Gerade auf DVD/BluRay/Stream gesehen...

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Ming der Grausame
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Re: Gerade auf DVD gesehen

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame »

Thomas Wawerka hat geschrieben:
Ming der Grausame hat geschrieben:Es bietet so am Ende nur eine romantisierende und ziemlich dümmliche Bonnie-und-Clyde-Geschichte, in mondän-unpraktische High Heels.
Der Film hat mehr Kloppe einstecken müssen, als ich gut finde. Die Transformation Geld -> Zeit ist nicht nur naheliegend ("Zeit ist Geld"), sondern eine sehr starke, augenöffnende Metapher.
Gegen besagte Metapher hatte ich ja auch nichts. Aber die Ausgangssituation war, dass die Menschen durch eine gentechnische Manipulation zur Unsterblichkeit fähig wären, was ich schlicht für abstrus halte. Wie soll das Gehirn eine tausendjährige Lebenserwartung überhaupt verarbeiten können? Und wie soll man einer Gesellschaft all dies überhaupt schmackhaft machen? Nur aus Jugendwahn wird ganz sicher niemand einfach riskieren wollen, dass man urplötzlich tot umfällt. Faktisch ist es doch so, dass für das Gros der Gesellschaft besagte gentechnische Manipulation überhaupt keinen Vorteil bringt. Das Altern ist ferner entwicklungspsychologisch für das Menschsein wichtig. Ich kann diesbezüglich nur auf Ciceros Schrift Cato Maior de Senectute verweisen. Ich möchte ganz sicher nicht mehr so hormongesteuert wie damals™ sein.
Thomas Wawerka hat geschrieben:Sozialkritik mal nicht behäbig-geisteswissenschaftlich (wie ich das vermutlich machen würde), sondern cool und stylish.
Tut mir leid, aber Sozialkritik konnte ich da beim besten Willen nicht erkennen, bestenfalls eine diffuse Form des Revoluzzermystizismus.
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Knochenmann
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Re: Gerade auf DVD gesehen

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Im Fernehen gesehen:

Ich, Beide und sie

ein älterer Film mit Carry und der Zellweger (ich mag die Zellweger). Wie dem auch sei, auf dem Film hatte ich richtig lust... nur das Sat 1 da ganz schön mit der schere dann rumgeschnippelt hat. Wobei ich sagen muss: Respekt, technisch gut geschnitten, wenn man nicht wüsste das da mehr ist würde man so gar nicht drauf kommen und den Film nur für schlchter halten as er eigentlich ist.

Ich hatte mich eigendlich für unempfindlich gegen Herhunzungen, Schnitte und schlechte Übersetzungen gehalten, aber das hier was vermutlich doch der letzte Film den ich im FreeTV gesehen habe.

Was nichts kostet ist nichts wert!
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Thomas Wawerka
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Re: Gerade auf DVD gesehen

Ungelesener Beitrag von Thomas Wawerka »

Ming der Grausame hat geschrieben:Wie soll das Gehirn eine tausendjährige Lebenserwartung überhaupt verarbeiten können? Und wie soll man einer Gesellschaft all dies überhaupt schmackhaft machen?
Wie, wie, wie - wayne interessierts? Ist doch wurscht! Da müsstest du jeden phantastischen Film schlecht finden, SF, Horror, Fantasy, einfach alles, weil das "Wie" nie schlüssig zu erklären ist. Das Schöne an der Phantastik ist doch, dass man ein "gesetzt sei" als Vorzeichen vor den Roman/die KG/den Film stellen kann, ein Axiom aufstellen kann, um das Ergebnis zu untersuchen. Phantastik ist immer "als ob".
Zeit statt Geld zu nehmen führte bei diesem Film zu einer bemerkenswerten Verdichtung existenzieller Grundfragen. Mit Geldschulden lässt sich noch eine Weile umgehen, aber wenn die Zeit alle ist, ist sie alle und man ist tot. Auch die soziale Hierarchie ist viel ausgeprägter als in einer Gesellschaft auf finanzwirtschaftlicher Grundlage.
Verdichtung, Zuspitzung, was will man mehr? Gute Darsteller, einprägsame Bilder, ne überraschende Story (okay, die Story war nicht überraschend ... definitiv nicht, da wär wirklich viel mehr drin gewesen). Das Setting hat mir ebenfalls gut gefallen. Und ich wüsste nicht, was es an den Darstellern zu meckern gäbe.
Der enorme Druck wurde sehr sinnfällig vermittelt, das hat mir auch sehr gut gefallen. Nö, ich fand den Film klasse.
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Re: Gerade auf DVD gesehen

