Im Grunde genommen ist jede Flugbahn eines Objekts im Sonnensystem ein Ellipsenausschnitt. Es kann durch die Einflüsse der Gravitation (Sonne, Planeten, Monde etc.) keine exakt gerade Flugbahn geben. (Ich will jetzt hier nicht auf Relativitätstheorie, Raumzeit etc. eingehen. - "Danke!"

) Hohmanns-Orbits bestehen aus mehreren solcher elliptischen Bahnausschnitte, die zusammengesetzt wurden.
Ein Raumschiff wie z.B. Apollo 11 damals hat Paradebeispiele für Hohmann-Orbits verwendet. Zuerst ist es in den Orbit geschossen worden. Diese Umlaufbahn war nicht wirklich kreisförmig, sondern schwach elliptisch, wobei der Unterschied aber gering war (das trifft auf praktisch alles zu, was Menschen ins All schießen...). Beim sogenannten Mondeinschuss wurde Apollo 11 relativ stark beschleunigt. Die Flugbahn von Apollo 11 krümmte sich dabei wie eine sehr langgezogene Ellipse. Wäre das Schiff nicht in die Mondnähe gelangt und hätte die Mondschwerkraft es nicht zu sich herangezogen, wäre Apollo 11 zwar nicht völlig aus dem Schwerefeld der Erde entkommen, hätte aber diese extrem weitgezogene Ellipse vollendet und wäre nach einigen zusätzlichen Tagen wieder zur Erde zurück
gestürzt. (Daher rührt übrigens die Phrase "Rücksturz zur Erde!" in Raumpatrouille Orion - bei einem interstelllaren, überlichtschnellen Raumschiff eher ein Gag als sinnvoll verwendete Terminologie...) Das war übrigens eine der sogenannten Rückkehroptionen bei einem Missionsversagen: auch die fehlgeschlagene Apollo 13 hätte, wenn sie den Mond verfehlt hätte, eine solche langgezogene Rückkehrbahn eingeschlagen. Vermutlich hätte die Besatzung von Apollo 13 das aber nicht mehr erlebt. Apollo 11 aber hatte genug Reserven (Strom, Luft etc.), um nach einer solchen Rundreise wieder auf der Erde zu landen.
Hier erkennt man Vor- und Nachteile von Hohmann-Orbits: man fliegt ein bisschen schneller, riskiert aber beim Verfehlen des Ziels extrem weit hinauszuschießen. Man spart etwas Zeit, verfeuert aber mehr Treibstoff, was höhere Startgewichte und somit höhere Kosten bedeutet.
Die NASA verwendet heute kaum noch Hohmann-Orbits bei Missionsplanungen. Sie schießen ihre Raumsonden auf SwingBy-Manöver. Man kann z.B. eine Sonde erst um den Mond herum schwingen lassen, um sie dann Richtung Venus zu schicken, wo sie nochmal Schwung nimmt für einen Flug ins äußere Planetensystem, wo sie bis zum Saturn fliegt. Das dauert sehr viel länger - manchmal umkreisen solche Sonden mehrmals die Sonne, bis ihre schleifenförmigen Manöver sie etwa zum Merkur gelangen lassen - hat aber einen beträchtlichen Kostenvorteil, da man weniger Treibstoff kalkuliert. Den eingesparten Treibstoffanteil an der Nutzlast kann man für ein weiteres Instrument zur Erforschung des Ziels verwenden.
Der Hintergrund eines SwingBy ist, das über die Schwerkraft zwei Körper aneinander gebunden sind. Eine Raumsonde ist ein sehr, sehr kleines Objekt, ein Planet wie Venus ein sehr viel größeres. Trotzdem tauschen sie gewissermaßen Bewegungsenergie aus. Und indem sich die Sonde um die Venus herumschwingt, entzieht sie der Venus ein geringes bisschen Gravitationspotenzial und setzt es in eigene Bewegung um. (Nach dem gleichen Prinzip werden kleine Himmelskörper aus Ansammlungen von größeren herausgeschleudert; Sterne aus Kugelsternhaufen etwa, Sternhaufen aus Galaxien, Zwerggalaxien aus ganzen Galaxienclustern...) Die Venus wird sich daraufhin um eine Mikrosekunde im Jahr langsamer drehen oder um ein paar Mikrometer von ihrer Umlaufbahn abweichen.
Hohmann-Orbits müssen übrigens, wie mir gerade eingefallen ist, nicht zwangsläufig elliptisch sein. Das ist nur der Fall, solange die Fluchtgeschwindigkeit nicht übertroffen wird, sich also das Raumfahrzeug nicht schnell genug bewegt, um das Schwerefeld irgendwann zu verlassen.
Ist das doch der Fall, wird die Flugbahn hyperbolisch. Im Fall der Sonne heißt das: alles, was schneller als 72 km/sek ist, wird das solare Schwerefeld garantiert wieder verlassen.
Schnellere Triebwerke sind ja ganz gut und schön - aber der Vorteil von langsamen Flügen ist, das man am Ziel ankommt (weil es einen sozusagen einfängt) und nicht darüber hinausschießt. Ein Triebwerksversagen wäre ziemlich fatal für eine schnelle Marsmission...
Vielleicht kennt jemand ein paar interessante Links dazu und kann sie hier posten?