von Thomas Wawerka » 11. Juni 2012 18:54
Eigentlich eine genauso überflüssige Diskussion wie "Internet als Kriegswaffe". Es ist ein Medium, und klar: "the medium is the message", was nichts anderes heißt als: Jedes neue Medium verändert das Leben und Verhalten der Menschen zueinander. Aber es sind immer noch dieselben Menschen, deren Leben und Verhalten zueinander verändert wird. Wenns um die Frage "überleben oder nicht" ginge, würden wir gegeneinander kämpfen, mit oder ohne Internet. Ansonsten begegnen wir uns als weitgehend freundliche und annehmbare Zeitgenossen.
Ich selbst finde das Internet eine sehr gute Erweiterung meiner Kommunikationsmöglichkeiten. Meine "Freunde" auf Facebook sind nur zum geringen Teil wirklich eng mit mir befreundet. Andere Leute, die ich sonst aus den Augen verloren hätte (oder habe), kann ich aus der Ferne beobachten. Wieder andere - wie die Mitglieder dieses Forums - kenne ich gar nicht persönlich, aber ich kann auf eine sehr angenehme Art Gedanken mit "Gleichgesinnten" austauschen. Insofern trägt das zur Vielfalt der Kommunikationsweisen deutlich bei, von der Informationsfrage mal ganz abgesehen. Ich würde es weder dämonisieren noch utopisieren. Es wird uns nicht den Weltfrieden bringen und auch keinen neuen Weltkrieg auslösen. Wahrscheinlich wird es qualitativ überhaupt nicht mehr bringen als das, was wir bisher haben. Nur die Quantität der Beiträge in Foren, der Pornovideos, der youtube-Filmchen etc. wird weiter steigen. Kein Aufreger mehr, weder in positiver noch negativer Hinsicht, würde ich sagen.
"Hilfreich wäre es, wenn wir die, die sich dem Leistungsdruck widersetzen, bewundern, anstatt sie als Loser anzusehen." -
Svenja Flaßpöhler