Besten und schlechtesten Zyklen?

Die größte SF-Serie der Welt!

Re: Besten und schlechtesten Zyklen?

Ungelesener Beitragvon don redhorse » 31. Juli 2012 08:49

Kringel hat geschrieben:
don redhorse hat geschrieben:Wenn, ja wenn doch nur...

Eine ausschließlich von Hartmut Kasper, Andreas Eschbach, Frank Böhmert, Uschi Zietsch (obwohl mir ihr aktuellster Beitrag nicht so gut gefallen hat) und meinetwegen noch Michael Marcus Thurner sowie Leo Lukas geschriebene PR-Serie... hm! Interessante Vorstellung!

Hohlbein, Marrak, Borsch?
Wer sollte Expokrat werden?
Wie würde sich die Serie dann vielleicht entwickeln?
Ja, interessante Gedankenspiele; und leider nicht mehr als das...*seufz*
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Re: Besten und schlechtesten Zyklen?

Ungelesener Beitragvon Tanner Mirabel » 31. Juli 2012 08:56

Kringel hat geschrieben:
don redhorse hat geschrieben:Wenn, ja wenn doch nur...

Eine ausschließlich von Hartmut Kasper, Andreas Eschbach, Frank Böhmert, Uschi Zietsch (obwohl mir ihr aktuellster Beitrag nicht so gut gefallen hat) und meinetwegen noch Michael Marcus Thurner sowie Leo Lukas geschriebene PR-Serie... hm! Interessante Vorstellung!

Bloß nicht Lukas! Au weia, wenn er einfach mal nur SF schreiben würde, dann würde ich dir noch zustimmen. Aber wenn er ständig so einen Klamauk einbringt, wie z.B. in seinem letzten Roman (müsste 2657 gewesen sein), dann dreht sich mir diesbezüglich der Magen um. Und MMT ist mir in Bezug auf die PR-Serie meistens zu blutrünstig.
Aber bei den anderen Namen stimme ich dir zu.
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Re: Besten und schlechtesten Zyklen?

Ungelesener Beitragvon Kringel » 31. Juli 2012 10:29

Hohlbein? Nein Danke.
Borsch? Der muss erst noch ein bisschen üben. Kann er ja bei Neo tun.
Marrak? Gern!

@Tanner Mirabel: Och, wenn sich LL ein bisschen am Riemen reißt, sind die Romane teils köstlich. MMT hat einige hervorragende Romane zur Erstauflage beigesteuert, daran müsste er anknüpfen.
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Re: Besten und schlechtesten Zyklen?

Ungelesener Beitragvon L.N. Muhr » 31. Juli 2012 10:35

Tanner Mirabel hat geschrieben:
Kringel hat geschrieben:
don redhorse hat geschrieben:Wenn, ja wenn doch nur...

Eine ausschließlich von Hartmut Kasper, Andreas Eschbach, Frank Böhmert, Uschi Zietsch (obwohl mir ihr aktuellster Beitrag nicht so gut gefallen hat) und meinetwegen noch Michael Marcus Thurner sowie Leo Lukas geschriebene PR-Serie... hm! Interessante Vorstellung!

Bloß nicht Lukas! Au weia, wenn er einfach mal nur SF schreiben würde,


Tut er. Du definierst sie nur zu eng.

Ich kann das Geningel von Perry-Fans nicht mehr hören, die jeden phantastischen, lustigen, ironischen oder selbstironischen Ausflug im Serienkanon abqualifizieren. Lukas schreibt innerhalb einer SF-Serie kanonische Texte unter Verwendung des kanonischen Vokabulars. Was sonst als SF soll das denn dann sein?

Ist wie mit den Usern, die sich aufregen über zuviel "Fantasy". Dabei ist a) Fantasy was tolles, b) Genrevermengung was tolles und c) jede Science Fiction mit ins Unmögliche entwickelter Technik eigentlich eine Spezialform der Fantasy.

Ich mochte die Romane in der Tiefe damals übrigens, zumindest die von Mahr. Und ich schätze den M87-Zyklus wegen seiner Farbigkeit, auch oder weil er mit seiner Vielzahl skuriller Fremdvölker und bunter Schauplätze eine starke Fantasy-Atmosphäre ausdünstet.
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Re: Besten und schlechtesten Zyklen?

