Gelesene Comics 2012

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Uschi Zietsch
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Re: Gelesene Comics 2012

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Felix Mertikat, Benjamin Schreuder: Jakob (Cross Cult, HC 16,80) http://www.amazon.de/Jakob-Felix-Mertik ... 602&sr=1-1

Eine kleine Geschichte über einen neunjährigen Jungen, der seine Mutter verliert. Weil ihm niemand erklärt, dass sie gestorben, sondern "gegangen" ist, macht er sich auf die Suche nach ihr.
Ich würde gern sagen, eine bittersüße Geschichte, aber das ist sie nicht, denn sie hört leider sehr traurig auf. Ich hätte mir für den kleinen Jakob ein glücklicheres Ende gewünscht. Eine kleine Mär über Verlust und Einsamkeit, hervorragend in Szene gesetzt.
Zuletzt geändert von Uschi Zietsch am 10. März 2012 08:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Knochenmann
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Re: Gelesene Comics 2012

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Chew 23 & 24

Symphatisch abgefahren wie immer.

Ranma 1/2 2-5

Ja, es gibt nur wenige Dinge die mich verlässlich aufheitern, Ranma schaft es immer wieder. Ich hab mir über die Jahre überlegt warum das so ist, und ich denke die beste Erklärung ist die: Die Charaktere sind allesamt binär. Jeder Charakter hat eine unterschiedliche Menge binärer Zustände, so das man einznele Episoden als mit einem Bit-Wort beschreiben könnte. Ist jetzt natürlich eine vollkommen falsche und irreführende Begrundüng, ist aber GENAU so.
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Uschi Zietsch
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Re: Gelesene Comics 2012

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

So, und weiter gehts mit den Fortsetzungen.

Joshua & Jonathan Luna: Das Schwert (Band 2 Wasser), Cross Cult, 160 Seiten HC, 22€
In diesem Band geht es nur darum, dass unsere Heldin Bruder Wasser den Garaus macht. Aber wie sie das macht, und was er für ein Typ ist, ist sehr interessant erzählt, bei guten Charakterisierungen. Also weiter mit Band 3, der bald erscheint. :prima:

Ange, Démarez: Maries Drachen (Band 2 Rache, Band 3 Amaury), Splitter, 48 Seiten HC, 13,80
Woah, der Auftakt hat nicht zu viel versprochen, es geht in den beiden Folgebänden genauso spannend, verwickelt und abenteuerlich auf hohem Niveau weiter. Richtig schöne historische Fantasy. Warten auf Band 4 im September. :prima:

Christophe Bec, Richard Marazano: Absolut Zero (Band 2, A.S.O.R.3 Psycho), Splitter, 48 Seiten HC, 13,80 - SF!
Was für ein blöder Schwachsinn. Was Der Meister und Margarita nun mit den durchdrehenden Marines zu tun haben soll, erfahren wir nicht; außerdem gibt es zahlreiche weitere Überblendungen, deren Sinn man nicht erkennen kann, teilweise erkenne ich nicht mal, was da zitiert wird, weil ich es nicht kenne. Was ein Bild von Mulder & Scully, eine Seite mit Nobody (Terence Hill) usw mit all dem Geschwafel zu tun haben soll - who knows. Wirr, überdreht, nur Gelaber von Anfang bis Ende, und zwischendrin erschießen sich ein paar gegenseitig. Wir wissen aber nicht warum, die Handlung ist in Band 1 hängengeblieben (und da hat man sie schon suchen müssen), Storyline - völlige Fehlanzeige; Becs Gehirn muss wohl reichlich alkohol- und drogisiert gewesen sein. Die Charaktere kann ich nicht auseinanderhalten, aber macht nichts, sind eh nur noch ein paar übrig. :nein: Um Teil 3 komme ich dennoch nicht herum, weil "es ist ja nur noch einer, und dann ist Schluss" <- bester Ehemann.

