»Todesengel« von Andreas Eschbach

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L.N. Muhr
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Re: »Todesengel« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Andreas Eschbach hat geschrieben:
Nochmal: Wir sind hier im Verlockungs-Business. Und Dein "Dahmer" verlockt mich nicht. Komm drüber weg.
Darum ging es nicht. Das habe ich schon erklärt.

Es ging um Vorurteile gegen, nicht um egal ob.

Und ja, klar, du veröffentlichst ein Buch über einen Typen, der reihenweise Menschen umbringt und dafür zum Helden stilisiert wird. Ich habe das nicht getan. Trotzdem kritisierst du am Dahmer exakt das, was rein dem Klappentext nach auf dein Buch noch viel mehr zutrifft als auf meins. Hat Bastei dich da falsch dargestellt? Mir egal, weil du ja selbst sagst, dass Cover und Klappentext entscheiden.

Backderf hat übrigens auch zwei Jahre für sein Buch recherchiert. Trotz, nicht weil er dabei war, als die Dinge passiert sind, die er schildert. Wie er sich wohl fühlt, wenn ein deutscher Bestsellerautor ankommt und das mit dem Federstrich eines Vorurteils kaputt macht, ohne wenigstens den Leuten zu glauben, die das Buch gelesen haben? (Darunter nicht ganz unwichtige Leute wie Elmore Leonard und Chuck Klostermann, von den Comicmachern ganz zu schweigen.)

Wer "Reiz" nicht mag, soll ihn halt nicht essen. Aber er muss doch nicht gleich den Küchenchef verlangen, weil "Reiz" auf der Karte steht.
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Andreas Eschbach
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Re: »Todesengel« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach »

L.N. Muhr hat geschrieben:Und ja, klar, du veröffentlichst ein Buch über einen Typen, der reihenweise Menschen umbringt und dafür zum Helden stilisiert wird. Ich habe das nicht getan. Trotzdem kritisierst du am Dahmer exakt das, was rein dem Klappentext nach auf dein Buch noch viel mehr zutrifft als auf meins.
Meins ist eine erfundene Geschichte. Das ist zumindest für mich ein Unterschied. Ich habe nicht "Mein Freund Breivik" geschrieben oder "Mein Freund Mundlos".
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a3kHH
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Re: »Todesengel« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von a3kHH »

Andreas Eschbach hat geschrieben:
L.N. Muhr hat geschrieben:Und ja, klar, du veröffentlichst ein Buch über einen Typen, der reihenweise Menschen umbringt und dafür zum Helden stilisiert wird. Ich habe das nicht getan. Trotzdem kritisierst du am Dahmer exakt das, was rein dem Klappentext nach auf dein Buch noch viel mehr zutrifft als auf meins.
Meins ist eine erfundene Geschichte. Das ist zumindest für mich ein Unterschied. Ich habe nicht "Mein Freund Breivik" geschrieben oder "Mein Freund Mundlos".
Ich hätte da ein paar Fragen zu.
Da ich den "Dahmer" aus ähnlichen Gründen wie die, die Du formuliert hast, ablehne, finde ich die Parallelität Deines neuen Romans schon faszinierend. Aber Du hast ja Deine deutliche emotionale Ablehnung mit Deiner Recherche schön offengelegt.

Ohne ihn gelesen zu haben, rein nach dem Klappentext : "Todesengel" ähnelt deutlichst dem vor 40 Jahren als Buch und Film erschienenem "Death Wish". Das Thema ist also weder neu noch innovativ. Wo hebt sich Dein neuer Roman von diesem unbestrittenem Klassiker (insbesondere dem Roman von Brian Garfield) ab ?

Der Typus des Vigilanten hat, gerade in den US of A, eine lange Tradition. Wie ordnest Du den "Todesengel" dort ein ?

Die Problematik des Vigilanten, des Einsamen Rächers, wurde in der Western-Literatur, stärker noch in den Western-Filmen, ausführlich diskutiert und insbesondere auf seine negativen Effekte hin abgeklopft. Inwieweit ist diese Diskussion im "Todesengel" enthalten ?

