Science Fiction am Ende?

Science Fiction in Buchform

Re: Science Fiction am Ende?

Beitragvon Uschi Zietsch » 20. April 2012 18:27

Eben. Das mit dem Blödeln verbitte ich mir.























:beanie:
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Re: Science Fiction am Ende?

Beitragvon Thomas Wawerka » 21. April 2012 09:46

L.N. Muhr hat geschrieben:Ich finds gut, wie hier ganz kollegial versucht wird, einem Jungautor durch Tips bei der Pseudonymwahl den Weg zum Erfolg zu ebnen.


Eschbach?
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Re: Science Fiction am Ende?

Beitragvon Bully » 21. April 2012 15:13

Gernot hat geschrieben: ... Aaldorfer (um beim Biotop "Bach" zu bleiben) für den Anfang, oder so was wie Zyxdorfer. Ä würde ich vermeiden, weil damit bei nichtdeutschen Zeichensätzen unleserliches Kauderwelsch herauskäme.
...
Vllt. noch Achenbach, das ist der Mädchenname meiner Großmutter. Oder Aachenbach. Daas fählt aauch aauf. (und wehe, jemand schreibt es Achbach.).
Zyxdorfer klingt zu altbacken, Zyxianer muss es sein.
(Wenn Du Pech hast, hält man aber Zyxianer für den Titel einer Reihe: Die Welt der Zyxianer, der Angriff der Zyxianer, die Rache der Zyxianer, die Wiedergeburt dZ, der Aufstieg dZ, der Untergang dZ, das Erbe dZ, der Erbe dZ, you got the Idea...)
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Re: Science Fiction am Ende?

Beitragvon lapismont » 21. April 2012 17:16

L.N. Muhr hat geschrieben:Ich finds gut, wie hier ganz kollegial versucht wird, einem Jungautor durch Tips bei der Pseudonymwahl den Weg zum Erfolg zu ebnen.


Stefan ist ja auch nicht gerade ultra kreativ.

:beanie:
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Re: Science Fiction am Ende?

Beitragvon L.N. Muhr » 22. April 2012 16:58

Was willste machen, wenn'ste als L.N. Muhr geboren wirst? So einen Realnamen toppt kein Pseudonym.
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Re: Science Fiction am Ende?

Beitragvon lapismont » 22. April 2012 17:18

L.N. Muhr hat geschrieben:Was willste machen, wenn'ste als L.N. Muhr geboren wirst? So einen Realnamen toppt kein Pseudonym.


kürzlich las ich, dass es Max Mustermann wirklich gibt ...
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Re: Science Fiction am Ende?

Beitragvon Andreas Simon » 11. Mai 2012 18:51

KarlOlsberg hat geschrieben:
Andreas Eschbach hat geschrieben:Vielleicht ist es doch einfach so, dass die SF die gesamte Kultur durchsetzt hat und nur deshalb am Ende ist, weil sie sich darin auflöst, sprich: SF und Nicht-SF sind nicht mehr voneinander zu unterscheiden ... :kopfkratz:


Oder es traut sich bloß keiner mehr, SF SF zu nennen, weil das die Verkaufszahlen drückt. Siehe den "Thriller" "Das Jesus-Video".


Wie man auch z.B. bei Oliver "Star Wars / John Sinclair" Döring sehen kann, dessen neuangekündigte Hörspielserie massiv nach SF riecht, aber als "Thriller/Drama" angepriesen wird.
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Re: Science Fiction am Ende?

