Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

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Nina
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Re: Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

Ungelesener Beitrag von Nina »

Bei Büchern, die anderen gefallen haben, ist es durchaus wahrscheinlich, dass sie einem auch selbst gefallen könnten. Ich glaube allerdings, dass man, sobald man beispielsweise schaut, welches Werk einen Preis gewonnen hat, da schon anhand von Klappentexten und Co. recht viel aussieben kann, das man bestimmt nicht lesen will.
Komisch finde ich es dann, wenn jemand durch so was nicht nur aufmerksam wird, sondern das rein deswegen liest. Oder weil es ein Bestseller ist. Klar erfährt man von Bestsellern mehr und liest den auch eher, aber haben die Leute so gar keine bevorzugten Themen, Genres etc.?
Ich wurde auch mehrfach gefragt, WARUM ich keinen Harry Potter lese. Ich habe dann gesagt, dass ich mich als erwachsene, kinderlose Frau nicht als Zielgruppe fühle und dass Geschichten aus dem Zauberinternat schon in meiner Kindheit ausgelutscht waren. Und ich einen Stapel ungelesener Bücher zu Hause habe, die mich wirklich interessieren. Aber wie dem auch sei - ich will auch keinem HP-Fan auf die Füße steigen und wenn einer einfach nur sagt, dass er das gerne liest, bleibe ich diplomatisch - zumal ich es wie gesagt auch nicht gelesen - (he, es ist ein Hobby, das soll Spaß machen, fertig), aber da wurde ich ja echt faktisch in die Ecke gedrängt - aber im Grunde genommen ist ja das verblödet, sich zu rechtfertigen, warum man ein Buch nicht liest. Ist ja nicht so, dass es weltweit nur drei Bücher geben würde und einem was abgehen würde, nur weil man sich zu der Lektüre eines dieser vielen, das spannend es auch für viele sein mag, aber so innovativ auch nicht ist, nicht zwingen will. Da kann sich ja jeder das aussuchen, was ihn reizt. In der Schule bin ich schon lange nicht mehr, wo man mir vorschreibt, was ich lesen muss. Wenn bei was der Klappentext nicht so toll klingt, das Cover mich nicht anspricht, der Autor nicht mein bester Freund ist (klar, manchmal liest man auch was, weil man halt den Autor kennt - wobei manche das missverstehen, so wichtig sind Facebook-Freunde auch nicht, mir hat ein neuer !!! schon mal per PM seine Enttäuschung kundgetan)
Find ich jetzt gut, dass es auch um Vorurteilen von SF-Lesern und Fans geht. Die gibt es auch, und die werden auch gepflegt.
Man soll sie pflegen, so weit es Spaß macht. Natürlich will kein Autor vom Veranstalter einer Lesung eine Star Trek Uniform aufgezwungen bekommen. Aber sich was Nettes anziehen, so was oder ein T-Shirt, mit einem SF- Motiv oder Insiderwitz drauf, das mögen doch viele. Ich mag das jedenfalls.
(Wobei man idealerweise das Vorurteil nicht in der Weise pflegt, dass man das Zeug ungewaschen anzieht.)
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Uschi Zietsch
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Re: Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Andreas Eschbach hat geschrieben:
L.N. Muhr hat geschrieben:Da bleib ich lieber beim Moersschen "Äch bin wieder da!"
Ähm … muss gestehen: ich auch.
Das dachte ich auch. Zum Glück habe ich es trotzdem probiert. So schreiben können ... seufz. Diesen "ungeheuerlichen" Kniff zu schaffen - krass. Plus das Inhaltliche an sich.
Guckstuwenndumagst
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Valerie J. Long
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Re: Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

Ungelesener Beitrag von Valerie J. Long »

Vorurteile sind auch eine bequeme Art der Vorsortierung - vor allem bei einem Überfluss an Auswahl. Gerade bei reiner Unterhaltung sehe ich darin keinen Schaden, inbesondere dann nicht, wenn man sich des Filters im eigenen Kopf bewusst ist.
Egal, was die Frage ist - Schokolade ist die Antwort. | To err is human. To really foul things up you need a computer. (R.A.Heinlein)
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SEntertainment
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Re: Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

Ungelesener Beitrag von SEntertainment »

Andreas Eschbach hat geschrieben:"Sie sehen doch aus wie ein ganz intelligenter Mensch – wieso schreibt so jemand Science Fiction?"
Dem jungen Max Plank wurde nahe gelegt Musik zu studieren. Es hieß: In den Naturwissenschaften sei (bis auf Kleinigkeiten) alles erforscht.
Er studierte trotzdem Physik und entdeckte die Quantenatur des Universums.
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Nina
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Re: Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

