James Cameron im "Abyss": Wissenschaft oder PR-Aktion?

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James Cameron im "Abyss": Wissenschaft oder PR-Aktion?

Beitragvon Gernot » 27. März 2012 21:42

Über James Camerons Tiefsee-Tauchaktion an die tiefste Stelle des Meeres wurde in letzter Zeit viel berichtet, z. B. im "Standard":

http://derstandard.at/1331206904585/Ers ... oellenritt

Cameron sieht sich selbst als Forscher, aber hier kann man durchaus die Frage stellen, ob der wissenschaftliche Ertrag mit unbemannten Tauchrobotern nicht viel größer ist. Ähnlich wie bei der bemannten Raumfahrt bin ich mit dem Herzen durchaus bei solchen Aktionen dabei, auch wenn ich Cameron hier eher in der Rolle eines Abenteurers sehe als eines wissenschaftlichen Entdeckers. Nicht zuletzt hilft so ein spektakulärer Tauchgang auch seiner persönlichen Publicity.

Andererseits kann das öffentliche Interesse, das Cameron so fördert, indirekt durchaus der Wissenschaft zugute kommen, Forschungsgelder fließen dort, wo die Öffentlichkeit stärker hinschaut, doch etwas leichter.
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Re: James Cameron im "Abyss": Wissenschaft oder PR-Aktion?

Beitragvon deval » 27. März 2012 21:49

Mutig der Mann. Mich hätten vermutlich keine 10 Pferde da runter bekommen.
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Re: James Cameron im "Abyss": Wissenschaft oder PR-Aktion?

Beitragvon agro » 27. März 2012 21:59

Wenn das Eine dem Anderen dient, warum sollte Cameron nicht eine Promo-Aktion für seine 3D-Titanic-Version (die jetzt in die Kinos kommt) mit privater Neugier und wissenschaftlichem Interesse verbinden!? Da haben wir doch alle was davon! Nen schicken Film (wobei Titanic nicht so mein Ding war), gesteigertes Interesse der Öffentlichkeit an der Wissenschaft und neue Erkenntnisse.

Ich finds gut.
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Re: James Cameron im "Abyss": Wissenschaft oder PR-Aktion?

Beitragvon Thomas Wawerka » 27. März 2012 23:36

Er hat 3-D-Aufnahmen gemacht und will sie als Dokufilm auswerten. Ich frag mich nur, was es da zu sehen gibt. Ne finstere Mondlandschaft, beleuchtet von nem Scheinwerfer? Also länger als 5 Minuten schau ich mir das nicht an ... Ansonsten finde ich es aber auch eine respektable Leistung. Cameron ist einer dieser Typen, die Abenteuer, Wissenschaft und Kommerz zu verbinden wissen - auf persönliches Risiko (he, das haben nur 2 Leute vor ihm gemacht, und das liegt länger zurück als der letzte Mondflug!) ... wahrscheinlich der "Letzte seiner Art".
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Re: James Cameron im "Abyss": Wissenschaft oder PR-Aktion?

Beitragvon agro » 28. März 2012 06:28

Thomas Wawerka hat geschrieben:Er hat 3-D-Aufnahmen gemacht und will sie als Dokufilm auswerten.


Richtig, und: "Es bedeutet, dass Cameron mal wieder einen großartigen PR-Erfolg gelandet hat. Der medienwirksam inszenierte Tiefsee-Trip kam pünktlich zum 100. Jahrestag der "Titanic"-Katastrophe, der wiederum mit der Neuaufführung von Camerons gleichnamigem Film begleitet wird. Neu an dem 15 Jahre alten Streifen ist freilich nur, dass er jetzt auch in 3-D-Technik zu sehen ist. Doch Cameron hat mit seiner Tiefsee-Reise weltweit Schlagzeilen gemacht, und da "Titanic" seit 1997 so etwas wie sein zweiter Vorname ist, kam die Werbung für den Film inklusive."

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,823988,00.html
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Re: James Cameron im "Abyss": Wissenschaft oder PR-Aktion?

Beitragvon lapismont » 28. März 2012 10:15

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass er sich für Avatar 2 inspirieren lassen wollte, der ja wohl auch UnterWasser spielt. Aber Cameron hat ja schon öfter sein Faible für Tauchfahrten bewiesen, warum sollte er ein so verlockendes Angebot ausschlagen? Dass Titanik 3D nun großartig beworben werden muss, glaub ich auch nicht. Die 28 Millionen kommen locker wieder rein.
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Re: James Cameron im "Abyss": Wissenschaft oder PR-Aktion?

