Fragen zu: Jay Lake - Die Räder der Welt
- Thomas Wawerka
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Re: Fragen zu: Jay Lake - Die Räder der Welt
Klar, die Zähne müssten eine exakte Größe haben! Das kann man bestimmt irgendwie ausrechnen. Ich glaub, im Buch steht irgendwo, sie sind ungefähr zwei Meilen hoch ...
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Svenja Flaßpöhler
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Re: Fragen zu: Jay Lake - Die Räder der Welt
Danke für die Antworten auf von mir doch eher halb-rhetorisch gemeinten Fragen. Schön, das sich der Autor so tief in sein Uhrwerk-System eingedacht hat. Schade, das die eigentliche Handlung dem Entwurf so sehr nachsteht... Das ist mir auch schon begegnet. Man liest sich mit schwindender Begeisterung durch ein Buch, dessen Klappentext viel mehr versprach, als der Inhalt dann halten kann. Zumindest ist das kein neues Phänomen - das habe ich mit sogenannten Klassikern des Golden Age auch schon erlebt.
Trilogien lese ich erst, wenn sie komplett erschienen sind und mich die Rezensionen überzeugt haben. Ergo: Die Räder der Welt steht jetzt zwar auf meinem Merkzettel - aber bis es vollständig erschienen ist, bleibt's erst mal beim Merkzettel.
Da steht inzwischen ne Menge, dank der diversen Threads im Forum
Bis ich das abgearbeitet habe, vergehen Monate, wenn nicht gar Jahre...
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Roy Batty in Blade Runner
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- Thomas Wawerka
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Re: Fragen zu: Jay Lake - Die Räder der Welt
Man ist jetzt am südpolaren Ende der Erdachse angekommen, deren durch Federn induzierte Drehung die Erde auf ihrem Umlaufkranz vorantreibt ... und begibt sich tief hinab ins Innere der Erde.
Irrlehren sonderlichster Art werden durch dieses Buch verbreitet, es gehört von der Inquisition verboten oder vom Mob verbrannt! Wo doch jeder weiß, dass der Mittelpunkt der Erde in Pausa in meiner schönen Heimat, dem Vogtlande, liegt, woselbst sich auch die ortsansässige Erdachsen-Deckelscharnier-Schmiernippel-Kommission hingebungsvoll und treu um die reibungslose Rotation der Erdachse kümmert und dieselbe ölt und pflegt:
http://www.google.com/imgres?hl=de&sa=X ... 0,s:0,i:72
Lest deshalb nicht Jay Lakes verräterisches Machwerk! (Hoffentlich hängt er mir jetzt keine Klage an ...
)
Irrlehren sonderlichster Art werden durch dieses Buch verbreitet, es gehört von der Inquisition verboten oder vom Mob verbrannt! Wo doch jeder weiß, dass der Mittelpunkt der Erde in Pausa in meiner schönen Heimat, dem Vogtlande, liegt, woselbst sich auch die ortsansässige Erdachsen-Deckelscharnier-Schmiernippel-Kommission hingebungsvoll und treu um die reibungslose Rotation der Erdachse kümmert und dieselbe ölt und pflegt:
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Lest deshalb nicht Jay Lakes verräterisches Machwerk! (Hoffentlich hängt er mir jetzt keine Klage an ...
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Re: Fragen zu: Jay Lake - Die Räder der Welt
Endlich weiß ich, wer dafür verantwortlich ist, dass vor kurzem durch die Verlangsamung der Erddrehung wieder einmal ein Tag 86401 statt 86400 Sekunden hatte, was dazu führte, dass mein Wecker eine Sekunde zu früh abging und mein Zeitgefühl völlig durcheinander geriet.Thomas Wawerka hat geschrieben:Man ist jetzt am südpolaren Ende der Erdachse angekommen, deren durch Federn induzierte Drehung die Erde auf ihrem Umlaufkranz vorantreibt ... und begibt sich tief hinab ins Innere der Erde.
Irrlehren sonderlichster Art werden durch dieses Buch verbreitet, es gehört von der Inquisition verboten oder vom Mob verbrannt! Wo doch jeder weiß, dass der Mittelpunkt der Erde in Pausa in meiner schönen Heimat, dem Vogtlande, liegt, woselbst sich auch die ortsansässige Erdachsen-Deckelscharnier-Schmiernippel-Kommission hingebungsvoll und treu um die reibungslose Rotation der Erdachse kümmert und dieselbe ölt und pflegt:
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Lest deshalb nicht Jay Lakes verräterisches Machwerk! (Hoffentlich hängt er mir jetzt keine Klage an ...)
http://derstandard.at/1339639506115/Aus ... ervern-aus
Vielleicht sollte ich einmal persönlich mit dem Ölkännchen in Pausa aufkreuzen - auf die Gefahr hin, mir dort nicht unbedingt Freunde zu machen.