Gallié, Andreae: Die Bruderschaft der Krabbe, Band 3, Splitter, 48 Seiten HC, 13,80
So, nun ist klar: Das Geld für den Dreiteiler kann man sich getrost sparen. Jemand hat seine Krebserfahrungen auf diese Weise verarbeitet, nicht mehr und nicht weniger. Es geht nur darum, ob der Junge den Kampf gegen den Krebs aufnimmt oder nicht. Aufgeklärt wird nichts. Die Auflösung ist nichts als ein Ärgernis und strotzt vor Bugs. "Es ist alles nur mein Traum gewesen, und ich glaube, die anderen haben nie existiert." Na toll, und am Ende wird ein "Foto" von allen gezeigt, die Ärzte und Freunde fürs Leben geworden sind. Hä? :nein:

Smolderen, Marini: Gipsy (Band 2, Sibirische Feuer), Splitter, 72 Seiten HC, 14,80 - SF
Sagt, was ihr wollt - aus dem "was für Zwischendurch" ist ein "Jaaaaaa" geworden. Ein Road Movie a la Willis und Statham, ohne allzu viel Inhalt, aber es macht einfach Spaß und ist gute Unterhaltung, und der Gipsy-Charakter ist klasse. Funktioniert. :prima:
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Re: Gelesene Comics 2012

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Stephen King, The Stand 4: Schergen des Bösen
Die Fronten zwischen Abagail und Flagg verhärten sich, alles spitzt sich zu. Flaggs Anhänger haben sich in Las Vegas niedergelassen und führen dort ein strenges, keusches und drogenfreies Regime; wer aus der Reihe tanzt, wird ans Kreuz genagelt. Flagg erscheint persönlich, um sich des Mülleimermanns, der inzwischen eingetroffen ist, anzunehmen: Amerika soll brennen.
Unsere Helden sind alle in Boulder eingetroffen und fangen an, eine neue Zivilisation aufzubauen. Doch unter ihnen gibt es einige wurmstichige Äpfel. Als Mutter Abagail verschwindet, entschließen sie sich, den Spieß umzudrehen. Flagg hat Spione bei ihnen, also schicken sie nun welche zu ihm.
Wie immer graphisch top umgesetzt. Band 5 ist grade eben erschienen, also her damit.
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Re: Gelesene Comics 2012

Ungelesener Beitrag von upanishad »

Thanos imperative - unser (Marvel-)Universum erhält Besuch aus dem Cancerverse, das den Tod besiegt hat und mehr Lebensraum benötigt.
Das Schicksal des gesamten Universums steht auf dem Spiel, Abstrakte im Dutzend, Thanos, Lady Death, fantastische Zeichnungen - was will das Nerd-Herz mehr... :prima: :beanie:
so everything is meaningless and so we carry on
until we face the consequence of everything we've done

:headbanger:
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Re: Gelesene Comics 2012

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Sylvain Cordurié, Leo Pilipovic, Ravermoon 01. Das Versprechen der Flammen [Gebundene Ausgabe], Splitter, 13,80

Medieval Fantasy mit Rittertum und viel Magie. Ravermoon ist die Schwester eines Magiers, der Mitglied einer Gilde der Zeitformer ist, aber auch sie verfügt über diese Fähigkeiten - und kann nebenbei mit dem Schwert umgehen. Die Stadt wird von einer fremden Macht bedroht, die anscheinend pflanzlicher Art ist.
Gut gemacht und sehr unterhaltsam :prima:
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Re: Gelesene Comics 2012

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Der dritte Teil ist endlich, endlich, endlich eingetroffen nach langer Wartezeit. Aber jetzt ist sie komplett, die

Alex Alice, Siegfried (Splitter, HC, je 15,80 in der Normalausgabe)

Trilogie.

Die Nibelungensaga, grandios neu erzählt und nach Wagners Oper interpretiert. Und es ist dem Künstler - der Text und Zeichnungen gestaltet hat - tatsächlich gelungen, eine Oper aufs Papier zu bannen, man hört förmlich die Musik, und jedes Bild ist eine eigene Komposition. Gleichzeitig ist es aber auch ein Sketchboard zum Film, der beim Blättern vor einem abläuft.
Es findet sich alles, was muss - Verrat, Intrigen, Liebe, Hass, Gier, Ehre und Stolz - verpackt in eine spannende Geschichte voller Verwicklungen, Irrfahrten, seelischer Abgründe und philosophischer Betrachtungen. Die Charaktere sind sehr tiefgründig, die optische Umsetzung der romantischen, tragischen und dramatischen Geschichte grandios, die Texte poetisch.