Nach Deinem Posting über Deine Recherche drängt sich mir der Eindruck auf, Du würdest einen solchen Vigilanten in der heutigen Zeit wieder für notwendig halten. Stimmt das ?
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Andreas Eschbach
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Re: »Todesengel« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach »

Kurze Antwort: Nein, das Auftreten von Vigilanten fände ich katastrophal. Aber das hier und jetzt zu diskutieren, ohne dass das Buch vorliegt, bringt wenig, glaube ich.
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a3kHH
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Re: »Todesengel« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von a3kHH »

Andreas Eschbach hat geschrieben:Kurze Antwort: Nein, das Auftreten von Vigilanten fände ich katastrophal. Aber das hier und jetzt zu diskutieren, ohne dass das Buch vorliegt, bringt wenig, glaube ich.
*grummel*
Wann kommt das Buch raus ? Im Herbst erst ???
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Andreas Eschbach
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Re: »Todesengel« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach »

Florian hat diesen Thread gestartet, nicht ich, sorry.
Offizieller ET ist der 20. September.
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Uschi Zietsch
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Re: »Todesengel« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Lasst uns dann doch eine Leserunde dazu machen. Mit Autorenbegleitung. Fände ich gut.
:bier:
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Andreas Eschbach
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Re: »Todesengel« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach »

Gern. Aber im OT-Bereich.
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L.N. Muhr
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Re: »Todesengel« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Andreas Eschbach hat geschrieben:
L.N. Muhr hat geschrieben:Und ja, klar, du veröffentlichst ein Buch über einen Typen, der reihenweise Menschen umbringt und dafür zum Helden stilisiert wird. Ich habe das nicht getan. Trotzdem kritisierst du am Dahmer exakt das, was rein dem Klappentext nach auf dein Buch noch viel mehr zutrifft als auf meins.
Meins ist eine erfundene Geschichte. Das ist zumindest für mich ein Unterschied. Ich habe nicht "Mein Freund Breivik" geschrieben oder "Mein Freund Mundlos".
Das stimmt. Zwei potentiell sehr interessante Bücher, grade weil sie, wenn es sie gäbe/ geben könnte, nicht fiktiv wären. (Lassen wir mal außen vor, dass jede Erzählung dem Wesen nach fiktiv ist.)

Für dich macht das halt einen Unterschied. Dem leser - isses wumpe. Aber du verteidigst halt dein Baby, mehr passiert hier auch nicht.
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kaffee-charly
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Re: »Todesengel« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von kaffee-charly »

Andreas Eschbach hat geschrieben:
L.N. Muhr hat geschrieben:Und ja, klar, du veröffentlichst ein Buch über einen Typen, der reihenweise Menschen umbringt und dafür zum Helden stilisiert wird. Ich habe das nicht getan. Trotzdem kritisierst du am Dahmer exakt das, was rein dem Klappentext nach auf dein Buch noch viel mehr zutrifft als auf meins.
Meins ist eine erfundene Geschichte. Das ist zumindest für mich ein Unterschied. Ich habe nicht "Mein Freund Breivik" geschrieben oder "Mein Freund Mundlos".
Zustimmung!
Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man etwas über erfundene Bösewichter schreibt (was in der Literatur gang und gäbe ist) oder ob man realen Drecksäcken nachträglich noch zu Popularität verhilft.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Dahmer-Diskussion gefälligst im Dahmer-Thread bleiben sollte, auch wenn sich hier jemand nicht damit abfinden kann, dass er dort Gegenwind bekommen hat.
Auf rachsüchtiges Nachtreten in anderen Threads sollte man doch besser verzichten! :nein:

:kaffee_muede:
Kaffee-Pott
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Andreas Eschbach
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Re: »Todesengel« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach »

Danke.

Und als Zeichen der Versöhnung noch dies (ein Bild sagt mehr als tausend Worte, und wo könnte das mehr gelten als in diesem Fall?):
Bild
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Uschi Zietsch
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Re: »Todesengel« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Ich bitte um Entschuldigung, dass ich diesen Thread benutze, aber irgendwie - aufgrund einer Äußerung von Andreas - ist es doch OnT.

