Hi. Hi. Wie kannst du nur.Andreas Eschbach hat geschrieben:Hat die SF-Szene vielleicht ein Selbstbild-Problem? Nur mal so gefragt. (Diboo nicht, klar.)
Science Fiction am Ende?
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Re: Science Fiction am Ende?
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Re: Science Fiction am Ende?
Nein, es ist schon mehr dran. SF-Leser wissen, was das Genre leisten kann - oder leisten konnte. Deshalb lesen sie ja SF und nicht Vampir- oder Engelromane. Und deshalb reagieren sie - reagieren wir - sensibel, differenziert und mit einem Gefühl von Enttäuschung, vielleicht auch Verunsicherung darauf, dass sich daran offensichtlich etwas geändert hat.Andreas Eschbach hat geschrieben:Hat die SF-Szene vielleicht ein Selbstbild-Problem? Nur mal so gefragt. (Diboo nicht, klar.)
Natürlich können wir, wie Uschi schon anmerkte, weiter die Argumente hin- und herschieben: Obs am Leser liegt oder am Autor, ob das Angebot den Markt macht oder die Nachfrage, ob dies oder jenes ... Wenn man aber mal einen Schritt zurückgeht und den gesellschaftlichen oder gesamtkulturellen Kontext mit in den Blick nimmt, dann sieht man auch, dass sich die SF deshalb ändert, weil sich eben dieser Kontext verändert hat - oder besser gesagt: Die SF hat sich gar nicht so sehr verändert, hat aber trotzdem an Bedeutung verloren. Einfach deshalb, weil sich ihr Bezugsrahmen verändert hat. Jede Art von Literatur hat eine Funktion (Foucault, Diskursanalyse!). Um es mal ganz grob zu formulieren: Im Zeitalter des Aufbruchs ins All hatte die SF eine andere Bedeutung als im Zeitalter der Finanzkrisen. (Das stimmt so nicht wirklich, es soll auch keine literaturtheoretische Analyse sein, nur eine Illustration!)
Wie ich schon sagte: Es liest ja auch kein Mensch mehr mittelalterliche Versepen ...
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Re: Science Fiction am Ende?
Bei Facebook würde ich jetzt einfach den "gefällt mir" Button drückenThomas Wawerka hat geschrieben:Nein, es ist schon mehr dran. SF-Leser wissen, was das Genre leisten kann - oder leisten konnte. Deshalb lesen sie ja SF und nicht Vampir- oder Engelromane. Und deshalb reagieren sie - reagieren wir - sensibel, differenziert und mit einem Gefühl von Enttäuschung, vielleicht auch Verunsicherung darauf, dass sich daran offensichtlich etwas geändert hat.Andreas Eschbach hat geschrieben:Hat die SF-Szene vielleicht ein Selbstbild-Problem? Nur mal so gefragt. (Diboo nicht, klar.)
Natürlich können wir, wie Uschi schon anmerkte, weiter die Argumente hin- und herschieben: Obs am Leser liegt oder am Autor, ob das Angebot den Markt macht oder die Nachfrage, ob dies oder jenes ... Wenn man aber mal einen Schritt zurückgeht und den gesellschaftlichen oder gesamtkulturellen Kontext mit in den Blick nimmt, dann sieht man auch, dass sich die SF deshalb ändert, weil sich eben dieser Kontext verändert hat - oder besser gesagt: Die SF hat sich gar nicht so sehr verändert, hat aber trotzdem an Bedeutung verloren. Einfach deshalb, weil sich ihr Bezugsrahmen verändert hat. Jede Art von Literatur hat eine Funktion (Foucault, Diskursanalyse!). Um es mal ganz grob zu formulieren: Im Zeitalter des Aufbruchs ins All hatte die SF eine andere Bedeutung als im Zeitalter der Finanzkrisen. (Das stimmt so nicht wirklich, es soll auch keine literaturtheoretische Analyse sein, nur eine Illustration!)
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Re: Science Fiction am Ende?