Ab dem ersten Band völlig begeistert, hält sich diese meine Euphorie bis zum Schluss. Einzigartig! :prima: :prima: :prima: :prima: :prima:
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Re: Gelesene Comics 2012

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Christophe Bec, Richard Marazano: Absolut Zero (Band 3), Splitter, 48 Seiten HC, 13,80 - SF!
Was für ein blöder Schwachsinn.
Dieses Zitat kann ich getrost auf Band 3 übernehmen. Am Ende wissen wir immer noch nicht, was Der Meister und Margarita, Nobody und die zahlreichen anderen Überblendungen mit der Story zu tun haben sollen. Um was es geht? Um Carpenters Ding. Da hockt so ein Virus oder immaterielles Etwas rum und will ins Universum raus. Es ernährt sich von negativen Emotionen. Und wer einen anderen umbringt, hat das Ding sofort in sich, wie es reinkommt in ihn wissen wir nicht, denn eigentlich kommt es als Nebel raus aus dem Mund und muss eine Distanz überwinden. Jedenfalls ist das Ding, das ins Universum will, so scheißblöd, alle umzubringen, anstatt sich einfach einzunisten und sich schön zur Erde mitnehmen zu lassen, wo es sich von Milliarden ernähren kann, bis es platzt. Was heißt, am Ende hockt es immer noch fest auf dem Planeten, weil alle hin sind, und da hockt's bis heute.
Warum die Marines da hingeschickt wurden, erfährt man nicht, und natürlich haben diejenigen, die sie da hingeschickt haben, alles schon gewusst und ihnen nichts gesagt, und kümmern tut sich um die Gruppe dort auch niemand. Was die Aussage soll "Menschenverlust ist akzeptabel, Maschinen nicht", ist völlig banane, denn was haben wir von Maschinen, die nicht bedient werden und ergo nichts bringen können? Hirnverbrannter Dummfug, ein französischer Autorenfilm mit chinesischen Untertiteln im Comic. :nein: :nein: :nein: :nein: :nein: :nein: :nein: :nein:

Arleston & Vatine, Lanfeust von Troy, Cixis Geheimnis 2 (Carlsen, 12,00)
Ich weiß nicht, ob ich über den ersten Teil was geschrieben habe, jedenfalls ist das ein Dreiteiler und spielt in der Zeit der ersten und Hauptserie, als Cixi sich von den anderen trennt und nach Eckmühl zurückkehrt. Wir erfahren nichts über sie in der Hauptserie, und als wir mit Lanfeust zurückkehren, ist Cixi auf einmal eine maskierte Rächerin. Das Dazwischen wäre also durchaus interessant, ist aber selten dumm und langweilig erzählt. Eigentlich gehts nur um dauernackte Weiber, Zickenkrieg und Sex hinterm Vorhang. Und gut gezeichnet ist es auch nicht. Der dritte Teil kann nicht besser werden. (Aber der Vollständigkeit halber muss er sein.) :nein:

So und jetzt kommen wir zu drei Superheldencomics der anderen Art. Im Kino läuft ja grad Chronicle, und dazu passen diese schon etwas älteren G'schichten.

Fangen wir an mit
Bendis/Oeming, Powers - wer ermordete Retro Girl? (Panini, 19,95)
Es gibt sie, die Menschen mit "Kräften", wieso, wird nicht erklärt. Sie tun Gutes. Einer der Helden verliert während eines Kampfes seine Kräfte, peng, einfach so. Er geht zur Polizei, um seine Dienste weiter anzubieten, und er ist verdammt gut. Genau in einen unglaublichen Mordfall - nämlich besagtes Retro Girl, die zauberhafteste und beliebteste Heldin - wird ihm eine neue Partnerin zugeteilt. Es ist eine Cop-Geschichte, aber auch eine, was es bedeutet, ein Held zu sein.
Die Geschichte ist toll und eindringlich und stammt aus den 2000ern. Die Zeichnungen sind aber typisch 80er und nicht so sehr meine Sache, ebenso wenig der Erzählstil mit den teils eine ganze Seite langen immer selben Bildern, in denen lediglich die Texte und vielleicht einmal eine Augenbewegung variieren. Das war damals bei Batman mal ganz nett, aber heutzutage nervt das wie eine Wackelkamera, vor allem ist es in der Geschichte inflationär, wodurch sie sehr statisch wird und erheblich an Tempo verliert. Ebenso die Texte, die teilweise etwas zu sehr einer normalen Unterhaltung ähneln, mit vielen Wortwiederholungen und Gestotter. Hätte ich damals ganz toll gefunden, heutzutage aber ist das nicht mehr so mein Ding. Andererseits ist man schnell im Lesen, und die Dialoge an sich, wenn man das Gestotter überliest, sind intelligent. :prima:

Mark Millar/Leinil Yu, Superior (Marvel, US-$24,89)
Millar hat unter anderem Kick-Ass erschaffen.
Hier haben wir ebenfalls eine Was-wäre-Wenn-Geschichte, allerdings auf quasi-religiöse Weise interpretiert, indem ein Mensch seine Seele an den Teufel verkauft. Der 12-jährige Simon, ein Sport-Ass, wurde schlagartig von MS überfallen, sitzt im Rollstuhl und ist auf einem Auge blind. Da kommt ein Space-Affe (sic!) und verwandelt ihn in den Superhelden Superior. Simon tut fortan eine Menge Gutes, doch das hat seinen Preis, und am Ende muss er sich entscheiden. Schön erzählt, schön bebildert. :prima:

John Arcudi/Peter Snejbjerg, A god somewhere (Panini, 24,95)
Und die letzte Geschichte, die sich darum dreht, was aus einem wird, wenn er plötzlich Superkräfte erhält. Na ja. Angeblich soll ja die Geschichte aus der Sicht der drei Menschen erzählt werden, die den Freund, Bruder und Schwager in ihrer Mitte als Superhelden erleben. Die Geschichte springt ständig hin und her, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, manchmal arg verwirrend, weil die Zeitsprünge nicht chronologisch sind. Dadurch kommt viel Unruhe bis Stockung in den Fluss.
Und leider findet hier gar keine Entwicklung statt. Eric, der beste weiße Freund des schwarzen Sam, zeigt sich von Anfang an extrem gewalttätig und egozentrisch. Sam ist hoffnungslos verliebt in Alma, die Frau von Erics Bruder. Und das war's auch schon. Am Ende ist Sam immer noch hoffnungslos verliebt, das Leben von Alma und Erics Bruder ist sinnlos zerstört, und Eric hat eine Atombombe auf sich fallen lassen.
Bei einer Explosion erhält Eric die ABSOLUTE Superkraft. Er ist relativ unzerstörbar und relativ unsterblich. Und nach einer kurzen Rettungsaktion nach der Explosion verfällt er dem Gottes-Wahn, dreht geistig völlig durch und mordet sich drei Jahre lang sinnlos und planlos durch die Welt. Er geht in ein Dorf und jagt es in die Luft, einfach so, weil Menschen weniger wert sind als Insekten.
Dies ist weniger eine Charakterentwicklung als vielmehr eine konsequente Fortführung des bestehenden Charakters. Aus Hass auf das glückliche Leben seines Bruders und dessen Frau, von denen er sich, warum auch immer, zurückgesetzt fühlt, schlägt er seinen Bruder zum querschnittsgelähmten Krüppel und vergewaltigt Alma. Danach wird das Schlachtfest äußerst brutal und in drastischen Bildern fortgesetzt. Warum? Eric hat darauf nur die Antwort, dass "eben keiner kapiert". Sam ist der einzige, mit dem er redet, allerdings gibt er auch ihm keine Erklärungen.
Warum er am Ende die Atombombe auf sich fallen lässt, erschließt sich mir nicht, ebensowenig seine blinde Grausamkeit und Zerstörungswut. Er ist zu keinem Zeitpunkt einsichtig oder gewinnt irgendeine Erkenntnis (also eine, die auf Verstand schließen lässt). Er ist keine tragische, sondern eine von Anfang an äußerst unsympathische egomanische Figur, die sich als gewissenloser Massenmörder darstellt. Ich kann keinerlei Motivation oder Sinn erkennen. Mag sein, dass jemand das Superheld werden nicht verkraftet, aber eine Entwicklung und Nachvollziehbarkeit hätte nicht geschadet. Ebenso verhält es sich mit Sam, der nichts dazulernt, sondern nach wie vor der selbstmitleidige Schwarze ist, und Alma und Erics Bruder werden ohnehin kaum dargestellt und haben auch danach keinen weiteren Einflusss auf die Geschichte - die hätte man weglassen können. :nein:
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Re: Gelesene Comics 2012

