Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Re: Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Beitragvon heino » Montag 1. März 2010, 20:39

Uschi Zietsch hat geschrieben:Matrix war doch schon immer als Trilogie geplant.


Hast du dazu eine Quelle. Alle mir bekannten Interviews und Berichte vor Erscheinen von Teil 1 haben das nämlich niemals behauptet (unter anderem erinnere ich mich noch gut an den Cinema-Bericht, in dem der Streifen als "erster SF-Film des neuen Jahrtausends" angepriesen wurde).

Bei SW könntest du durchaus recht haben, aber die Desinformationstaktik der Lucas-Schergen hat dafür gesorgt, dass so viele verschiedene Versionen der Geschichte im Umlauf sind, dass die Wahrheit wohl niemals aufzukläre sein wird. Die hätten auch gut die Verschwörung in Akte X entwerfen können :lol:
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Re: Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Beitragvon bukaman » Montag 1. März 2010, 21:06

Uschi Zietsch hat geschrieben:Die Einschränkung "Roboter und Aliens ist SF", und alles andere keine SF ... sorry, da komme ich eh nicht mit. Dann ist PKD also auch kein SF-Autor, bzw. die nach ihm gedrehten Filme nicht.

Hm, Androiden sind für mich eine extreme Weiterentwicklung von Robotern. Und wenn die dann noch von Schafen träumen, dann ist das SF! Und Arnold Schwarzenegger ist doch bestimmt auch mit einem Raumschiff zum Mars geflogen, bzw, von da zurückgekommen (Total Recall). :wink:

Man kann SF einfach nicht in bestimmte Schubladen packen, sie ist viel zu vielfältig und das ist genau das, was ich an ihr so schätze. "Matrix" ist in meinen Augen genauso SF, wie "2001", und zwischen diesen beiden Filmen liegen wahrlich Welten. Und nur, weil in "2001" Raumschiffe, "Aliens" und Roboter vorkommen, und in "Matrix" eben nicht, macht es das nicht automatisch zu einem besseren oder schlechteren SF-Film. Nur mal so als Beispiel.
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Re: Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Beitragvon Helge » Montag 1. März 2010, 22:00

heino hat geschrieben:(unter anderem erinnere ich mich noch gut an den Cinema-Bericht, in dem der Streifen als "erster SF-Film des neuen Jahrtausends" angepriesen wurde).


Was für eine absurde Behauptung! Hollywood hatte doch nur die längst gelaufene Cyberpunk-Welle dermaßen verpennt, dass einem das schon wieder neu vorkam. (Einzige Ausnahme in Sachen Cyberpunk-Film waren die Disney-Studios, die auf Draht waren und zur richtigen Zeit "Tron" herausbrachten.
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Re: Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Beitragvon Uschi Zietsch » Montag 1. März 2010, 23:09

bukaman hat geschrieben:Hm, Androiden sind für mich eine extreme Weiterentwicklung von Robotern.

Also, das war natürlich Ironie ... und ich habe auf den kritisierten Minority Report angespielt. :beanie:

@heino: nee, sorry, das weiß ich nicht mehr, ob das TV oder Netz war, und wann und wo. Ich kann mich nur eben deshalb daran erinnern, weil wir uns damals so gewundert hatten, was da noch kommen soll. Da es parallel zum Film war, kann es natürlich sein, dass durch die Zeitverzögerung der Premiere bei uns der Film in USA schon ein Erfolg war und die Aussage deshalb kam, das will ich nicht ausschließen. (Das fällt mir jetzt gerade ein, dass wir ja spätere Premiere haben - bzw. zumindest damals hatten, insofern verwässert sich die Aussage natürlich)
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Re: Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Beitragvon conanboy » Montag 1. März 2010, 23:56

Zurück zum Thema.
Gestern lief auf einem dritten ARD-Programm das erste Mal überhaupt im deutschen Fernsehen "Blade Runner - The Final Cut". Ganz versteckt um 23:00 sonntagnacht, nicht "The Director's Cut", und auch nicht überhaupt das Original.
Im Original war Deckert (Harrison Ford) nur ein Replikanten-Jäger. Im Directors-Cut war er selber ein Replikant, der mit seiner Tussi in eine bessere Welt flüchtet. Im Final-Cut ist Deckert ein Typ, der einfach nur gerne Replikanten vögelt. Tolle Weiterentwicklung!
Das meine ich ironisch! In Wirklichkeit finde ich jetzt "Blade Runner" noch ärgerlicher als vorher!
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Re: Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Beitragvon L.N. Muhr » Dienstag 2. März 2010, 00:04

Ist doch eh keine SF.
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Re: Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Beitragvon Doop » Dienstag 2. März 2010, 00:15

Ähm... In der Originalversion flieht der Replikantenjäger mit seiner Tussi in die bessere Welt. Im DC verlassen sie nur die Wohnung und Abspann.
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Re: Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Beitragvon Jorge » Dienstag 2. März 2010, 07:34

L.N. Muhr hat geschrieben:Ist doch eh keine SF.


Mal davon abgesehen, das die vorgestrige Ausstrahlung im NDR seit der Erstsendung am 06.08.2009 bei AlleRedenDurcheinander die mittlerweile vierte in den Regionalen war :lol: .
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Re: Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Beitragvon bukaman » Dienstag 2. März 2010, 08:55

Uschi Zietsch hat geschrieben:Also, das war natürlich Ironie ... und ich habe auf den kritisierten Minority Report angespielt. :beanie:

Die Ironie ist mir nicht entgangen. :bier: Minority Report kenne (noch) ich nicht, weder das Buch (hat sich noch nicht ergeben), noch den Film (ich mag Tom Cruise nicht).
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Re: Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Beitragvon Smiley » Dienstag 2. März 2010, 09:20

Wörter wie "Tussi" sind aber nun wirklich sehr pubertär. :lehrer:
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Re: Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Beitragvon Uschi Zietsch » Dienstag 2. März 2010, 09:42

L.N. Muhr hat geschrieben:Ist doch eh keine SF.

