Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

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Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Beitragvon don redhorse » 10. Juli 2012 06:49

jeamy hat geschrieben:von welcher zukunft reden wir? wie weit entfernt?
muss der mensch als mensch erkennbar sein? was ist mit cyborgs, die sich, je nach umweltsituation, formen, anpassen, wie es für das überleben (vor allem im weltall und auf für uns noch unbekannten planeten) am günstigsten erscheint?
der menschliche körper ist ein denkbar ungeeignetes vehikel, wenn man das weltall erobern will. was spricht gegen computerintelligenzen, versehen mit menschlichen "geistern" (erfahrungen, wissen, erinnerungen, gespeichert auf einem chip), die sich vom fleisch getrennt haben und vielleicht sogar nur noch als miniaturroboterschwärme durchs weltall gondeln, getragen von sternenwinden?
wären das keine menschen, wenn sie sich selbst als menschen, als die direkten nachkommen der erdenmenschen,sehen?

vielleicht haben wir deshalb keine ausserirdischen entdeckt, weil wir von falschen vorstellungen ausgehen. vielleicht sind sie schon da?


Es geht um Evolution, also das, was sich aus der biologischen Substanz als solchen entwickelt. Dazu gehören keine Cyborg-Implantate - die werden hergestellt und eingebaut. Inwiefern einmal der massive Einsatz von Nanotechnologie auf zellulärer Ebene - als integraler Bestandteile einer jeden Zelle - einmal die biologische Evolution einmal maßgeblich beeinflusst, kann zwar wundervoll spekuliert werden, aber da es real keine Ansätze dafür gibt (im Gegensatz zu Manipulationen der DNS), ist es selbst für uns SF-Fans müßig, sich darüber Gedanke zu machen.
SOOO ungeeignet ist der menschliche Körper insgesamt nicht für die Eroberung des Weltraums. Immerhin sind wir die ersten irdischen Lebensformen in 4,6 Mrd Jahren, die es geschafft haben, lebend die Erdatmosphäre zu verlassen. Es gibt einen Haufen zäherer Organismen als uns, aber von denen hat keines ein Raumschiff bauen können. :wink:
Es ist auch müßig zu spekulieren, ob ein "beseelter" Roboter, der von Menschen gebaut wurde, selbst das Kriterium der Menschlichkeit erfüllt. Man kann heute einen Computer programmieren, der im Chat so antwortet, als wäre er ein Mensch - ist er deshalb einer?
Man kann auch spekulieren, ob biologische Nachfahren des heutigen Menschen irgendwann aufhören, sich als Mensch zu betrachten - und sei es nur deshalb, weil sie unter dem Druck der natürlichen Anpassung und Auslese ihre höhere Intelligenz verloren hätten. Ein großes, leistungsfähiges Gehirn verbraucht eine Riesenmenge Kalorien; bei langanhaltender Nahrungsknappheit würde unter natürlichen Bedingungen eine allmähliche Reduktion der gesamten Körpergröße, aber insbesondere des Gehirns einhergehen. Diese Neigung zum Zwergwuchs ist auf isolierten Inseln sehr häufig bei großen Tieren und Pflanzen dokumentiert worden, z.B, auf Mittelmeerinseln. Inzwischen gibt es auch den anthropologischen Nachweis zwergwüchsiger Bewohner der Insel Flores bis vor wenigen Jahrzehntausenden. In der Presse hat man diesen Frühmenschentypus "Hobbit" genannt. :kopfschuettel: Zuerst einmal würde eine leichte Schrumpfung des Körpers als auch des Hirns nicht mit einer Minderung der Intelligenz einhergehen, aber bei extremem Nahrungsmangel leidet ein Mensch definitiv unter Bewusstseinstrübungen. Das Gehirn schaltet die nicht unmittelbar fürs Überleben nötigen Funktionen ab - es fährt auf ein niedrigeres Level herunter, könnte man sagen. Das geschieht auch mit anderen Organen und den Muskeln (es kommt zu Atrophien und ähnlichem). Wenn sich eine postmoderne Menschengruppe über viele Generationen hinweg an solche Bedingungen anpassen müsste, wäre es vorbei mit dem Homo sapiens sapiens. Unter dem Druck der natürlichen Auslese würden sich nicht gerade die feingliedrigen Intellektuellen fortpflanzen, sondern eben doch eher die robusten Idioten. Allein schon, weil im Kampf um Nahrung Muskeln einen Vorteil gegenüber einem großen Kopf haben.
Die Bilder in obigem Buch - auch wenn sie stellenweise lächerlich wirken - zeigen ja nicht nur postmoderne Übermenschen, sondern auch hominides Nutzvieh. Die Frage, die sich mir da stellt, ist weniger "Oh Gott, wie können die nur Menschen essen?", sondern: warum sollte man sich die Mühe machen, überhaupt noch komplette Menschen zu züchten, um sie zu essen, wenn es doch eh nur um Fleisch geht? Der Verfasser des Buches unterstellt, das die Technik einmal so hoch entwickelt ist, das man spezifisch angepasste Hominiden kreiert, also reden wir hier eigentlich über genetic engineering; und weniger über Evolution. Naja, einen GANZEN Organismus durchzufüttern, obwohl es nur ums Filet geht, ist Ressourcenverschwendung.
Mich würde interessieren, ob es einmal Sekten geben wird, die sich durch Genmanipulation dergestalt an ihre Ideale anpassen, das sie mit dem Menschen-Prototypen (uns) nichts mehr gemein haben. Vielleicht bis hin zur Aufgabe der Intelligenz - immerhin heißt es in der Bibel: "Selig sind die geistig Armen, denn ihrer ist das Himmelreich."
Idiotie als Weg zum Heil - umgesetzt mit den Mitteln der Gentechnik???
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Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Beitragvon Thomas Wawerka » 10. Juli 2012 08:29