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame »

Nein, ich finde nur die abstrusen, unschlüssigen und inkohärenten phantastischen Filme schlecht, eben weil sie abstrus, unschlüssig und inkohärent sind. Und das die soziale Hierarchie in eine auf Zeit basierende Gesellschaft viel ausgeprägter als in eine auf kapitalistischen Grundlagen sein soll, halte ich für ein Gerücht, die von den soziologischen Untersuchungen bezüglich der Klassengliederung einer modernen kapitalistischen Gesellschaft nicht gedeckt werden. Nach dem US-amerikanischer Soziologe und Professor an der University of Wisconsin Erik Wright unterteilt sich z.B. eine moderne Gesellschaft in mindestens 12 Klassen. Und bereits die Unterschiede in der US-Gesellschaft sind nun wirklich eklatant.
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Re: Gerade auf DVD gesehen

Ungelesener Beitrag von Thomas Wawerka »

Ming der Grausame hat geschrieben:Nein, ich finde nur die abstrusen, unschlüssigen und inkohärenten phantastischen Filme schlecht, eben weil sie abstrus, unschlüssig und inkohärent sind. Und das die soziale Hierarchie in eine auf Zeit basierende Gesellschaft viel ausgeprägter als in eine auf kapitalistischen Grundlagen sein soll, halte ich für ein Gerücht, die von den soziologischen Untersuchungen bezüglich der Klassengliederung einer modernen kapitalistischen Gesellschaft nicht gedeckt werden. Nach dem US-amerikanischer Soziologe und Professor an der University of Wisconsin Erik Wright unterteilt sich z.B. eine moderne Gesellschaft in mindestens 12 Klassen. Und bereits die Unterschiede in der US-Gesellschaft sind nun wirklich eklatant.
Abstrus ist kein Mangel - abstruse Filme sind im Gegenteil die besten, weil sie einen Wahrnehmungsbruch erzeugen.
Unschlüssig und inkohärent war der Film nicht, weil er ja die durch die eigenen Prämissen geschaffenen Grenzen konsequent einhielt.
Wenn dir die Prämissen nicht gefallen, okay. Muss auch nicht. Geschmacksfrage.
Darüber hinaus sind beispielsweise Filme von David Lynch, Alejandro Jodorowski oder Jan Svankmajer durchweg abstrus, unschlüssig und inkohärent - und nicht trotz, sondern gerade deshalb großartige Kunstwerke. "In Time" ist damit natürlich gar nicht zu vergleichen ... ist aber auch gar nicht nötig. Er leistet eine drastischere Version der Wirklichkeit, er verdichtet und spitzt zu - das genügt vollkommen. (Und selbstverständlich ist die dargestellte Gesellschaft nicht antikapitalistisch, weil Zeit statt Geld der Tauschwert ist - sie ist durch und durch kapitalistisch, nur dass Geld durch eine viel stärker wirkende Metapher ersetzt wurde.)
Soziologie, Erik Wright, alles interessant und okay - aber was geht das einen phantastischen Film an? Hatte die SF früher Angst, in "Wie"-Fragen etwa nicht ernst genommen zu werden? Nee: Es wurde frei, selbstbewusst und hemdsärmelig drauflos fabuliert, eingedenk der Tatsache, dass Prämissen immer nur Prämissen sind und nichts anderes. Wir brauchen das, verstehst du? Wir brauchen diese Gedankenfreiheit, die sich nicht ängstlich an das Reale, Mögliche oder auch nur Wahrscheinliche klammert, sondern die einen tollkühnen, völlig irren Sprung wagt. Wir brauchen diesen Abstand zum Tatsächlichen. Nur durch diese Differenz zündet SF. Der Film mag bei vielen nicht gezündet haben ... ich gebe zu, auch bei mir kamen nicht mehr als ein paar verheißungsvolle Fünkchen auf. Aber das lag nicht an den Prämissen. Von den Prämissen her hat der Film aus meiner Sicht alles richtig gemacht. Keine beknackte Space Opera, sondern Konzentration auf gesellschaftliche und soziale Umwälzungen. Mit gehaltvollerem Drama/Plot wäre das SF, von der ich mir mehr wünschen würde!
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Re: Gerade auf DVD gesehen

