[film] The Dark Knight Rises

Benutzeravatar
Oliver
SMOF
SMOF
Beiträge: 1782
Registriert: 18. Januar 2003 18:29
Bundesland: Niedersachsen
Land: Deutschland

Re: [film] The Dark Knight Rises

Ungelesener Beitrag von Oliver »

Gestern jetzt gesehen. Durchaus ein würdiger Abschluss mit vielen großartigen Momenten, einer exzellenten Besetzung (insbesondere Anne Hathaway als Catwoman ist eine kleine Sensation), und in einem Digitalkino ist Hans Zimmers Score eine Wucht. Wegen einiger Schwächen reicht es bei mir aber nur für den drittbesten Teil der Trilogie: Der erzählerische Vollständigkeitswahn mit diversen Erklär-Rückblenden und die Geschwätzigkeit dicken die Laufzeit unnötig an, gleichzeitig wirken einige Handlungsstränge und Charaktere trotz zweidreiviertel Stunden unterentwickelt. Ferner nervt es, dass der Film sich nicht entscheiden will, ob er seinen Oktoberrevolutionspathos in Bild und Dialog als Menetekel oder als wünschenswert darstellt. Noch knapp 8 Punkte (bei „Batman Begins“ war ich bei knappen 9/10, bei „The Dark Knight“ locker bei guten 10/10 Punkten).
Benutzeravatar
breitsameter
Ghu
Ghu
Beiträge: 12511
Registriert: 25. Dezember 2001 00:00
Bundesland: Bayern
Land: Deutschland
Liest zur Zeit: »Carl's Doomsday Scenario: Dungeon Crawler Carl 2« von Matt Dinniman
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Re: [film] The Dark Knight Rises

Ungelesener Beitrag von breitsameter »

Oliver hat geschrieben:Noch knapp 8 Punkte (bei „Batman Begins“ war ich bei knappen 9/10, bei „The Dark Knight“ locker bei guten 10/10 Punkten).
Ich habe den Film noch vor mir, bin aber verwundert, dass bei Euch allen »Batman Begins« so gut abschneidet - den fand ich damals äußerst chaotisch und unbefriedigend (besonders weil Christian Bale nicht gerad ein grandioser Schauspieler ist - aber gerade in »Batman Begins« kein starker Gegner vorhanden war). Aber mal sehen, wie TDKR gefällt. Olaf, wie sieht's aus, wann geht's ins Kino? :beanie:
Täglich geht die Sonne auf,
täglich weicht die Nacht Dem Licht.
Alles siehst du irgendwann wieder,
nur verliehene Bücher nicht.
Benutzeravatar
Bully
SMOF
SMOF
Beiträge: 4790
Registriert: 8. Dezember 2007 17:24
Bundesland: NRW
Land: Deutschland
Wohnort: Münzenberg
Kontaktdaten:

Re: [film] The Dark Knight Rises

Ungelesener Beitrag von Bully »