Das Fliegen wird erst möglich, wenn zuvor vom Fliegen geträumt wurde. (Stanislaw Lem)
https://schatzdorfer-graz.at/Gernot
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Re: Fragen zu: Jay Lake - Die Räder der Welt
Pausa!? Kein Wunder. Der Name sagt doch schon alles. Dort macht man gerne mal eine Pause.Gernot hat geschrieben:Endlich weiß ich, wer dafür verantwortlich ist, dass vor kurzem durch die Verlangsamung der Erddrehung wieder einmal ein Tag 86401 statt 86400 Sekunden hatte, was dazu führte, dass mein Wecker eine Sekunde zu früh abging und mein Zeitgefühl völlig durcheinander geriet.Thomas Wawerka hat geschrieben:Man ist jetzt am südpolaren Ende der Erdachse angekommen, deren durch Federn induzierte Drehung die Erde auf ihrem Umlaufkranz vorantreibt ... und begibt sich tief hinab ins Innere der Erde.
rrlehren sonderlichster Art werden durch dieses Buch verbreitet, es gehört von der Inquisition verboten oder vom Mob verbrannt! Wo doch jeder weiß, dass der Mittelpunkt der Erde in Pausa in meiner schönen Heimat, dem Vogtlande, liegt, woselbst sich auch die ortsansässige Erdachsen-Deckelscharnier-Schmiernippel-Kommission hingebungsvoll und treu um die reibungslose Rotation der Erdachse kümmert und dieselbe ölt und pflegt:![]()
Vielleicht sollte ich einmal persönlich mit dem Ölkännchen in Pausa aufkreuzen - auf die Gefahr hin, mir dort nicht unbedingt Freunde zu machen.
MB
- Thomas Wawerka
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Re: Fragen zu: Jay Lake - Die Räder der Welt
Fertig mit dem Buch - o-keeee ...
... was sollen wir nun hierzu sagen?!
Jay Lake schafft es nicht, die eher schlichte Handlung und vor allem seine vielen Andeutungen, Implikationen und Hinweise mit einem kohärenten Ende abzuschließen. Aber das ist nicht unbedingt ein Nachteil. Kohärente Enden haben wir ja anderswo genug ... Es ist kein Nachteil, wenn ein Autor dafür etwas anderes zu bieten hat. Und bei Jay Lake scheint zumindest etwas anderes auf.
Die Geschichte wird immer verrückter und verworrener, ich konnte die einzelnen Elemente nicht mehr auseinanderhalten und schon gar nicht, was sie bedeuten. Es war nicht mal mehr klar, wer auf welcher Seite steht - bzw. welche Seiten es überhaupt gibt. Ist beispielsweise William of Ghent ein Hexenmeister, eine Maschine, der unsterbliche Wächter der Erdfeder, ein Feind oder ein Freund Hethors? Auf jeden Fall ist er eine faszinierende, schillernde Figur, und der Showdown zwischen Hethor und ihm ist zum Teil brachialer Kampf, zum Teil magische Verwandlung. Der Ort dieses Kampfs, nämlich die Erdfeder, die Hethor endlich erreicht, und der "Schlüssel der Bedrohung", auf dessen Suche der Engel Gabriel Hethor geschickt hat und mit der er die Erdfeder aufziehen soll (wie der "Messing-Christus" es dereinst getan hat), spielen dabei kaum noch eine Rolle. Was viel mehr eine Rolle spielt ist das Verständnis Gottes, der Natur der Welt und auch des Menschen. Darum findet der eigentliche Kampf statt - und er wird nicht entschieden.
Zwischendurch findet sich Hethor plötzlich auf dem Mond wieder - eine kurze, vollkommen überflüssige Szene, mit nur wenigen Strichen hingemalt, aber eine wunderschöne Vignette (natürlich ist das nicht unser Mond). Wie er dahin kam - was er dort soll - egal. An solchen Stellen merkt man, dass Lake ein stark visuell orientierter Autor ist. Eine Passage habe ich mir fett angestrichen, so gut hat sie mir gefallen ... bzw. hat sie mir etwas aufgeschlossen. Eine andere Art des Schreibens vielleicht. Weiß nicht, mal sehen.
Zum Schluss geht alles durcheinander, es kommt nicht nur ein deus ex machina, sie kommen quasi zu dutzenden. Hat mich stark an das - in meinen Augen vergurkte - Ende von Matrix erinnert (1. Teil - die anderen sind für mich inexistent). Hethor bekommt die göttliche Begabung verliehen, den "Code" des mechanischen Universums zu sehen, (sein "heiliger Blick"), zu hören, zu empfinden: "Zahnräder in Zahnrädern". Mit dieser Hilfe erweckt er seine Geliebte Arellya wieder zum Leben (nee, das ist keine Meerjungfrau, sondern eine Art Australopithecus-Frau ... und die Liebes- und Sexszenen ... naja, sie mussten halt auch irgendwo unterkommen).
