NOVA 11

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Scotty
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Ungelesener Beitrag von Scotty »

Hallo Frank,

ich habe mich nicht getraut, dein Posting zu lesen. Sind da Spoiler drin?

Gruss

Scotty

PS: Hey, ist bei der ganzen Pointe Diskussion eigentlich rübergekommen, dass ich die Story wirklich gut fand?????
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    Frank
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    Ungelesener Beitrag von Frank »

    Nein, nein! Keine Angst, die gepostete zweite Stelle ist der Anfang(!) von "Memories" ...
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    Guido Seifert

    Ungelesener Beitrag von Guido Seifert »

    aber trotzdem wäre es mir recht, wenn die typischen Cyberpunk-Elemente den Hintergrund der Geschichte bilden würden, und nicht das Storygerüst selbst. Denn Außenseiter führt Diebstahl durch und wird dabei selbst gelinkt ist halt ein etwas ausgelutschter Plot...
    Was meinst du? Daß die Handlung die Geschichte dominiert und atmosphärische Elemente zurückgedrängt sind? Verstehe ich das richtig?
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    Jakob

    Ungelesener Beitrag von Jakob »

    Guido Seifert hat geschrieben:
    aber trotzdem wäre es mir recht, wenn die typischen Cyberpunk-Elemente den Hintergrund der Geschichte bilden würden, und nicht das Storygerüst selbst. Denn Außenseiter führt Diebstahl durch und wird dabei selbst gelinkt ist halt ein etwas ausgelutschter Plot...
    Was meinst du? Daß die Handlung die Geschichte dominiert und atmosphärische Elemente zurückgedrängt sind? Verstehe ich das richtig?
    Ich glaube, es geht eher darum, dass die Story es sich ein bisschen zu bequem in den klassischen Cyberpunk-Themen und -Bildern macht. Ich für meinen Teil mag Franks Sachen recht gern, aber bei der Story habe ich mich auch etwas daran gestört, dass sie in allen Belangen (Atmosphäre, Grundidee, Figuren, Handlungsentwicklung) etwas zu klassisch cyberpunkig ist. Wäre schon interessanter, wenn auf wenigstens einer dieser Ebenen etwas mehr Variation reinkäme.
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    Guido Seifert

    Ungelesener Beitrag von Guido Seifert »

    Ich glaube, es geht eher darum, dass die Story es sich ein bisschen zu bequem in den klassischen Cyberpunk-Themen und -Bildern macht. Ich für meinen Teil mag Franks Sachen recht gern, aber bei der Story habe ich mich auch etwas daran gestört, dass sie in allen Belangen (Atmosphäre, Grundidee, Figuren, Handlungsentwicklung) etwas zu klassisch cyberpunkig ist. Wäre schon interessanter, wenn auf wenigstens einer dieser Ebenen etwas mehr Variation reinkäme.
    : Ja, entspricht sehr meiner eigenen Empfindung. Gegen Klischees ist gar nichts einzuwenden, sofern man ihnen erzählerisch etwas Neues abgewinnt.

    Nebenbei - ich will mich gar nicht an Kleinigkeiten aufhalten, aber: Wie schafft man es, mit einem zerschossenen Bein, in "einer geübten Bewegung (...) über den Kofferraum" zu springen? Das konnte ich nicht so recht glauben...
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    Frank
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    Ungelesener Beitrag von Frank »

    Nebenbei - ich will mich gar nicht an Kleinigkeiten aufhalten
    Na, immer ein Indiz dafür, dass das Große Ganze stimmt ... :smokin

    Korrigiert mich, aber ich bin der festen Überzeugung, dass man mit dem gesunden Bein abspringen und auf dem gesunden Bein auch über die Motorhaube rutschen kann; generell:
    Mirós Erinnerungen halfen ihr; sie wußte, was sie tun mußte.
    Und die wusste eben, wie so was ging! :D ;)

    Greetz!
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    Jan Gardemann
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    Ungelesener Beitrag von Jan Gardemann »