Ungelesener Beitrag von Thomas Wawerka »

breitsameter hat geschrieben:
Thomas Wawerka hat geschrieben:Der Film hat mehr Kloppe einstecken müssen, als ich gut finde. Die Transformation Geld -> Zeit ist nicht nur naheliegend ("Zeit ist Geld"), sondern eine sehr starke, augenöffnende Metapher. Super Film! Sozialkritik mal nicht behäbig-geisteswissenschaftlich (wie ich das vermutlich machen würde), sondern cool und stylish.
Da möchte ich nicht zustimmen - und verweise auf meine Kritik zum Film und den entsprechenden Diskussionsthread hier:
http://www.sf-fan.de/filmkritik/filmkri ... -geld.html
http://forum.sf-fan.de/viewtopic.php?f=26&t=6123
Naja ... unter "Kritik" verstehe ich etwas anderes. Du hättest dir ja mal die Frage stellen können, ob der Film ABSICHTLICH nicht mehr will, als finanzielles Kapital in die Metapher "(Lebens-)Zeit" zu übersetzen. Und technologischer Fortschritt - mal ehrlich: das ist doch völlig rille. Hätten diverse Darstellungen desselben (die, wie wir alle wissen, schon nach einem Jahrzehnt oder gar weniger hoffnungslos veraltet und albern wirken) dem Film irgendeinen substanziellen Gewinn verschafft? - Und wie alt die Darsteller tatsächlich sind, ist doch nun wirklich total buggi.
Dass die Rolle Justin Timberlake nicht mehr abverlangt hat, ist ja nicht seine Schuld - er hat sie ausgefüllt. Das ist alles, was zählt.
Das einzige Argument, dem ich mich anschließen kann, ist die Kritik an der "Bonnie & Clyde"-Story. Die war wirklich vorhersehbar, billig und albern. Leider ein sehr gewichtiges Argument. Der Plot, das Drama, die Story oder Fabel - wie immer man es nennen will, es trägt in einer konventionellen Geschichte eben die Hauptlast ... nicht die Idee, nicht die Figuren, nicht das Setting. Da hat sich der Drehbuchautor nicht die Mühe gegeben, die nötig gewesen wäre - bzw. war der Regisseur mit weniger einverstanden, als dem Film gut tat.
Das finde ich sehr schade. Aber ich kann die Story mittlerweile auch mal nebenbei ablaufen lassen und einen Film würdigen, auch wenn er die Story in den Sand gesetzt hat.
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Re: Gerade auf DVD gesehen

Ungelesener Beitrag von Thomas Wawerka »

Nee, ich muss jetzt nochmals eine Lanze für den Film brechen und sagen: Ich halte es geradezu für eine Tugend, dass er in Fragen des technologischen Fortschritts sich auf ein einziges Merkmal konzentriert hat. Die Zukunft ist an sich nur eine Metapher, und es kommt darauf an, was man aus ihr macht. Besser kann ich es um diese Uhrzeit nicht mehr ausrücken ...
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Re: Gerade auf DVD gesehen

