Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Wir lesen gemeinsam ausgewählte Science Fiction-Bücher und diskutieren darüber!
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Ender
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Re: Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Ungelesener Beitrag von Ender » 7. Januar 2017 22:09

Catalpa hat geschrieben:Zunächst einmal möchte ich sagen, dass es mir großen Spaß gemacht hat, die erste Hälfte der Hall of Fame mit euch zu lesen.
Dem schließe ich mich unbedingt an!


Mein Fazit:
Ich glaube, ich bin eindeutig derjenige in unserer Runde, dem diese Anthologie am besten gefallen hat. Könnte damit zusammenhängen, dass ich für das Golden Age - mit dem ich meine Laufbahn als SF-Leser einst begonnen habe - einfach immer noch eine große Schwäche habe.

Zu diesem Buch kann ich sagen, dass bei 12 Geschichten - für meinen Geschmack - kein einziger Totalausfall dabei war (lediglich zwei fand ich eher mäßig). Das ist schon ziemlich ungewöhnlich. Und zudem gab es eine Reihe echter Highlights:
  1. Lewis Padgett - Gar elump war der Pluckerwank
  2. Stanley G. Weinbaum - Eine Mars-Odyssee
  3. Theodore Sturgeon - Der mikrokosmische Gott
  4. Fredric Brown - Arena
  5. Clifford D. Simak - Zuflucht
Für mich war das somit eine absolut überdurchschnittliche Zusammenstellung. Ich hatte Spaß!


So, und nachdem ich mir ja nun schon zu jeder einzelnen Geschichte Gedanken gemacht (und hier auch aufgeschrieben) habe, wäre es doch Verschwendung, diese nicht für meine Homepage zu verwenden.
Hier ist also nochmal ganz ausführlich meine Sicht auf die "Science Fiction Hall of Fame (1)".

.

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Re: Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Ungelesener Beitrag von Teddy » 8. Januar 2017 00:16

Ender hat geschrieben:
Catalpa hat geschrieben:Zunächst einmal möchte ich sagen, dass es mir großen Spaß gemacht hat, die erste Hälfte der Hall of Fame mit euch zu lesen.
Dem schließe ich mich unbedingt an!
Und ich auch. :prima:

Ich habe mich mal gezwungen, alle Geschichten in eine Reihenfolge zu bringen:
  • Fredric Brown: ARENA
  • Stanley G. Weinbaum: EINE MARS-ODYSSEE
  • Lewis Padgett: GAR ELUMP WAR DER PLUCKERWANK
  • Theodore Sturgeon: DER MIKROKOSMISCHE GOTT
  • Clifford D. Simak: ZUFLUCHT
  • Judith Merril: NUR EINE MUTTER ...
  • Isaac Asimov: EINBRUCH DER NACHT
  • Murray Leinster: ERSTKONTAKT
  • Robert A. Heinlein: DIE STRASSEN MÜSSEN ROLLEN
  • Lester del Rey: HELENA
  • A. E. van Vogt: DER WAFFENLADEN
  • John W. Campbell jr.: ABENDDÄMMERUNG
Am schwersten habe ich mich mit Judith Merril getan. Vielleicht braucht die Geschichte bei mir noch etwas Zeit, damit ich ein endgültiges Urteil bilden kann. Jetzt steht sie erstmal in der Mitte.
Was die Spitzenplätze angeht, sind wir uns ja relativ einig, wobei ich die ersten drei für nahezu gleichwertig halte.

Noch ein kleiner Blick auf Zukünftiges: Wie soll es eurer Meinung nach weitergehen? Eher erstmal eine Zeit lang wieder einzelne Vorschläge? Oder noch ein Anthologie? (Kann ja etwas Moderners sein als die Hall of Fame.)

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Re: Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Ungelesener Beitrag von Ender » 25. Januar 2017 16:11

Ich mache einfach mal wieder einen Vorschlag.
Wir hatten Ray Bradbury noch nicht. Wie wäre es als nächstes mit "Kaleidoskop"? U.a. zu finden in einem wahren Klassiker: "Der illustrierte Mann".

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Re: Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Ungelesener Beitrag von Teddy » 26. Januar 2017 20:44

Den illustrierten Mann habe ich vor drei Jahren gelesen. Spontan kann ich mich nur an zwei Geschichten erinnern: Die böse Story "Das Kinderzimmer" und die atmosphärische dichte Geschichte "Der lange Regen". Mir hat aber der gesamte Erzählband gut gefallen. Ich bin gerne wieder dabei.