Ungelesener Beitragvon don redhorse » 31. Juli 2012 11:17

Da waren die Hilfsvölker der Kaiserin und Bardiocs aber deutlich fantasy-mäßiger: die Hulkoos und Choolks etc. M87 hatte eine nachvollziehbare Kastenstruktur, und es gab zwar das, was man als Science Fantasy definiert, aber nichts allzu Abzugehobenes. Lediglich die Hyper-Mega-Hohlsonne im Zentrum war mir beim besten Willen too much. Das ist bei all den Megalomanie-Debatten völlig unbeachtet geblieben, dabei schlägt die Kunstsonne der KdZ locker alles, was später den Kosmokraten-Bütteln und vergleichbaren Über-Super-Zivilisationen und Utra-Giga-Artefakten angedichtet wurde. Tiefenland: Durchmesser ein Lichtjahr? Loolandre: ein paar hundert Millionen Kilometer? BITTE: KdZ-Sonnenversteck: mehr als achttausend Lichtjahre bei 5 Millionen Kilometer Schalendicke! Wieviele Billionen Sonnenmassen kommen da eigentlich zusammen? Müsste das Ding nicht allein aufgrund der Eigenmasse die ganze Riesengalaxis M87 kollabieren lassen? Ach ja, ich weiß: Dimesexta-Paratron-Hüperdüpertüchnük-Schnückschnöck. Auch wenn mir mit damals zarten 16 Jahren die Astrophysik noch ein Buch mit sieben Siegeln war (heute sind's nur noch fünf bis sechs...), wusste ich doch sozusagen instinktiv, das hier gewaltig gebockmistet wurde. Selbst für den Wissensstand Mitte der Sechzigerjahre. Also, Kurt Mahr hat das Ding sicher nicht konzipiert...
Überhaupt war "echte" Fantasy-Thematik bei PR nie ein großes Problem; eher bei ATLAN, wo man auf einem durchs Universum reisenden Kontinent plötzlich mit nordischen Göttergestalten zusammentraf.
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Re: Besten und schlechtesten Zyklen?

Ungelesener Beitragvon Kringel » 31. Juli 2012 12:36

Ellen hat völlig Recht. Ich muss mich immer wieder selbst züchtigen, wenn ich mal wieder denke: "sowas will ich in der PR-Serie nicht lesen!" Was auch immer "sowas" sei: Humor, Gewalt, Sex, Tentakel, Elfen, Stentral und Oltran, Klonelefenten im Kampfanzug...

Denn: Warum eigentlich nicht?

Gut, übertreiben sollte man es damit nicht, und manchmal schlägt LL für meinen Geschmack etwas zu sehr über die Stränge. Aber ich möchte auf ihn in der PR-Autorenriege nicht mehr verzichten.
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Re: Besten und schlechtesten Zyklen?

Ungelesener Beitragvon L.N. Muhr » 31. Juli 2012 14:44

Was die Cappins angeht, würde ich die Qualität des Zyklus nicht auf die Autoren allein schieben. Ein Heft pro Monat war - und ist - für einen Heftromanautor eigentlich ein Minimum, um über die Runden zu kommen. Perry Rhodan zählte hier aufgrund seiner exzeptionell guten Honorare zu den wenigen Möglichkeiten, langsamer und weniger - und damit hochwertiger - zu schreiben. Um die Produktivität der Autoren einschätzen zu können, muss in dem Fall allerdings noch Atlan, die Planetenromane und Terra hinzugezählt werden. Auf jeden Fall hat Voltz auch in den beiden vorherigen Zyklen rund 25 Hefte abgeliefert.

Man sollte allerdings bedenken, dass K.H. Scheer zu dem Zeitpunkt schwer erkrankt war, was ja im Schwarm-Zyklus zur Notlösung der kurzzeitigen Exposé-Abgabe führte. Auch den Cappin-Zyklus dürfte er nur unter Problemen konzipiert und zu Ende geführt haben. Mit dem Cappin-Zyklus beginnt eine Phase von immerhin vier Zyklen bzw. 250 Heften, die sich essentiell um Entkörperlichung und den Wert des Geistes drehen. Das als Reaktion Scheers auf seine eigenen körperlichen Probleme zu deuten, liegt nahe.