    Ich mag Cyberpunk und Frank bewegt sich mit seinen Texten gekonnt in diesem Subgenre (wenigstens kann ich das von den Texten sagen, die ich von ihm bisher gelesen habe -"Memories" kenne ich nicht - soviel ich mich erinnere :mad: ).
    Die kurzen Sätze und die knappen Beschreibungen, die dankenswerter Weise ohne viel Adjektive auskommen, sind ja fast schon charakteristisch für Frank (Hebben). Besonders toll fand ich, dass Céline in der Story eine Entwicklung durchmachte - wenn diese auch nicht unbedingt auf eigenen Erfahrungen beruhte. Das ist für mich eine Pointe!
    Ich habe die Story gerne gelesen!
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    Guido Seifert

    Ungelesener Beitrag von Guido Seifert »

    aber ich bin der festen Überzeugung
    : Na, dann will ich´s auch glauben.

    Gruß, Guido
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    Mezcal

    Ungelesener Beitrag von Mezcal »

    Es ist zwar ein bischen spät, aber ich wollte noch etwas zu Ich Träume sagen. Dieses nette Gedichtchen hat für mich den Charm der Jahre 1980/85. Friedens- und AntiAKW-Bewegung, die ersten Grünen-Parteitage, der Geruch von Parkas, Birkenstock und selbstgestrickten Wollpullovern. Jedenfalls kamen mir beim Lesen immer wieder diese Assoziationen im Kopf hoch. Ich träume, du träumst, wir träumen - gääähnte es, lächelte müde und schlief sanft ein..
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    Mezcal

    Ungelesener Beitrag von Mezcal »

    Aus den Träumen wieder aufgewacht und sich dann Im Labyrinth der Neonrose wiedergefunden. Ich fand diese Story kurzweilig, unterhaltsam und das Lesen hat mir einfach nur Spaß gemacht. Interessant fand ich die kleinen archaischen Details, wie
    zBsp. die Bernsteingasse :wink: oder das die Leute im 23.Jrht noch mit Öfen heizen oder in alten rostigen Karren durch die Gegend fahren:wink: Die Geschichte konnte ich ziemlich schnell und unkompliziert lesen, trotz der wuchernden Klischees und der einfach strukturierten Pointe.
    Für mich ist diese Geschichte ein flotter dystopischer Italo-Cyberpunk-AnarchoWestern mit einem kleinen Schuß SoilentGreen und Harz 4²-Feeling. :)
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    Guido Seifert

    Ungelesener Beitrag von Guido Seifert »

    trotz [...] der einfach strukturierten Pointe.
    Die Einschränkung, die du hier - sozusagen normativ - machst, kann ich für mich nicht übernehmen. Ich denke, Jakob hat hier bereits das Passende zur Pointenfixiertheit gesagt. Natürlich verleitet die Prosa-Kurzform den Autor zum pointierten Abschluß, und die Überraschung, wenn sie gelingt, steigert den Lesegenuß und wäre - als Anlage - ein Qualitätsmerkmal der Story. Eine traditionelle Form, gegen die nichts einzuwenden ist, aber ein "Muss" sehe ich hier nicht...: "Im Labyrinth der Neonrose" kommt ohne (forcierte) Pointe aus, und ich vermisse in dieser Hinsicht auch gar nichts, da die Handlung zu einem klaren Abschluß geführt wird. Céline macht am Ende das, zu dem sie sich von Ska hat überreden lassen: sie verscheuert die Memories selbst. Allenfalls der Adressat mag für eine kleine Überraschung sorgen. Man könnte sich sogar überlegen, ob die Story nicht gelitten haben würde, wenn Hebben sie mit einer deutlichen Pointe abgeschlossen hätte. Denn wir bewegen uns doch im Bezirk der dystopischen SF, des Cyberpunks, jener dunklen und gewalttätigen Zukunft, die längst begonnen hat. Kommerzialisierung, Urbanisierung, Wirtschaftsmonopolismus, hypertrophierter Kapitalismus: diesen Düsternissen im Erzählerischen mit einer Pointe zu begegnen, hieße vielleicht nichts anderes, als ein Witzchen zu reißen... Die Pointe hat immer etwas Helles, Witziges -: Abfuhr im freudschen Sinn, die sich im Lachen zeigt. Der Übergang zum Satirischen wird hier fließend, und die Satire halte ich in zunehmendem Maße (ich hab´s mal anders gesehen) für untauglich im Sinne einer literarischen Wirklichkeitsbegegnung (und Cyberpunk ist doch immer auch das: Reaktion auf die Jetztzeit, bzw. ihre bösen Keime, oder?)

