jeamy hat geschrieben:von welcher zukunft reden wir? wie weit entfernt?
muss der mensch als mensch erkennbar sein? was ist mit cyborgs, die sich, je nach umweltsituation, formen, anpassen, wie es für das überleben (vor allem im weltall und auf für uns noch unbekannten planeten) am günstigsten erscheint?
der menschliche körper ist ein denkbar ungeeignetes vehikel, wenn man das weltall erobern will. was spricht gegen computerintelligenzen, versehen mit menschlichen "geistern" (erfahrungen, wissen, erinnerungen, gespeichert auf einem chip), die sich vom fleisch getrennt haben und vielleicht sogar nur noch als miniaturroboterschwärme durchs weltall gondeln, getragen von sternenwinden?
wären das keine menschen, wenn sie sich selbst als menschen, als die direkten nachkommen der erdenmenschen,sehen?
vielleicht haben wir deshalb keine ausserirdischen entdeckt, weil wir von falschen vorstellungen ausgehen. vielleicht sind sie schon da?
Es geht um Evolution, also das, was sich aus der biologischen Substanz als solchen entwickelt. Dazu gehören keine Cyborg-Implantate - die werden hergestellt und eingebaut. Inwiefern einmal der massive Einsatz von Nanotechnologie auf zellulärer Ebene - als integraler Bestandteile einer jeden Zelle - einmal die biologische Evolution einmal maßgeblich beeinflusst, kann zwar wundervoll spekuliert werden, aber da es real keine Ansätze dafür gibt (im Gegensatz zu Manipulationen der DNS), ist es selbst für uns SF-Fans müßig, sich darüber Gedanke zu machen.
SOOO ungeeignet ist der menschliche Körper insgesamt nicht für die Eroberung des Weltraums. Immerhin sind wir die ersten irdischen Lebensformen in 4,6 Mrd Jahren, die es geschafft haben, lebend die Erdatmosphäre zu verlassen. Es gibt einen Haufen zäherer Organismen als uns, aber von denen hat keines ein Raumschiff bauen können.
Es ist auch müßig zu spekulieren, ob ein "beseelter" Roboter, der von Menschen gebaut wurde, selbst das Kriterium der Menschlichkeit erfüllt. Man kann heute einen Computer programmieren, der im Chat so antwortet, als wäre er ein Mensch - ist er deshalb einer?
Man kann auch spekulieren, ob biologische Nachfahren des heutigen Menschen irgendwann aufhören, sich als Mensch zu betrachten - und sei es nur deshalb, weil sie unter dem Druck der natürlichen Anpassung und Auslese ihre höhere Intelligenz verloren hätten. Ein großes, leistungsfähiges Gehirn verbraucht eine Riesenmenge Kalorien; bei langanhaltender Nahrungsknappheit würde unter natürlichen Bedingungen eine allmähliche Reduktion der gesamten Körpergröße, aber insbesondere des Gehirns einhergehen. Diese Neigung zum Zwergwuchs ist auf isolierten Inseln sehr häufig bei großen Tieren und Pflanzen dokumentiert worden, z.B, auf Mittelmeerinseln. Inzwischen gibt es auch den anthropologischen Nachweis zwergwüchsiger Bewohner der Insel Flores bis vor wenigen Jahrzehntausenden. In der Presse hat man diesen Frühmenschentypus "Hobbit" genannt.
Zuerst einmal würde eine leichte Schrumpfung des Körpers als auch des Hirns nicht mit einer Minderung der Intelligenz einhergehen, aber bei extremem Nahrungsmangel leidet ein Mensch definitiv unter Bewusstseinstrübungen. Das Gehirn schaltet die nicht unmittelbar fürs Überleben nötigen Funktionen ab - es fährt auf ein niedrigeres Level herunter, könnte man sagen. Das geschieht auch mit anderen Organen und den Muskeln (es kommt zu Atrophien und ähnlichem). Wenn sich eine postmoderne Menschengruppe über viele Generationen hinweg an solche Bedingungen anpassen müsste, wäre es vorbei mit dem Homo sapiens sapiens. Unter dem Druck der natürlichen Auslese würden sich nicht gerade die feingliedrigen Intellektuellen fortpflanzen, sondern eben doch eher die robusten Idioten. Allein schon, weil im Kampf um Nahrung Muskeln einen Vorteil gegenüber einem großen Kopf haben.Die Bilder in obigem Buch - auch wenn sie stellenweise lächerlich wirken - zeigen ja nicht nur postmoderne Übermenschen, sondern auch hominides Nutzvieh. Die Frage, die sich mir da stellt, ist weniger "Oh Gott, wie können die nur Menschen essen?", sondern: warum sollte man sich die Mühe machen, überhaupt noch komplette Menschen zu züchten, um sie zu essen, wenn es doch eh nur um Fleisch geht? Der Verfasser des Buches unterstellt, das die Technik einmal so hoch entwickelt ist, das man spezifisch angepasste Hominiden kreiert, also reden wir hier eigentlich über genetic engineering; und weniger über Evolution. Naja, einen GANZEN Organismus durchzufüttern, obwohl es nur ums Filet geht, ist Ressourcenverschwendung.
Mich würde interessieren, ob es einmal Sekten geben wird, die sich durch Genmanipulation dergestalt an ihre Ideale anpassen, das sie mit dem Menschen-Prototypen (uns) nichts mehr gemein haben. Vielleicht bis hin zur Aufgabe der Intelligenz - immerhin heißt es in der Bibel: "Selig sind die geistig Armen, denn ihrer ist das Himmelreich."
Idiotie als Weg zum Heil - umgesetzt mit den Mitteln der Gentechnik???





