Hab ich euch!
Morgen früh gibt's nen Tipp. Oder besser noch: stellt mir Fragen!
Ich weiß zwar wahrscheinlich die Antworten nicht, aber dann fühle ich mich hier nicht gar so einsam.


Torsten hat geschrieben:Wird es weitere Zitate aus dem gesuchten Roman geben?
Was soll mein Schicksal sein? - ständig und ununterbrochen, von der Sonne bis zum Mond, und vom Mond bis zur Sonne, nur an das Eine zu denken - obwohl dieses Eine ein Objekt für ein Mikroskop ist? - zu einem umherschleichenden Voyeur zu werden, der den albernen, kindischen Mätzchen eines kleinen Spatzen nachspioniert, wie eine dieser widerlichen Klatschbasen vergangener Zeiten, deren Lebensinhalt darin bestand, anderen nachzuspionieren, sie zu belauschen, in alles hineinzuschnüffeln, mit dem einzigen Zweck, völlig unwichtige Kleinigkeiten auszugraben?
Lieber würde ich sie töten!

Einmal, am 15. Juli, hatte ich einen Wal gesichtet, ich glaubte jedenfalls, daß es ein Wal war, da ich eine Atemfontäne am südlichen Horizont aufsteigen sah, und am 19. Juli sah ich klar und deutlich eine Schule Delphinen, die aus dem Wasser schnellten, und ich sagte damals zu mir: Also bin ich doch nicht ganz allein auf der Welt, guter Gott - nicht ganz allein.
Außerdem stieß die Boreal später auf einen Schwarm Kabeljaus, der nördlich schwamm; Millionen von Fischen, wie ich sah, und ich fing drei von ihnen mit der Handleine.
Also waren zumindest im Meer einige Lebewesen zurückgeblieben, um mir Gesellschaft zu leisten.
Doch wenn ich das Land so still wie die See vorfinden sollte, sogar ohne Wale und die spielenden Schweinsfische - wenn Paris stummer war, als das ewige Eis - was, fragte ich mich, sollte ich dann tun?


Torsten hat geschrieben:Wer mit "etwas älter" falsche Fährten legt, wird mit zwei zusätzlichen Zitaten bestraft...![]()
Torsten hat geschrieben:Matthew Phipps Shiel "Die purpurne Wolke" [1901].

Nein, nachdem Du den Titel genannt hast nicht mehr...don redhorse hat geschrieben:War's schwierig?
Clara *** zeigte auf die Kiste mit der Glasfront. Sie stand auf einem niedrigen Tischchen
und war mit einer Anzahl von exotisch anmutenden Drehknöpfen und Schiebern versehen.
"Und das?" fragte sie.
"Tie-Wie", sagte ****.
"Es steht aber Sony darauf."
"Das ist ein japanisches Wort."
"Sprichst du Japanisch?"
"Nein, aber in meinem Kopf scheinen plötzlich neue Dinge zu sein", murmelte ****.
"Immer mehr neue Dinge, von Minute zu Minute mehr … sie erscheinen ganz einfach."
Sie zeigte auf die Kiste. "Und Bilder."
"Vielleicht verlierst Du den Verstand."
"Ja … kann sein."
"Was für Bilder?"
"Sie bewegen sich."
"Wie in einem Guckkasten?"
Ja. Aber sie sprechen und sind bunt, wie in Wirklichkeit."
"In dieser kleinen Kiste? Das wäre blanke Zauberei, ehrlich. Das glaube ich nicht."
"Ich auch nicht."
"Was sagt es, wenn es spricht?"
Vor ****s geistigem Auge erschien ein großer, magerer Mann mit einem ungewöhnlichen Gang.
"Das Ministerium für dämliche Gangarten", hörte sie sich sagen.

Torsten hat geschrieben:"Das Ministerium für dämliche Gangarten", hörte sie sich sagen.

