Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
-
Torsten
- SMOF

- Beiträge: 1176
- Registriert: 17. November 2008 10:57
- Land: Deutschland
- Wohnort: Marschmensch
Re: Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
Paul Melko "Die Mauern des Universums".
Würde gerne lesen: Einen neuen Roman von Caroline Janice Cherryh
Re: Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
Na da bin ich aber erleichtert.Torsten hat geschrieben:Paul Melko "Die Mauern des Universums".
Yep
Dein Spiel
-
Torsten
- SMOF

- Beiträge: 1176
- Registriert: 17. November 2008 10:57
- Land: Deutschland
- Wohnort: Marschmensch
Re: Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
Ich versuchs noch einmal...
Vor ihnen hatte sich ein einzelner Karnevalist postiert. Er trug einen mit grünen Pailletten besetzten Zylinder, eine weite Bluse und Hosen, die mit Spiegelchen und bunten Stickereien in geometrischen Mustern verziert waren. Mit dem Umhang, den er morgen bei der Parade tragen würde, hätte er niemals durch die Tür gepasst, also hatte er notgedrungen darauf verzichtet. Als er nun eintrat und forsch den Hut zog, sah er aus wie ein aufgetakelter Hollywood-Indianer.
"Sie sind wegen der Karnevalsabgabe gekommen", erklärte Keith. Der Karnevalist hielt einen Musselinbeutel in die Höhe, und Keith holte hastig zwei Rollen Silberdollar aus einer Schublade der Anrichte und überreichte sie ihm.
Mit elegantem Schwung brach der Mann die Rollen auf und ließ die Münzen in den Beutel fallen. Seine Lippenbewegungen verrieten, daß er lautlos mitzählte. Keith lächelte wehmütig. Die Gabe hatte den größten Teil seiner Ersparnisse aufgezerrt.
Der Karnevalist war ein kleiner Mann mit leicht gedunsenem Gesicht. Sein Teint war vom Alkohol gerötet, wodurch die geplatzten Äderchen auf seiner Nase noch deutlicher hervortraten. "Beitrag voll entrichtet", verkündete er. Dann winkte er gnädig, und die anderen Mieter drängten herein. "Der Schutz der Karnevalisten liegt für ein weiteres Jahr auf diesem Haus. Das Fest mag weitergehen!"
Würde gerne lesen: Einen neuen Roman von Caroline Janice Cherryh
- breitsameter
- Ghu

- Beiträge: 12510
- Registriert: 25. Dezember 2001 00:00
- Bundesland: Bayern
- Land: Deutschland
- Liest zur Zeit: »Carl's Doomsday Scenario: Dungeon Crawler Carl 2« von Matt Dinniman
- Wohnort: München
- Kontaktdaten:
Re: Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
Ist das immer noch Tim Powers "Diner in Deviants Palast"?
Täglich geht die Sonne auf,
täglich weicht die Nacht Dem Licht.
Alles siehst du irgendwann wieder,
nur verliehene Bücher nicht.
täglich weicht die Nacht Dem Licht.
Alles siehst du irgendwann wieder,
nur verliehene Bücher nicht.
-
Torsten
- SMOF

- Beiträge: 1176
- Registriert: 17. November 2008 10:57
- Land: Deutschland
- Wohnort: Marschmensch
Re: Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
Nein, das war das nicht geloeste unud zurueckgezogene Raetsel...
Würde gerne lesen: Einen neuen Roman von Caroline Janice Cherryh
Re: Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
Ehrlich. Eigentlich ohne weitere Info keinen blassen Schimmer.
Der Text erinnert mich allerdings irgendwie an Thomas Ziegler.
Der Text erinnert mich allerdings irgendwie an Thomas Ziegler.
-
Torsten
- SMOF

- Beiträge: 1176
- Registriert: 17. November 2008 10:57
- Land: Deutschland
- Wohnort: Marschmensch
Re: Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
Nein, Thomas Ziegler ist es nicht.
Kurz vor Mittag war Keith wieder in seiner Wohnung und holte Fletch ab. An der Two Street fanden sie, weil sein Straßenwart ihn für die Schicht von zwölf bis zwei eingeteilt hatte, einen Stehplatz dicht am Straßenrand. Sie kamen noch rechtzeitig, um die letzten Karnevalskapellen zu sehen.
Fletch beobachtete mit lebhaftem Interesse, wie die aufgeputzten Männer in ihren Glitzergewändern, als Clowns, als Indianer, als Spielkartenfiguren verkleidet, in streng geregeltem Durcheinander vorbeimarschierten. Hinter einer Brigade trottete ein Frauenimitator her, und als er sie sah, wackelte er mit seinen riesigen, falschen Brüsten, drehte sich um, hob seine Rüschenunterröcke und zeigte ihr seine monströs ausgepolsterte Kehrseite. Sie warf den Kopf zurück und lachte.
"Marschieren eigentlich auch richtige Frauen mit?" fragte sie. "Ich habe keine gesehen".
"Heutzutage nicht mehr, sie wurden gleich nach der Reaktorkatastrophe ausgeschlossen."
Würde gerne lesen: Einen neuen Roman von Caroline Janice Cherryh
-
Torsten
- SMOF