Beitragvon ThorstenK » 11. Mai 2012 22:10

Wie oft wurde diese Diskussion nun geführt? Mitzählen fällt schwer, von Abgesängen im Artikelformat auf Plattformen wie telepolis ganz zu schweigen. Nein, Science Ficiton bleibt präsent. Es ist uns eigen, nach vorn denken zu wollen, das wird sich auch mit fortlaufender technologischer Evolution nicht ändern. Nur das Label selbst ist etwas abgenudelt. Die Gründe dafür sind schon aufgeführt worden.
Zum einem hat die Science Fiction in Deutschland nie ihr Minderbemitteltenimage ablegen können. Das kennt sowohl der Konsument als auch der Kreative aus eigener trauriger Erfahrung. Auf kurze Erläuterungen meiner Aktivitäten als Autor habe ich mir im weiteren Bekanntenkreis einmal zu oft den Hinweis anhören müssen, sie würden da ja auch jemanden kennen, der gern Star Trek Uniformen trägt.
Andererseits ist die Science Fiction schon lange in Mainstream aber auch gehobene Literatur eingesickert, darf dort nur nicht beim Namen genannt werden, um das intellektuell eitle Reh "Hochliteraturleser" ja nicht zu verschrecken. Aber jetzt können wir das Thema langsam wirklich ad acta legen. Wir können es nicht jedem Recht machen. Und würde es noch Spaß machen, einen exzellentenGeschmach zu haben, gäbe es nicht soviele Leute mit einem Schlechten.
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Re: Science Fiction am Ende?

Beitragvon Jörg Isenberg » 12. Mai 2012 11:37

ThorstenK hat geschrieben:Wie oft wurde diese Diskussion nun geführt? Mitzählen fällt schwer, von Abgesängen im Artikelformat auf Plattformen wie telepolis ganz zu schweigen. Nein, Science Ficiton bleibt präsent. Es ist uns eigen, nach vorn denken zu wollen, das wird sich auch mit fortlaufender technologischer Evolution nicht ändern. Nur das Label selbst ist etwas abgenudelt. Die Gründe dafür sind schon aufgeführt worden.
Zum einem hat die Science Fiction in Deutschland nie ihr Minderbemitteltenimage ablegen können. Das kennt sowohl der Konsument als auch der Kreative aus eigener trauriger Erfahrung. Auf kurze Erläuterungen meiner Aktivitäten als Autor habe ich mir im weiteren Bekanntenkreis einmal zu oft den Hinweis anhören müssen, sie würden da ja auch jemanden kennen, der gern Star Trek Uniformen trägt.
Andererseits ist die Science Fiction schon lange in Mainstream aber auch gehobene Literatur eingesickert, darf dort nur nicht beim Namen genannt werden, um das intellektuell eitle Reh "Hochliteraturleser" ja nicht zu verschrecken. Aber jetzt können wir das Thema langsam wirklich ad acta legen. Wir können es nicht jedem Recht machen. Und würde es noch Spaß machen, einen exzellentenGeschmach zu haben, gäbe es nicht soviele Leute mit einem Schlechten.


Ich habe nie das geringste Problem damit, meine Tätigkeit als Autor mit exakten Worten so zu umschreiben, dass niemand auf die Idee kommt, mich mit einem Trekkie in einen Topf zu werfen (wertfrei - ich habe nichts gegen Trekkies, warum auch). Auf die Fragen, worüber ich nun schreibe, und wie ich das anstelle, scheitern viele (doch sehr interessierte Zuhörer) an der unvermuteten Komplexität und auch Themenvielfalt, die ich (zumeist in einfachen Begriffen) zu vermitteln suche. Ich halte keine Vorträge, habe aber gewisse Routinen entwickelt, die sich auf ein halbes Dutzend Schlagwörter beschränken, das ist meine persönliche "Taktik der Aufklärung". Von einem "Minderbemitteltenimage" habe ich noch nichts mitbekommen, im Gegenteil heißt es schlussendlich: "Meine Güte, das ist aber alles gar nicht so einfach, oder?" Soll heißen: Das ist mir zu kompliziert und zu trocken. Und das wiederum könnte bedeuten, dass viele Leute/Leser den literarischen Zweig der Science Fiction mit Ödnis und Langeweile gleichsetzen.

