Total Recall 2012

Re: Total Recall 2012

Beitragvon Thomas Wawerka » 30. Juni 2012 11:12

speddy hat geschrieben:Das ein oder andere hat durchaus seine Daseinsberechtigung (siehe Verblendung von Fincher).


Ich mag Fincher, ich mochte auch diesen Film, aber trotzdem war er komplett überflüssig. Der wurde nur produziert, weil Amerikaner scheinbar aus Prinzip nicht synchronisieren. Aber okay, das scheffelt halt Geld in die heimische Industrie. Ansonsten war er nicht nur zeitlich, sondern auch dramaturgisch sehr eng am Original.

speddy hat geschrieben:"Der ewige Krieg" von Scott zum Beispiel. Das wäre doch was. Aber an John Carter sieht man auch das Risiko neuer Filmstoffe.


Da möchte ich gern Einspruch erheben. "John Carter" ist alte, hausbackene Pulp-SF. Ich hab schon den Kopf geschüttelt, als ich die ersten Notizen zur Produktion gelesen habe ... "Das kann doch unmöglich ihr Ernst sein?!" Mal ehrlich - wer mir einen "John Carter" verkaufen will, begibt sich nahe an den Bereich, meinen Intellekt grob zu beleidigen. Ich hätte es eingesehen, wenn man eine Komödie daraus macht oder einen Kinder-/Jugendfilm, aber als SF-Epos, das ernstgenommen werden will, kann der Film nicht funktionieren!
"Der ewige Krieg" dagegen ist intelligente und aktuelle SF, das ist etwas ganz anderes.
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Re: Total Recall 2012

Beitragvon Thomas Wawerka » 30. Juni 2012 11:18

Jörg Isenberg hat geschrieben:Moin.

Ein Remake von "Arsen und Spitzenhäubchen" wäre totaler Schwachsinn, in der Tat. Auch die 2012er Version von "Total Recall" braucht der Mensch (mit Vornamen Jörg) nicht - eine Neuverfilmung von z.B. "Running Man" hätte eindeutig größeren geistigen Nährwert - allerdings nur, wenn man sich ganz eng an die Romanvorlage halten täte, was man seinerzeit ja nicht für nötig befunden hat. :nein:


Moin Jörg! Hieß es am Anfang nicht, das Remake von "Total Recall" orientiere sich mehr an der literarischen Vorlage? Damals hielt ich das für einen guten Gedanken. Jetzt siehts allerdings doch nicht danach aus ...
"Running Man" fand ich aber als Buch auch nicht den Brüller. Der beste "Bachman" war für mich "Todesmarsch" ... aber den kann man jetzt nicht mehr verfilmen wegen der "Hunger Games", die dem Buch offensichtlich einiges verdanken.
(Brief ist in Arbeit.)
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Re: Total Recall 2012

Beitragvon Jörg Isenberg » 30. Juni 2012 12:04

Hallo Thomas. :D
Ich bin da nicht so gut informiert - wie dicht an der literarischen Vorlage liegt denn das Remake? Und würde es sich lohnen, den Dick-Roman zu lesen, damit man den Film besser tranchieren kann? Denn die Trailer sind ja keinen Aufreger wert, der übliche Action-Krempel, alles wie gehabt.

"Todesmarsch" habe ich als Teenager gelesen und als sehr beklemmend empfunden. Für mich der beste "Bachmann". Überhaupt haben die "Bachmann"-Romane diesen naiven sozialkritischen Touch, für den ich in jüngeren Jahren sehr empfänglich war. Vielleicht war ich gerade deswegen von der Umsetzung von "Running Man" so enttäuscht, dieser Roman hat auf jeden Fall eine Menge filmisches Potenzial, das nicht genutzt wurde, warum auch immer.
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Re: Total Recall 2012

Beitragvon Thomas Wawerka » 30. Juni 2012 12:25

Jörg Isenberg hat geschrieben:würde es sich lohnen, den Dick-Roman zu lesen


Ist bloß eine Kurzgeschichte, aber ein Klassiker: "We can remember it for you wholesale"/"Erinnerungen en gros". Der "doppelte Boden" wird schon im ersten Film ganz gut rübergebracht - aber bei der Story gibts unter dem doppelten Boden nochmals eine weitere versteckte Ebene. Der Trailer fürs Remake sieht tatsächlich nach nicht mehr als dem üblichen "Hauen und Stechen" aus. Schade.

Lohnt es sich, die Story zu lesen? Puuh ... lohnt es sich, Dick zu lesen? Ich bin immer wieder gleichzeitig fasziniert von seinen Ideen und abgestoßen von seinem Stil.