Inzwischen war ich drin, und Seline "keiner nennt sie Catwoman" Kyle und Bane waren als Schurken eine würdige Nachfolge des Jokers und Twoface.
Aber Teil 2 fand ich trotzdem deutlich besser.
Einmal wegen so Niggeligkeiten, dass weder Catwoman noch Bane, beide mit einer eigenen Agenda ausgestattet, sich nicht über einen Superreichen lustig machen, der Verbrechen bekämpft. Je mehr man hat, desto mehr fürchtet man Diebe.
Zum anderen, dass mich die zweite Hälfte nicht so richtig überzeugt. Nach acht Jahren voll Law&Order, die begannen, als ein eher unorganisierter Verbrecher Gothamer Bauwerke und Fähren mit Bomben verminte, sollten die Sicherheitsvorkehrungen strenger sein. Siehe ähnliche Vorgänge in der realen Welt.
Und der Zeitablauf ist, selbst, wenn man das Szenario noch halbwegs akzeptiert, plotdriven.
Bane gelingt es, Gotham-City als Geisel zu nehmen. Monatelang. Im Ernst? Wo kriegen die Essen und Treibstoff her? Abwürfe von Hubschraubern aus? Warum versucht keiner von denen in der Stradt, die wissen, dass die Bombe eh hochgeht, (und sogar recht genau, wann), dieses doch recht wichtige Wissen nach draußen zu verbreiten? Mit Festnetz, Handys, Taschenlampenmorsen, Amateurfunk, Rauchsignalen, Flaggenalfabet, Brieftauben oder Flaschenpost? Was hält die USA, berühmt für ihre recht chrirurgischen Kommandounternehmen, davon ab, innerhalb von 24 Stunden Leute zum Erkunden eingeschmuggelt zu haben? Die hätten genug Personal, um auch drei Panzer-LKWs zugleich zu überfallen. Dagegen spräche, dass ein hinreichend motivierter Terrorist immer bei der Bombe sein könnte, der diese direkt zündet, aber offenbar war das nicht der Fall. Selbst, als die Fernbedienung nicht funzt, entscheidet sich T., einfach die restlichen Minuten durch die Gegend zu fahren, anstatt in den Laderaum zu gehen, um entweder zu sehen, was die Fernbedienung blockiert, oder einfach die Bombe direkt zu zünden. Aber nein, man musste ein paar Monate mit Anarchie verbringen, um Batmans letztes Stück Charakterentwicklung glaubwürdig zu machen.
Und wenn man erstmal am niggeln ist, aus welchem Material besteht Gordon? Flachstahl schonmal nicht, dafür hat der Charakter zu viel Tiefe.
Und was die Glaubwürdigkeit betrifft - Leute fallen vom Glauben ab, weil ein Verbrecher eine Rede vorliest, die angeblich von einem Polizisten stammt, und einen toten Staatsanwalt belastet. Hmmm.
Derselbe Verbrecher hat einen
vorgeblichen Atomphysiker dazu gebracht zu behaupten, etwas sei eine Atombombe, und danach erschossen. Davon abgesehen, dass der Physiker angeblich schon tot war.Irgendwer würde das für einen Bluff halten, und versuchen zu fliehen.
Anderswo known as Yart Fulgen
Benutzeravatar
Uschi Zietsch
TBGDOFE
TBGDOFE
Beiträge: 20956
Registriert: 13. März 2004 18:09
Land: Deutschland
Wohnort: Das romantische (Unter-)Allgäu
Kontaktdaten:

Re: [film] The Dark Knight Rises

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Ich komme gerade aus dem Film, und nach all meinem Genöle vorher kann ich nur sagen: die Trailer waren großer Mist. Anne Hathaway macht ihre Sache tatsächlich großartig.

EIn ganz toller Film, der mir am besten von den dreien gefällt, der mir abgesehen von der Zwangspause :kanone: keine Sekunde zu lange gedauert hat, den ich unglaublich eindringlich und spannend fand und der die volle Punktzahl bekommt. Ein würdiger Abschluss der Trilogie und ein hervorragendes Ende, so wie ich es mir gewünscht und genauso gemacht hätte. :prima:
:bier:
Uschi
Alles, was ich im Forum schreibe, ist meine private Meinung.
Mein Blog
Uschi Facebook
Fabylon YouTube
Fabylon Shop
Insta: uschizietsch
Montag
SMOF
SMOF
Beiträge: 1273
Registriert: 3. November 2003 23:43
Land: Deutschland
Wohnort: Berlin

Re: [film] The Dark Knight Rises

Ungelesener Beitrag von Montag »

Ich war gestern Abend drin. Er hat mir gut gefallen. Leider muss ich mich den gemischten Reaktionen anschließen. Ich hatte auch auf einen grandiosen Film gehofft, nach dem The Dark Knight schon so war (oder in der Erinnerung so verklärt wurde, wer weiß?). Jetzt ist es für mich "nur" ein guter Film geworden. Um mal meiner sonstigen Tendenz, alles Schlechte aufzuzählen, entgegenzutreten, kommt hier eine Liste all der Dinge, die mir gut gefallen haben:

- das Ensemble natürlich.
Die bekannten Gesichter waren allesamt klasse. Caine, Oldman und Freeman geben mal wieder die Sympathen und Bale fand ich auch als Bruce Wayne gut (die Kritik an seinem Spiel kann nicht teilen). Von den Neuen hat natürlich Hathaway am meisten überzeugt. Rein schauspielerisch, natürlich..ähem. Schön fand ich auch, dass meine Angst, dass die Figur von Marion Cottilard überflüssig sei, nicht bestätigt wurde.
- die Action
Typisch Nolan halt. Gefällt mir gut, denn man sieht alles und bekommt keinen epileptischen Anfall dabei.
- die Wiederaufnahme von Motiven aus den vorigen Filmen
Da werden wirklich eine Menge Fäden wieder aufgenommen und zu Ende gesponnen. Viele Flashbacks und das Wiedersehen mit alten Bekannten (schön z.B. wie Nolan die Unsterblichkeit Ras' in sein Universum einbaut).
- das Ende natürlich
Es sieht ja gefühlte zwei Stunden erstmal recht düster aus, bis es wieder einen Silberstreifen am Horizont gibt. Aber der ist überzeugend und so wie ich es mir auch gewünscht habe. Klar, hier ist die Tür sperrangelweit für ne Fortsetzung offen, aber ich denke, der Eindruck täuscht. Nolan hat seine Geschichte zu Ende erzählt und beschlossen, dass ein offenes Ende am schönsten ist. Macht für mich Sinn und Warner wird es sicher auch gefreut haben.

Wenn das Leben ein Wunschkonzert wäre, hätte ich mir gewünscht, dass Wayne/Batman in der Mitte mehr Screen time gekriegt hätte. Der thematische Schwerpunkte hätte auch mehr auf der Frage liegen können, ob Wayne ohne Batman etwas hat, für das es sich zu leben lohnt. Bei aller Revolutionthematik ging das ein bisschen unter. Aber das ist nur meine subjektive Wahrnehmung.

Eine schlechte Sache dann doch noch zum Schluss, aber auch nur weil sie so schlecht war, dass ich laut lachen musste: ...oh nein, das kann ich hier ja gar nicht schreiben. Dann halt in den Spoiler.
Marion Cottilard hat die schlechteste Sterbeszene, die ich seit langem gesehen habe. Einerseits war das das völlige Klischee: In die Leere gucken, etwas sagen wie "es ist eh zu spät, ich habe schon gesiegt" und dann zusammenzucken, den Kopf anlegen und die Augen zumachen. Andrerseits hat das so gar nicht zu dem nuancierten Nolan-Stil gepasst. Da haben so einige bei uns im Kino gelacht.


Also alles in allem nicht das neue Kino-Evangelium, das ich erhofft hatte, aber dafür mal wieder ein richtig guter Actionfilm/Comic-Verfilmung.
7 von 10 Doomsday devices, die mal nicht auf dem höchsten Gebäude der Stadt montiert wurden.

P.S. Guckt euch den schnell alle an. Dann kann man vielleicht mal die Spoiler weglassen und ins Detail gehen.
Benutzeravatar
Bully
SMOF
SMOF
Beiträge: 4790
Registriert: 8. Dezember 2007 17:24
Bundesland: NRW
Land: Deutschland
Wohnort: Münzenberg
Kontaktdaten:

Re: [film] The Dark Knight Rises

Ungelesener Beitrag von Bully »

Montag hat geschrieben:... Klar, hier ist die Tür sperrangelweit für ne Fortsetzung offen, aber ich denke, der Eindruck täuscht. Nolan hat seine Geschichte zu Ende erzählt und beschlossen, dass ein offenes Ende am schönsten ist. Macht für mich Sinn und Warner wird es sicher auch gefreut haben.
...
Infolge der obigen Diskussion hatte ich mir Gedanken gemacht, ob und wie Nolan ein "FERTIG" unter seine Trilogie schreibt, das man nicht so einfach ignorieren kann. Paradoxerweise
ist es tatsächlich der Umstand, dass Bruce und Seline ein neues Leben in Florenz anfangen, was einen vierten Teil in dem Kontinuum recht gut verhindert. Hätte man ihn einfach sterben lassen, wäre das ein Fall von "seine Leiche wurde nie gefunden" geworden. Der nächste Film hätte evt. darauf aufgebaut, dass man nicht notwendigerweise einen Autopiloten braucht, um immer geradeaus zu fliegen; eine Schnur und etwas Klebeband aus dem Gürtel, um den Steuerknüppel zu fixieren, und fertig. :D Oder man könnte die Erklärung, die Nolan zum Autopiloten geliefert hat, einfach nachliefern. Jetzt muss man viel mehr Klimmzüge machen, um überhaupt eine Motivation für Bruce, den Privatmann, zu finden, falls der Pinguin auftaucht.
Andererseits gibt es noch mindestens einen anderen Haken, an dem man eine Fortsetzung anhängen könnte. Oder jedenfalls einen Superheldenfilm in Nolans Welt.