Was Ihr hier beklagt ist eigentlich etwas das nie anders war. Die SF hat auch heute noch genügend Romane mit Niveau und Anpruch. Manch einer davon hat meines Erachtens nach so viel von letzterem das ich oft das große gähnen bekommen. Ich bin nicht unzufrieden und ich muss Uschi zustimmen. Das Angebot ist größer als es ein Interessierter bewältigen könnte. Wenn man erstmal eintaucht in die Welt der Foren und SF-Päpste dann wächst die Bücherliste kontinuierlich. Die anderen die da draußen rumlaufen lesen doch sowieso kaum - ergo sind die auch nicht an diesen besonderen Büchern interessiert und lassen sich von Thalia mal den Harry Potter den Vampir zum Mittgessen oder irgeneinen Eifel-Krimi, Schweden-Krimi oder was da gerade so in ist andrehen. Ich bezweifle mal stark das es früher anders war. Nur derjenige der wild war auf das Zeug hat seine Drogen auch gefunden. Die gabs auch nicht in jedem Supermarkt um die Ecke. So ist das heute eben auch. Ohne meine Forenaktivität wäre ich auch nie auf diverse Kleinverlage aufmerksam geworden die immer wieder interessante und abwechslungsreiche Phantastik bringen sondern wäre vermutlich auf Bücher von Heyne und Bastei beschränkt die gerade im Moment beworben werden. Sich zu wünschen das es die Bücher meiner Wahl in die erste Reihe oder ins Schaufenster des großen Thalia mitten in der großen Stadt schaffen ist ja ganz nett, aber eben ein Traum. Es gibt nicht sooo viele Leute die sich wirklich sehr intensiv in Ihrer Freizeit mit lesen beschäftigen. Damit meine ich zumindest mal mehr als
1-2 Bücher pro Monat. Die meisten lesen 2 Bücher im Jahr. Im Urlaub oder wenn Sie krank sind. Dann ist unter dieser kleineren Gruppe der Leseratten die der SF-Leser auch noch die kleinste weil andere Phantastik für die meisten, besonder die weiblichen Leser attraktiver sind und vor allem weil die SF den Mainstream durchdringt. Crichtons Bücher waren doch Megaseller und der hat in den meisten Fällen auch immer SF-Anteile gehabt. Der Schwarm von Schätzing ist lupenreine SF und hat sich gut verkauft. Vieles läuft heute einfach unter Thriller. Der SF gehts nach meiner Warhnehmung blendend. Es gibt ein reichhaltiges Angebot und ich kann meinen Star Wars oder Star Trek Roman ebenso bekommen wie einen Klassiker oder neues aller Sparten von Hebbens düsteren Cyberweltentwürfen bis zu Uwe Posts Blödel-SF.
1-2 Bücher pro Monat. Die meisten lesen 2 Bücher im Jahr. Im Urlaub oder wenn Sie krank sind. Dann ist unter dieser kleineren Gruppe der Leseratten die der SF-Leser auch noch die kleinste weil andere Phantastik für die meisten, besonder die weiblichen Leser attraktiver sind und vor allem weil die SF den Mainstream durchdringt. Crichtons Bücher waren doch Megaseller und der hat in den meisten Fällen auch immer SF-Anteile gehabt. Der Schwarm von Schätzing ist lupenreine SF und hat sich gut verkauft. Vieles läuft heute einfach unter Thriller. Der SF gehts nach meiner Warhnehmung blendend. Es gibt ein reichhaltiges Angebot und ich kann meinen Star Wars oder Star Trek Roman ebenso bekommen wie einen Klassiker oder neues aller Sparten von Hebbens düsteren Cyberweltentwürfen bis zu Uwe Posts Blödel-SF.
Re: Science Fiction am Ende?
Das haben wir nicht nur durch, sondern laufen auch Gefahr, es als Ausreden zu missbrauchen.Thomas Wawerka hat geschrieben:Natürlich können wir, wie Uschi schon anmerkte, weiter die Argumente hin- und herschieben: Obs am Leser liegt oder am Autor, ob das Angebot den Markt macht oder die Nachfrage, ob dies oder jenes ...