Ungelesener Beitrag von Nina »

Was andere bezüglich Berufen vorhergesagt haben, war alles samt falsch. Uns wurde beispielsweise in der Schule geraten, auf gar keinen Fall Lehrer zu werden, weil man da GARANTIERT nach dem Studium/sonstiger Lehrerausbildung arbeitslos ist und erst mit viel Glück innerhalb von Jahren was Geeignetes findet. Und was ist: Gerade ein paar Jahre später, wo ein damaliger Abiturient fertig ausgebildeter Lehrer hätte sein können, war ein enormer Lehrkräftemangel.

Eigentlich ja auch ein SF-Thema: Was sind die Jobs der Zukunft?
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Bully
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Re: Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

Ungelesener Beitrag von Bully »

Nina hat geschrieben:Bei Büchern, die anderen gefallen haben, ist es durchaus wahrscheinlich, dass sie einem auch selbst gefallen könnten. ...
Auch Bücher, die einem nicht gefallen, haben andere gefallen.

Mir wurde mal dringend "Die Entdeckung des Himmels" empfohlen. Kein schlechtes Buch, aber irgendwie auch nicht sooo der Bringer. Vor allem das Ende war etwas merkwürdig, und dieses ständige "alles ist miteinander verknüpft und Teil eines größeren Planes" nervte mich.
Komischerweise hat jemand anderes gemeint, dass ich doch irgendwie wie Onno sei, besonders meinen Umgang mit guten Kumpeln stelle man sich so vor wie Onnos Umgang mit Max...
Okeee, das verrät mir mehr, wie andere mich sehen, als welche Bücher zu mir passen.

Den "cras"-Witz fand ich aber wirklich lustig, den hat ein Mitschüler von mir schon in der Mittelstufe gebracht... :wink:
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Nina
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Re: Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

Ungelesener Beitrag von Nina »

Garantie fürs Gefallen gibt es nicht. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass einem ein Buch gefällt, ist sicher am höchsten, wenn es Mainstream oder zumindest halbwegs gefällig ist. Ich lese auch viel abseits des Mainstreams, aber ... als Leser hat man auch eine gewisse Toleranzschwelle, die man nicht überschreiten will, weil doch alles Kunst und frei sein soll - sehr oft wird halt das Lesen zur Qual, wenn gar zu wenig Konventionen gefolgt wird. Es gibt auch schwierigen Stoff, der begeistert, aber wahrscheinlicher ist eben, dass man den bei Büchern findet, die schon von anderen gehypt wurden.
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Bully
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Re: Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

Ungelesener Beitrag von Bully »

Bei den _sehr gehypten_ Sachen habe ich oft die Erfahrung gemacht, dass ich es vllt. nicht direkt schlecht fand, aber deutlich weniger gut, als dass der Hype mMn gerechtfertigt war. Auch nicht immer, HIMYM finde ich sehr lustig, BBT lustig. Beides kommt mir aber ähnlich gehypt vor. 2,5 Men finde ich auch nur durchschnittlich witzig.

Wenn ich nach dem Hype ginge, wäre ich sehr enttäuscht, dass BBT und 2,5 Men nicht in derselben Liga wie HIMYM spielen, wenn ich einfach etwas witziges suche, ist das aber ganz ok.
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Re: Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Bully hat geschrieben:
Nina hat geschrieben:Bei Büchern, die anderen gefallen haben, ist es durchaus wahrscheinlich, dass sie einem auch selbst gefallen könnten. ...
Auch Bücher, die einem nicht gefallen, haben andere gefallen.

Mir wurde mal dringend "Die Entdeckung des Himmels" empfohlen. Kein schlechtes Buch, aber irgendwie auch nicht sooo der Bringer. Vor allem das Ende war etwas merkwürdig, und dieses ständige "alles ist miteinander verknüpft und Teil eines größeren Planes" nervte mich.
Wie bei "Perry Rhodan"? :wink: :-P
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Re: Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

Ungelesener Beitrag von Amtranik »

L.N. Muhr hat geschrieben:
Bully hat geschrieben:
Nina hat geschrieben:Bei Büchern, die anderen gefallen haben, ist es durchaus wahrscheinlich, dass sie einem auch selbst gefallen könnten. ...
Auch Bücher, die einem nicht gefallen, haben andere gefallen.