Ungelesener Beitrag von Bungle »

Thomas Wawerka hat geschrieben: Soziologie, Erik Wright, alles interessant und okay - aber was geht das einen phantastischen Film an? Hatte die SF früher Angst, in "Wie"-Fragen etwa nicht ernst genommen zu werden? Nee: Es wurde frei, selbstbewusst und hemdsärmelig drauflos fabuliert, eingedenk der Tatsache, dass Prämissen immer nur Prämissen sind und nichts anderes. Wir brauchen das, verstehst du? Wir brauchen diese Gedankenfreiheit, die sich nicht ängstlich an das Reale, Mögliche oder auch nur Wahrscheinliche klammert, sondern die einen tollkühnen, völlig irren Sprung wagt. Wir brauchen diesen Abstand zum Tatsächlichen. Nur durch diese Differenz zündet SF.
:prima: Das werde ich in meinen Zitatenschatz aufnehmen. :)

MB
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Re: Gerade auf DVD gesehen

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame »

Thomas Wawerka hat geschrieben:
Ming der Grausame hat geschrieben:Nein, ich finde nur die abstrusen, unschlüssigen und inkohärenten phantastischen Filme schlecht, eben weil sie abstrus, unschlüssig und inkohärent sind. Und das die soziale Hierarchie in eine auf Zeit basierende Gesellschaft viel ausgeprägter als in eine auf kapitalistischen Grundlagen sein soll, halte ich für ein Gerücht, die von den soziologischen Untersuchungen bezüglich der Klassengliederung einer modernen kapitalistischen Gesellschaft nicht gedeckt werden. Nach dem US-amerikanischer Soziologe und Professor an der University of Wisconsin Erik Wright unterteilt sich z.B. eine moderne Gesellschaft in mindestens 12 Klassen. Und bereits die Unterschiede in der US-Gesellschaft sind nun wirklich eklatant.
Abstrus ist kein Mangel - abstruse Filme sind im Gegenteil die besten, weil sie einen Wahrnehmungsbruch erzeugen.
Dieser Film erzeugt aber überhaupt keinen Wahrnehmungsbruch.
Thomas Wawerka hat geschrieben:Unschlüssig und inkohärent war der Film nicht, weil er ja die durch die eigenen Prämissen geschaffenen Grenzen konsequent einhielt.
Aber selbstverständlich ist es unschlüssig und inkohärent. Eben weil bereits die Prämisse eine einzige logische Äquivokation war, wodurch alles Weitere ebenfalls zu einer Äquivokation wurde. Oder willst du etwa jetzt auch noch die Prinzipien der Logik außer Kraft setzen, nur um ein höchst mediokren Film zu verteidigen? Die schnöde Prämisse war bereits ein Griff ins Klo und das Andrew Niccol auch ganz anders kann, hat er mit Gattaca bewiesen, wo er ebenfalls für Regie und Drehbuch verantwortlich war.
Thomas Wawerka hat geschrieben:Darüber hinaus sind beispielsweise Filme von David Lynch, Alejandro Jodorowski oder Jan Svankmajer durchweg abstrus, unschlüssig und inkohärent - und nicht trotz, sondern gerade deshalb großartige Kunstwerke. "In Time" ist damit natürlich gar nicht zu vergleichen ...
Nein, kann man wirklich nicht. Dieser Film hat es ja nicht einmal verdient in einen Zug mit David Lynch, Alejandro Jodorowski oder Jan Svankmajer erwähnt zu werden.
Thomas Wawerka hat geschrieben:Wir brauchen das, verstehst du? Wir brauchen diese Gedankenfreiheit, die sich nicht ängstlich an das Reale, Mögliche oder auch nur Wahrscheinliche klammert, sondern die einen tollkühnen, völlig irren Sprung wagt.
Dieser Film wagt aber rein gar nichts. Es zeugt nur davon, dass die Kulturindustrie noch ein vielversprechender Regisseur innerhalb eines Jahrzehnts verschließen hat. Lord of War aus dem Jahr 2005 war noch engagiert, zynisch und ernüchternd. Dieser Film ist dagegen nur ein durchschnittliches Unterhaltungsfilmchen – pures Mittelmaß.
Thomas Wawerka hat geschrieben:Dass die Rolle Justin Timberlake nicht mehr abverlangt hat, ist ja nicht seine Schuld
Dass es zwischen Justin Timberlake und Amanda Seyfried auf der Leinwand aber so rein gar nicht funkt, aber schon. Gute Schauspieler können so etwas überspielen, schlechte eben nicht.
Thomas Wawerka hat geschrieben:Der Plot, das Drama, die Story oder Fabel - wie immer man es nennen will, es trägt in einer konventionellen Geschichte eben die Hauptlast ... nicht die Idee, nicht die Figuren, nicht das Setting.
Richtig und im Film wird immer wieder erwähnt, dass durch die dümmliche Bonnie-und-Clyde-Vorgehensweise ein gesellschaftlicher Wirtschaftskreislaufzusammenbruch droht aber mehr auch nicht. Hätte er jedoch die Tragweite eingehender thematisiert, wäre aber der gesamte Revoluzzermystizismus in sich zusammengebrochen. Wer nur etwas Ahnung bezüglich wirtschaftliche Zusammenhänge hat, weiß wie unglaublich dämlich und naiv deren Vorgehensweise war. Die Folgen eines Wirtschaftszusammenbruches müssen immer die schwächsten der Gesellschaft tragen – immer und überall. Sie haben exakt denen, denen sie vermeintlich helfen wollten, lediglich einen Bärendienst geleistet. Die Minute-Men haben nicht umsonst darauf aufmerksam gemacht, dass das System nichts gegen sie unternimmt, eben weil sie zum Erhalt des Zeitsystems nötig sind. Aber all diese wesentlichen Punkte wurden nur stiefmütterlich behandelt. Eben um eine diffuse Form des Revoluzzermystizismus zu frönen.