Ich lese heute wie vor 35 Jahren Science Fiction, die auf fiktiven Orten außerhalb der Erde spielt und diese SF hat nach wie vor ihre Funktion. Weil - anders als vor einigen Jahrhunderten, als Teile der Erde uns Europäern noch unbekannt waren - fiktive Orte nur außerhalb der Erde - im Weltraum oder einer Parallelwelt - sinnvoll sind und an fiktiven Orten die Literatur mehr Freiheiten hat, sich Kulturen, Menschen, Geschichten etc. auszudenken als in der wirklichen Welt. Die Funktion "Literatur an fiktiven Orten" halte ich für so wichtig, dass uns diese Art von SF erhalten bleiben wird.Thomas Wawerka hat geschrieben:Wenn man aber mal einen Schritt zurückgeht und den gesellschaftlichen oder gesamtkulturellen Kontext mit in den Blick nimmt, dann sieht man auch, dass sich die SF deshalb ändert, weil sich eben dieser Kontext verändert hat - oder besser gesagt: Die SF hat sich gar nicht so sehr verändert, hat aber trotzdem an Bedeutung verloren. Einfach deshalb, weil sich ihr Bezugsrahmen verändert hat. Jede Art von Literatur hat eine Funktion (Foucault, Diskursanalyse!). Um es mal ganz grob zu formulieren: Im Zeitalter des Aufbruchs ins All hatte die SF eine andere Bedeutung als im Zeitalter der Finanzkrisen. (Das stimmt so nicht wirklich, es soll auch keine literaturtheoretische Analyse sein, nur eine Illustration!)
Was sich auf "Finanzkrisen" etc. bezieht, war vor 35 Jahren SF der nahen Zukunft, wie sie John Brunner schrieb. Das ist meines Erachtens heute Gegenwartsliteratur. So ist für mich "Der letzte seiner Art" von Andreas Eschbach (gilt meines Wissens als SF) dem Roman "Ghost" von Robert Harris (ein Non-SF Thriller) sehr viel ähnlicher als "Quest" oder den "Haarteppichknüpfern".
Ich halte es auch für immer schwerer, Nahe-Zukunft-SF zu schreiben, weil die Gefahr läuft, von den Ereignissen eingeholt und überholt zu werden. Gibt es in dreißig Jahren den Euro noch? Nun ja, aber wenigstens der Dollar wird bleiben. Oder
Re: Science Fiction am Ende?
Ist da nicht gerade ein Engelroman bei Fabylon erschienen?Uschi Zietsch hat geschrieben: Es gibt aber doch ein sehr großes, vielfältiges Angebot. Es gab noch nie so viele Kleinverlage wie jetzt mit einem oft speziellen Programm (lassen wir die Qualität außen vor, sondern gehen einfach nur davon aus, dass sie keinen Mainstream machen).
Sind meine MilSF-Romane nicht finsterster Mainstream?
Ich hege die Vermutung, dass jene Kleinverlage, die gerne auch mal ein paar Münzen im Beutel hätten, sehr wohl Mainstream machen - und jene, die das nicht wollen, ernsthaft auf Mäzenatentum, öffentliche Förderung oder permanente Selbstausbeutung aller Beteiligten angewiesen sind.
"Alles, was es wert ist, getan zu werden, ist es auch wert, für Geld getan zu werden."
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Guido Latz
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Re: Science Fiction am Ende?
Vielleicht kann man das ja verbinden. Geld von Käufern nehmen, und öffentliche Förderung einstreichen. Hat jemand Adressen? Also, nicht von Käufern...
Re: Science Fiction am Ende?
Sozialistensau, eklige. Geh fort.Guido Latz hat geschrieben:Vielleicht kann man das ja verbinden. Geld von Käufern nehmen, und öffentliche Förderung einstreichen. Hat jemand Adressen? Also, nicht von Käufern...
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Re: Science Fiction am Ende?
Bestes Beispiel dafür sind ja wohl die neuen Star Wars Folgen. Die Leute wollten etwas, und waren mit dem was sie bekommen haben nicht zufireden. Da soll mir auch keiner kommen mit "Der Markt weiß es halt am besten".Thomas Wawerka hat geschrieben:Nein, es ist schon mehr dran. SF-Leser wissen, was das Genre leisten kann - oder leisten konnte. Deshalb lesen sie ja SF und nicht Vampir- oder Engelromane. Und deshalb reagieren sie - reagieren wir - sensibel, differenziert und mit einem Gefühl von Enttäuschung, vielleicht auch Verunsicherung darauf, dass sich daran offensichtlich etwas geändert hat.Andreas Eschbach hat geschrieben:Hat die SF-Szene vielleicht ein Selbstbild-Problem? Nur mal so gefragt. (Diboo nicht, klar.)