Ich glaube nicht, dass "der" Hochliteraturleser existiert. In meinen Ohren klingt das beinhahe schon wie ein Schimpfwort. Sollte man hier nicht vielmehr von Interessenlagen, Veranlagungen und Affinitäten sprechen? Man sollte auch das Jammern einstellen und als Autor dafür sorgen bzw. den Versuch wagen, "gehobene" intellektuelle Wahrnehmungsschwellen zu überschreiten. Der Prophet sucht sich immer noch seinen Berg, nicht wahr? Denn: Unabhängig davon, dass die SF als solche wahrlich nicht am Ende ist, bietet sie alles, noch viel mehr leisten zu können, als sie es bisher tat (nämlich "sickern"). Will man ihr breites Spektrum, die unterhaltenden, philosophischen, ästhetischen, soziologischen und technischen Aspekte in den Fokus einer literarisch-intellektuellen Betrachtungsweise rücken - was ihr wohl kaum zum Schaden gereichen würde - müsste man viele, wenn nicht die meisten Mechanismen über Bord werfen, welche das Schreiben von SF in der Vergangenheit geprägt haben. Um sie durch was genau zu ersetzen? Nun, das ist die Preisfrage, nicht wahr?
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Re: Science Fiction am Ende?

Beitragvon Gernot » 12. Mai 2012 15:29

Jörg Isenberg hat geschrieben: Will man ihr breites Spektrum, die unterhaltenden, philosophischen, ästhetischen, soziologischen und technischen Aspekte in den Fokus einer literarisch-intellektuellen Betrachtungsweise rücken - was ihr wohl kaum zum Schaden gereichen würde - müsste man viele, wenn nicht die meisten Mechanismen über Bord werfen, welche das Schreiben von SF in der Vergangenheit geprägt haben. Um sie durch was genau zu ersetzen? Nun, das ist die Preisfrage, nicht wahr?


Welche Mechanismen meinst du in diesem Zusammenhang?
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Re: Science Fiction am Ende?

Beitragvon Ming der Grausame » 12. Mai 2012 21:55

Michael Szameit benennt sie in seinen namengebenden Beitrag bereits im allerersten Satz.
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Re: Science Fiction am Ende?

Beitragvon Thomas Wawerka » 13. Mai 2012 01:49

Jörg Isenberg hat geschrieben:im Gegenteil heißt es schlussendlich: "Meine Güte, das ist aber alles gar nicht so einfach, oder?"


Bei mir: "Na wenn DAS Science Fiction ist ... das wusste ich gar nicht. Das habe ich bisher noch gar nicht so gesehen."

Jörg Isenberg hat geschrieben:die meisten Mechanismen über Bord werfen, welche das Schreiben von SF in der Vergangenheit geprägt haben. Um sie durch was genau zu ersetzen? Nun, das ist die Preisfrage, nicht wahr?


Oder ob es dann noch als SF identifizierbar ist - ich sehe ja eher die Tendenz, dass der Begriff "Science Fiction" immer weiter eingeschränkt wird. "Concrete Island" würde heute nicht mehr als SF bezeichnet werden. Ich habe so eine dunkle Ahnung, dass fürs Genre letztendlich nur der Bodensatz übrig bleiben wird. Klar, uns kann das egal sein - wir wissen, woher wir uns unsere Literatur, unsere Filme und was weiß ich besorgen. Ich fände es einfach sehr schade, weil es mir viel gegeben hat, SF zu lesen. Die "Mars-Chroniken" haben mir beispielsweise eine völlig neue Wahrnehmung vermittelt, von Ballard ganz zu schweigen. Ich fände es besser, wenn das Genre das auch weiterhin leisten könnte.

Wie OFT eine Diskussion geführt wurde, halte ich im Übrigen für vollkommen irrelevat. Ich kann dieses Argumentchen nicht mehr lesen. Da bräuchten wir ja auch nicht mehr über soziale Gerechtigkeit, Umweltverschmutzung oder dergleichen diskutieren. Es kommt doch darauf an, ob eine Diskussion mit Recht geführt wird und welche Ergebnisse sie zeitigt.
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Re: Science Fiction am Ende?