@ Hüter des Paradiestores und Anführer der Foren-internen Heerscharen, kurz Chefe mit dem lustigen Hut genannt: Ich bin der Meinung, dass die gesamte Diskussion ab Beitrag 931 (abzüglich 934) ruhig in den Diskussionsthread zum Film ausgelagert werden kann.
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Re: Gerade auf DVD gesehen

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame »

Appaloosa

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Der US-amerikanischer Spätwestern aus dem Jahr 2008 von Ed Harris basiert auf den gleichnamigen Roman von Robert B. Parker. Die Dialoge sind meist sehr einnehmend und verleihen den Charakteren deutlich mehr Tiefe als beim traditionellen Western. Meiner Meinung nach eine durchaus gelungene Neuinterpretation eines klassischen Genres, das allerdings mit Erbarmungslos von Clint Eastwood bei weitem nicht mithalten kann.

Ichi – Die blinde Schwertkämpferin

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Der japanische Chambara-Film von Fumihiko Sori aus dem Jahr 2008 ist ebenfalls eine Neuinterpretation des Jidai-geki Zatoichi – Der blinde Samurai von Takeshi Kitano. Allerdings erreicht dieser Franchise nie die Virtuosität des Originals, selbst die Kampfszenen überzeugten nicht wirklich und die Geschichte um den traumatisierten Samurai Toma fand ich völlig daneben. Das Ganze changiert einfach zu sehr zwischen Romantik, Humor und Tragik hin und her.
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Uschi Zietsch
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Re: Gerade auf DVD gesehen

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Die drei Musketiere

oder wie auch immer der heißt, dieses neue Luftschiffteil. Was für ein saudummer Film.
:bier:
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Thomas Wawerka
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Re: Gerade auf DVD gesehen

