoren, ganz besonders nicht aus dem deutschen Raum gab, wundert es nicht wenn so viele seine Bücher gekauft haben.
Wie kommst du denn zu dieser Behauptung? Zwischen 1870 und 1945 erschienen an die 4000 SF-Titel, im Schnitt kaum weniger als heute. Und der Anteil der nicht-deutschen Autorern war natürlich wesentlich geringer als heute. Die "Konkurrenzsituation" für Dominik war folglich eher härter als heute.

Der Wikipedia-Artikel ist von vorne bis hinten falsch, dazu stehe ich und bin gerne bereit, über die einzelnen Punkte zu diskutieren. Ich diskutiere allerdings nicht über die frei erfundenen Fakten, etwa dass Dominik bis heute populär sein und bis heute immer wieder aufgelegt worden sein soll (Fakt ist, dass laut Libri kein einziges seiner Bücher lieferbar ist) oder dass er im 3. Reich verboten war (Fakt ist, dass Dominik in keiner der - verschiedenen - Zensurlisten genannt wird. Ohnehin wurdem diese Listen im 3. Reich nicht veröffentlicht. Zensur erfolgte vielmehr von Seiten der Verlage im vorauseilendem Gehorsam) und anderes mehr.

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Ungelesener Beitrag von deval »

Die Bücher von Dominik kenne ich zu wenig, ich habe auch keine Lust darüber zu diskutieren, wie könnte ich auch wenn ich gerade mal zwei kenne.

Fakt ist, das der Heyne Verlag noch bis 1997 Bücher von Dominik veröffentlich hat. Das du heute keine mehr über die Verlage beziehen kannst ist zwar bedauerlich, aber wikipedia hat dazu ja auch keine Äußerung gemacht, sondern lediglich angemerkt, das sie noch bis vor "kurzem" neu und ungekürzt aufgelegt worden sind. Und das stimmt ja auch.

Auf einer anderen Seite kann man nachlesen, das Dominik durchaus nazifreundliche Bücher geschrieben hat und mit der Ideologie auf einer Linie lag.
Zitat:
Über Dominiks Haltung zum Dritten Reich läßt sich aufgrund seiner Schriften nicht ohne weiteres sprechen. Antisemitische und antiamerikanische Resentiments durchziehen seine Romane - triviale Menschenkenntnis, Physiognomik und ein Zug von Esoterik und germanisch-christlicher Mythologie garnieren die Überlebenskunst seiner deutschen Helden.
Zitat Ende. Bild Dominik

Genau das hat auch Wikipedia geschrieben.

Außerdem ist mir wikipedia so was von schnurzpiepegal, genauso wie Dominik. Sollten beide Artikel Unrecht haben und du Recht, leiste ich Abbitte und behaupte von jetzt an das Gegenteil. Mehr kann ich dir nicht anbieten. Wie gesagt, dazu kenne ich zu wenig von Dominik.
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Ungelesener Beitrag von Doop »

Ich habe Dominiks Romane in meiner Jugend sehr gerne gelesen. Sie zeichnen sich in der Tat aber durch ideologische Tendenzen aus, die in der Rückschau betrachtet doch sehr bedenklich sind.

Nichtsdestotrotz handelt es sich NICHT um reine Nazi-Ideologie, eher eine zeittypische Heroisierung des Deutschen im allgemeinen und des deutschen Ingenieurs im besonderen. Diese Ideologie (deutsche Kultur ist der angloamerikanischen Zivilisation überlegen) gibt es ja bis heute und sie hat der Ideologie des Dritten Reichs Vorschub geleistet.

Wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, dann war Dominik selbst Chemiker. Sein Werk hat mit Sicherheit sowohl die technischen und Naturwissenschaften popularisiert und die SF-Litaratur, lange bevor es den Begriff in Deutschland gab, zu einer Literatur der Massen gemacht. Darin liegt wohl auch sein bleibender Verdienst.

Wer sich für die Geschichte der phantastischen Literatur interessiert, der sollte zwei bis drei Werke von Dominik gelesen haben. Empfehlenswert wären nach meiner Auffassung "Die Macht der Drei" (Dominiks erster SF-Roman), "Der Brand der Cheopspyramide", "Atlantis" und "König Laurins Mantel".

Nach seinem Tod erhielt Dominik vom Berliner Senat ein Ehrengrab.
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