breitsameter hat geschrieben:Mittlerweile ist der Mensch soweit, dass er sich einer »normalen Evolution« nicht mehr unterwerfen muss.


Das stimmt so nicht. Ist ein Denkfehler, dem ich auch lange unterlag. Evolution findet immer statt. Wir haben es zwar geschafft, uns von der Natur abzukapseln, weshalb es keinen natürlichen Anpassungsdruck mehr gibt. Aber der "evolutionsbiologische Mechanismus" läuft trotzdem ab. Wir haben wieder neue Umweltbedingungen geschaffen, auf die die menschliche Körperbiologie genauso reagiert. Die Körperbiologie reagiert immer. Fertilität ist ein Beispiel - im Schnitt gibts in der westlichen Kultur mehr unfruchtbare Menschen als in naturnahen Kulturen. Krebs ist ein Beispiel. Man muss sich das vorstellen wie einen offenen Bereich, innerhalb dessen die Körperbiologie alles mal durchprobiert. 90 Prozent dieser Versuche sind vielleicht Ausschuss und gehen drauf. Aber ein Prozent passt vielleicht besonders gut. Die Körperbiologie ist nichts allzu festgelegtes, da gibts einen Toleranzbereich, eine Skala, auf der dauernd hoch und runter gefahren wird. Dabei wird viel biologischer Müll produziert, Erbkrankheiten und was weiß ich fürn Mist. Aber das ist halt der Preis, den wir dafür zahlen, dass wir anpassungsfähige Organismen sind. Die Biologie sorgt sozusagen vor: Wenn veränderte Umweltbedingungen auftreten (was ja unter Umständen sehr schnell gehen kann), ist es einfach mal zu spät, sich anzupassen - entweder es gibt ein Modell, das unter diesen Bedingungen überleben kann, oder die gesamte Spezies stirbt halt aus.
Aber es gibt auch unglaublich interessanten "Ausschuss" - Zeugs was kein Mensch braucht und eben trotzdem passiert. Schöne Beispiele kann man bei "Stan Lee's Superhumans" anschauen: http://www.rtl2.de/93169.html
Noch krasser ist dieser Fall: http://de.wikipedia.org/wiki/Brooke_Greenberg
(Beides auch detaillierter auf YT.) Meine Schwester arbeitet als Krankenschwester und sagt immer: "In der Medizin gibt es nichts, was es nicht gibt." Was letztendlich nur bedeutet: Die Körperbiologie reagiert immer. Was irgend geht, wird auch ausprobiert. Ob es Folgen für die gesamte Spezies hat, ob es sich durchsetzt, ist eine ganz andere Frage. Die ist schlicht und einfach nicht zu beantworten.
In der Hauptsache können wir eine Schlussfolgerung für die Zukunft ziehen: Wir sind eine Spezies, die auf häufige Fortpflanzung und große Nachkommenschaft angelegt ist. Natürlicherweise würde ein erheblicher Teil dieser Nachkommenschaft sterben. Dafür verfügt die Spezies insgesamt über eine große Bandbreite von Modellen und ist deshalb anpassungsfähig wie sonst kaum ein irdischer Organismus (okay, Bakterien - ich rede von komplexen Organismen ... Ratten vielleicht noch, aber deren Evolution ist auch nur ne Sekundärerscheinung aufgrund der menschlichen Kultur: die surfen auf unserer Welle, sozusagen). Von dem Tag an, da die Weltbevölkerung stagniert oder zurückgeht, wird es weniger Modelle geben, und die Spezies Homo sapiens wird damit insgesamt über weniger Anpassungsfähigkeit verfügen und als solche deshalb gefährdeter sein. Jetzt könnte man mit der Gentechnik kommen und dies und das vorschlagen ... aber welcher Gentechniker könnte es verantworten, 90 Prozent Ausschuss zu produzieren? Kein Gentechniker weiß ja, welche Modelle in Zukunft gebraucht werden, deshalb müsste immer noch die gesamte Bandbreite der Möglichkeiten durchprobiert werden. Gentechnik kann biologische Monokulturen schaffen, optimal auf bekannte Umweltbedingungen abgestimmte Modelle. Aber eben nur auf bekannte. Das ist der Ärger mit der Zukunft, sie ist und bleibt unbekannt.
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Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Beitragvon Uschi Zietsch » 10. Juli 2012 09:36