Jörg Isenberg hat geschrieben:"Todesmarsch" habe ich als Teenager gelesen und als sehr beklemmend empfunden. Für mich der beste "Bachmann". Überhaupt haben die "Bachmann"-Romane diesen naiven sozialkritischen Touch, für den ich in jüngeren Jahren sehr empfänglich war. Vielleicht war ich gerade deswegen von der Umsetzung von "Running Man" so enttäuscht, dieser Roman hat auf jeden Fall eine Menge filmisches Potenzial, das nicht genutzt wurde, warum auch immer.


Und sie sind kürzer, rauer, gradliniger. Der Film war albern. Im Buch steuert der Protagonist ein Flugzeug in die Firmenzentrale, wobei er seine Eingeweide verliert und meterlang nachschleppt ... das weiß ich noch.
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Re: Total Recall 2012

Beitragvon don redhorse » 30. Juni 2012 13:01

speddy hat geschrieben:"Der ewige Krieg" von Scott zum Beispiel.

"Der ewige Krieg" ist von Joe Haldeman: Heyne 06/8206 als Jubiläums-Edition - 40 Jahre Heyne SF - in einer neuen Übersetzung, bei der einiges an Sinn besonders zu Anfang des Romans verloren geht.
Ich habe Angst vor dem, was Hollywood daraus machen könnte. Ein neues "Starship Troopers"?
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Re: Total Recall 2012

Beitragvon Doop » 30. Juni 2012 13:14

Ähm... Ich glaube gemeint war die lange in Aussicht gestellte Verfilmung des ewigen Krieges von Ridley Scott.
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Re: Total Recall 2012

Beitragvon Thomas Wawerka » 30. Juni 2012 13:27

don redhorse hat geschrieben:
speddy hat geschrieben:"Der ewige Krieg" von Scott zum Beispiel.

"Der ewige Krieg" ist von Joe Haldeman: Heyne 06/8206 als Jubiläums-Edition - 40 Jahre Heyne SF - in einer neuen Übersetzung, bei der einiges an Sinn besonders zu Anfang des Romans verloren geht.
Ich habe Angst vor dem, was Hollywood daraus machen könnte. Ein neues "Starship Troopers"?


Sicher, aber Ridley Scott wollte/will den Film machen. - Das Buch hat ja durchaus Gemeinsamkeiten mit "Starship Troopers", nur halt eine entgegen gesetzte Intention. Ich mochte "Starship Troopers", auch wenn bis heute der Streit anhält, ob der Film nun ironisch gemeint war oder nicht. Man kann ihn vermutlich auf beide Arten sehen. Ich hab ihn als ironischen Kommentar zur Military-SF verstanden.
"Der ewige Krieg" wäre wohl kein ironischer Film. Wenn er so ähnlich gestaltet würde wie "Jarhead", könnte er richtig gut sein.
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Re: Total Recall 2012

Beitragvon speddy » 30. Juni 2012 14:36

Ich persönlich hatte "Starship Troopers" immer für ironisch empfunden (den Film). Allein die Propagandaspots oder die Szene in der der Mann von der Einschreibung frei zitiert sagt:..."Infanterie. Coole Truppe, da war ich auch" Danach rollt er sich mit seinem Stuhl weg und siehe da, er hat keine Beine mehr. Das trieft doch nur vor Ironie.
Entweder hatte Verhoeven das im Sinn, oder er kann keine Filme drehen. Weil Starship Trooper der einzige Verhoeven ist denn ich mag.
Das Buch liebe ich auch, da war ich noch Schüler als ich es gelessen habe. :prima:

P.S. Ja, ich meinte die geplante Umsetzung von Scott und nicht das Buch, das natürlich von Haldeman ist.
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Re: Total Recall 2012

Beitragvon Doop » 30. Juni 2012 14:42

Schon an anderer Stelle habe ich ja erklärt, den Film "Starship Troopers" sehr zu mögen - und ich verstehe nicht, wie manche Leute die Ironie übersehen können. Ich mag allerdings auch viele andere Verhoeven-Filme sehr. Robocop, Total Recall, Basic Instinct - auch alles tolle Filme! Und auch im Frühwerk findet sich sehenswertes.
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Re: Total Recall 2012

