das beste von dick

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andy
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das beste von dick

Ungelesener Beitrag von andy »

angeregt durch die diskussion über eine neue p.k. dick verfilmung und meine völlige unkenntniss seines werkes [ich kenne nur ein paar verfilmungen von denen blade runner zu meinen top drei filmen gehört] hier meine fragen:
- was von ihm lohnt sich?
- gibt es etwas, womit man anfangen sollte, um sich einen überblick über seine geschichten zu verschaffen?

andy

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Rusch
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Ungelesener Beitrag von Rusch »

Also ich kann Dir sagen, womit Du nicht anfangen solltest: Valis und Die Drei Stigmata des Palmer Eldricht. Ubik und Blade Runner sind dann schon eher Optionen für Anfänger. Und wenn Du alternative Timeline Romane magst, dann "Das Orakel vom Berge". Mit "Der Unmögliche Planet hast Du eine hervorragende Sammlung von Kurzgeschichten.

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L.N. Muhr
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Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

bei blade runner sollte man aber umschalten können - film und buch sind doch recht verschieden. mit der überbordenden retroapokalypse des films hat der roman eher wenig zu tun.

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Scotty
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Ungelesener Beitrag von Scotty »

Ich kenne nur das "Orakel von Berge". Mir hat das Buch gut gefallen. Allerdings auch nicht so gut, dass ich es als "Must have" einschätzen würde.

Es ist ein intelligenter ausgefeilter Alternativwelt Roman. In dieser Alternativwelt ist UNSERE Wirklichkeit die Alternativwelt!!!

Nachteilig habe ich den etwas zähen Schreibstil sowie die depressive Grundstimmung empfunden.
Lese zur Zeit:
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    L.N. Muhr
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    Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

    Scotty hat geschrieben: Nachteilig habe ich den etwas zähen Schreibstil sowie die depressive Grundstimmung empfunden.
    nun ist eine welt voller nazis sicher kein ort des frohsinns, oder? wer fröhliche unterhaltung und optimistsiche beschaulichkeit sucht, ist bei dick an der grundfalschen adresse.

    zäh? sind eigentlich durchgängig knappe, klare sätze.

    ist halt kein action-roman, sondern klasssische amerikanische literatur. eher hemmingway als star trek. (auch wenn der vergleich auf beiden füssen humpelt....)

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    Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider »

    Nach den Vorschußlorbeeren für "Das Orakel vom Berge" war ich auch leicht enttäuscht. Obwohl ich PKD recht gern lese. Ich hatte mir mehr versprochen.
    Mein absoluter Lieblingsroman von ihm: "Der dunkle Schirm"

    Gruß
    Ralf
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    Denn er tut sich verbitten
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    Ungelesener Beitrag von Rusch »

    Ich konnte mich nie so recht für alternative Timeline Geschichten Begeistern. Meist wird eine Idee so lange gedroschen, bis nichts mehr übrig ist. Auch der Dick machte da keine Ausnahme. Aber das ist mal wieder Geschmackssache.

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    L.N. Muhr
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    Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

    wobei dick sowohl das klischee der bösen dummen nazis vermeidet als auch einem japaner eine sehr positive rolle zuschreibt. (man beachte die entstehungszeit des buches!)

    das orakel ist angenehm frei von der platten weltsicht, die die amerikaner sonst viel zu oft beim thema faschismus und drittes reich an den tag legen. weder böse monokelnazis noch schleimige gelblinge tauchen in dem buch auf.

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    Ungelesener Beitrag von Mammut »

    Hallo andy,

    wie sind denn sonst so deine Lesegewohnheiten?

    "Die drei Stigmata" ist eine interessante Weltraumgeschichte, "Das Orakel" eine Parallelweltgeschichte, "Mozart für Marsianer handelt von Kolonisten auf dem Mars und einem authistischen Jungen, dessen Krankheit ganz anders interpretiert wird (sehr düster), "Blade Runner" ist eine "Erde in der Zukunft" Geschichte, während "Der dunkle Schirm" eine Drogengeschichte mit wenig Phantastikbezug ist.

