Thomas Wawerka hat geschrieben:Bully hat geschrieben:Es ändert sich ja nichts.
Würde ich nicht so sehen. Wir müssen scheinbar erstmal klären, was "Vorbestimmung" bedeutet: Ein (geschichtliches?) Ziel, das erreicht werden soll/wird? Dann gäbe es immer noch verschiedene Wege, dieses Ziel zu erreichen - Wege mit mehr Mühsal, Schweiß, Blut und Tränen und Wege mit weniger. Da gibt es schon Unterschiede - gewaltige sogar. Wenn aber auch die Wege bestimmt sind bis in jede einzelne Handlung, Regung, jeden Gedanken hinein, dann würde ich nicht mehr von "Vorbestimmung", sondern von "Fremdbestimmung" reden. - Anders gesagt: auch wenn jemand anders bestimmt, was es zum Essen gibt, kannst du das Essen mit Schwung und Freude kochen - oder aber mit Zähneknirschen, dir selbst in den Finger schneiden, bluten wie ein angestochenes Schwein, fluchen, jammern und dich quälen.
Mit Vorbestimmung meine ich vollständige Determination ohne jeden
echten Zufall; dass sich die Lage und Impuls aller Teilchen im Universum zum Zeitpunkt x nicht nur eindeutig aus der Lage und Impuls aller Teilchen i. U. zum Zeitpunkt x-1 ergibt, sondern dass diese Eindeutigkeit auch nur zu
genau einem Zustand zum Zeitpunkt x+1 führen kann, dito bei x+2 bis x+n.
So dass sich jeder Zustand des Universums in jedem Detail und zu jedem Zeitpunkt x aus dem Impuls und der Lage der Teilchen beim Urknall eindeutig ergibt.
Inklusive, was ich heute esse, ob es mir schmecken wird, wann und wie ich sterbe, ob ich vorher Kaiser von Deutschland werde und ob die Atome meines Körpers mal zu einem Diamanten werden.
Man beachte, dass diese Vorbestimmmung sich rein aus der Annahme herleitet, dass die Naturgesetze keinen Spielraum für echte Zufälle bieten, und es deshalb nur unechte Zufälle gibt: das Ergebnis eines jeden Ereignisses steht zwar fest, aber mann kann es nur statistisch vorhersagen.