Captain America

Re: Captain America

Beitragvon Stormking » 27. Juni 2012 11:05

Thomas Wawerka hat geschrieben:Stimmt ja gar nicht. Die Figur wurde im Gegenteil ironisch reflektiert.

L.N. Muhr hat geschrieben:Eben. Der Cap-Film ist sehr hübsch selbstironisch

L.N. Muhr hat geschrieben:Ähem: du hast gemerkt, dass der Film genau das karikiert?

Mal von meiner Seite: Nein, habe ich nicht gesehen. Und mein Ironiedetektor funktioniert normalerweise ganz gut. Ich fand den Film einfach nur furchtbar kitschig, von Ironie keine Spur.
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Re: Captain America

Beitragvon L.N. Muhr » 27. Juni 2012 11:23

Aber grade diese Musicalszene und die anschliessende Vermarktung Caps als Militärmaskottchen, der das zunehmend zum Kotzen findet, karikieren doch nun offensichtlich das von dir behauptete. Warst du in der halben Stunde nicht im Saal?

Der Film war von Anfang an ironisch. Was du als Kitsch wahrnimmst, sorry, war keine Minute lang ernstgemeint.
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Re: Captain America

Beitragvon Knochenmann » 27. Juni 2012 11:33

L.N. Muhr hat geschrieben:Aber grade diese Musicalszene und die anschliessende Vermarktung Caps als Militärmaskottchen, der das zunehmend zum Kotzen findet, karikieren doch nun offensichtlich das von dir behauptete. Warst du in der halben Stunde nicht im Saal?


Das war für mich eine Alibi-Aktion. Aber daran kann man man sehen wie sehr Kapitän Amerika vorbelastet ist: er muss in seinem eigenen film sein eigenes Image entsorgen.

...und im allgemeinen ist "Ironie" nur eine faule Ausrede dafür wenn etwas ernstgemeintes nicht aufgeht. Ironie hat noch nie etwas besser gemacht.
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Re: Captain America

Beitragvon Stormking » 27. Juni 2012 11:33

Ich kann Dir nur sagen, daß ich den Film im Ganzen als nicht besonders ironisch wahrgenommen habe und vom unreflektierten Idealismus des Helden zunehmend genervt war. Das ging für mich einfach über alle Grenzen des Ertragbaren hinaus und hätte ich das Ding zu Hause auf DVD gekuckt, dann hätte ich irgendwann einfach ausgemacht.
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Re: Captain America

Beitragvon Bully » 27. Juni 2012 11:44

L.N. Muhr hat geschrieben:
a3kHH hat geschrieben:Was mir auffiel, war bei "Thor" das Fehlen jeglicher faschistischer Themen.


Definier diese Themen mal. Und in welcher Form du sie vermutet hättest.

Übermenschliches Wesen, diesmal aus der nordischen Mythologie. In der Comicversion blond statt rothaarig. Wenn man faschistisch = Nazis und Nazis = Fans der nordischen Mythologie und blonder Menschen setzt (was zwar beides nicht ganz richtig ist, aber Du weißt ja...), könnte man da genau den Vorwurf bringen.
Bzw., man kann sich wundern, warum hier mal nicht.
Bzw., man könnte einwenden, dass der Film das so gar nicht hergibt und die Leute eben auch mal mitdenken, aber bei der Häufigkeit, mit der diese Keule geschwungen wird, ist es einfacher, sich über die Stellen zu freuen, wo sie nicht geschwungen wird, als sich über die Stellen zu ärgern, wo sie doch geschwungen wird.

Mjöllnir hat einen eigenen Willen und kann seinen Bewegungsimpuls verändern, wie es ihm passt. Sonst ergibt folgende Szene keinen Sinn:
Der Hulk kann Mjöllnir nicht tragen, das Deck aber schon. Der Hulk könnte aber durch das Deck brechen, nicht allein durch sein Gewicht, aber indem er draufhaut. Bzw., indem er am Hammer zieht, und seine Füße dabei durch den Belag drückt. Offenbar nimmt der Hammer Flughöhe und -geschwindigkeit an, sonst würde er sich nach unten durchbrechen wie Xenomorphenblut. Selbst, wenn Hulk das Deck um den Hammer herum perforieren würde, würde eher der restliche Flugzeugträger abstürzen, als der Hammer und sein Stück Deck. Die Physik ist anders, aber nicht falsch. Damit kann man auch den Bumerangeffekt erklären und überhaupt den Durchschlag.