Evolution durch Mutation (und nur auf diese Weise findet Evolution statt) kann niemals verhindert oder kontrolliert werden. Bei aller Gentechnik hat man keine Chance, darauf Einfluss zu nehmen, welches Gen an- und welches ausgeknipst wird, denn dies geschieht durch äußere Einflüsse. "Devolution" gibt es natürlich nicht, denn selbst eine "Rückentwicklung zum Affen" ist eine durch Mutation ausgelöste Evolution = "Weiterentwicklung". Das bedeutet nicht automatisch "höheres Niveau" in unserer Weltanschauung, sondern ist eine schlichte Entwicklung irgendwohin, gesteuert durch Selektion und Anpassung.
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Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Beitragvon breitsameter » 10. Juli 2012 09:52

Uschi Zietsch hat geschrieben:Evolution durch Mutation (und nur auf diese Weise findet Evolution statt) kann niemals verhindert oder kontrolliert werden.


Verhindern kann ich es nicht, aber ich kann es effektiv - so ich will - herausselektieren. Der Weg zum »Standardmensch« wird heute bereits beschritten (Abtreibung bei Vorliegen von Gendefekten, Erbkrankheiten, usw. ...), sollte man es wollen, könnte man diesen Weg weiter konsequent beschreiten. Die natürliche Evolution des Menschen wäre damit ausgeschlossen.
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Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Beitragvon muellermanfred » 10. Juli 2012 10:08

Hat schon jemand „Die letzten und die ersten Menschen“ gesagt? Olaf Stapledon hat das Thema trotz des begrenzten Wissens seiner Zeit sehr erschöpfend und konsequent abgehandelt. Ein Buch, das ich nie hergeben werde.
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Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Beitragvon Knochenmann » 10. Juli 2012 10:25

breitsameter hat geschrieben:
Uschi Zietsch hat geschrieben:Evolution durch Mutation (und nur auf diese Weise findet Evolution statt) kann niemals verhindert oder kontrolliert werden.


Verhindern kann ich es nicht, aber ich kann es effektiv - so ich will - herausselektieren. Der Weg zum »Standardmensch« wird heute bereits beschritten (Abtreibung bei Vorliegen von Gendefekten, Erbkrankheiten, usw. ...), sollte man es wollen, könnte man diesen Weg weiter konsequent beschreiten. Die natürliche Evolution des Menschen wäre damit ausgeschlossen.