- Beiträge: 1176
- Registriert: 17. November 2008 10:57
- Land: Deutschland
- Wohnort: Marschmensch
Re: Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
Manche Gruppen nahmen die ganze Sache offensichtlich besonders ernst – ihre Clownskostüme mit den dreistöckigen Schirmen waren so streng stilisiert und so aufwendig, daß das Komische dabei auf der Strecke blieb, und die Teilnehmer marschierten genau im Takt. Dafür machte es oft umso mehr Spaß, die nachlässiger gekleideten Gruppen zu betrachten.
"Wer kommt jetzt?" fragte Keith. Gerade marschierte die letzte Karnevalskapelle vorbei und stiftete beträchtliche Verwirrung, indem sie Knallkörper in die Menge warf.
Fletch hob das Fernglas und musterte die Fahne an der Spitze der nächsten, noch ein Stück entfernten Gruppe. "Sieht aus wie … Center City Club. Kann das stimmen?"
"Ja. Das ist der erste Kostümverein. Danach kommen noch die Tanzkapellen."
"Sag mal, wie hat das alles angefangen? Woher kommt die Organisation? Wozu ist sie gut?"
Keith setzte zu einer Erklärung an, hielt inne, machte einen neuen Versuch. "Hm. Ich fürchte, die Frage kann dir niemand beantworten. Mein alter Herr hat früher oft über die Geschichte der Karnevalsvereine erzählt. Sie lassen sich über Jahrhunderte zurückverfolgen, bis in die Kolonialzeit. Damals waren es nur Banden von Männern, die sich willkürlich zusammengefunden hatten, am Ersten durch die Gegend zogen, mit ihren Gewehren herumballerten und randalierten. Wann daraus allerdings Karnevalisten wurden, weiß man nicht. Das hat sich einfach so entwickelt."
Würde gerne lesen: Einen neuen Roman von Caroline Janice Cherryh
-
Torsten
- SMOF

- Beiträge: 1176
- Registriert: 17. November 2008 10:57
- Land: Deutschland
- Wohnort: Marschmensch
Re: Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
Die Erzählung, auf die dieser Roman basiert, verwendet in der Übersetzung anstatt "Karnevalisten" den Begriff "Mummen".Nach den Bränden und den Panikmorden im Verlauf der katastrophenbedingten Evakuierung war die Stadtverwaltung zusammengebrochen. Vom Staat war keine Hilfe zu erwarten, denn er hatte eben seine Hauptstadt verloren und den größten Teil seines Gebietes verloren, und die Bundesregierung hatte mit mehreren Millionen Flüchtlingen ohnehin alle Hände voll zu tun. Die einen vollen Monat währende Selbstzerstörung von New York City in einer Orgie von Krawallen und Bränden löste fast automatisch eine weltweite Depression aus.
Die einzige einflußreiche Organisation, die sich in der Stadt erhalten hatte, waren die Karnevalsvereine. Eine Ironie des Schicksals, weil sie kaum als Organisation zu bezeichnen waren. Ihr einziger Zweck war es, jeweils eine Truppe für den Umzug am Neujahrstag zusammenzustellen, sonst hatten sie nichts miteinander zu tun. Es gab zwar eine gewisse, nicht sehr intensive Zusammenarbeit, aber keinen Vorstand, keine oberste Behörde, keine hierarchische Befehlsstruktur. Jeder Verein war nur sich selbst verantwortlich.
Doch während Regierungen, Interessengruppen, Wohlfahrtsverbände und das organisierte Verbrechen einfach in sich zusammenfielen, weil sie keine Möglichkeit sahen, ihren Apparat weiter zu unterhalten, blieben die Karnevalisten bestehen.
Würde gerne lesen: Einen neuen Roman von Caroline Janice Cherryh
-
Torsten
- SMOF

- Beiträge: 1176
- Registriert: 17. November 2008 10:57
- Land: Deutschland
- Wohnort: Marschmensch
Re: Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
Es ist Philadelphias bestgehütetes Geheimnis. Die Kindersterblichkeitsrate wird nicht amtlich erfaßt. Menschen verschwinden einfach in den Krankenhäusern, und nach einer Weile läßt man durchsickern, sie seien an "Lungenentzündung", "Grippe" oder "Supergrippe" gestorben. Nicht einer unter Tausend hegt den Verdacht, daß Philadelphia innerhalb der Schneise liegt.
Keith brauchte nicht weiterzulesen. Er hatte seine Antwort gefunden. Diese Worte hatten Fletchs Schicksal besiegelt, denn sie allein genügten, um ganz Philadelphia zu vernichten.
In dem Bündel steckte ein einzelnes, dickeres Blatt. Keith zog es heraus. Es war eine Kopie jener Karte der Schneise, die vor fast hundert Jahren für die ersten offiziellen Berichte über die Reaktorkatastrophe erstellt worden waren. Um den Reaktorstandort herum hatte man lange, geschwungene Ovale gezogen, das äußerste ganz knapp an Philadelphia vorbei. Fletch hatte ein Dutzend Strahlungswerte auf die Karte gekritzelt und die äußerste Linie neu gezeichnet. Sie hatte ihre Hausaufgaben gemacht, daran konnte kein Zweifel bestehen, und ein Irrtum war ausgeschlossen.
Würde gerne lesen: Einen neuen Roman von Caroline Janice Cherryh
-
Torsten
- SMOF