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Re: Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Ungelesener Beitrag von Ender » 26. Januar 2017 20:59

"Kaleidoskop" hatte ich deshalb vorgeschlagen, weil mir diese Story hier in gleich mehreren Anthologien vorliegt. Das lässt mich auf einen "Klassiker" hoffen. :beanie: Erinnern kann ich mich allerdings nicht mehr daran, daher weiß ich nicht, ob sie dem gerecht wird. Wir werden sehen...

Vorschlag: Lesen bis zum 12.02. (Vielleicht steigt ja bis dahin noch der eine oder die andere mit ein)

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Re: Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Ungelesener Beitrag von Teddy » 26. Januar 2017 21:21

Ender hat geschrieben:Vorschlag: Lesen bis zum 12.02.
Geht klar.
Ender hat geschrieben: (Vielleicht steigt ja bis dahin noch der eine oder die andere mit ein)
Wäre schön. Ist zur Zeit ja eher ein Politikforum mit SF-Einsprengseln. :wink:

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Re: Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Ungelesener Beitrag von Catalpa » 27. Januar 2017 21:32

Ender hat geschrieben:Ich mache einfach mal wieder einen Vorschlag.
Wir hatten Ray Bradbury noch nicht. Wie wäre es als nächstes mit "Kaleidoskop"? U.a. zu finden in einem wahren Klassiker: "Der illustrierte Mann".
Den "illustrierten Mann" habe ich als Jugendlicher mal gelesen und kann mich an gar nichts erinnern. Wahrscheinlich liegt das Buch noch irgendwo bei meinen Eltern rum. Gute Gelegenheit es wieder auszugraben.

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Re: Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Ungelesener Beitrag von Teddy » 12. Februar 2017 01:11

Kaleidoskop von Ray Bradbury

Geschichte einiger Raumfahrer, die sich nach der Explosion ihres Raumschiffs zwar in Raumanzügen ins All retten können, jetzt aber hilflos im Raum treiben und ihrem Tod entgegen sehen. "Sie waren zerstreut wie Spielwürfel nach einem gewaltigen Wurf." Es ist schon sehr auffällig, wie poetisch Bradbury im Vergleich zu seinen SF-Zeitgenossen schreibt (zumindest zu denen, von denen wir bereits Geschichten gelesen haben). Und dabei ist im auch jegliche Orbitalmechanik piepegal: Ein Raumfahrer fliegt Richtung Mond, einer zur Sonne und einer macht sich mit einem Meteorstrom auf den Weg, umgeben von Reflexionen wie in einem Kaleidoskop. (Bradbury schreibt vom Myrmidonenhaufen, den es aber gar nicht gibt, oder?)
Die Geschichte ist aus der Sicht des Raumfahrers Hollis erzählt und man erlebt seine letzten Gedanken und Funksprüche mit seinen Kollegen mit. Da lässt Thoreau grüßen ("...damit ich nicht, wenn es zum Sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte."), wenn Hollis fürchtet sein Leben verschwendet zu haben, die Wut über die eigene Hilflosigkeit wird auf andere projiziert und es werden Gemeinheiten ausgetauscht, aber am Ende finden sich alle mit ihren Schicksal ab und für Hollis gibt es gar ein versöhnliches Ende.
Erstaunt hat mich an der Geschichte die quasi nebenbei erwähnte Gewalt. Insbesondere als Hollis einen anderen Raumfahrer tötet, da ihm sein Schreien auf die Nerven geht, aber auch der Verlust von Hand und Fuß durch Meteoriteneinschläge.
Insgesamt eine lesenswerte Geschichte, die vor allem durch ihren Stil beeindruckt.

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Re: Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Ungelesener Beitrag von Ender » 12. Februar 2017 12:37

Die Kritikpunkte hast du bereits angebracht: Naturwissenschaftlich ist es sicher fragwürdig, dass der eine zum Mond fliegt, der andere zur Erde usw. Und an einer Stelle treffen dann doch plötzlich zwei von ihnen wieder direkt aufeinander (rein zufällig genau in dem Moment, in dem es gerade passt).
Auch etwas komisch fand ich die Tatsache, dass dem Protagonisten erst eine Hand und später ein Fuß abgetrennt werden - dieses dann aber nur mal kurz in einem Nebensatz erwähnt und sonst nicht weiter thematisiert wird. Ich könnte mir schon vorstellen, dass abgerissene Gliedmaßen jemanden durchaus vom melancholischen Nachdenken ablenken würden...
Man sollte diese Geschichte also nicht allzu streng unter rein logischen Aspekten bewerten.