Doch, weil Replikanten Roboter sind. :lehrer:
:bier:
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Re: Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Beitragvon Terrania » Dienstag 2. März 2010, 10:05

Der Final Cut ist die Version des Bladerunner, die eigentlich ursprünglich geplant war. Ohne das unsägliche "Voice over" und ohne den unsäglichen Schluss, als die beiden vom düsteren, verregneten Los Angeles in die helle, unberührte Natur flüchten. Das hat mich nämlich schon bei der Premiere gestört. Ich sagte damals zu meinem Kumpel, dass die Einstellung auf das Origami der bessere Schluss gewesen wäre. Das war leider den Produzenten und dem Studio geschuldet. Des weiteren war die Sequenz mit den Tauben endlich so, wie sie sein sollte (und ein paar andere Unsauberkeiten sind auch endlich draussen, wie z.B der "Hack-Job" an der Schlangenbeschwörerin). Der Final Cut ist, so wie er nun ausgestrahlt wurde, der einzig legitime Bladerunner. Aber wie das so ist, die Geschmäcker sind verschieden.

Und was die "Tussi" angeht. Kann man so ausdrücken, wirkt in deinem Zusammenhang aber eher als "Schuss nach hinten". Nix für ungut.
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Re: Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Beitragvon Stormking » Dienstag 2. März 2010, 10:29

Terrania hat geschrieben:Der Final Cut ist die Version des Bladerunner, die eigentlich ursprünglich geplant war. Ohne das unsägliche "Voice over" und ohne den unsäglichen Schluss, als die beiden vom düsteren, verregneten Los Angeles in die helle, unberührte Natur flüchten. Das hat mich nämlich schon bei der Premiere gestört. [...]Der Final Cut ist, so wie er nun ausgestrahlt wurde, der einzig legitime Bladerunner.

Ich bin nachwievor der Ansicht, daß der Film ohne die aufgepfropfte Deckard-ist-auch-ein-Replikant-Interpretation des Director's und Final Cuts besser dran wäre. Die Schlußszene der Kinofassung ist natürlich indiskutabel, das Voice Over zumindest in der deutschen Fassung aber nicht halb so schröcklich wie immer getan wird.
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Re: Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Beitragvon Doop » Dienstag 2. März 2010, 11:12

Terrania hat geschrieben:Der Final Cut ist die Version des Bladerunner, die eigentlich ursprünglich geplant war. Ohne das unsägliche "Voice over" und ohne den unsäglichen Schluss, als die beiden vom düsteren, verregneten Los Angeles in die helle, unberührte Natur flüchten.


Das ist aber schon im Director's Cut draußen! Und der ist MEINE ultimative Version des Films. Bleibt mir bloß weg mit dem UC und der OV :lol:
Aber bevor hier wieder die Diskussionen aufbranden - Ihr könnt gerne diesen Thread forsetzen, wenn Ihr meint, dass noch nicht alles zu dem Thema gesagt wurde. http://forum.sf-fan.de/viewtopic.php?f=26&t=1144&hilit=Blade+Runner
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Re: Was ist der "ärgerlichste" SF-Film?

Beitragvon Uschi Zietsch » Dienstag 2. März 2010, 16:59

Stormking hat geschrieben:Ich bin nachwievor der Ansicht, daß der Film ohne die aufgepfropfte Deckard-ist-auch-ein-Replikant-Interpretation des Director's und Final Cuts besser dran wäre. Die Schlußszene der Kinofassung ist natürlich indiskutabel, das Voice Over zumindest in der deutschen Fassung aber nicht halb so schröcklich wie immer getan wird.

Wir haben die Diskussion ja schon im Blade Runner-Thread geführt. Aber dann eben auch hier nochmal.
Mir gefällt weder DC noch FC, sondern nur die Kinofassung. Die Idee, dass Deckard ein Replikant ist, ist schlicht und ergreifend dämlich. Da soll er Replikanten jagen, gilt als der Beste Blade Runner, und ist ihnen aber weit unterlegen. So blöd kann doch kein Konstrukteur sein?! Wo liegt bitte da der Sinn? Vor allem, wieso sollte er nicht wissen, dass er ein Replikant ist, wieso wird er dann so zwangsneurotisch als "normaler Mensch" kreiert - wobei Rachel doch eigentlich den Höhepunkt der Entwicklung darstellen soll? Da hakt's bei mir aus.

Und ohne das Voice Over würden die meisten Kinobesucher ohne den literarischen Hintergrund den Film gar nicht verstehen. Ich hätte ihn damals - trotz SF-"Vorbildung", aber eben nicht PKD - nämlich nicht verstanden, und mir gefällt die Erzählerstimme im Gegenteil sehr gut mit ihren Gefühlsmomenten, heute noch. Ich erfahre sehr viel mehr über die Welt, in der Deckard lebt; ohne den Erzähler weiß ich gar nichts, und damit finde ich mich auch nicht in die Welt hinein. Ich betrachte den Film von außen. Aber mit dem Erzähler gehe ich unmittelbar mit, das geht mir unter die Haut und verleiht sehr viel mehr Tiefe, vor allem bei Roys Sterbeszene. Besser jedenfalls als ein seltsames, kitschiges Einhorn in kurzen Flashbacks, das nicht erklärt wird, wieso Deckard davon träumt. Das empfinde ich sogar als melodramatisch.
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