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Arleston/Glaudel: Die Meister-Kartographen 2: Die Türme von Floovant; Der Kristall von Carmerlot (HC, Splitter, 19,80)
Die Geschichten sind recht unterhaltsam, die Welt, die nur aus einer einzigen Stadt mit einem letzten verbliebenen Wald besteht, hat was. Es macht Spaß - geteilt. Denn die Zeichnungen sind einfach grauenvoll, und was auch negativ auffällt, das sexistische Bild von Frauen, die nur auf Nacktsein und permanente Sexlust reduziert sind.

Delaby/Dufaux, Ritter des verlorenen Landes 2: Der Guinea Lord (HC, Splitter 13,80)
Nachdem mich der erste Band nicht sonderlich überzeugen konnte, hier nun der Wow-Effekt. Die Geschichte kommt richtig in Fahrt, Intrigen, Verschwörung und Dämonenkult in einer mittelalterlichen Welt, in der die keltischen Fabelwesen wie Morrigans real sind. Was geschieht, wenn eine normalerweise grausame, finstere Morrigan abtrünnig wird ...Toll gezeichnet und erzählt. :prima:

Shovel, Zwerg 1: Wyrimir (HC, Splitter 13,80)
Der Titel ist irreführend, denn diese Sau kommt auf ca. 3 Seiten vor, und was es mit ihr auf sich hat, keine Ahnung.
Da gibt es also die sehr kleinen Zwerge und ihre Todfeinde, die Sylphen (halbnackerte Weiber, menschengroß), und einen Zwergenhäuptling, der alle Zwergenjungs mit einem besonderen Mal zum Tode verurteilt. Unser Protagonist hat so ein Mal (das man übrigens nie sieht), wird versteckt und macht sich dann auf die Suche nach dem Hintergrund dieses Fluchs. 1000x gelesen, ohne dass es zu irgendeiner originellen Handlung oder Spannung kommt. Der Protagonist sieht leider doof aus und besitzt auch keine sonderlichen Geisteskräfte, überhaupt nichts Liebenswertes, wodurch er unsympathisch wirkt und man null Interesse hat, seinen Abenteuern zu folgen. Aber er versteht die Sprache der Tiere und damit wissen wir schon, dass er der Auserwählte ist. Gähn. Schnarch.
Zuletzt geändert von Uschi Zietsch am 18. Mai 2012 09:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gelesene Comics 2012

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Sillage 13 - Kontrolliertes Schleudern SF Carlsen 12,00
Cannonball im Weltraum - Nävis nimmt daran teil, um heimlich Kontakt mit Wehweh aufzunehmen, der ihr in der Vergangenheit eine Menge verschwiegen hat. Obwohl Wehweh seine Zuneigung und Loyalität beteuert, bricht Nävis endgültig mit ihm. Das Spiel um Intrigen geht weiter und wird umso stärker intensiviert. Eine spannende neue Storyline beginnt hier mit jeder Menge Cliffhangern, denn wir erfahren unter anderem, dass es noch einen Menschen gibt, der genauso ist wie Nävis ...
Nachdem ich schon leichte Durchhängereindrücke hatte, nimmt die Geschichte jetzt wieder richtig Fahrt auf und ich erwarte hippelig Band 14.
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Re: Gelesene Comics 2012

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Wird Zeit mal wieder für ein Update - ich weiß gar nicht, ob ich noch alles zusammenbringe.