Mit diesem neuen Kernthema findet auch ein Bruch zum vorherigen Kernthema der Serie statt, der Expansion. Mit Erreichen des Cappin-Zyklus expandiert das Solare Imperium nicht mehr, sondern zerfällt. Nur im Cappin-Zyklus haben wir noch eine Fernexpedition, die allerdings unter fragwürdigem Motiv steht ("Wir müssen Ovaron nach Hause bringen"). Die folgenden drei Zyklen stellen allesamt entweder Reaktionen auf Bedrohungen vor der eigenen Haustür dar, die zudem alle eher esoterischer Natur (Schwarmverdummung, Superintelligenzenschach) sind, oder bieten gar keinen eigentlichen Gefahrenpunkt. Der Altmutantenzyklus ist schon deshalb faszinierend, weil er das früheste Beispiel für den Verzicht auf eine (tatsächliche) Bedrohung als Katalysator der Geschehnisse darstellt.

Insgesamt stellt sich Perry Rhodan ab dem Cappin-Zyklus als völlig neue Serie dar, nicht nur wegen des Zeitsprungs, sondern auch durch den Wechsel in Sujet und Tonfall.

Anmerken möchte ich, dass hans Kneifel im Cappin-Zyklus einige seiner interessantesten Rhodan-Arbeiten geliefert hat.
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Re: Besten und schlechtesten Zyklen?

Ungelesener Beitragvon Ming der Grausame » 31. Juli 2012 15:00

L.N. Muhr hat geschrieben:Insgesamt stellt sich Perry Rhodan ab dem Cappin-Zyklus als völlig neue Serie dar, nicht nur wegen des Zeitsprungs, sondern auch durch den Wechsel in Sujet und Tonfall.

Wobei man schon festhalten muss, dass die Geschichten um die Lemurer und den Nullzeitdeformator, die im Cappin-Zyklus verarbeitet wurden, logisch schon sehr hanebüchen waren.
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Re: Besten und schlechtesten Zyklen?

Ungelesener Beitragvon lapismont » 31. Juli 2012 15:16

Ich bin damals mitten in der großen Leere eingestiegen und wäre nicht dabei geblieben, hätte es mir nicht gefallen. Ich mochte die Rätsel, die Ennox und ganz besonders die beiden Spinnen.

Dann habe ich ne Zeitlang angefangen, von 1 an zu lesen, parallel die Nachauflagen ab 600 und und 1200. Das waren zum Teil komplett andere Serien.

MDI hatte ungeheuren Drive, es passierte viel und das meiste davon ohne Nachzudenken.

Die ganze Welt der Kosmokraten, Zwiebelschalenmodell und uralte Zivilisationen, haben mich zunächst begeistert, aber zunehmend überfraß ich mich damit. Und wohl auch das Team, Thoregon endete aus meiner Sicht mit einer Implosion. Wenig später stieg ich aus, als zu erkennen war, dass der Nachfolgezyklus fast dieselbe Geschichte erzählte.

Irgendwie fand ich es als Neuleser total spannend, immer wieder von coolen Umbrüchen zu lesen. Zeitsprünge, Gehirntausch, Anderes Universum, Verdummung, Invasion und Befreiungskämpfe, kosmische Rätsel.

Aber heute habe ich das _Gefühl_ PR ist ausgelutscht.

Also mein Lieblingszyklus: Große Leere
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Re: Besten und schlechtesten Zyklen?

Ungelesener Beitragvon Olaf » 31. Juli 2012 15:29

Ab den Cappins wurde, fand ich, auch der Tonfall düsterer. Im großen und ganzen gefiel mir der Zyklus gar nicht schlecht.
Was ich nur ganz mies fand, war wie Michael Rhodan wieder in die Serie geschrieben wurde.
Klaro, der taucht einach mal in der Vergangenheit wieder auf, wo ihn doch alle für tot gehalten haben und Pappa und Sohn fallen sich mal kurz in die Arme. Neeee, das war gar nix.
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Re: Besten und schlechtesten Zyklen?

