Diboo hat geschrieben:
Ich sammle eine Tantieme im Schnitt von 1000 €/Monat ein. Ja, Kleinverlag. Und der darf die Arbeit machen, ich schreibe nur, alles andere wäre mir zu lästig.
Gratuliere, aber bei allem Respekt davor halte ich dich aber doch nicht für repräsentativ.
Andere Vertreter bei Kleinverlagen bekommen im Monat 100 Euro oder weit darunter liegende Beträge raus. Du bist mit deinen Reihen halt durchaus erfolgreich, wie ich die Sache beurteile, aber das kann leider nicht jeder Kleinverlagsschreiber von sich sagen. In meinem Bekanntenkreis zumindest keiner, wobei ich da keine Namen nennen werde/möchte. Ich habe das wirklich nicht aus der Luft gegriffen, sondern hatte schon konkrete Autoren im Sinn. Wie offen ich mit meinen eigenen Verkaufszahlen umgehe ist dabei meine Sache, aber die anderer Leute trete ich nicht mit Namensnennungen breit. Möchte ich nicht und kann ich auch nicht.
Über die Vorteile und Nachteile des Verlagswesens und Self-publishings kann man natülich diskutieren. Klar habe ich mehr Arbeit und sie raubt mir manchmal auch etwas die Lust (nicht nur die Zeit) am Weiterschreiben. Ich kann immer nur eines machen (Schreiben oder Korrigieren) und es ist ein Spagat.
Für mich stellt sich jedoch die Frage, ob meine Bücher überhaupt jemals von einem (Klein-)Verlag angenommen würden. Womöglich nicht einmal qualitätsmäßig (ich bin jetzt mal Optimist, weil die Bücher ja gekauft werden und Fans haben), was auch immer etwas vom Lektor abhängt, sondern längenmäßig. Meine Serie lebt von ihren Charakteren und ich baue sie schachtelmäßig auf. Kürzen wäre für mich übel und ich wollte es partout nicht.
Deine Bücher haben 100-300 Seiten als Buch (sage ich mal), denn du schreibst sie gleich so. Meine haben pro Stück 500-1000 nochwas, wie sie eben entstanden sind, wobei ich keine Normseite nehme, um es auszurechnen. Das Indie-Dasein ermöglicht mir, die Bücher so hochzuladen, wie sie sind. Dem E-Book ist die Länge egal. Für meine Druckversionen musste ich den zweiten Band z.B. teilen, weil das Regalhardcover nur 800 Seiten zulässt, mein Teil aber 1062 hatte.
Wie teuer sollen die Bücher mal für den Endverbraucher werden? Sie sind ganz einfach nicht verlagstauglich, finden als E-Books in eben jener Ellenlänge aber ihre (hoffentlich) begeisterten Abnehmer, die ganze Werke kriegen und keine halben (Honor Harrington in der deutschen Fassung, nur als Beispiel).
Ich hatte zwischenzeitlich mal erwogen, den beiden großen Verlagen mit SF im Programm die Manuskripte zu schicken, habe aber davon abgesehen, weil meine Sachen eben kein US-Import sind und ich wegen meines Newbie-Status dazu ein geschäftliches Risiko für den Großverlag gewesen wäre. Kleinverlage würden jene Seitenanzahl meiner Werke meiner Meinung nach jedoch eh nicht wollen, wobei ich da jetzt auch falsch liegen mag. Ich habe mich halt so entschieden und denke mir bei den Korrekturen, dass auch sie irgendwann vorbei sind. Wenn mein Buch als Datei später online steht, kann ich mir sagen, dass ich von A bis Z alles selbst geleistet habe. Natürlich immer noch mit Fehlern, aber beschwert hat sich bislang keiner. Verlage können es besser, ich bin billiger. *g*
Rumdum-sorglos für den Autor hat auch viel für sich, nur ich lebe eben mit der Indie-Methode und führe mein für meine Begriffe doch erfolgreiches Nischendasein. Jeder Verkauf ist eine Anerkennung.
@Fjunch-Klick:
Für Nicole kann ich natürlich nicht sprechen, aber bei mir ist es so, dass ich momentan nicht zig Plattformen betreuen möchte. Eine reicht mir, zumindest bis ich alle neun Bücher geschrieben und im Verkauf habe. Dann werde ich vielleicht nochmals darüber nachdenken, weil ich dementsprechend Zeit haben werde. Außerdem müsste ich alternative Programme probieren, um eine Epub zu produzieren (hatten wir auch mal irgendwo hier im Forum, ich weiß). Bei Mobi weiß ich, wie es funktioniert. Calibre ist keine professionell taugliche Alternative.
Was allerdings kaum jemand weiß: DRM-lose Bücher (ist bei Amazon oft schwer festzustellen) können mit eben jenem unprofessionellen Programm auch so beliebig konvertiert werden. D.h. jemand mit einem Sony-Reader könnte meine Dateien bei Amazon kaufen, sich auf den PC laden (Kindle for PC müsste er allerdings haben, gibt es kostenlos) und für sich umwandeln. Allerdings auch da keine Gewähr, wie das Resultat aussieht. Müsste ich mal mit einer meiner vorhandenen Mobis probieren.
Ich denke jedoch nicht, dass das ein Verkaufsargument ist (es verirrt sich eh kaum ein "Fremder" in den Kindle Store, wie ich glaube), aber möglich wäre es. Ein Leser hatte auch geschrieben, dass er sein "Exemplar" an die halbe Familie weitergibt, weil es ihm gefallen hat (wäre mit DRM ebenfalls kaum möglich, es sei denn, alle Kindles sind auf seinen Account angemeldet). Da habe ich kein Problem mit. Hat mich gefreut.
Es gibt natürlich das KDP Select-Programm. Wenn man dabei Mitglied ist, verpflichtet man sich für eine gewisse Zeit (oder vielleicht generell), die betroffene Datei nur bei Amazon anzubieten. Exklusiv usw. D.h. bei manchen Schreibern ist es in der Tat "gewollt", dass sie nur bei Amazon anbieten.