Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

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Re: Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider » 26. Juni 2012 16:13

a3kHH hat geschrieben:Insgesamt ein netter Roman, aber keine SF.
Blog-Eintrag gelesen - These trotzdem nicht verstanden.
Wenn ich Dich richtig verstanden habe, kann es für Dich durchaus "Alternate Histories" geben, denen Du SF-Qualitäten zubilligst.
Was wäre z.B. solch ein SF-Element, das Dir beim "Leviathan" fehlt?

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a3kHH
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Re: Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

Ungelesener Beitrag von a3kHH » 26. Juni 2012 16:49

Shock Wave Rider hat geschrieben:
a3kHH hat geschrieben:Insgesamt ein netter Roman, aber keine SF.
Blog-Eintrag gelesen - These trotzdem nicht verstanden.
Wenn ich Dich richtig verstanden habe, kann es für Dich durchaus "Alternate Histories" geben, denen Du SF-Qualitäten zubilligst.
Was wäre z.B. solch ein SF-Element, das Dir beim "Leviathan" fehlt?
"Alles bleibt anders" beschreibt auch eine alternative Realität, ist in meinen Augen aber durchaus SF.
Ich glaube, der Unterschied liegt in der Gesamtheit des Romans. Mit etwas Naivität und historischem Nichtwissen könnte man den Leviathan einfach als Historischen Roman ablegen. denn welches SF-Element (außer einer anderen Geschichte) ist darin enthalten ? Dagegen ist "Alles bleibt anders" eben mehr als eine Darstellung der Berliner Gesellschaft zu Kaisers Zeiten.
Wobei, und das möchte ich nochmals in aller Deutlichkeit sagen, das hier meine persönliche subjektive Meinung ist und kein irgendwie geartetes objektives Kriterium.
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Re: Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

Ungelesener Beitrag von Oliver » 26. Juni 2012 17:03

Shock Wave Rider hat geschrieben:
a3kHH hat geschrieben:Insgesamt ein netter Roman, aber keine SF.
Was wäre z.B. solch ein SF-Element, das Dir beim "Leviathan" fehlt?
(Oh je, hoffentlich liest Dirk diesen Thread nicht... :-? )

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a3kHH
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Re: Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

Ungelesener Beitrag von a3kHH » 26. Juni 2012 18:35

Oliver hat geschrieben:
Shock Wave Rider hat geschrieben:
a3kHH hat geschrieben:Insgesamt ein netter Roman, aber keine SF.
Was wäre z.B. solch ein SF-Element, das Dir beim "Leviathan" fehlt?
(Oh je, hoffentlich liest Dirk diesen Thread nicht... :-? )
*rotfl*
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Re: Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider » 26. Juni 2012 21:14

a3kHH hat geschrieben:Ich glaube, der Unterschied liegt in der Gesamtheit des Romans. Mit etwas Naivität und historischem Nichtwissen könnte man den Leviathan einfach als Historischen Roman ablegen. denn welches SF-Element (außer einer anderen Geschichte) ist darin enthalten ? Dagegen ist "Alles bleibt anders" eben mehr als eine Darstellung der Berliner Gesellschaft zu Kaisers Zeiten.
Okay, jetzt wird es klarer.
Es geht also doch um die grundsätzliche Frage: "Zählt 'Alternate History' zur SF oder nicht?"
Was man durchaus kontrovers diskutieren kann.
Ich fand die Zuordnung auch immer etwas künstlich.

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Re: Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

Ungelesener Beitrag von Amtranik » 26. Juni 2012 21:42

Shock Wave Rider hat geschrieben:
a3kHH hat geschrieben:Ich glaube, der Unterschied liegt in der Gesamtheit des Romans. Mit etwas Naivität und historischem Nichtwissen könnte man den Leviathan einfach als Historischen Roman ablegen. denn welches SF-Element (außer einer anderen Geschichte) ist darin enthalten ? Dagegen ist "Alles bleibt anders" eben mehr als eine Darstellung der Berliner Gesellschaft zu Kaisers Zeiten.
Okay, jetzt wird es klarer.
Es geht also doch um die grundsätzliche Frage: "Zählt 'Alternate History' zur SF oder nicht?"
Was man durchaus kontrovers diskutieren kann.
Ich fand die Zuordnung auch immer etwas künstlich.

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Das liegt dann wohl im Auge des Betrachers.

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Re: Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider » 27. Juni 2012 10:40

Amtranik hat geschrieben:Das liegt dann wohl im Auge des Betrachers.
Auch viele Alternate-History-Autoren selbst betrachten sich nicht als Science-Fiction-Schreiber.
Christian von Ditfurth war z.B. gar nicht erfreut, als er seine Romane auf den Nominierungslisten für den Deutschen Science Fiction Preis wieder fand.