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Ming der Grausame hat geschrieben:Dieser Film wagt aber rein gar nichts. Es zeugt nur davon, dass die Kulturindustrie noch ein vielversprechender Regisseur innerhalb eines Jahrzehnts verschließen hat. Lord of War aus dem Jahr 2005 war noch engagiert, zynisch und ernüchternd. Dieser Film ist dagegen nur ein durchschnittliches Unterhaltungsfilmchen – pures Mittelmaß.
Hmmmja ... ein durchaus verständlicher Einwand. Darauf würde ich erwidern: Hey, es sollte nur ein Unterhaltungsfilm sein, nicht mehr und auch nicht weniger. Wenn er darüber hinaus ein bisschen zum Nachdenken anregt, hat er schon mehr geleistet als (gefühlte) 90 % der Unterhaltungsfilme. "Lord of War" war großartig. "Gattaca" war ziemlich gut. "In Time" kann weder mit diesen Filmen noch mit denen der Götter des Cinemaolymps mithalten. Aber nochmals: Muss er ja auch nicht. Er muss auch keinen Wahrnehmungsbruch erzeugen. Was an Substanz da war, genügt für einen Film, der hauptsächlich unterhalten will.
Wieso hat es denn zwischen Justin Timberlake und Amanda Seyfried nicht "gefunkt"? Das haste doch bloß im Internet gelesen, das ist doch nur so'ne ixbeliebige Meinungsäußerung. Ich fand es glaubwürdig genug.
Ming, du vertrittst meinem Eindruck nach eine Art "korrekte Phantastik", die ich nicht nachvollziehen kann. M.M. nach ist es das Genre, das den größten Freiraum bietet - auch dort, wo dir der Freiraum nicht gefällt ... auch dort, wo er mir nicht gefällt. Aber Freiheit ist allemal wichtiger alsd Korrektheit.
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Re: Gerade auf DVD gesehen

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Buried - Lebend begraben

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Der spanischer Thriller von Rodrigo Cortés aus dem Filmjahr 2010 ist ein begeisterndes und höchst nervenaufreibendes klaustrophobisches Erlebnis. Mit nur einem einzigen Darsteller in nur 17 Tagen an nur eine Location gedreht funktioniert es in erster Linie als ein introspektiver Erfahrungsraum, um schon durch die rein physische Begrenzung uns die existentielle Not des Protagonisten in seinem verzweifelten Wettlauf gegen die Zeit nahezubringen.

Insider

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Der US-amerikanischer Politthriller von Michael Mann aus dem Jahr 1999 handelt von einer wahren Begebenheit, die eine ernüchternde Anhäufung von Korruption, Mut, Feigheit und den teilweise katastrophalen Folgen für die Wahrheit beleuchtet. Der erbitterte Kampf eines Mannes allein gegen die US-Tabakindustrie ist mit hervorragenden Charakterdarstellern inszeniert. Ein sehr charaktervoller, temporeicher und extrem einnehmender Film.
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Re: Gerade auf DVD gesehen