Zusammenfassend würde ich sagen: Lakes Stärken liegen im Visuellen und in der Kombination von Plotelementen, Hinweisen und Lesererwartungen zu etwas Anderem, Verwirrendem, Aus-dem-Rahmen-Fallendem. Wenn er das stärken würde und dafür darauf verzichten würde, einen Plot nach den Regeln des Genres zu konstruieren (was ihn offensichtlich selber langweilt), wenn er seine Story nicht künstlich in die Länge ziehen würde, sondern sie laufen lassen würde, wie es ihr entspricht (was allemal schwieriger ist), und wenn er vor allem seinen Visionen mehr vertrauen würde - dann könnte das ein origineller Autor sein, den es lohnt, im Blick zu behalten. Aber für diesen ersten Band (wenn ich recht überblicke der dritte Roman, den er geschrieben hat) braucht man schon noch eine ordentliche Portion Wohlwollen.
Tante Wiki zeigt an, dass Lake ein extrem produktiver Autor ist. Ob dabei mehr rauskommt als fader Durchschnittsbrei mit außergewöhnlicher Salatgarnitur? Wir werden sehen ...
... was sollen wir nun hierzu sagen?!
Jay Lake schafft es nicht, die eher schlichte Handlung und vor allem seine vielen Andeutungen, Implikationen und Hinweise mit einem kohärenten Ende abzuschließen. Aber das ist nicht unbedingt ein Nachteil. Kohärente Enden haben wir ja anderswo genug ... Es ist kein Nachteil, wenn ein Autor dafür etwas anderes zu bieten hat. Und bei Jay Lake scheint zumindest etwas anderes auf.
Die Geschichte wird immer verrückter und verworrener, ich konnte die einzelnen Elemente nicht mehr auseinanderhalten und schon gar nicht, was sie bedeuten. Es war nicht mal mehr klar, wer auf welcher Seite steht - bzw. welche Seiten es überhaupt gibt. Ist beispielsweise William of Ghent ein Hexenmeister, eine Maschine, der unsterbliche Wächter der Erdfeder, ein Feind oder ein Freund Hethors? Auf jeden Fall ist er eine faszinierende, schillernde Figur, und der Showdown zwischen Hethor und ihm ist zum Teil brachialer Kampf, zum Teil magische Verwandlung. Der Ort dieses Kampfs, nämlich die Erdfeder, die Hethor endlich erreicht, und der "Schlüssel der Bedrohung", auf dessen Suche der Engel Gabriel Hethor geschickt hat und mit der er die Erdfeder aufziehen soll (wie der "Messing-Christus" es dereinst getan hat), spielen dabei kaum noch eine Rolle. Was viel mehr eine Rolle spielt ist das Verständnis Gottes, der Natur der Welt und auch des Menschen. Darum findet der eigentliche Kampf statt - und er wird nicht entschieden.
Zwischendurch findet sich Hethor plötzlich auf dem Mond wieder - eine kurze, vollkommen überflüssige Szene, mit nur wenigen Strichen hingemalt, aber eine wunderschöne Vignette (natürlich ist das nicht unser Mond). Wie er dahin kam - was er dort soll - egal. An solchen Stellen merkt man, dass Lake ein stark visuell orientierter Autor ist. Eine Passage habe ich mir fett angestrichen, so gut hat sie mir gefallen ... bzw. hat sie mir etwas aufgeschlossen. Eine andere Art des Schreibens vielleicht. Weiß nicht, mal sehen.
Zum Schluss geht alles durcheinander, es kommt nicht nur ein deus ex machina, sie kommen quasi zu dutzenden. Hat mich stark an das - in meinen Augen vergurkte - Ende von Matrix erinnert (1. Teil - die anderen sind für mich inexistent). Hethor bekommt die göttliche Begabung verliehen, den "Code" des mechanischen Universums zu sehen, (sein "heiliger Blick"), zu hören, zu empfinden: "Zahnräder in Zahnrädern". Mit dieser Hilfe erweckt er seine Geliebte Arellya wieder zum Leben (nee, das ist keine Meerjungfrau, sondern eine Art Australopithecus-Frau ... und die Liebes- und Sexszenen ... naja, sie mussten halt auch irgendwo unterkommen).
Zusammenfassend würde ich sagen: Lakes Stärken liegen im Visuellen und in der Kombination von Plotelementen, Hinweisen und Lesererwartungen zu etwas Anderem, Verwirrendem, Aus-dem-Rahmen-Fallendem. Wenn er das stärken würde und dafür darauf verzichten würde, einen Plot nach den Regeln des Genres zu konstruieren (was ihn offensichtlich selber langweilt), wenn er seine Story nicht künstlich in die Länge ziehen würde, sondern sie laufen lassen würde, wie es ihr entspricht (was allemal schwieriger ist), und wenn er vor allem seinen Visionen mehr vertrauen würde - dann könnte das ein origineller Autor sein, den es lohnt, im Blick zu behalten. Aber für diesen ersten Band (wenn ich recht überblicke der dritte Roman, den er geschrieben hat) braucht man schon noch eine ordentliche Portion Wohlwollen.
Tante Wiki zeigt an, dass Lake ein extrem produktiver Autor ist. Ob dabei mehr rauskommt als fader Durchschnittsbrei mit außergewöhnlicher Salatgarnitur? Wir werden sehen ...
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