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Re: Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

Ungelesener Beitrag von a3kHH » 1. Juli 2012 07:27

Shock Wave Rider hat geschrieben:
Amtranik hat geschrieben:Das liegt dann wohl im Auge des Betrachers.
Christian von Ditfurth war z.B. gar nicht erfreut, als er seine Romane auf den Nominierungslisten für den Deutschen Science Fiction Preis wieder fand.
Den "21. Juli" habe ich ja in meiner Rezension angesprochen. Ich kann Ditfurth verstehen, auch wenn Alternate History zur Allgemeinen Phantastik gerechnet werden kann, hat sein großer Roman doch mehr mit "Draußen vor der Tür" und "08/15" gemeinsam als mit "1984". Im Gegensatz dazu hatte für mich "The Man in the High Castle" immer irgendwie SF-Charakter. Es scheint, als wäre hier die Intention des Autors stark für die Genre-Nähe wichtig.
@Oliver Henkel : Wie siehst Du das denn ? Ist der "Leviathan" ein historischer Roman, der in einer Parallelwelt spielt, oder klassische Phantastik ?
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Re: Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

Ungelesener Beitrag von Oliver Henkel » 15. Juli 2012 19:53

Zunächst einmal Entschuldigung, dass ich mit solcher Verzögerung reagiere ... irgendwie funktioniert die E-Mail-Benachrichtigung nicht.

Und nun zur Frage: Ich würde den "Leviathan" als phantastischen Historienroman ungeschehener Geschichte bezeichnen. Das ist zwar ein wenig sperrig, kommt aber meinen Intentionen am nächsten. Es klingt vielleicht nur wie eine aufwendigere Umschreibung für einen normalen Parallelwelt-Historienroman, aber ich sehe da schon kleine Nuancen, die darüber hinausgehen. Was phantastisch ist und was nicht, ist natürlich nicht objektiv definierbar. Aber für mich persönlich hat ein Teil der Grundstruktur etwas deutlich Phantastisches an sich: Die geschilderte Welt unterscheidet sich zwar von der unsrigen - in der Realität war South Carolina ja niemals Teil Preußens -, doch diese Veränderung hat nur beschränkte Auswirkungen (was in Parallelweltgeschichten meines Erachtens eher selten ist, dort wird ja gerne bis hin zu Philosophien, Religionen und Wertesystemen alles grundlegend geändert). Die Welt des "Leviathan" ist der realen weitgehend ähnlich. Aber zugleich zieht sich als Grundmotiv durch die Story, dass diese Ähnlichkeit sehr labil auf der Kippe steht: Für den Leser erscheint über weite Strecken ein Sieg der Südstaaten und die Vernichtung Preußisch-Karolinas denkbar. Dann würde sich die Welt radikal ändern. Und das ist für mich das wichtigste phantastische Element: Die beständig mitschwingende Ahnung, dass die geschilderte Parallelwelt bald erheblich fremdartiger werden könnte, dass vielleicht eine Dystopie vor der Tür steht, die man sich unwillkürlich ausmalt. Nicht das direkt Geschilderte ist phantastisch - denn tatsächlich ist die "Leviathan"-Welt etwa in technologischer Hinsicht absolut mit dem realen Jahr 1862 identisch - sondern das im Hintergrund Lauernde.

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Re: Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

Ungelesener Beitrag von flavius » 16. Juli 2012 09:29

Oliver Henkel hat geschrieben:Ich würde den "Leviathan" als phantastischen Historienroman ungeschehener Geschichte bezeichnen.
Ein interessanter Satz. Ich lese das Buch gerade und schreibe danach für eine Phantastik Seite eine Rezi. Darf ich diesen Satz eventuell verwenden? Immer gut, wenn man nicht selber herausfinden muss wie der Autor selbst seine Geschichte einordnet.

Für mich jedoch ist in der Tat das direkt Geschilderte das Phantastische an dem Buch und eben nicht das, was im Hintergrund lauern könnte. Allein die Tatsache das die Geschichte in einer Parallel- oder Alternativwelt spielt erhebt sie für mich in den Bereich Phantastik.

Zur Zeit bin ich auf Seite 220 und muss gestehen, dass mir die Geschichte bisher ausnehmend gut gefällt.

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Re: Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

Ungelesener Beitrag von Oliver Henkel » 16. Juli 2012 18:08

flavius hat geschrieben:
Oliver Henkel hat geschrieben:Ich würde den "Leviathan" als phantastischen Historienroman ungeschehener Geschichte bezeichnen.
Ein interessanter Satz. Ich lese das Buch gerade und schreibe danach für eine Phantastik Seite eine Rezi. Darf ich diesen Satz eventuell verwenden?
Mit dem größten Vergnügen.
flavius hat geschrieben:Für mich jedoch ist in der Tat das direkt Geschilderte das Phantastische an dem Buch und eben nicht das, was im Hintergrund lauern könnte. Allein die Tatsache das die Geschichte in einer Parallel- oder Alternativwelt spielt erhebt sie für mich in den Bereich Phantastik.
Das ist natürlich auch zutreffend, keine Frage. Ich wollte nur unterstreichen, was meiner Ansicht nach die spezielle Geschmacksrichtung des Phantastischen in diesem Fall ausmacht.
flavius hat geschrieben:Zur Zeit bin ich auf Seite 220 und muss gestehen, dass mir die Geschichte bisher ausnehmend gut gefällt.
Das erfüllt mich mit Freude. Ich hoffe, dass sich an diesem Eindruck auch auf den folgenden Seiten bis zum Schluss nichts ändert :wink:

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Re: Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

Ungelesener Beitrag von a3kHH » 16. Juli 2012 23:21

Oliver Henkel hat geschrieben:phantastische[r] Historienroman ungeschehener Geschichte
Schöne Definition.
Andererseits haben viele gute Romane ein phantastisches Element, ohne zur Phantastik als Genre gezählt zu werden.
Der "21. Juli" möge da wieder als Beispiel herhalten : Er steht einer Gesellschaftskritik des Nachkriegsdeutschland wie Kirst, Lenz oder Borchert deutlich näher als Heinlein oder Brunner. Und genauso sehe ich Deinen Leviathan eher in der Tradition von Beecher-Stowe und Margret Mitchell als in der von Boom und Kay. Insbesondere, wenn man die Grundaussage des Abolitionismus betrachtet.
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Re: Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

Ungelesener Beitrag von jeamy » 21. Juli 2012 19:49

Oliver Henkel: "Die Fahrt des Leviathan"
Für alle, die sich zwischen SF- und Fantasy-Blockbustern auch gerne mal einen Kostümfilm reinziehen (aber bitte eine Merchant/Ivory-Produktion!), kommt hier der richtige Stoff.
http://derstandard.at/1341844925257/Run ... =5&_seite=

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Re: Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

Ungelesener Beitrag von ursus912 » 15. August 2012 20:33

Als Nachzügler bin ich erst jetzt mit dem Buch fertiggeworden und habe auch erst jetzt die letzten Kommentare dazu gelesen. Was mir als bemerkenswert erschienen ist war folgendes, Oliver Henkel hat nur kleine Aenderungen am OT vorgenommen, diese aber meines Erachtens sehr nachhaltig. Das Preussen einen Fuss in Amerika hat, wird spätestens 1914 Auswirkungen haben, wo die Verbindung zur amerikanischen Politik stärker sein wird, sodass es wahrscheinlich in dieser AT nicht zu einem Kriegseintritt der USA kommen wird. Durch das mögliche Erpressungspotential des preussischen/deutschen Herrschers ( deus ex Holzkiste ) wird es auch nicht zu einer Beteiligung der Amerikaner an der Blockade Deutschlands im ersten Weltkrieg kommen, sodass eine deutsche Niederlage fast unmöglich wird. Was mir auch bemerkenswert erscheint war die Erwähnung Prinz Heinrichs, dessen sehr nachhaltige Kriegsführung im siebenjährigen Krieg einiges zur Vermeidung der Niederlage Preussens beigetragen hat. In der OT war er ziemlich kaltgestellt, in der AT scheint sein Einfluss auch auf die preussische Politik der Zeit nach 1786 grösser gewesen sein, was wiederum die erwähnte französische Besetzung Karolinas eher seltsam erscheinen lässt. ( Wir hören noch davon? ) War Prinz Heinrich nicht auch mal als König von Amerika vorgesehen?
Gut fand ich die gelungene Integration der anderen Ethnien, Indianer, Schwarze in die preussische Gesellschaft, es zeigt, dass Preussen durchaus ein Hort der Toleranz war und wie sich das auf eine Gesellschaft auswirken kann. Glaubwürdig ist das sehr, denn auch in den tatsächlichen Kolonien Deutschlands gab es ja schwarze Soldaten, soweit ich weiss, bis zum Feldwebel, deren Treue sogar noch weit in die bundesrepublikanische Zeit gehalten hat.
Was mir nicht so gefallen hat, vielleicht bin ich da auch Opfer der eigenen politischen Korrektheit, war der " Verrat " des jüdischen Offiziers Levy. Ich habe Probleme damit, mir vorzustellen, ein junger jüdischer Offizier so frustiert er auch sein mag, verbindet sich mit den grössten Rassisten und Antisemiten der Konföderation, vor allem wenn er es geschafft hat, sich als Offizier in den Kolonien hochzuarbeiten? Es war ein wenig vorhersehbar, dass er doch zu den "Guten" gehört, dagegen war der tote Freund ja schon verdächtig, weil er auch bei Beförderungen übergangen worden ist.
Insgesamt ein klasse Buch, vor allem weil es dank der vielen offenen Enden, Pfeyfer, seine Freundin, was passiert mit einem geläuterten mutigeren Kronprinzen, wie ist die europäische Geschichte verändert, eine Vielzahl von Fortsetzungen ermöglicht, wenn Oliver Henkel Mut hat ;-)
:headbanger:

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Gordon

Re: Lesezirkel »Die Fahrt des LEVIATHAN« von Oliver Henkel

Ungelesener Beitrag von Gordon » 18. März 2013 15:46

Als Neuling möchte ich mich meinen Vorredner soweit anschließen. Ich denke das der Verrat von Levy eher eine Art "Satire" in sich birgt. Eine Ironie und das sagt mir wiederum zu, obwohl ich die Meinung meines Vorredners verstehe.

Was den Krieg 1914-1918 angeht, so weiss ich, dass seit Kaisertag, keiner stattgefunden hat......ob es Zusammenhänge gibt...vielleicht werden wir es erfahren ?

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