Das halte ich für ein Gerücht. Man legt sich nicht ungestraft mit einer der grundsätzlichsten Kräfte der Biologie an.
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Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Beitragvon L.N. Muhr » 10. Juli 2012 10:27

Wie sieht denn die Strafe aus, wenn man die Evolution verärgert? Eine Runde aussetzen?
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Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Beitragvon Olaf » 10. Juli 2012 10:46

Knochenmann hat geschrieben:
breitsameter hat geschrieben:
Uschi Zietsch hat geschrieben:Evolution durch Mutation (und nur auf diese Weise findet Evolution statt) kann niemals verhindert oder kontrolliert werden.


Verhindern kann ich es nicht, aber ich kann es effektiv - so ich will - herausselektieren. Der Weg zum »Standardmensch« wird heute bereits beschritten (Abtreibung bei Vorliegen von Gendefekten, Erbkrankheiten, usw. ...), sollte man es wollen, könnte man diesen Weg weiter konsequent beschreiten. Die natürliche Evolution des Menschen wäre damit ausgeschlossen.


Das halte ich für ein Gerücht. Man legt sich nicht ungestraft mit einer der grundsätzlichsten Kräfte der Biologie an.

Klngt bei dir grad zwar etwas arg pathetisch, aber ich denke auch, daß das mit den Genmanipulationen sich als nicht so einfach herausstellen würde und man irgendwann merkt, daß die ach so tollen genetischen Verbesserungen doch einige unerwartete Nebenwirkungen haben.

Manfred: Gerade gesehen, von Stabledons "Die ersten und die letzten Menschen" erscheint im Dezember bei Heyne eine Neuausgabe zusammen mit "Der Sternenschöpfer".
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Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Beitragvon Knochenmann » 10. Juli 2012 11:46

L.N. Muhr hat geschrieben:Wie sieht denn die Strafe aus, wenn man die Evolution verärgert? Eine Runde aussetzen?


Die neuen superresisten Bakterien ist ein gutes Beispiel dafür was dabei rauskommt wenn man die Evolution ignoriert. Ein anders hübsches Beispiel: Genmanipuliertes Gras erzeugt nach 15 Jahren Zyanid.

Ich glaub nicht das man so einfach in einem Gennom oder gar Ökosystem rumpfuschen kann um damit die Evolution zu überrumpeln.
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Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Beitragvon L.N. Muhr » 10. Juli 2012 12:00

Auch du mißverstehst die Evolution. Das ist ein komplett wertfreier Prozeß, nicht eine Wesenheit mit Ziel & Plan. Die Evolution lässt sich nicht "überrumpeln" - in dem Sinne, dass da nichts zu überrumpeln ist. Du kannst auch einen Fluß nicht überrumpeln: "Haha, du blöde Elbe - mit diesem Kanal habe ich es dir gezeigt und dich in deine Schranken verwiesen." - Elbe: "*rausch rausch*"

Was du meinst, sind unintendierte Folgeprozeße menschlichen Handelns. Mehr nicht.

Die Personifizierung menschlicher Prozeße ist letztlich eine archaische, mit abergläubischen Vorstellungsbildern verwandte Denkweise.
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Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Beitragvon Bully » 10. Juli 2012 12:29

Bei den Menschenabkömmlingen, die zu Affenartigen werden - wieso belegen keine anderen Tiere diese Nischen? Affen stammen von Spitzhörnchen ab, die bis auf die Zähne wie Eichhörnchen aussehen. Was würde die Entwicklung von Nageaffen oder Beutelaffen (die von Baumkänguruhs abstammen) ausschließen? Außer, dass jemand Eichhörnchen und Baumkänguruhs ausrottet, vllt.?
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Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Beitragvon Thomas Wawerka » 10. Juli 2012 12:30

breitsameter hat geschrieben:
Uschi Zietsch hat geschrieben:Evolution durch Mutation (und nur auf diese Weise findet Evolution statt) kann niemals verhindert oder kontrolliert werden.


Verhindern kann ich es nicht, aber ich kann es effektiv - so ich will - herausselektieren. Der Weg zum »Standardmensch« wird heute bereits beschritten (Abtreibung bei Vorliegen von Gendefekten, Erbkrankheiten, usw. ...), sollte man es wollen, könnte man diesen Weg weiter konsequent beschreiten. Die natürliche Evolution des Menschen wäre damit ausgeschlossen.


