von Thomas Wawerka » 23. April 2012 11:38
Man stellt sich das ja erstmal als Riesenunternehmen vor, gewaltige Raketenfabriken mit Robotern, Fließbändern und allen Schikanen (vgl. die Harvester in "Moon"). Aber wenn man mal beobachtet, wie beispielsweise die Sonden auf dem Mars arbeiten, könnte man sich auch die als Vorbild vorstellen: langsam, dafür kontinuierlich und weitgehend souverän arbeitende kleine Maschinen ... einfach und robust statt komplex und anfällig.
Man müsste zuerst einmal wissen, wo es was gibt und unter welchen Umständen es abbaubar ist. Muss eine Schlackekruste aufgesprengt werden, muss gebohrt werden oder genügt kratzen und schippen? Wenn das klar ist, kann man ja die günstigste Variante wählen und 1. entsprechende Arbeitsdrohnen bauen. Dann müsste 2. sortiert werden, Abraum weg und nur Wichtiges gesammelt - könnte eine stationäre Einheit machen. 3. und zum Schluss ab zur Erde. Wäre das tatsächlich so schwierig? Das wäre so schwierig wie der Start der Landefähre vom Mond 1969 - und es wäre nur eine noch geringere Gravitation zu überwinden. Alternativ könnte man zusätzlich überlegen, ob die Landefähre nur bis zur ISS und/oder einer ähnlichen (dann wahrscheinlich chinesischen) Raumstation fliegen soll, damit man sie nicht wieder von der Erde ins All befördern muss ... von der Raumstation aus könnten Rohstoffe via Railgun zur Erde gesandt werden. Oder andere Anpassungen. Von den technischen Grundlagen her scheint mir ein solches Unternehmen jedoch nicht allzu schwierig zu sein. Materialsammelnde Einheiten gibt es bereits, Rücktransportsysteme gibt es bereits, und für den mittleren Arbeitsschritt könnte leicht eine Maschine entworfen und gebaut werden.
Es ist meiner Meinung nach eher ein ökonomisches Problem. Ein Großteil der Kosten würde der Transport verschlingen. Und dann muss natürlich auch folgender Umstand bedacht werden: Wenn ich den Weltmarkt mit einem wertvollen Rohstoff flute, sinkt der Rohstoffpreis und ich verdiene weniger daran - muss also meine Abbaukosten reduzieren (wahrscheinlich noch bevor sich die Kosten des Gesamtunternehmens auch nur ansatzweise amortisiert haben ...).
Wie genau weiß man denn, welche Roshstoffe unter welchen Umständen auf welchen Asteroiden abbaubar sind? Detaillierte Vorbereitung scheint mir fast der Hauptschwerpunkt zu sein, denn nur so wären Kosten und Gewinn einigermaßen planbar.
"Hilfreich wäre es, wenn wir die, die sich dem Leistungsdruck widersetzen, bewundern, anstatt sie als Loser anzusehen." -
Svenja Flaßpöhler