Stephen Kings "N.", Panini
Ein Mann kommt zum Psychiater und erzählt ihm von einem Feld irgendwo in den Staaten, auf dem sich ein Standing-Stones-Circle befindet. Wenn man 8 sieht, ist es gut. Wenn man 7 sieht, nicht. Denn diese Steine sind die Riegel für eine Tür ganz woandershin, hinter der rachsüchtige Götter darauf warten, in unsere Welt zu strömen. Das Feld hat einst einem Mann gehört, der seine Familie und dann sich erschossen hat. Seitdem hat das Land ein "Kein Durchgang" Schild. Aber ab und zu erwischt es eben doch einen, und der ist dann also der Hüter ... Nachdem der Patient sich ein knappes Jahr über seine Zwangsneurosen ausgekotzt hat, bedankt er sich artig beim Psychiater, dass er ihn nun nicht mehr benötige, verlässt die Praxis und bringt sich um. Nun ist der Psychiater der "Erbe" ...
Eine Storyline, die nicht sonderlich aufregend ist, weil in lovecraftscher Tradition und damit vorhersehbar. Aber toll in Szene gesetzt und gruslig. :prima:

Fables 16+17, auf deutsch demnächst bei Panini
Ja, ich bin wieder schwach geworden, und ich habe es nicht bereut. In Band 16 kommt die Storyline mit Mr. Dark zu einem Ende, wo sich eine sehr tragische Beziehung zwischen Bigby Wolf und seinem Vater, dem Nordwind, ergibt. Was der Schmarrn mit den "Superheroes" soll, keine Ahnung, aus dem Grund hatte ich Bd 16 zuerst nicht gekauft. Ist auch völlig überflüssig, nimmt aber glücklicherweise nur 10% der Geschichte ein. In Band 17 beginnen wir dann eine neue Storyline - die Fables können nach Hause, aber Mr. Darks Anhängerin Mrs. Pratt ist noch da, sowie sein Bediensteter, und da ist auch noch Meister Geppetto, der bereits wieder dabei ist, Intrigen zu spinnen, und der Erbe des Nordwindes muss gefunden werden. Ach ja, und Bufkin wird gehängt ... doch ist er tot? Also sehen wir weiter! :prima:

Golden City 1, Strandpiraten, Epsilon - SF
Also, da gibt's die arme Landbevölkerung, und die Reichen befinden sich alle in einer Superstadt auf dem Meer. An einem Hafen fretten sich Kids als Treibgutschiffer durch, verkaufen dabei eine hübsch aussehende halbnackte Frau aus einem abgestürzten Flugzeug, und ihr Mann, der Präsident des Superkonzerns, macht sich auf die Suche nach ihr. Natürlich war der Absturz ein Anschlag, und natürlich kommt da noch viel in den nächsten x Bänden (bis 8 oder 9 gehts). Naja. Kann man lesen, muss man aber nicht.

Das Einhorn 4, Der Tag der Taufe, Splitter Historie/SteamPunk/SF
Der Abschluss der Serie kann mich genausowenig überzeugen wie die 3 Bände davor. Keine Ahnung, worum es geht. Um irgendwelche Beziehungen zwischen verschiedenen Arten, Krankheiten, Körperflüssigkeiten und dass eine Intrige nicht klappt. Oder doch. Oder wie. :nein:

Kreuzzug 6, Sybille, Splitter
Der zweite Band des zweiten Zyklus, in dem es um Gunther von Flandern und seine weiteren Abenteuer geht. Schön in Szene gesetzt, gut erzählt. Intrigen, Kreuzrittertum, Dschinns und Dämonen. Macht Spaß.

Gipsy 4, Die schwarzen Augen, Splitter
Ein Einzelband aus der Serie, der nur den durchgehenden Faden enthält und ansonsten für sich steht. Gipsy und sein Cousin als durchtriebene Halunken sind gut, fußballbegeisterte Nazideutsche allerdings voll doof und damit zu wenig Inhalt. Ein "Lückenfüller" vor dem nächsten Band. Ich fand ihn trotzdem unterhaltsam (ich mag die Figur des Gipsy).

Sukkubus 1, Camilla, Splitter
Warum Camilla ein Sukkubus ist bzw. was in dieser Serie ein Sukkubus sein soll, wird nicht geklärt. Man erzählt eine Variante der französischen Revolution sehr frei, Intrigen von einem Haufen geiler Weiber, die alle gleich aussehen und daher ununterscheidbar sind - einige von denen sind gut, die anderen böse, und was Camilla ist, weiß ich gar nicht - und dann gibts da noch die hässlichen alten Knackermönche, gegen die die Weiber kämpfen. Völlig konfuse Story. Da helfen auch die tollen Graphiken nicht. :nein:
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Re: Gelesene Comics 2012

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Nach langer Zeit mal wieder was.