Im Trailer zu Avengers (und nur da) kam die Stelle vor, wo Stark Cap fragt, wer im Raum das figurbetonteste Outfit trüge - Schnitt zu Black Widow mit einem Kuck-mich-nicht-an-Blick. Im Film wird klar gesagt, dass Cap mt seinem Dress auch nicht gerade glücklich ist. Er ist weder naiv noch ein Armeemaskottchen und am wenigsten weltfremd. (Thor lebt in seiner eigenen Welt, Hulk kann manchmal Freund nicht von Feind unterscheiden, Ironman verliert gelegentlich den Bodenkontakt, und Black Widow und Hawkeye führen auch nicht gerade normale Leben.)
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Re: Captain America

Beitragvon L.N. Muhr » 27. Juni 2012 12:21

Bully hat geschrieben:
L.N. Muhr hat geschrieben:
a3kHH hat geschrieben:Was mir auffiel, war bei "Thor" das Fehlen jeglicher faschistischer Themen.


Definier diese Themen mal. Und in welcher Form du sie vermutet hättest.

Übermenschliches Wesen, diesmal aus der nordischen Mythologie. In der Comicversion blond statt rothaarig. Wenn man faschistisch = Nazis und Nazis = Fans der nordischen Mythologie und blonder Menschen setzt (was zwar beides nicht ganz richtig ist, aber Du weißt ja...), könnte man da genau den Vorwurf bringen.


Das wäre aber sehr oberflächlich und keiner Debatte wert.

Aber halt, das sind teile dieses Threads ja auch. *seufz*
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Re: Captain America

Beitragvon L.N. Muhr » 27. Juni 2012 12:25

Knochenmann hat geschrieben:
L.N. Muhr hat geschrieben:Aber grade diese Musicalszene und die anschliessende Vermarktung Caps als Militärmaskottchen, der das zunehmend zum Kotzen findet, karikieren doch nun offensichtlich das von dir behauptete. Warst du in der halben Stunde nicht im Saal?


Das war für mich eine Alibi-Aktion. Aber daran kann man man sehen wie sehr Kapitän Amerika vorbelastet ist: er muss in seinem eigenen film sein eigenes Image entsorgen.


Er muss nicht. Aber er tut es, und damit wäre die Debatte doch von vornherein erledigt.

Hier spielen imho sehr viel mehr eigene (negative) Erwartungshaltungen mit rein. Die Les- bzw. Sehart des Films bzw. der Figur ist zu stereotyp negativ vorbelastet (bei gleichzeitig im Grunde vollkommener Unkenntnis der Vorlage, mithin ein Vorurteil),, so dass alles zurechtinterpretiert wird, notfalls mit Ach.

Ironie ist übrigens schlicht ein schönes, aber schweres Werkzeug des schriftlichen Ausdrucks. In den richtigen Händne ist sie eine hübsche feine Klinge. Wer Ironie - ebenso vorurteilsbelastet - grundsätzlich ablehnt oder als Unfähigkeit deklariert, der ist vermutlich für Ironie an sich nicht empfindlich.
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Re: Captain America

Beitragvon Bully » 27. Juni 2012 12:39

L.N. Muhr hat geschrieben:
Bully hat geschrieben: ... könnte man da genau den Vorwurf bringen.


Das wäre aber sehr oberflächlich und keiner Debatte wert.

Aber halt, das sind teile dieses Threads ja auch. *seufz*

Ich beschwere mich ja nicht, ich wundere mich nur. :wink:
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Re: Captain America

Beitragvon Stormking » 27. Juni 2012 13:45

L.N. Muhr hat geschrieben:Hier spielen imho sehr viel mehr eigene (negative) Erwartungshaltungen mit rein. Die Les- bzw. Sehart des Films bzw. der Figur ist zu stereotyp negativ vorbelastet (bei gleichzeitig im Grunde vollkommener Unkenntnis der Vorlage, mithin ein Vorurteil),, so dass alles zurechtinterpretiert wird, notfalls mit Ach.

Sorry, aber da spricht mal wieder der Fanboy aus Dir.
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Re: Captain America

Beitragvon Bully » 27. Juni 2012 14:07

Stormking hat geschrieben:
L.N. Muhr hat geschrieben:Hier spielen imho sehr viel mehr eigene (negative) Erwartungshaltungen mit rein. Die Les- bzw. Sehart des Films bzw. der Figur ist zu stereotyp negativ vorbelastet (bei gleichzeitig im Grunde vollkommener Unkenntnis der Vorlage, mithin ein Vorurteil),, so dass alles zurechtinterpretiert wird, notfalls mit Ach.

Sorry, aber da spricht mal wieder der Fanboy aus Dir.