- Beiträge: 1176
- Registriert: 17. November 2008 10:57
- Land: Deutschland
- Wohnort: Marschmensch
Re: Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
Vielleicht gibt ja der Thread "Atomkatastrophen in der SF" einen Hinweis... 
Würde gerne lesen: Einen neuen Roman von Caroline Janice Cherryh
- breitsameter
- Ghu

- Beiträge: 12510
- Registriert: 25. Dezember 2001 00:00
- Bundesland: Bayern
- Land: Deutschland
- Liest zur Zeit: »Carl's Doomsday Scenario: Dungeon Crawler Carl 2« von Matt Dinniman
- Wohnort: München
- Kontaktdaten:
Re: Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
Okay, ich möchte lösen.Torsten hat geschrieben:Vielleicht gibt ja der Thread "Atomkatastrophen in der SF" einen Hinweis...
»Die Todesschneise« von Michael Swanwick.
Das war aber jetzt mal eine harte Nuss!
Täglich geht die Sonne auf,
täglich weicht die Nacht Dem Licht.
Alles siehst du irgendwann wieder,
nur verliehene Bücher nicht.
täglich weicht die Nacht Dem Licht.
Alles siehst du irgendwann wieder,
nur verliehene Bücher nicht.
-
Torsten
- SMOF

- Beiträge: 1176
- Registriert: 17. November 2008 10:57
- Land: Deutschland
- Wohnort: Marschmensch
Re: Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
Ja, das ist richtig!breitsameter hat geschrieben:Okay, ich möchte lösen.
»Die Todesschneise« von Michael Swanwick.
Wie Du Dich vielleicht erinnern kannst, habe ich dieses Rätsel bereits im letzten Jahr in der heißen Phase des Karnevals eingestellt und dann erschrocken zurückgezogen, nachdem die hier thematisierten Folgen einer Kernschmelze plötzlich von der Realität überrollt wurden.
Die erwähnte Erzählung von Swanwick ist unter dem Titel "Mummenkuss" (Mummer Kiss) in der Sammlung "Engel der Schwerkraft" auf deutsch erschienen.
Würde gerne lesen: Einen neuen Roman von Caroline Janice Cherryh
- breitsameter
- Ghu

- Beiträge: 12510
- Registriert: 25. Dezember 2001 00:00
- Bundesland: Bayern
- Land: Deutschland
- Liest zur Zeit: »Carl's Doomsday Scenario: Dungeon Crawler Carl 2« von Matt Dinniman
- Wohnort: München
- Kontaktdaten:
Re: Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
Nun denn, hier also das neue Buchzitate-Rätsel:
Das Licht war jetzt beinahe weg. Spätsommerlicher Purpurschein lag über dem Heideland und der salzigen Marsch des Point. Ein Rand von Kumuluswolken begrenzte die Hügel entlang des Meeresarms. Die Flugzeugwarnlichter auf dem Fernsehmast blinkten.
Die Hunde sprangen ungestüm hinaus in die sich herabsenkende Dunkelheit. Befreite Geister. Ur-Kräfte. Kaninchen stoben davon in ihre sandigen Schlupflöcher zwischen den Ginsterwurzeln. Horace war zu alt und zu arthritisch, um zu töten. Er rannte aus Spaß am Rennen, solange er noch rennen konnte.
Täglich geht die Sonne auf,
täglich weicht die Nacht Dem Licht.
Alles siehst du irgendwann wieder,
nur verliehene Bücher nicht.
täglich weicht die Nacht Dem Licht.
Alles siehst du irgendwann wieder,
nur verliehene Bücher nicht.
- lapismont
- SMOF

- Beiträge: 15133
- Registriert: 17. Februar 2004 13:23
- Land: Deutschland
- Liest zur Zeit: Uschi Zietsch – Unerwartete Begegnungen
Joanna Russ – Jenseits der Grenzen - Wohnort: Berlin
- Kontaktdaten:
Re: Der fröhliche Buchzitate-Rätsel-Thread
Sorry für OT, aber ich bin Wortfanatiker
"stoben"
ist das nicht ein herrliches Wort? Man kann stieben stark und schwach konjugieren. Bei Grimm gibt es sogar noch die Form sie stuben
Ach, ich liebe Deutsch.

"stoben"
ist das nicht ein herrliches Wort? Man kann stieben stark und schwach konjugieren. Bei Grimm gibt es sogar noch die Form sie stuben
Ach, ich liebe Deutsch.