Neil Gaimans Marvel 1602
Unsere Superhelden im Jahr 1602 - oh ja, das hat seinen Reiz, und durch Gaimans Autorenschaft in jedem Fall garantierten Lesegenuss. Allerdings muss ich gestehen, dass mir die Kolorierung der Bilder zu dunkel war, was leider Andy Kuberts wundervollen Zeichenstil schmälert, und die Seiten viel zu überfrachtet waren, sodass es sehr anstrengend war für mich abends zu lesen. Ich habe ziemlich lang gebraucht und deshalb öfter den Faden verloren; ich kann mich auch des Eindrucks einiger Sprünge nicht erwehren. Die meisten Helden konnte ich erraten, aber nicht alle, da wäre ein Glossar für Nicht-Marvel-Kenner hilfreich gewesen. Bzw. wäre es überhaupt schön gewesen, so als Vergleich.
Doch wieder mal ein richtig schöner dicker Superheldenschmöker. :prima:

Joe Hills Locke & Key, Band 5: Uhrwerke
Ja! Endlich!
In diesem Band wird die Handlung an sich so gut wie nicht weitergetrieben, doch es ist die Auflösung vor dem großen Showdown für Band 6. Nun erfahren wir endlich alle Hintergründe, wie es dazu kam, was und wo die Schwarze Tür ist, wer die Schlüssel geschmiedet hat und warum, und woraus sie bestehen. Spannend und tragisch.
Jetzt rückst raus Band 6, und zwar dalli! :prima: :prima: :prima:

Ach so, noch Nachtrag

Arleston/Glaudel: Die Meister-Kartographen 3: Der Schrei des Plouillon & Die andere Welt
Tja. Der Titel des ersten Teils ist nicht nachvollziehbar (bei dem Vieh wird nur geflucht, der Schrei spielt keinerlei Rolle und es kommt auch nicht vor), aber das macht nichts. Abgesehen von den weiterhin grässlichen Zeichnungen, die einem wirklich alles vermiesen, bietet sich hier eine (SF-)Auflösung, die einfach nur "HÄ?" macht. Die bisher so mysteriösen Sapientisten stellen sich als männliche Deppengesellschaft dar, die keinen Schimmer von nichts hat, und damit ist die gesamte Storyline im Abfall gelandet. Schade! Hätte Potenzial gehabt, aber so bleibt nur ein völlig wirrer, heruntergeschluderter letzter Teil übrig. :nein:

Hmmm ... habe ich das hier tatsächlich noch nicht aufgelistet?
Stephen Kings The Stand 5: Niemandsland
Auch hier bewegen wir uns langsam auf den Showdown in Band 6 zu. Mutter Abagails Leben versiegt, während die Ortschaft Boulder langsam wieder zum Leben erwacht. Aber Randall Flaggs tödlicher Einfluss ist nicht aufzuhalten, und dunkle Geheimnisse kommen ans Licht, ebenso wie sich andere anfangen zu verändern. Harold und Nadine gehen nach Westen, um Flagg zu folgen - und hinterlassen Boulder ein tödliches Geschenk.
Vier Männer brechen ebenfalls gen Westen auf, um Flagg das Handwerk zu legen.

Busiek/Ross: Marvels
Mal wieder ein (älteres) opulentes Werk im Stile von Kingdom Come, das aber meines Erachtens nicht dessen Klasse erreicht. Der Ich-Kommentar ist mir hier zu einseitig, die Distanz zu den Superhelden zu groß, weil rein auktorielle Sicht, und das Thema "wir hassen Mutanten" ist für mich allmählich ausgereizt (ok, die Storyline ist von 2009, insofern ist das ein bissl unfair) und eröffnet hier keine neue Perspektive, von einer einzigen Szene mit dem kleinen Mädchen abgesehen. Dennoch lesens- und natürlich anguckenswert.
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Re: Gelesene Comics 2012

Ungelesener Beitrag von Doop »