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Thomas Wawerka hat geschrieben:
Ming der Grausame hat geschrieben:Dieser Film wagt aber rein gar nichts. Es zeugt nur davon, dass die Kulturindustrie noch ein vielversprechender Regisseur innerhalb eines Jahrzehnts verschließen hat. Lord of War aus dem Jahr 2005 war noch engagiert, zynisch und ernüchternd. Dieser Film ist dagegen nur ein durchschnittliches Unterhaltungsfilmchen – pures Mittelmaß.
Hmmmja ... ein durchaus verständlicher Einwand. Darauf würde ich erwidern: Hey, es sollte nur ein Unterhaltungsfilm sein, nicht mehr und auch nicht weniger. Wenn er darüber hinaus ein bisschen zum Nachdenken anregt, hat er schon mehr geleistet als (gefühlte) 90 % der Unterhaltungsfilme.
Worauf ich erwidern würde: Hey, du kannst nicht wissen, was Andrew Niccol vorhatte. Fakt ist jedoch, dass Gattaca und Lord of War sehr engagierte Filme waren. Zu S1m0ne kann ich nicht viel sagen, weil ich es noch nicht gesehen habe. Ansonsten hat er auch noch das Drehbuch zu Die Truman Show und Terminal geschrieben. In Time ist also tatsächlich eine höchst unrühmliche Ausnahme.
Thomas Wawerka hat geschrieben:"Lord of War" war großartig. "Gattaca" war ziemlich gut. "In Time" kann weder mit diesen Filmen noch mit denen der Götter des Cinemaolymps mithalten. Aber nochmals: Muss er ja auch nicht. Er muss auch keinen Wahrnehmungsbruch erzeugen. Was an Substanz da war, genügt für einen Film, der hauptsächlich unterhalten will.
Ich denke eher nicht. Der Film hat bei der Produktion 40 Millionen US-Dollar verbraucht, spielte jedoch in den Vereinigte Staaten von Amerika nur schlappe 37,5 Millionen US-Dollar ein. Nur weil der Film weltweit 172 Millionen US-Dollar einspielte, wurde es kein Flop. Offensicht war eben doch nicht genug Substanz da.
Thomas Wawerka hat geschrieben:Wieso hat es denn zwischen Justin Timberlake und Amanda Seyfried nicht "gefunkt"? Das haste doch bloß im Internet gelesen, das ist doch nur so'ne ixbeliebige Meinungsäußerung. Ich fand es glaubwürdig genug.
Kann schon sein, dass ich Ähnliches im Netz der Netze gelesen habe. Nebenan im SF-Netzwerk sind zumindest definitiv vergleichbare Formulierungen gefallen. Die Leistung von Justin Timberlake war gerade noch hinnehmbar, Amanda Seyfried jedoch war meiner Meinung nach so glaubwürdig wie Gartenzucht mit Plastikblumen.
Thomas Wawerka hat geschrieben:Ming, du vertrittst meinem Eindruck nach eine Art "korrekte Phantastik", die ich nicht nachvollziehen kann. M.M. nach ist es das Genre, das den größten Freiraum bietet - auch dort, wo dir der Freiraum nicht gefällt ... auch dort, wo er mir nicht gefällt. Aber Freiheit ist allemal wichtiger alsd Korrektheit.
Nein. Ich fälle lediglich ein ästhetisches Urteil. Ästhetische Interpretationen mögen zwar subjektiv sein, wird diese Ansicht jedoch intersubjektiv geteilt, kann man getrost von einer hinreichenden Evidenz sprechen.
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deval
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Re: Gerade auf DVD gesehen

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Das A-Team

Hat ja lange gedauert bis ich mir den Film angeschaut habe. Aber, seit meine Tochter sich ein
Samsung Galaxy gekauft hat, nehme ich das immer mit ins Fitnesscenter. Und da kann ich mir
dann ganz bequem und in aller Ruhe einen Film anschauen. Und letzte Woche war es Das A-Team.

Die Serie selber hatte ich anfangs ganz gerne geschaut, hat dann aber doch nachgelassen. So kam
es, dass der Film dann längere Zeit bei mir rumlag. Jetzt, nachdem ich ihn kenne, empfinde ich das
als schweres Versäumnis, denn der Film war einfach nur klasse. Popcornkino und Action pur. Unlo-
gisch und haarsträubend bis zum geht-nicht-mehr, aber einfach tolle Unterhaltung. Ausgerechnet die
Person, die ich am wenigsten mochte, "Faceman" Peck, läuft zur Höchstform auf. Der Schauspieler
Bradley Cooper hat so eine tolle Art zu lachen oder sich zu amüsieren, da musste ich jedesmal mit-
schmunzeln. Auch die restliche Besetzung war gut getroffen, ich hoffe mal, das es noch weitere Filme
geben wird.

:prima:
"Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg."
Psalm 119, 105


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