Er hielt ein Foto hoch; es zeigt eine Kriegsflotte entlang des Horizonts und im Vordergrund merkwürdig aussehende Boote, von denen Männer und Fahrzeuge über heruntergelassene Laderampen in eine flache Brandung strömten mitten in einen Wald aus tödlich wirkenden, spitzen Objekten, die aussahen, wie ins Riesenhafte vergrößerte Kinderklappmesser. Tote Soldaten lagen in grotesk verzerrter Haltung im nassen Sand, während lebendige vorwärts rannten oder hinter Felsen am Strand Deckung suchten.
"Statisten", sagte er. "Wenn ich mich nicht täusche." Er beugte sich vor und betrachtete die Aufnahme eingehend. "Ich hatte noch nie welche, die so gut waren. Auf diese Kerle wird ja tatsächlich geschossen - ich meine, mit echten Kugeln!" Er lachte. "Ich frage mich, was die Schauspielergewerkschaft dazu wohl sagen würde!"
"Sie glauben also nicht, daß die Aufnahmen aus einem Film stammen?" fragte *****.
"Nicht aus einem Unterhaltungsfilm, da gehe ich jede Wette ein." Er lehnte sich zurück. "Auf diesem Strand hier gibt es Tausende von Männern und jede Menge Zubehör, teure Ausrüstung und aufwendigen Feuerzauber. Bei diesem Licht ist es schwer, zu entscheiden, ob es ein Standfoto aus einem Film ist, aber wie dem auch sei, es hätte sich dabei um eine große Produktion mit einem riesigen Budget handeln müssen. Und davon wüsste ich mit Sicherheit. Die ganze Sache würde mir zumindest bekannt vorkommen. Und soviel ich weiß, gibt es keinen Kriegsfilm, in dem solche Szenen vorkommen. Dieser Art Invasion auf dem Seeweg ist im Film noch David Leans Gallipolli am nächsten gekommen, aber total verschieden von dem hier - Uniformen, Waffen, alles war Weltkriegszeug, zirka 1915. Die Schiffe sahen anders aus, und es gab Pferde." Er hieb mit der flachen Hand auf dem Tisch und warf dabei fast sein Glas um.
"Verdammt, so etwas habe ich noch nie gesehen!"
"Es freut mich, das zu hören!" sagte ****** strahlend.
Sidney Shulberg drehte das Foto herum, um die Legende auf der Rückseite zu lesen...



"Auch 'Nazi' ist recht häufig", sagte Lesley. "Anfangs, als ich die Bücher nur durchblätterte, hatte ich den Eindruck, das Wort beziehe sich auf irgendein Land, von dem ich noch nie etwas gehört habe. Es kommen Ausdrücke wie 'Nazi-Panzerdivision' und 'Nazi-Konzentrationslager' vor. Ich dachte, das würde sich auf ein Naziland oder eine Nazirepublik beziehen. Aber wenn man ein Weilchen weiterliest, wird klar, daß 'Nazi' einfach das Synonym für das Wort 'deutsch' ist."
"War das eine abfällige Bezeichnung?" fragte Paul ****.
"Das hängt wohl davon ab, auf welcher Seite man sich befand", erwiderte Lesley.
"Die Deutschen selbst haben es aufgebracht", erklärte Frances *****. "Eigentlich ist das Wort eine Kurzbezeichnung für die Nationalsozialistische Partei, die das Land unter einem Mann namens Adolf Hitler beherrschte. Dreizehn Jahre lang war Deutschland 'Nazideutschland' und Adolf Hitler sein Gott!"
Lesley ließ die Dias weiterrücken.
Auf der Leinwand erschien das Foto eines Mannes in ganzer Größe. Er trug eine militärische Uniform, hielt den Kopf gerade, die Fersen nebeneinander und die Hände vorne übereinandergelegt, als wolle er seine Genitalien schützen.
Mit lauterer Stimme als sonst rief Brigadier ****** aus: "Bei Gott, Sidney, da hält uns jemand zum Narren! Der Mann ist ja ein Double von Charlie Chaplin!"



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