Nachdem ich mich weiter oben beschwert hatte, muss ich trotzdem loswerden, dass das Ende mir schon gut gefallen hat. :D
Anderswo known as Yart Fulgen
Montag
SMOF
SMOF
Beiträge: 1273
Registriert: 3. November 2003 23:43
Land: Deutschland
Wohnort: Berlin

Re: [film] The Dark Knight Rises

Ungelesener Beitrag von Montag »

Es gibt ja immer wieder Beispiele, wo das schöne Ende einer Filmreihe wieder aufgebrochen wurde, um ne Fortsetzung zu drehen. Ich denke da an "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" und "Star Trek 6". Der Ritt in den Sonnuntergang ist einfach klassisch. Da darf für mich nur Lucky Luke nochmal mit ner neuen Geschichte ankommen. Aber Filme, nein, das verbitte ich mir! Und obwohl wir hier keinen Sonnenuntergang haben, könnte es schon sein, dass Warner dieses schöne Ende kaputtmacht.
Halte ich aber für unwahrscheinlich.
Bruce ist, wie Bully schon beschrieben hat, raus aus der Geschichte. Das wäre story-technisch sehr umständlich, ihn irgendwie wieder in den Umhang zu bringen.
Und dieser Blake-Junge taugt nicht als Batman. Ich mein, die Figur war gut und Schauspieler hat ne gute Leistung erbracht. Aber Warner wird keinen experimentellen Film produzieren, in dem nicht Bruce Wayne Batman ist. Das hat doch meines Wissens nach schon in den Comics nicht geklappt.
Aber sich jetzt den Kopf zu zerbrechen, was als nächstes kommt, überlasse ich den verantwortlichen Produzenten. Trilogie gesehen und ne gute Zeit gehabt. Fertig.
Benutzeravatar
Oliver
SMOF
SMOF
Beiträge: 1782
Registriert: 18. Januar 2003 18:29
Bundesland: Niedersachsen
Land: Deutschland

Re: [film] The Dark Knight Rises

Ungelesener Beitrag von Oliver »

Montag hat geschrieben:
Und dieser Blake-Junge taugt nicht als Batman. Ich mein, die Figur war gut und Schauspieler hat ne gute Leistung erbracht. Aber Warner wird keinen experimentellen Film produzieren, in dem nicht Bruce Wayne Batman ist. Das hat doch meines Wissens nach schon in den Comics nicht geklappt.
Es wurde zumindest recht schnell wieder gelassen, ja.

Ansonsten: Ich sehe irgendwie das Problem nicht, man muss Bruce Wayne doch nur rufen und hätte ihn nach 1,7438 Handlungsschlenkern sofort wieder in der Geschichte, als Batman.

Natürlich soll dieser Blake nicht Batman werden, die "Robin"-Nennung war ja mehr als eindeutig. Denke ich.
Benutzeravatar
Ming der Grausame
Evil Ruler of Mongo
Evil Ruler of Mongo
Beiträge: 5385
Registriert: 9. August 2011 22:13
Bundesland: Delaware
Land: Vereinigten Staaten
Liest zur Zeit: Mike McQuay: Escape from New York
Wohnort: Wilmington
Kontaktdaten:

Re: [film] The Dark Knight Rises

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame »

Oliver hat geschrieben:
Montag hat geschrieben:
Und dieser Blake-Junge taugt nicht als Batman. Ich mein, die Figur war gut und Schauspieler hat ne gute Leistung erbracht. Aber Warner wird keinen experimentellen Film produzieren, in dem nicht Bruce Wayne Batman ist. Das hat doch meines Wissens nach schon in den Comics nicht geklappt.
Es wurde zumindest recht schnell wieder gelassen, ja.
Nun ja, 3 Batmans, die parallel zu Werke gingen, allesamt von einem Ex-Robin verkörpert, waren ja wohl auch etwas zu viel des Guten, oder?
„Weisen Sie Mittelmäßigkeit wie eine Seuche zurück, verbannen Sie sie aus ihrem Leben.“ – Buck Rogers
#The World from the nefarious Ming the Merciless
Benutzeravatar
Khaanara
Gamemaster des Forums
Gamemaster des Forums
Beiträge: 13341
Registriert: 14. Oktober 2002 08:00
Bundesland: Hessen
Land: Deutschland
Liest zur Zeit: Anders Bodelsen: Brunos tiefgekühlte Tage (Frysepunktet)
Lucy Kissik: "Projekt Pluto" (Plutoshine)
Perry Rhodan "Die Meister der Insel" (Zyklus-Paket 1)
Wohnort: Sulzbach a.Ts.
Kontaktdaten:

Re: [film] The Dark Knight Rises

Ungelesener Beitrag von Khaanara »

Man hätte ja in der nahen Zukunft ja immer noch Terri McGinnis als Batman! :teufel:
http://comicartcommunity.com/gallery/de ... e_id=37793
Montag
SMOF
SMOF
Beiträge: 1273
Registriert: 3. November 2003 23:43
Land: Deutschland
Wohnort: Berlin

Re: [film] The Dark Knight Rises

Ungelesener Beitrag von Montag »

Ja, Terry McGinnis! Den fand ich gut. Die ganze Serie fand ich gut. Das Bild sieht es allerdings schrecklich aus.
Benutzeravatar
Olaf
SMOF
SMOF
Beiträge: 4605
Registriert: 27. Dezember 2001 00:00
Bundesland: By (aber im Herzen immer NRW)
Land: Deutschland
Liest zur Zeit: Wheel of Time 2, the Great Hunt
Herman Melville, Moby Dick
Matt Ruff, the Mirage
Wohnort: München

Re: [film] The Dark Knight Rises

Ungelesener Beitrag von Olaf »

Rüdiger Schäfer hat sich für den FO den neuen Batman angeschaut. Tja, was soll ich sagen, mögen die Morddrohungen kommen ....

http://www.fandomobserver.de/2012/07/pa ... more-11344
heino
SMOF
SMOF
Beiträge: 7884
Registriert: 2. Mai 2003 20:29
Bundesland: NRW
Land: Deutschland
Wohnort: Köln

Re: [film] The Dark Knight Rises

Ungelesener Beitrag von heino »

Ich kopiere aus Faulheit einfach mal meine beim Wortvogelk geäußerte Kritik:

In vier Worten:Der Film ist kacke.

Natürlich ist nicht alles schlecht. Die Darsteller z.B. sind allesamt gut, besonders Anne Hathaway kommt dabei gut weg. Bane sowie Tom HGrdy werden leider total vergeudet. Bane, weil er nur dem Namen nach Bane ist. Und Tom Hardy, weil ihm ausser dem Heben der Augenbrauen durch die total dämliche Maske sämtliche mimischen Ausdrucksmöglichkeiten genommen werden. Über die lächerliche Stimme muss ich nix mehr sagen, das spottet wirklich jeder Beschreibung.
Inhaltlich macht der Film nicht nur die gleichen Fehler wie die anderen beiden Teile, er potenziert sie auch noch. Noch mehr Figuren, die unnötig Laufzeit fressen. Ein noch sinnloserer Plan als der des Jokers (der immerhin wahnsinnig war und deshalb konnte man die Blödheit seiner Pläne auch schlucken), noch mehr Ungereimtheiten und Logikfehler.
Der Film sieht gut aus, aber das war auch bei den Vorgängern kein Problem, die sahen ebenfalls gut aus. Bei den wenigen Action-Sequenzen geht es diesmal nicht ganz so unübersichtlich zu. Endlich kommt mal Bruce Wayne ebenso sehr zum Zuge wie Batman. Aber dem stehen wieder Ungereimtheiten wie die zeitlichen Abläufe, die Gefangenschaft der 3000 Polizisten, die fragwürdige Motivation von Bane etc. gegenüber. Und der schlimmste Fehler von Nolan besteht darin, dass er seinen eigenen Grundsätzen untreu wird und sie einfach aus dem Fenster wirft. Seine Filme sollten von Anfang an einen “realistischen” Batman zeigen, was in den ersten beiden Filmen auch sehr gut gelöst wurde, aber hier überlebt er die Expolsion einer Atombombe, obwohl er nicht genug Zeit hatte, aus ihrem Aktionsradius fliehen zu können und Nolan reicht den Staffelstab an eine Figur weiter, die er niemals in seine Filme einzubringen geschworen hatte. Außerdem ist der Film völlig humorlos (bis auf einen einzigen Spruch), nichtmal Lucius Fox und Alfred wird hier ein einziger ironischer Dialog gegönnt (was sie vorher auszeichnete). Und zu allem Überfluss zieht sich die erste Stunde wie Kaugummi. Nee, das war nix. BB war tasächlich der bessere Film und ich glaube auch, dass Nolan den Film nur noch als lästige Pflichterfüllung sah und sich dementsprechend nicht mehr unnötig angestrengt hat. Schade drum. Vielleicht macht es der nächste Regisseur ja besser.