Mir wurde mal dringend "Die Entdeckung des Himmels" empfohlen. Kein schlechtes Buch, aber irgendwie auch nicht sooo der Bringer. Vor allem das Ende war etwas merkwürdig, und dieses ständige "alles ist miteinander verknüpft und Teil eines größeren Planes" nervte mich.
Wie bei "Perry Rhodan"? :wink: :-P
Ich bin zwar nicht Bully, aber das ist in der Tat auch so ein Punkt der mir in der jüngeren Seriengeschichte mißfallen hat. Weil es einfach zu viel des guten war.
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Re: Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

Ungelesener Beitrag von Kringel »

Wurde sogar im vorletzten Band des vergangenen Zyklus in einem Nebensatz ironisch kommentiert (wenn's denn kein Zufall war). Wenn ich mich recht erinnere, sagt (oder denkt) good old Perry sinngemäß: "Alles hängt mit allem zusammen und nichts ist, wie es zu sein scheint" - oder so ähnlich.
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Bully
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Re: Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

Ungelesener Beitrag von Bully »

L.N. Muhr hat geschrieben:
Bully hat geschrieben:...Auch Bücher, die einem nicht gefallen, haben andere gefallen.

Mir wurde mal dringend "Die Entdeckung des Himmels" empfohlen. Kein schlechtes Buch, aber irgendwie auch nicht sooo der Bringer. Vor allem das Ende war etwas merkwürdig, und dieses ständige "alles ist miteinander verknüpft und Teil eines größeren Planes" nervte mich.
Wie bei "Perry Rhodan"? :wink: :-P
Nein. Viel viel schlimmer als bei Perry. :roll:

Perry schafft es gelegentlich, eine Entscheidung zu treffen, die nicht nur nicht von den höheren Mächten geplant war, sondern sie auch stört.
Selten genug, aber yeah! :D

Bei der Entdeckung des Himmels werden anscheinend selbst die Samenzellen, die die Helden zeugen, in die wunschgemäße Eizelle gesteuert. Dies ist Teil eines göttlichen Kurzzeitplanes (50 Jahre ca.), bei dem man (ich jedenfalls) sich erstens fragt, welchen Sinn der haben soll, wenn niemand (außer zwei Hauptpersonen) etwas davon mitkriegt
Die Bergung und anschließende Vernichtung der Original-Steintafeln mit den 10 Geboten.
, und warum Gott das nicht selber macht. Oder die zuständigen Engel, die ziemliche Holzhammermethoden draufhaben. Soll man vllt. als "Die Wege des Herrn sind unergründlich: das Buch" lesen, aber das macht die ständige Sinnsuche der Figuren noch viel nerviger. :zombie:
Oh, drei Städte, die im Leben einer bestimmten Person eine Rolle spielten, bilden ein Dreieck, und das zeigt in eine bestimmte Richtung, wie bedeutungsvoll. Wenn die drei Städte ein Viereck bilden würden, wäre ich ja beeindruckt.
Oh, das Licht, das emmitiert wurde, als zwei Personen fremdgingen, wird in alle Ewigkeit durchs All strahlen. Jepp, Schuldgefühle werden stärker, wenn auch nur die hauchzarteste Wahrscheinlichkeit besteht, man könne hinterher noch ertappt werden.
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Pogopuschel
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Re: Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel »

Ich weiß nicht, wo ich es sonst hinpacken soll.
Ich lese gerade den aktuellen Unispiegel. Da ist ein Artikel über die Bastei Lübbe Akademie drin, genauer gesagt über ein Seminar von Andreas Eschbach. Der Artikel liest sich, als wäre der Autor dabei gewesen, aber auf Seite 43 heißt es dann: »Dozent Eschbach, der seit Jahren historische Romane verfasst, ist angetan ...«

Also Andreas, wie gehst du mit dem Vorurteil um, dass du seit Jahren historische Romane verfasst? :D

Vielleicht hat der Autor ja »Das Jesus Video« gelesen. Und ein Buch, in dem es um eine Videokassette geht, kann ja nur ein historischer Roman sein. :wink:
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Valerie J. Long
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Re: Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

Ungelesener Beitrag von Valerie J. Long »

Pogopuschel hat geschrieben:»Dozent Eschbach, der seit Jahren historische Romane verfasst, ist angetan ...«
:rotfl:

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Re: Vorurteile gegen SF und wie wir damit leben

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel »

Den Artikel scheint es bisher nur in der Printfassung zu geben.
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