Ungelesener Beitragvon don redhorse » 31. Juli 2012 15:40

Ach, diese inkonsistenten Zeitreise-Schwuchteleien waren bei PR doch von Anfang an dabei. Ob es sich um bizarre Zeittransformer der Akonen handelt, die ein untergegangenes Arkon heraufbeschwören, oder um den ultimativen Deus Ex Machina in Form von OLD MAN als Resultat der MdI-Zeitreisen. Die Nullzeitdeformatoren waren noch halbwegs plausibel geschildert, aber später dann die Zeitweichen von Seth Apophis - ach herrje... Und das mit dem ATG-Zeug hab ich rein von der Funktionsweise nie so richtig kapiert und das ganze unter "in einem andere Kontinuum untergetaucht" abgehakt. (Ja, okay, immer ein paar Minuten in die Zukunft entrückt...)
Was Roi Danton angeht: solange Perry seinen Tod nicht nur geträumt hat und erst tausend Jahre später aufwachend merkt, das Filius doch noch lebt...
Das sang- und klanglose Abservieren der übrigen Rhodan-Abro-Familie fand ich da viel ärgerlicher. Den Altmutanten widmete man die Second Genesis-Crisis und damit den grandiosen und gleichermaßen furchterregenden PR-Roman #408 (ein Schlüsselroman, in dem das Solare Imperium stückweise zu Grabe getragen wird); aber Mory Abro und Suzan Betty Rhodan werden in Nebensätzen abgetan. (Ja, da gab es irgendwann mal einen Planetenroman, aber das ist doch auch nicht das Wahre.)
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Re: Besten und schlechtesten Zyklen?

Ungelesener Beitragvon L.N. Muhr » 31. Juli 2012 15:42

Da wird viel Druck von oben dabeigewesen sein, Danton wieder reinzuschreiben. War IMHO ein Fehler, der aus einer spezifisch angelegten tragischen Figur einen austauschbaren Akteur machte.

Perrypedia schildert einen unfreiwillig komischen Nebenaspekt der Sache:

Bis zum Jahre 3434 wurde sein Tod als gegeben angenommen, einzig Reginald Bull weigerte sich 997 Jahre lang, an Rois Tod zu glauben.


Das muss man sich mal vorstellen: ein Jahrtausend lang! Ein Zeichen dafür, wie wenig die Autoren die von ihnen veranschlagten Zeiträume auch wirklich verstanden.

Wie überhaupt die tausend Jahre zw. 399 und 400 in der Serie immer so behandelt werden, als sei das fast nichts passiert. Dabei müssten die Gedächtnisse der meisten Akteure überlaufen mit Erinnerungen an immerhin ein Drittel ihres Lebens.
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Re: Besten und schlechtesten Zyklen?

Ungelesener Beitragvon L.N. Muhr » 31. Juli 2012 15:49

don redhorse hat geschrieben:Ach, diese inkonsistenten Zeitreise-Schwuchteleien waren bei PR doch von Anfang an dabei. Ob es sich um bizarre Zeittransformer der Akonen handelt, die ein untergegangenes Arkon heraufbeschwören, oder um den ultimativen Deus Ex Machina in Form von OLD MAN als Resultat der MdI-Zeitreisen. Die Nullzeitdeformatoren waren noch halbwegs plausibel geschildert, aber später dann die Zeitweichen von Seth Apophis - ach herrje... Und das mit dem ATG-Zeug hab ich rein von der Funktionsweise nie so richtig kapiert und das ganze unter "in einem andere Kontinuum untergetaucht" abgehakt. (Ja, okay, immer ein paar Minuten in die Zukunft entrückt...)


Eigentlich waren es v.a. Scheer und Feldhoff, die wahnsinnig verliebt in Zeitphänomene* waren. Voltz und Vlcek dagegen hielten sich insgesamt eher bedeckt. Sicher nicht zufällig wählte Voltz den Lebensbericht als Ausweg aus dem Dilemma eines mit Vergangenheit belasteten Serienuniversums, ab 725 oder so. Die Alternative wäre eine Zeitreise gewesen. Wenn ich mich nicht täusche, gibt es im ganzen Großkomplex 650 - 1.000 kein einziges Zeitphänomen. Auf jeden Fall kein tragendes.

*neben Zeitreisen zähle ich dazu auch die Zeitdilatation des Schwarm-Zyklus oder die in ein Zeitfeld gehüllte Andromeda-Galaxis.
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Re: Besten und schlechtesten Zyklen?