Marvels hat Busiek ja auch vor Kingdom Come verfasst. Da musste er noch üben :-) Eine Geschichte über die Anfänge des Marvel-Universums ist natürlich auch nicht sooo spannend, da im wesentlichen alles bekannt ist. Nur der Blick von außen, durch die Augen eines normalen Reporters war neu. Die Zukunft des DC-Universums hatte da mehr erzählerisches Potential.
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Re: Gelesene Comics 2012

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Ja, es ist eben ein bisschen "unfair", weil ich diese Geschichte nach all den anderen "wir hassen Mutanten"-Geschichten als letzte gelesen habe und sie mich deswegen nicht vom Hocker riss. Ich denke, ich kann da nicht objektiv genug sein. Bzw. mit ein bisschen mehr Nähe wäre ich trotzdem mehr "drin" gewesen.
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Re: Gelesene Comics 2012

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Stephen King & Joe Hill: Road Rage (Panini)
Also wenn Vater und Sohn sich gemeinsam an eine Story machen, kann eigentlich nix schiefgehen. Oder doch? Yep. Es kann.

Die Kings haben sich des "Duell"s angenommen, seinerzeit Spielbergs Regiedebut; dass die Storyline von Richard Matheson stammt, wusste ich gar nicht. Egal. Der Film war damals in seiner Schlichtheit brillant, weil er die Angst eines Menschen, der dem Stalking eines anderen hilflos ausgesetzt ist, hervorragend ausgearbeitet und fokussiert hat. Wir konnten uns voll in den braven Amerikaner hineinversetzen auf diesen endlos langen, einsamen Straßen Amerikas ohne Abzweigungen.

Die Kings haben eine Variante mit einer Motorradgang daraus gemacht, und da fängt es schon an. Liebe Leute, eine (vermutlich aufgemotzte) Harley fährt einem Truck davon. Bitte erzählt mir nix. Ich glaube einfach nicht, dass ein Truck 160 km/h schafft, mit Aufbau und Ladung hintendrauf. Und Motorroller werden die Rockers ja wohl nicht fahren, oder?
Also. Ich glaube nicht, was da passiert, und es passiert auch nicht viel. Die Geschichte ist sehr kurz, eine kurze Auseinandersetzung, und das war's: nix. :nein:

Als zweiten Teil gibt es das Original-Duell, das ich mir schon ganz gern angeschaut hätte, auch wenn ich die Geschichte kenne - aber eben nicht in dieser Form. Nur leider sind die Zeichnungen so grässlich und die Menschen sehen derart abstoßend aus wie Leprakranke, dass ich das Buch gleich wieder zugeklappt habe. Bäh.

A Game of Thrones Band 1 (Panini)
Ich kenne die Bücher nicht und ich werde sie auch nicht lesen, weil ich keine Zeit dazu habe. Mein Freizeitlesen zielt auf andere Genres, nur selten mal SF, Fantasy aber nie - auch wenn sie hier eher historisch angelegt ist. Aber, es ist so, ich habe auch ein Problem damit, wenn permanent Hauptfiguren sterben.
Auf die DVD-Staffel allerdings freue ich mich tierisch, die ist in einem Rutsch geplant zu Weihnachten. Vorher werde ich das nämlich nicht schaffen, denn mal hier eine Folge, mal da - ne, wenn dann alles hintereinander. Und Weihnachten ist doch genau richtig für so was (ansonsten wäre wieder Herr der Ringe angesagt gewesen *g*).
Als Kompromiss zwischen Buch und Film habe ich mir nun Band 1 des Comics zugelegt. Und leider ist es so, wenn man das Buch nicht kennt, blickt man nicht durch. Die Komplexität des Textes einzudampfen auf wenige Comicseiten haut nicht hin; ich merke die ganze Zeit, dass da etwas fehlt (an Hintergrund, an Ausführung, an Erklärung), und die szenischen Sprünge sind sehr hart. Ich habe mir, nachdem ich durch war, die ganze Geschichte nochmal von meinem besten Ehemann erzählen lassen und steige jetzt besser durch. Aber es hätte eigentlich anders funktionieren müssen.
So muss ich leider sagen: Optisch toll und ansprechend, aber inhaltlich nicht gelungen für Nichtkenner. Werde ich nicht weitermachen und mich nunmehr rein auf den Film beschränken.
:bier:
Uschi
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