Beitragvon Jörg Isenberg » 13. Mai 2012 09:53

Gernot hat geschrieben:
Jörg Isenberg hat geschrieben: Will man ihr breites Spektrum, die unterhaltenden, philosophischen, ästhetischen, soziologischen und technischen Aspekte in den Fokus einer literarisch-intellektuellen Betrachtungsweise rücken - was ihr wohl kaum zum Schaden gereichen würde - müsste man viele, wenn nicht die meisten Mechanismen über Bord werfen, welche das Schreiben von SF in der Vergangenheit geprägt haben. Um sie durch was genau zu ersetzen? Nun, das ist die Preisfrage, nicht wahr?


Welche Mechanismen meinst du in diesem Zusammenhang?


Eine Erzählung ist immer auch Fiktion, unabhängig von Qualitätsmerkmalen. Somit ist die SF eine Fiktion innerhalb der Fiktion und katalysiert hierdurch auch immer eine mehr oder minder ausgeprägte Unglaubwürdigkeit. Diese Unglaubwürdigkeit wiederum ist von eingeschliffenen Ausdrucksformen (Stil, Ästhetik, Inhalte, Termini technici) geprägt.
Die SF definiert sich durch diese Doppel-Fiktionalität mitsamt diesen speziellen Ausdrucksformen, und vielleicht ist das der Knackpunkt in diesem Zusammenhang. Den meisten SF-Texten ist eine gedankenlose Selbstverständlichkeit bzw. Nichtreflexion des Doppel-Fiktionalen eigen. Ob bewusster oder unbewusster Vorgang, das Ergebnis bleibt sich gleich: Blendwerk, welches den Blick auf das Wesentliche (den wie auch immer gearteten Kern einer Geschichte) verschleiert. Der SF-Fan liebt und braucht dieses Blendwerk, das „eitle Reh“ der Hochliteratur wird es als unterhalb seiner intellektuellen Wahrnehmungs- bzw. Reizschwelle liegend betrachten und daher ignorieren. Das „eitle Reh“ bevorzugt gut sortierte Werkzeugkästen (mögliche Übereinstimmungen von Fiktion und Realität) und lehnt Wundertüten ab – das wäre in seinen Augen ein schlechter Tausch.
Der Idealzustand ist möglicherweise folgender: Man packt einige dieserWerkzeuge in die Wundertüte und sortiert dafür die abgedroschensten „Wunder“ (Mechanismen) aus. Vielleicht kann hier die SF als Mischform einen neuen Weg beschreiten, scheinbare Gegensätze aushebeln, so wie beispielsweise die Fantasy-Literatur Schützenhilfe durch den magischen Realismus erhalten hat (der wiederum Literaturnobelpreisträger hervorbrachte).
Ich selbst bin übrigens ein Wundertütenliebhaber. Aber ich mache mir halt so meine Gedanken.
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Re: Science Fiction am Ende?

Beitragvon Jörg Isenberg » 13. Mai 2012 09:58

Thomas Wawerka hat geschrieben:Die "Mars-Chroniken" haben mir beispielsweise eine völlig neue Wahrnehmung vermittelt, von Ballard ganz zu schweigen. Ich fände es besser, wenn das Genre das auch weiterhin leisten könnte.


Gedankenübertragung? :D
Diese Beispiele schwirrten mir auch im Kopf herum. Ich äußerte mich gerade über Mischformen der SF - vielleicht existieren ja bereits Ansätze hierzu.
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Re: Science Fiction am Ende?

Beitragvon Thomas Wawerka » 13. Mai 2012 19:38

Jörg Isenberg hat geschrieben:Gedankenübertragung?


Ja, aber ... ES STIRBT IN MIR! :lol:

Wahrscheinlich das Ergebnis einer ähnlichen Herangehensweise bei der theoretischen Analyse. Schön, dass ich das auch mal erlebe! :prima:
"Hilfreich wäre es, wenn wir die, die sich dem Leistungsdruck widersetzen, bewundern, anstatt sie als Loser anzusehen." -
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