Veronika A. Grager - "Nanobots"

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Gernot
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Veronika A. Grager - "Nanobots"

Ungelesener Beitrag von Gernot » 22. Januar 2012 23:00

Ich habe gerade "Nanobots" von Veronika Grager fertig gelesen, erschienen bei p.machinery.
nanobots_cover.jpg
Was bringt einen ausgewiesenen Science-Fiction-Freund - und Krimimuffel - wie mich dazu, einen Action-Thriller wie „Nanobots“ zu lesen?
Natürlich die Hoffnung auf Science-Fiction-Elemente, genährt duch drei Fakten:
1. Der Titel. Nanobots, also Roboter im Nanobereich, sind derzeit eindeutig Science-Fiction. Es geht offenbar um Hochtechnologie.
2. Die Autorin. Schließlich hat Veronika Grager auch schon Science-Fiction-Storys publiziert, etwa in der Anthologie „Story Center 2009 – Das Wort“.
3. Der Verlag. p.machinery ist bekannt für gute Science-Fiction von (bislang) unbekannten Autoren.

Science-Fiction ist der kurze Roman (260 Seiten) trotzdem keine, auch die entsprechenden Elemente halten sich in Grenzen, sie dienen eher als Hintergrund für eine spannende Krimi- und Thrillerhandlung. Schon ganz am Anfang wird dem geneigten Leser ein Mord serviert, gefolgt vom Auftritt der smarten Privatdetektivin Stella Marini, einer der Protagonistinnen der Story. Schauplatz ist anfangs die österreichische Hauptstadt Wien, deren Lokalkolorit die Autorin, eine geborene Wienerin, gut einfängt. In einer Parallelhandlung in den USA spielt das Projekt „Biosphere 2“ eine Rolle. Rasant kommen weitere Orte ins Spiel, von Deutschland bis nach Afghanistan.
Die Story wird abwechselnd aus der Perspektive verschiedener Personen erzählt, die parallelen Handlungsstränge werden aber hinreichend behutsam nach und nach eingeführt, dass ich mich beim Lesen immer ausgekannt habe. Im Verlauf der Handlung laufen die einzelnen Stränge ohnehin zusammen. Da sind zwar einige Zufälle am Werk, die man bei bösem Willen als konstruiert ansehen könnte, die sich aber so gut in den Gesamtrahmen einfügen, dass es trotzdem passt.
Was am Anfang nach reinen Kriminalfällen aussieht, erweist sich als eine ganz große Sache, in der die Protagonisten zur Bestform auflaufen müssen, damit sie ihnen nicht über den Kopf wächst. Das Ganze ist gerade so komplex, dass es nie langweilig wird, aber beim Lesen auch nicht überfordert. Optimal für einen Einsteiger ins Thrillergenre wie mich.
Die Handlung wird temporeich und flüssig erzählt, es gibt jede Menge Action: Verfolgungsjagden, Banditen, explodierende Hubschrauber. Daneben kommt, was mir ganz besonders gefallen hat, auch das menschliche Element nicht zu kurz mit Alltagssorgen, Herz, Gemütlichkeit und Humor.
Der ganze Roman ist aus meiner Sicht keine „große“ Literatur, aber ein gutes Stück spannende Unterhaltung, leichte Kost für etliche Stunden Lesevergnügen. Ich hatte in den letzten Wochen leider nur wenig Zeit zum Lesen, deswegen musste ich das Buch meistens nach ein paar Seiten wieder weglegen. Es fiel mir aber von Mal zu Mal schwerer, ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Und das (fast) ohne Science-Fiction!
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