Beitragvon Olaf » 28. März 2012 10:29

Thomas Wawerka hat geschrieben:Er hat 3-D-Aufnahmen gemacht und will sie als Dokufilm auswerten. Ich frag mich nur, was es da zu sehen gibt. Ne finstere Mondlandschaft, beleuchtet von nem Scheinwerfer?

Du wärest überrascht. :-) Diese Mondlandschaft ist ganz schön lebendig. Schau dir einfach mal bei Blue Planet die Folge über die Tiefsee und das Leben an den Black Smokern an.
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Re: James Cameron im "Abyss": Wissenschaft oder PR-Aktion?

Beitragvon Khaanara » 29. März 2012 17:34


Link: http://www.youtube.com/v/V7V_xPUVvW0
Link: http://www.youtube.com/v/inJUPoNUhVo

Wäre ja nicht seine erste Tiefsee-Doku, hier Aliens of the Deep (2005):

Link: http://www.youtube.com/v/oM0TaG4sYfE
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Re: James Cameron im "Abyss": Wissenschaft oder PR-Aktion?

Beitragvon a3kHH » 29. März 2012 22:41

Gernot hat geschrieben:Cameron sieht sich selbst als Forscher, aber hier kann man durchaus die Frage stellen, ob der wissenschaftliche Ertrag mit unbemannten Tauchrobotern nicht viel größer ist.


Ehrlich gesagt glaube ich das nicht.
Du hast sicher Recht, wenn Du Dich auf das engere Wissenschaftliche reduzierst. Aber ich denke, man sollte hier die Wissenschaft als Ganzes sehen. Wird dadurch nicht Interesse für die Wissenschaft in diesem Bereich geweckt ? Fliessen dadurch nicht leichter private und öffentliche Fördermittel ? Werden nicht die Wissenschaftler selbst motiviert nach dem Motto "Hey, man nimmt uns ernst !" ?
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Re: James Cameron im "Abyss": Wissenschaft oder PR-Aktion?

Beitragvon Gernot » 29. März 2012 23:00

a3kHH hat geschrieben:
Gernot hat geschrieben:Cameron sieht sich selbst als Forscher, aber hier kann man durchaus die Frage stellen, ob der wissenschaftliche Ertrag mit unbemannten Tauchrobotern nicht viel größer ist.


Ehrlich gesagt glaube ich das nicht.
Du hast sicher Recht, wenn Du Dich auf das engere Wissenschaftliche reduzierst. Aber ich denke, man sollte hier die Wissenschaft als Ganzes sehen. Wird dadurch nicht Interesse für die Wissenschaft in diesem Bereich geweckt ? Fliessen dadurch nicht leichter private und öffentliche Fördermittel ? Werden nicht die Wissenschaftler selbst motiviert nach dem Motto "Hey, man nimmt uns ernst !" ?
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In diesem allgemeinen Sinn kann ich deiner Argumentation durchaus zustimmen, das Argument mit den Forschungsgeldern habe ich in meinem Posting schon angedeutet. Vor allem schlägt mein Herz stark in diese Richtung.
Ich glaube allerdings, dass die, die das Geld in die Hand nehmen, die Sache oft anders sehen. Diese Debatte gibt es in der Raumfahrt schon länger, und Forschungsergebnisse bekommt man nun einmal viel kostengünstiger, wenn man Roboter auf die Reise schickt. Die Befürworter bemannter Missionen - sei es ins All, sei es in die Tiefsee - haben an "harten" Argumenten leider meistens nur die Wissenschaft zu bieten, und für die sind Menschen vor Ort nicht unbedingt nötig. Die allgemeinere Befürwortung von Menschen vor Ort - bei der ich mich mit vielen in diesem Forum einig glaube - ist im öffentlichen Diskurs schwerer vermittelbar. In diesem Sinn kommt ein Prominenter wie Cameron wahrscheinlich gerade recht.
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Re: James Cameron im "Abyss": Wissenschaft oder PR-Aktion?

Beitragvon Pamara » 31. März 2012 22:35

Ergänzend zu dem was Gernot sagt, kann ich nicht verstehen warum es Heutzutage so wenig unbemannte Tauchroboter gibt. Oder täusche ich mich?
Warum muss man sich im Gefahr setzten (bis zu 10.000 Meter tauchen) wenn es auch mit ferngesteuerte Roboter machbar wäre?
Das kann ich mir nicht erklären. Habt Ihr eine Erklärung dafür?
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