Als ich jung war, war der Pluto noch ein Planet
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Frank Böhmert
Re: Science Fiction am Ende?
Sehe ich auch so.Amtranik hat geschrieben:Der SF gehts nach meiner Warhnehmung blendend.
Den "Niedergang" von allem Möglichen zu konstatieren, ist in meinen Augen die Alte-Leute-Variante des Punkrock-Spruchs "NO FUTURE", bloß dass der mir mit seiner Bedeutung "Scheiß auf die Zukunft, mach dein Ding jetzt!" auch heute als oller Fuffzichjähriger immer noch besser gefällt.
Aber so ist das Leben: Erst kommt der "Niedergang", dann kommt "zu meiner Zeit", dann geht's ab in die Kiste.
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Re: Science Fiction am Ende?
Bitte nicht missverstehen, ich habe ja nicht "ausschließlich" gemeint, sondern "oft". Richtig, Fabylon hat grad einen Engelroman veröffentlicht - ha ha, das ist aber gar kein Mainstream, denn die Engel sind überhaupt nie Trend gewordenDiboo hat geschrieben:Ist da nicht gerade ein Engelroman bei Fabylon erschienen?Uschi Zietsch hat geschrieben: Es gibt aber doch ein sehr großes, vielfältiges Angebot. Es gab noch nie so viele Kleinverlage wie jetzt mit einem oft speziellen Programm (lassen wir die Qualität außen vor, sondern gehen einfach nur davon aus, dass sie keinen Mainstream machen).
Sind meine MilSF-Romane nicht finsterster Mainstream?
Ich hege die Vermutung, dass jene Kleinverlage, die gerne auch mal ein paar Münzen im Beutel hätten, sehr wohl Mainstream machen - und jene, die das nicht wollen, ernsthaft auf Mäzenatentum, öffentliche Förderung oder permanente Selbstausbeutung aller Beteiligten angewiesen sind.
Wenn du mein früheres Programm anschaust, hab ich alles, aber keinen Mainstream gemacht. Und ich muss ganz ehrlich sagen: früher, ohne Internet und alles, so überraschend das sein mag, bin ich besser damit gefahren. Damit komme ich aber jetzt leider nicht mehr weiter, und deshalb sehe ich es so wie Guido: ich verbinde es. Ich versuche jetzt auch, mehr auf der Trendschiene zu fahren; deswegen werden dieses Jahr auch zwei neue Reihen ins Leben gerufen: Meisterdetektive, beginnend mit Sherlock Holmes passend zum Jahr, und Steampunk. Allerdings - weil ich beides auch mag. Ich kann dahinter stehen.
Deine MilSF-Romane, Dirk, waren und werden immer Mainstream bleiben, deswegen würde ich die gar nicht dazu zählen
Ach ja, und - Förderung? Hat jemand Adressen? Oder kann mir jemand die Mailaddy vom Maschmeyer besorgen? Ach was, besser vom BuPrä, der kennt ja alle und kann als Multiplikator dienen.
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Re: Science Fiction am Ende?
Uschi, ich würde ja mal soo gern einen Blick in Deine Korrespondenz werfen … ! 
Re: Science Fiction am Ende?
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Re: Science Fiction am Ende?
... doch so sein wie das, was sie schon kennen.Dschinnie hat geschrieben:Meine Erfahrung ist jedenfalls die - unabhängig vom Genre -, dass Leser und Verlage etwas Originelles suchen, aber es soll bitteschön
Re: Science Fiction am Ende?
Und das ist auch gar kein Widerspruch.Andreas Eschbach hat geschrieben:... doch so sein wie das, was sie schon kennen.Dschinnie hat geschrieben:Meine Erfahrung ist jedenfalls die - unabhängig vom Genre -, dass Leser und Verlage etwas Originelles suchen, aber es soll bitteschön
Ich will auch nur immer wieder die gleichen Sachen lesen - aber "neu" erzählt. Mit ein paar neuen Schlenkern. Mit einigen neuen Nuancen. Ein paar kleinen Überraschungen. Das muss nicht "originell" und "innovativ" sein, es reicht, wenn es schlicht interessant ist.
Dass am Ende die bösen Schleimoiden eins auf die Zwölf kriegen, ist natürlich klar.
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