Hmm ... ich weiß nicht, ob Gernot Recht hat oder nicht. Ich weiß nicht, wie das letztendlich zu verstehen ist. Der Gedanke erschüttert mich, aber ein Denkverbot hilft ja auch nicht weiter.
Interessant finde ich, an was eine solche Ansage in mir rührt: An ein tief sitzendes Gefühl für Unrecht, für falsch, für "böse". Vielleicht muss nicht alles, was richtig ist, rational begründet werden. Wie könnte man "Achtung" rational begründen? Und war beispielsweise der Nationalsozialismus hinsichtlich seiner "Rassenhygiene" von den eigenen Voraussetzungen her nicht auch rational? Nicht, dass ich den Nationalsozialismus irgendwie unterstütze oder auch nur in einem Detail befürworte ("Man kann über den Nationalsozialismus sagen, was man will: An Grundsätzen mangelte es nicht!" - der polnische Jude Walter aus "The Big Lebowski" ...

). Aber ich meine, Werte lassen sich nicht einwandfrei rational begründen. Werte haben immer vorrationale Wurzeln. Das müssen nicht Tabus sein - sie sind es nicht mehr, wenn man darüber diskutiert -, aber vielleicht ist es auch manchmal gut, schlicht und einfach dem Gefühl für gut und falsch zu folgen ... however!
"Hilfreich wäre es, wenn wir die, die sich dem Leistungsdruck widersetzen, bewundern, anstatt sie als Loser anzusehen." -
Svenja Flaßpöhler