Ungelesener Beitragvon don redhorse » 31. Juli 2012 16:38

L.N. Muhr hat geschrieben:Ein Zeichen dafür, wie wenig die Autoren die von ihnen veranschlagten Zeiträume auch wirklich verstanden.

Es gibt auch ein anderes Beispiel, wie sehr die Autoren mit den jeweiligen Zeiträumen nicht umgehen können: Schon wenige jahrzehnte nach dem Ende der immerhin jahrhundertelangen Monos-Diktatur schien sich kaum mehr irgendein Galaktiker an diese Zeit zu erinnern. Ertruser haben eine Lebenserwartung von um 350 Jahre: das heißt, eine ganze Menge von den WIDDER-Veteranen müssten auch zur aktuellen Serienhandlung noch leben. Sind ja erst etwa zwei Jahrhunderte vergangen. Aber selbst bei Normalterranern mit ihrer Lebenserwartung von 180 Jahren (wenn ich da auf dem Laufenden bin), heißt das, das gerade erst die zweite Nachkriegsgeneration geboren wird. Die Milchstraße ist derzeit etwa so weit, wie Deutschland heute in Bezug auf die Nazizeit. Aber seit etwa den 1800er-Romanen gibt es davon keine Spur mehr in der Handlung.
Es müssten auch sehr viele Siganesen aus der Spätzeit des Solaren Imperiums noch leben. Später hat Siga ja extrem unter der Cantaro-Besatzung gelitten, aber es hat ja faktisch keinen aktiven Genozid gegeben. Bei einer Lebenserwartung von 1500 Jahren, bereits bezogen auf die Siganesen des 25. Jahrhunderts (Thunderbolt-Team), sollten demzufolge noch Greise leben, die sich an die Laren erinnern können.
Lebenserwartung ist ja auch nur ein statistischer Mittelwert, soweit ich weiß. Wie viele Terraner werden ergo noch deutlich älter als 200 oder gar 250 Jahre? Wie viele Siganesen haben wirklich die 1500 überschritten? Gibt es 500jährige Ertruser-Opas und-Omas? Oder wie muss man sich das eigentlich im Perryversum so vorstellen? Alaska Saedelaere war ja schon etwa hundertachtzig Jahre alt, als er einen ZA bekam, wird aber nicht gerade als vergreister Veteran geschildert. Oder liegt das nun wiederum nur am Cappinfragment, dem ja ohnehin allerhand Eigenschaften angedichtet wurden?
Puh, ich schweife ab...
Na, unter dem Aspekt der sehr langen Lebenserwartung ist daher die sehr komprimierte Handlung der letzten ca. tausend Romane, die ja weniger als 2 Jahrhunderte beschreiben, schon ein ziemlich extremer Geschichtsabschnitt für die Zeitzeugen. Etwa so, als würde man alles seit dem Dreißigjährigen Krieg erlebt haben. Eine ähnlich komprimierte Handlung gab es zwischen #1000 und #1399 - das waren nur etwa 40 Jahre, aber was da alles der Galaxis im Allgemeinen und speziell Terra zugemutet wurde... Aus diesem Grund wurde ja auch ein großer Zeitsprung nötig (hah, wieder so eine Zeitreise-Sache, diesmal ein Stasis-Feld für 695 Jahre).
Vielleicht würde es PR gut tun, wieder ein paar Jahrhunderte zu überspringen. Oder möchte das Autorenteam auf Biegen und Brechen Hismooms angekündigtes Jahrtausend der Kriege vollständig ausfüllen?
Dann erleben wir bei dem Tempo jedenfalls nicht die zu erhoffende Zeit des Friedens im Anschluss. Nicht ohne reale Zelldusche.
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Re: Besten und schlechtesten Zyklen?

Ungelesener Beitragvon don redhorse » 31. Juli 2012 16:41

L.N. Muhr hat geschrieben:Eigentlich waren es v.a. Scheer und Feldhoff, die wahnsinnig verliebt in Zeitphänomene* waren. Voltz und Vlcek dagegen hielten sich insgesamt eher bedeckt.

Ich hatte immer den Eindruck, das vor allem Ewers es mit Zeitreise-Absurditäten übertrieb. Aber der hatte ja irgendwie Narrenfreiheit, das war ja nicht exposetechnisch vorgegeben...
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