    Je nachdem, welche Handlung dich persönlich am ehesten interessiert, solltest du deine Wahl treffen.
    Mein Tip wären "Die drei Stigmata" .

    Bis bald,
    Michael

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    Das Orakel vom Berge

    Ungelesener Beitrag von breitsameter »

    Ich muß gestehen, daß ich - als ich "The Man from the High Mountain" zuletzt vor etwa 15 Jahren las - auch nicht so faszieniert von dem Roman war, wie ich nach der Lektüre seiner anderen Romane erwartet hatte.
    L.N. Muhr hat geschrieben:nun ist eine welt voller nazis sicher kein ort des frohsinns, oder? wer fröhliche unterhaltung und optimistsiche beschaulichkeit sucht, ist bei dick an der grundfalschen adresse.

    zäh? sind eigentlich durchgängig knappe, klare sätze.

    ist halt kein action-roman, sondern klasssische amerikanische literatur. eher hemmingway als star trek. (auch wenn der vergleich auf beiden füssen humpelt....)
    Den Vergleich mit "Hemingway" kann man auf etwas stabilere Beine stellen, wenn man sich klarmacht, wann "Das Orakel vom Berge" entstand. Dies war Philip K. Dicks erster Science Fiction-Roman nach einer längeren Pause, in der er nur Mainstream-Romane schrieb und so versucht hatte, dem SF-Ghetto, das für ihn nicht zuletzt auch aufgrund der geringen Honorarzahlungen unattraktiv war, zu entkommen. Leider gelang es ihm zu Lebzeiten keinen einzigen seiner Nicht-SF-Romane an einen Verlag zu verkaufen. Aber Dick kehrte keineswegs reumütig und geschlagen zur SF zurück - sein Schreibstil hatte sich deutlich gewandelt und erst jetzt (!) war er auch schriftstellerisch reif genug, um Meisterwerke wie "Ubik" oder "Mozart für Marsianer" oder eben "Das Orakel vom Berge" zu schreiben.

    Vielleicht ist deshalb "Das Orakel vom Berge" einer der Romane, der für Nicht-SF-Leser noch am besten geeignet ist und andererseits in der SF-Gemeinde so geteilte Meinungen hervorruft.
    Echte Vampire schillern nicht im Sonnenlicht, sie explodieren. Echte Helden küssen keinen Vampir, sie töten ihn.

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    Kringel
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    Ungelesener Beitrag von Kringel »

    "Zeit aus den Fugen" ist für Neulinge auch gut geeignet. Fängt ganz gemächlich an, bis sich die Hinweise mehren, daß irgend etwas nicht stimmt.

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    Rusch
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    Ungelesener Beitrag von Rusch »

    Ich habe die Postings zu "Zeit aus den Fugen" herausgelöst und in einen Extra Thread gepackt, weil das gerade eine interessante Diskussion entstanden ist.

    Thread: Zeit aus den Fugen

    heino
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    Ungelesener Beitrag von heino »

    "Das Orakel vom Berge" fand ich auch nicht so toll, obwohl es vermutlich Dicks beste Charaktere überhaupt enthält. Ein "leichter " Dick für den Einstieg ist z.B. "Die Zeit läuft zurück" (auch:"Die Zeit:auf Gegenkurs"), schon allein wegend er verrückten Idee und dem sarkastischen Humor. "Blade Runner" ist auch recht einfach und seine Kurzgeschichten sind immer eine gute Wahl (u.a. Projekt Wasserspinne, Ein kleines Trostpflaster für uns Temponauten, Kolonie, Der Krieg mit den Fnools)
    Lese zur Zeit:

    Helene Bockhorst - Die beste Depression der Welt

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    Rusch
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    Ungelesener Beitrag von Rusch »

    Das Ende von Kolonie hat mich total überrascht, wenn Du weisst, was ich meine. ;)

    heino
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    Ungelesener Beitrag von heino »

    Rusch hat geschrieben:Das Ende von Kolonie hat mich total überrascht, wenn Du weisst, was ich meine. ;)
    ja, ist eine ziemlich verrückte Nummer. Einer meiner Lieblinger von Dick :D
    Lese zur Zeit:

    Helene Bockhorst - Die beste Depression der Welt

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