Ihre Stärken liegen ganz klar woanders:
Diese spezielle (Extrem-)Situation, in der sich die Protagonisten befinden, wird in wenigen Sätzen plastisch dargestellt. Ihre menschlichen - und individuell völlig unterschiedlichen - Reaktionen darauf werden glaubhaft beschrieben. Es werden Fragen gestellt ("Wie wichtig ist es im Angesicht des Todes noch, wie man gelebt hat?"), über die man noch länger nachdenken kann. Und das alles wird in einer sehr schönen bildhaften Sprache dargeboten.

Dem Fazit
Teddy hat geschrieben:Insgesamt eine lesenswerte Geschichte, die vor allem durch ihren Stil beeindruckt.
würde ich mich anschließen.

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Re: Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Ungelesener Beitrag von Catalpa » 13. Februar 2017 22:29

Ich habe mir „The Illustrated Man“ als englisches E-Book besorgt und wo ich es schon einmal habe, werde ich jetzt auch das ganze Teil lesen. Dass „Kaleidoscope“ besonders poetisch daherkommt ist mir auch aufgefallen. Vor allem im Vergleich zu den anderen drei Stories der Sammlung, die ich bisher gelesen habe. Denn die weisen diese Qualität nicht in dem Maße auf.

Besonders gefallen hat mir der Vergleich des Raumschiffs mit einem Gehirn, das sie alle gemeinsam gebildet haben: „And now the great loose brain was disintegrating. The components of the brain which had worked so beautifully and efficiently in the skull case of the rocket ship firing through space were dying one by one; the meaning of their life together was falling apart.“

Die ganze Geschichte steckt schon in den ersten zwei Sätzen. Danach passiert eigentlich nichts entscheidendes mehr. Wir erleben nur, wie die Männer unterschiedlich mit dem Unausweichlichen umgehen. Der folgende Mord und die Verstümmelung von Hollis werden in einer solchen Beiläufigkeit erzählt, dass man sie kaum als Grausamkeiten wahrnimmt. Die Situation ist so endgültig, dass man den Mord als Leser einfach hinnimmt.

Eine Geschichte von trauriger Schönheit. Das hat sich wohl auch John Carpenter gedacht, denn für das Ende von „Dark Star“ scheint er sich hier schamlos bedient zu haben.

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Re: Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Ungelesener Beitrag von Ender » 16. Februar 2017 08:46

Catalpa hat geschrieben:Ich habe mir „The Illustrated Man“ als englisches E-Book besorgt und wo ich es schon einmal habe, werde ich jetzt auch das ganze Teil lesen.
Vielleicht kannst du uns ja am Ende noch eine weitere Geschichte daraus empfehlen.

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Re: Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Ungelesener Beitrag von Catalpa » 16. Februar 2017 19:40

Wird gemacht.

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Re: Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Ungelesener Beitrag von Teddy » 28. Februar 2017 00:13

Um hier mal weiter zu machen schlage ich Mondmotte von Jack Vance vor. Hab ich vor langer Zeit gelesen, aber das einzige, woran ich mich erinnern kann ist, dass ich die Erzählung gut fand. Der Originaltitel ist "The Moon Moth" und die Geschichte ist in zahlreichen Anthologien und Collections teilweise unter anderen Titeln erschienen, z.B. in der Vance Collection Grüne Magie.
Alle Quellen findet ihr hier:
http://chpr.at/stories/v/vances.htm

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Re: Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Ungelesener Beitrag von Ender » 28. Februar 2017 10:59

Gute Idee.
"Die Mondmotte" wird ja recht häufig genannt, wenn es um die besten/wichtigsten/beliebtesten SF-Kurzgeschichten geht.
Eben jene Sammlung "Grüne Magie" habe ich just vor 2 oder 3 Jahren nochmal gelesen, daher kann ich mich ausnahmsweise noch ganz gut erinnern (werde aber auf jeden Fall trotzdem nochmal reinschauen).

Lesen bis zum 26.03.?

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Re: Lesezirkel: Kurzgeschichten-Klassiker

Ungelesener Beitrag von Catalpa » 28. Februar 2017 20:22

Ender hat geschrieben:Lesen bis zum 26.03.?
Ich komme gerade nicht viel zum Lesen, daher zieht sich der Bradbury-Band auch gerade etwas.
Aber bis zum 26.03 schaffe ich es auf jeden Fall.

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