Beitragvon don redhorse » 30. Juni 2012 15:25

Die Selbstironie von "Starship Troopers" habe ich wohl bemerkt. Ob jetzt die Szene des Veteranen im Rollstuhl wirklich so sarkastisch geplant war, darüber kann man streiten (ich denke eher nicht). Das die bewaffnete US-Außenpolitik mit dem Film schwer karikiert wird, geht dagegen aus den TV-News-Spots eindeutig hervor.
Das Ridley Scott plant(e?), Haldemans Buch zu verfilmen, wusste ich nicht. Sorry, ich wollte nicht übermäßig besserwisserisch rüberkommen - nur ein kleines bisschen...
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Re: Total Recall 2012

Beitragvon Thomas Wawerka » 30. Juni 2012 17:33

speddy hat geschrieben:frei zitiert sagt:..."Infanterie. Coole Truppe, da war ich auch" Danach rollt er sich mit seinem Stuhl weg und siehe da, er hat keine Beine mehr.


Der Satz ging, glaub ich, so: "Die mobile Infanterie hat aus mir den Mann gemacht, der ich heute bin!" Das ist schon nicht mehr ironisch, sondern sarkastisch.
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Re: Total Recall 2012

Beitragvon Olaf » 1. Juli 2012 13:22

Sorry, aber wie man Verhovens Starship Troopers nicht für ne böse Satire halten kann, hab ich nie wirklich verstanden.
Der ist doch so gnadenlos überzeichnet, der kann gar nichts anderes sein.
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Re: Total Recall 2012

Beitragvon Thomas Wawerka » 1. Juli 2012 18:46

Olaf hat geschrieben:Sorry, aber wie man Verhovens Starship Troopers nicht für ne böse Satire halten kann, hab ich nie wirklich verstanden.
Der ist doch so gnadenlos überzeichnet, der kann gar nichts anderes sein.


Ich ja auch, aber die Frage muss gestellt werden: Würde ich einen ernst gemeinten Film dieser Art als solchen erkennen, oder würde ich ihn ebenfalls als Satire verstehen? Man kann sich politische Propaganda, vor allem vom extremistischen Rand her, in einem Film ja gar nicht mehr ernsthaft vorstellen. Das ist für die meisten von uns, schätze ich, ein Unding.
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Re: Total Recall 2012

Beitragvon Montag » 2. Juli 2012 09:36

Ich hab mich mal vom Youtube-Vergleich inspirieren lassen und den alten Total Recall geguckt. Und ich muss sagen, dass ich sehr positiv überrascht war. Vor allem welche verschiedenen Plot-Fäden miteinander verwebt wurden, ist ziemlich beeindruckend. Da geht es natürlich um Arnie und die Frage, wer er ist. Das fand ich schon ziemlich gut gemacht. Ich hatte den Film schon ewig nicht mehr gesehen und konnte mich eigentlich auch nur an ein paar Szenen erinnern. An die Plot-Twists zum Beipiel konnte ich mich gar nicht erinnern. Der Grund, warum ich die dann doch nicht überraschend fand, war, dass ich sie in irgendwelchen Serien schon mal gesehen hatte. Aber 1990 hätte mich das wahrscheinlich umgehauen.
Und neben all diesen Wer-bin-ich-und-was-ist-wirklich-Fragen gibt es noch Mars-Rebellen, Mutanten und außerirdische Artefakte. Der Film ist randvoll mit coolen Dingen. Die Musik ist eine typische Jerry-Goldsmith-Arbeit.

Abzug kriegt der Film nur für das Produktionsdesign. Das sieht so unglaublich nach Plaste aus, echt ein bisschen billig. Aber sicher war auch das Teil des Konzepts.
8 von 10 verdammt abgebrüte Psychologen, die dir erzählen, dass du das alles gerade träumst
Montag
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Re: Total Recall 2012

Beitragvon breitsameter » 2. Juli 2012 09:40

Montag hat geschrieben:Abzug kriegt der Film nur für das Produktionsdesign. Das sieht so unglaublich nach Plaste aus, echt ein bisschen billig. Aber sicher war auch das Teil des Konzepts.


»Total Recall« war einer der letzten grossen Hollywood-Filme, der für aufwendige Effektshots mit großen, gebauten Miniaturen arbeitete (so wurde ein Stück Marslandschaft in verkleinerter Form im Studio für einige Kamerafahrten nachgebaut), andererseits wurden hier aber auch erste aufwendigere CGI-Effekte eingesetzt (vor allem in der Szene mit der Röngtenschleuse).

Mehr zur Produktion gibt's hier nachzulesen:
http://www.sf-fan.de/klassiker-bis-1990/die-totale-erinnerung-total-recall-1990.html
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