Abtreibung ist ja erstmal ein Vorgang der "natürlichen Zuchtwahl". Damit kriegst du vielleicht beim nächsten "Wurf" gesündere Exemplare heraus, aber mehr noch nicht. Selbst wenn alle Kinder mit Krebsrisiko abgetrieben würden, würde das noch lange nicht bedeuten, dass es danach keinen Krebs mehr gäbe. Der evolutionsbiologische Mechanismus ist ja weiterhin intakt, geht die Skala rauf und runter, reagiert auf Umweltgifte, Sonnenstrahlung und was weiß ich. Der bleibt auch intakt, wenn du an den Genen rumfriemelst (und bezieht veränderte Gene wahrscheinlich sogar in die "Ausgangsberechnung" mit ein) - es sei denn, du findest das Gen, das für diesen Mechanismus verantwortlich ist, und schaltest es aus ... Ich könnte mir aber vorstellen, dass nicht ein bestimmtes Gen dafür verantwortlich ist, sondern dieser Mechanismus aus einem Zusammenspiel verschiedener Komponenten resultiert, auf die wir angewiesen sind und die sich nicht so leicht ausschalten lassen. Das weiß ich nicht ... wüsste es aber gern. Hmmm - Biologen anwesend???
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Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Beitragvon Thomas Wawerka » 10. Juli 2012 12:32

Bully hat geschrieben:wieso belegen keine anderen Tiere diese Nischen?


Weil diese Nischen schon belegt sind.
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Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Beitragvon Uschi Zietsch » 10. Juli 2012 12:43

Thomas Wawerka hat geschrieben:Der bleibt auch intakt, wenn du an den Genen rumfriemelst (und bezieht veränderte Gene wahrscheinlich sogar in die "Ausgangsberechnung" mit ein) - es sei denn, du findest das Gen, das für diesen Mechanismus verantwortlich ist, und schaltest es aus ... Ich könnte mir aber vorstellen, dass nicht ein bestimmtes Gen dafür verantwortlich ist, sondern dieser Mechanismus aus einem Zusammenspiel verschiedener Komponenten resultiert, auf die wir angewiesen sind und die sich nicht so leicht ausschalten lassen.

So ist es. Wir können die Gene manipulieren, klar - aber wir können das An- und Ausknipsen niemals zu 100% kontrollieren. Und auch manipulierte Gene entwickeln sich durch Mutation weiter, die bleiben nicht so maßgeschneidert, wie wir sie gern hätten. Denn es ändern sich ja ständig die äußeren Einflüsse; es genügt dazu, zB in ein ganz anderes Klima zu wechseln oder die Ernährung umzustellen. Wir können also bis zu einem gewissen Teil regulierend eingreifen, indem wir einen "Design-Menschen" schaffen. Damit selektieren wir direkt und überlassen nicht alles der Natur, haben aber keine Kontrolle, dass selbst durch strengste "Zuchtauswahl" Gendefekte für immer ausgeschlossen werden. In jedem einzelnen Gen befinden sich Millionen Informationen. Eine kleine Veränderung, und eine Mutation wird angeregt (try and error).
Deswegen wird der Designte dennoch Krebs kriegen können, weil durch einen Faktor X das dafür vorgesehene Gen angeknipst wird. Oder ein Schutzgen wird durch Faktor X ausgeknipst. Oder wir überstehen eine Virusinfektion, das Virus hat aber einiges in unserem Immunsystem verändert, worauf wiederum die Gene reagieren. Oder wir essen mehr Tomaten als alle anderen Designten, und schon geht das An/Ausknipsen los.

Sobald wir keine 100% sterile Umgebung haben, in der sich niemals etwas verändert, haben wir niemals einen stabilen "Design-Menschen" - und übrigens auch keine immer unveränderlich und in einer Baureihe alle gleich funktionierenden Maschinen.
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Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Beitragvon Bully » 10. Juli 2012 13:01

Thomas Wawerka hat geschrieben:
Bully hat geschrieben:wieso belegen keine anderen Tiere diese Nischen?


Weil diese Nischen schon belegt sind.

Anders gefragt: warum entwickeln sich da ausgerechnet Menschennachkömmlinge in bestimmte Nischen?
Wenn alle großen Grassfresser (die meisten Paarhufer, Pferde, Nashörner, Elefanten) ausgestorben sind, warum sollten sich Menschen zu den neuen Großen Grassfressern werden? Und nicht Kaninchen und Hasen?
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