    Gruß, Guido
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    Scotty
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    Ungelesener Beitrag von Scotty »

    Guido Seifert hat geschrieben:...diesen Düsternissen im Erzählerischen mit einer Pointe zu begegnen, hieße vielleicht nichts anderes, als ein Witzchen zu reißen... Die Pointe hat immer etwas Helles, Witziges
    Die Absolutheit deiner Aussage kann ich nicht teilen. Eine Pointe lässt mir nicht selten die Story in einem neuem Licht sehen, gibt dem ganzen eine zweite Ebene. War die Pointe im Film "The 6th sense" hell oder witzig?
    Zuletzt geändert von Scotty am 29. März 2007 08:55, insgesamt 1-mal geändert.
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      Guido Seifert

      Ungelesener Beitrag von Guido Seifert »

      War die Pointe im Film "The 6th sense" hell oder witzig?
      Ich sehe kaum TV und Kintopp und kenne es leider nicht. Mit "witzig" meine ich zusätzlich auch (im alten, antiquierten Sinn): "geistreich".
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      Scotty
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      Ungelesener Beitrag von Scotty »

      Wenn du es soo meinst, ok! Du hattest im gleichen Zusammenhang auch von "lachen" gesprochen! Dadurch hatte ich es anders verstanden.

      Wie dem auch sei, falls du meinst, eine Pointe würde generell durch ihre "Witzigkeit" die Ernsthaftigkeit der Story entwürdigen, dann müsste ich dem widersprechen.

      Es gibt Beispiele makabrer oder erschütternder oder bitterer Pointen. Diese erreichen genau das Gegenteil. Eine schöne heile Welt steht durch die Pointe auf einmal in einem ganz anderem Licht.
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        Guido Seifert

        Ungelesener Beitrag von Guido Seifert »

        Du hattest im gleichen Zusammenhang auch von "lachen" gesprochen! Dadurch hatte ich es anders verstanden.

        Es gibt Beispiele makabrer oder erschütternder oder bitterer Pointen. Diese erreichen genau das Gegenteil. Eine schöne heile Welt steht durch die Pointe auf einmal in einem ganz anderem Licht.
        Ich hatte mich - etwas kryptisch, ja - auf die freudsche Psychomechanik bezogen, die mir immer sehr plausibel erschienen ist. Aber ich müßte hier schon sehr weit ausholen... : Das kann niemand wollen. Grundsätzlich würde ich meinen, daß der Leser, dem die nahegebrachte Heile Welt mit einem Mal ent-täuscht wird, prinzipiell wie auf den Vortrag eines Witzes reagiert, nur daß hier das Groteske so eindringlich sein kann, daß das Lachen im Halse stecken bleibt.
        Wie dem auch sei, falls du meinst, eine Pointe würde generell durch ihre "Witzigkeit" die Ernsthaftigkeit der Story entwürdigen, dann müsste ich dem widersprechen.
        Das meine ich nicht. Ich meine - schlicht und pointiert: Je ernsthafter sich eine Story der Abgründe der menschlichen Species annimmt, desto schlechter verträgt sie eine Pointe. Denn die Pointe läßt doch immer auch die Konstruktionsarbeit des Erzählers aufscheinen, der um Wirkung bemüht ist. Einem Erzähler, dem es gelänge, mich in meine eigene Angst und mein eigenes Grauen zu führen, müßte ich sofort weniger vertrauen, wenn er am Ende zu dem in der Lage ist, zu dem mir der Sinn versiegte: clever und "sophisticated" den Pointen-Hammer zu schwingen. Der Grenzbereich ist hier wohl tatsächlich das Groteske; doch da nehme ich bereits eine leichte Fluchtbewegung des Erzählers wahr...

        Gruß, Guido
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