DAS ist jetzt ein richtig billiges Totschlagargument.
Ungeachtet der Tatsache, dass L.N. sich selbst verteidigen kann, aber im Grunde sagst Du nur, dass jemand, der sich mit einer bestimmten Sache besser auskennt als die meisten anderen, sich dadurch für Diskussionen darüber disqualifiziert.
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Re: Captain America

Beitragvon L.N. Muhr » 27. Juni 2012 14:22

Im Panini-Forum wird grade darüber gelästert, ich sei gar kein Fanboy, sondern würde das Superhelden-Genre verachten.

So verschieden sind die Wahrnehmungen.
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Re: Captain America

Beitragvon Stormking » 27. Juni 2012 14:24

Bully hat geschrieben:DAS ist jetzt ein richtig billiges Totschlagargument.

Gähn. Wer hat denn allen, die den Film nicht so toll fanden, unterstellt, mit einer negativen Erwartungshaltung ins Kino gegangen zu sein? Ich hatte überhaupt keine Erwartungshaltung, außer einen weiteren, hoffentlich unterhaltsamen Superheldenschinken zu sehen. Captain Amerika kannte ich allerhöchstens aus ein, zwei Zeichentrickepisoden, die früher mal auf RTL liefen. Hatte keinerlei Eindruck bei mir hinterlassen, weder positiv noch negativ. Mein Gefühl beim Sehen des Film habe ich oben geschildert. Aber was ein echter Fanboy ist, der kann sowas nicht als vollkommen ehrlichen Eindruck akzeptieren. Wer das Objekt der Begeisterung nicht mindestens ebenso toll findet, der hat irgendwas falsch gemacht, falsch verstanden, war von vornherein negativ eingestellt oder ist schlichtweg doof. Geht gar nicht anders.
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Re: Captain America

Beitragvon Pogopuschel » 27. Juni 2012 14:30

Ich habe den Film gestern gesehen. Ich bin kein Fanboy, sprich ich lese Comics nur gelegentlich. Und von Captain America habe ich noch nie einen Comic gelesen. Trotzdem habe ich seine Inszenierung als selbstironisch empfunden. Da war auf jeden Fall immer ein Augenzwinkern dabei. Von allen Avengers-Filmen hat mir dieser am besten gefallen (sogar besser als »Avengers«). Vor allem wegen der ersten Stunde. In zweiten Teil wird es schon deutlich die klassische »Superheld hält Superschurken von der Eroberung der Welt ab« Geschichte ab. Aber unterhaltsam inszeniert. Steven Rogers wurde wegen seines guten Charakters ausgewählt, weil man sich sicher war, dass ihm die Superkräfte nicht zu Kopf steigen werden, außerdem bleibt er stets ein Teamplayer.

Am Samstag habe ich ein Uni-Seminar zum Thema »Popular Culture and Memory«, da werden wir den Film zusammen mit »Band of Brothers« und »Saving Private Ryan« besprechen. Es geht darum, wie historische Ereignisse in Filmen, Büchern, aber auch Museen und Ähnlichem dargestellt werden. Ich bin gespannt und werde dabei die Diskussionen hier im Forum dabei im Hinterkopf behalten.
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Re: Captain America

Beitragvon L.N. Muhr » 27. Juni 2012 15:04

Stormking hat geschrieben:
Bully hat geschrieben:DAS ist jetzt ein richtig billiges Totschlagargument.

Gähn. Wer hat denn allen, die den Film nicht so toll fanden, unterstellt, mit einer negativen Erwartungshaltung ins Kino gegangen zu sein?


Niemand. Absolut niemand.
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Re: Captain America

Beitragvon Bully » 27. Juni 2012 16:19

Stormking hat geschrieben:
Bully hat geschrieben:DAS ist jetzt ein richtig billiges Totschlagargument.

Gähn.
Selber gähn.
... Aber was ein echter Fanboy ist, der kann sowas nicht als vollkommen ehrlichen Eindruck akzeptieren. Wer das Objekt der Begeisterung nicht mindestens ebenso toll findet, der hat irgendwas falsch gemacht, falsch verstanden, war von vornherein negativ eingestellt oder ist schlichtweg doof. Geht gar nicht anders.
Ich habe nicht den Eindruck, dass Ellen irgendwie "begeistert" von Captain America ist. Vllt. fand er ihn gut, aber darum geht es nicht.
Er führt Stellen im Film an, die seine Sicht des Filmes belegen. Insofern argumentiert er sachlich, so dass Dir das Fanboy-Argument nichts bringt.
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