4 von 10 herausgesprungenen Rückenwirbeln
Lese zur Zeit:

Larry Correia - Club der toten Monster
Montag
SMOF
SMOF
Beiträge: 1273
Registriert: 3. November 2003 23:43
Land: Deutschland
Wohnort: Berlin

Re: [film] The Dark Knight Rises

Ungelesener Beitrag von Montag »

heino hat geschrieben:... und ich glaube auch, dass Nolan den Film nur noch als lästige Pflichterfüllung sah und sich dementsprechend nicht mehr unnötig angestrengt hat.
Das sehe ich nicht so. Ich finde auch nicht, dass sich Nolan untreu geworden ist. Im Gegenteil vom Stil her nutzt er viele seiner nicht nur für Batman typischen Elemente. Und auch story-technisch baut er auf vielem vom letzten Film auf. Und dass er die Frage klären wollte, ob Bruce Wayne irgendwann mal sein Trauma überwindet (und zwar ohne cape), kann ich mir auch gut vorstellen. Das ist auf jeden Fall, etwas was in den letzten Filmen gefehlt hat.
Viele andere Punkte deiner Kritik kann ich unterschreiben: Der Plan der Bösen ist bescheuert und ihre Motivation sehr vage. Mich hat auch dieses ganze Revolutionsgequatsche nicht so interessiert. Denn in meinen Augen war es keine Revolution, sondern ein Putsch und eine Besetzung einer Guerilla-Truppe. Die Bevölkerung Gothams hat überhaupt nicht an den Verhältnissen gerüttelt, sondern ein paar Söldner mit Kalaschnikoffs.
Die Maske Banes war vielleicht nicht der schlaueste Move. Man sieht halt 90% der Mimik nicht. Die Stimme ist da schon besser, weil sie das Klischee des tiefgrunzenden Schlägertypens umgeht.
Und der Humor. Ja, der Humor hat mir ein bisschen gefehlt. Mir kam der Film wirklich noch düsterer als The dark knight vor. Aber Hollywood scheint z.Zt. zu denken, dass düster=gut ist.
Zu der Staffelübergabe an "Robin": Wenn man diese Figur so einführt wie Nolan es jetzt gemacht hat. Habe ich damit keine Probleme. Robin war immer sehr albern und ja als Identifikationsfigur für Kinder oder Jugendliche gedacht. Das brauchst du bei Nolan-Filmen eh nicht. Bei Joel Schumacher hat er dann extrem undankbare Dialoge bekommen. Und sein Background aus der Artistenfamilie hat mich auch nie vom Hocker gerissen.
John Blake hingegen hat mir gut gefallen. Den Satz, "Oh, ihr richtiger Vorname ist Robin.", hätte man sich locker sparen können. Mein Problem war eher, dass Blake im Alter von 10 oder so herausfindet, wer Batman ist, während James Gordon das erst am Ende Films checkt. Für so dumm halte ich Gordon nicht.
jeamy
SMOF
SMOF
Beiträge: 3198
Registriert: 28. Oktober 2011 11:07
Land: Österreich

Re: [film] The Dark Knight Rises

Ungelesener Beitrag von jeamy »

heino hat geschrieben:Ich kopiere aus Faulheit einfach mal meine beim Wortvogelk geäußerte Kritik:
In vier Worten:Der Film ist kacke.
und ich dachte, ich bin der einzige, der das so empfunden hat. dieser batman ist für mich gestorben.
Antworten