Mein Aufreger des Tages: Gerade eben auf B3-Radio wurde berichtet, dass ein Mann in Augsburg niedergestochen wurde. Und zwar hat er eine Frau verteidigt, die von ihrem Mann auf offener Straße geschlagen wurde. Daraufhin wurde der Verteidiger von dem Ehemann niedergestochen. Wird immerhin wieder (ist aber noch in der Klinik).
ABER: Der Täter ist auf freiem Fuß, ein Haftbefehl wurde nicht erlassen.
Dummerweise wurde in den Nachrichten keine Begründung dafür genannt, also es wurde nicht mal gesagt, warum die Polizei keine Begründung dafür abgegeben hat. (Saubere Journalistenarbeit!)
[[[[[Wobei wir uns das ja selbst denken können, weswegen da nicht mehr drauf eingegangen wird. Vermutlich hatte der Täter eine schlechte Kindheit.
Und dass die Opfer in D sowieso an allem selbst schuld sind, sollte auch der Letzte endlich mal kapiert haben.]]]]]
Dieser Mann wird vermutlich nie mehr jemandem zu Hilfe eilen.
Und andere werden sich ein Beispiel daran nehmen.
Wenn also das nächste Mal jemand vor aller Augen umgebracht wird, werden diese Leute gewiss von den Zeitungen beschimpft wegen unterlassener Hilfeleistung.
Und ich reg mich grad dermaßen auf, dass mein Teekessel keine Herdplatte braucht, um das Wasser zum Sieden zu bringen, da genügt meine Handfläche drunter.
:bier:
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Doop
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Re: »Todesengel« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Doop »

Uschi, ich kann Deinen Ärger nachvollziehen. Es ist aber so, dass Untersuchungshaft zwingend nur dann in Frage kommt, wenn Verdunklungsgefahr oder Fluchtgefahr besteht. Bei Kapitalverbrechen geht man aufgrund der zu erwartenden Strafe eher davon aus, dass Fluchtgefahr besteht als bei kleineren Vergehen. Hier wundert es mich, wenn sich die Tat so abgespielt hat, dass man nicht von beidem ausgeht. Denn zum einen besteht die Gefahr, dass Druck auf die Frau ausgeübt wird (Verdunklungsgefahr), - ihre Zeugenaussage sagen wir mal - anzupassen. Zum anderen kommt Fluchtgefahr in Frage, wenn man die Tat als versuchten Mord oder versuchten Totschlag wertet. Ich vermute aber mal aus Erfahrung, dass es sich um beides nicht handelt nach Meinung der Polizei, sondern um gefährliche, möglicherweise schwere Körperverletzung. Dann wird die Polizei nachgeguckt haben, wie es sich bei dem Herren mit einschlägigen Vorstrafen verhält.

Letztlich bin ich bei solche Medienberichten immer sehr vorsichtig. Die Journalisten haben leider nur in seltensten Fällen Ahnung von der Materie. Ausschließen, dass hier geschlampt wurde kann man natürlich auch nicht ohne Einzelheiten zu kennen. Nach meiner Erfahrung sind die Strafverfolgungsbehörden in Bayern aber doch deutlich aktiver als in so manch anderem Bundesland.

Hoffen wir, dass das Opfer schnell wieder auf die Beine kommt und dass es keine Spätfolgen gibt!
Gast09
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Re: »Todesengel« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Gast09 »

Öhm.
Das ist nur die Welt wie wir sie kennen. Wir leben in ihr.
Hat das Irgendwas mit SF zu tun??
Gast09
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Bungle
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Liest zur Zeit: Torsten Scheib "Götterschlacht"
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Re: »Todesengel« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Bungle »

Gast09 hat geschrieben:Öhm.
Das ist nur die Welt wie wir sie kennen. Wir leben in ihr.
Hat das Irgendwas mit SF zu tun??
Gast09
Ähm.
SF kann sich auch mit der Welt, wie wir sie zu kennen meinen, auseinandersetzen.
Und Phantastik ohne Weltwissen ist leeres Spiel.

MB
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