Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

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Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von breitsameter » 9. Oktober 2014 09:50

Gestern traf dann doch noch pünktlich DER JESUS-DEAL ein. :freude:
Ich habe dann gestern mal JESUS VIDEO und DER JESUS-DEAL nebeneinander gelegt. DER JESUS-DEAL ist umfangreicher und auch noch kleiner gesetzt.
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Ich habe gestern 100 Seiten lesen können - bislang ist Andreas Eschbach eine sehr gute und widerspruchsfreie Verzahnung der neuen Geschichte mit dem ursprünglichen »Jesus Video« gelungen. Und spannend ist der Roman obendrein. Es ist zu Beginn ein Sequel, insofern als Andreas das vorletzte Kapitel des JESUS VIDEO aus einem anderen Sichtwinkel erzählt und von dort aus die Handlung weitergeht.
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Re: Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Olaf » 9. Oktober 2014 10:00

Was würdest du momentan raten? Erst nochmal Jesus-Video oder den lieber danach lesen mit den Kenntnissen aus Jesus-Deal?

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Re: Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von breitsameter » 9. Oktober 2014 10:03

Olaf hat geschrieben:Was würdest du momentan raten? Erst nochmal Jesus-Video oder den lieber danach lesen mit den Kenntnissen aus Jesus-Deal?
Ich habe JESUS VIDEO zuvor nicht noch einmal gelesen. Und ich finde mich momentan gut zurecht. Obwohl ich einmal im JESUS VIDEO eine Stelle nachgelesen habe, weil ich etwas überprüfen wollte.
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Re: Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Doop » 9. Oktober 2014 11:37

Was mir auffällt ist, dass das Video noch als Science Thriller bezeichnet wurde, was ja recht nahe dran ist an der Science Fiction. Der Deal ist nur noch Thriller. Man will wohl die Leute nicht verschrecken mit dem richtigen Etikett.... :D
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Re: Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider » 9. Oktober 2014 12:26

Doop hat geschrieben:Was mir auffällt ist, dass das Video noch als Science Thriller bezeichnet wurde, was ja recht nahe dran ist an der Science Fiction. Der Deal ist nur noch Thriller. Man will wohl die Leute nicht verschrecken mit dem richtigen Etikett.... :D
Thriller und Science Fiction schließen sich für mich nicht aus.

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Re: Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Oliver » 9. Oktober 2014 12:33

Hallo in die Runde! Ich mache auch mal mit.

Seite 51.
breitsameter hat geschrieben:Ich habe JESUS VIDEO zuvor nicht noch einmal gelesen.
Ich auch nicht. Vorgenommen, aber nicht mehr geschafft. Nun muss ich mich halt auf meine ca. 10-15 Jahre alte Erinnerung verlassen (also auf: nix). Was ich aber definitiv noch erinnere wird es dem Autor sehr schwer machen, mich zufrieden zu stellen. Ich bin glühender Verehrer des "Jesus Video", das fand ich damals ganz großartig, und man kann bei dieser Fortsetzung eine Menge falsch machen, so dass die Fallhöhe sehr hoch ist. Andererseits weiß ich ja, dass der Autor nicht doof ist und sich sicherlich in all den Jahren exakt dazu Gedanken gemacht haben wird, wie man eine solche Fortsetzung verstolpern kann und wie man diese Fallstricke dann meidet.

Auch ich finde die Erzählperspektive am Anfang gut gewählt und die Auffrischungen zum Vorgängerband sehr hilfreich und gelungen.

Was mir auffällt: Die Vertreter dieser evangelischen Allianz werden ja schon in einem deutlich negativen Licht und mit spürbarer Distanz vom Autor gezeichnet (erstmal nur eine Beobachtung, keine negative Kritik), hatte er sich eigentlich im Vorgängerband auch so eindeutig positioniert? Kann ich mich nicht dran erinnern, und damit meine ich nicht diese Vatikan-SWAT-Teams etc., das hatte ich vollumfänglich unter Kintopp und nicht unter Kirchenkritik verbucht. Am Vorgängerband hatte mir gerade gut gefallen, dass dem Autor der Spagat gelungen war, sowohl Menschen zufrieden zu stellen, die mit dem Christentum etwas anfangen können, und denen, die das nicht können.

Nicht gefallen hat mir, wie
absichtlich der Autor vor uns verbirgt, worum es in dem Streit zwischen dem älteren Bruder und dem Vater genau ging.
Das kann er zwar durch die Erzählperspektive Roman-inhärent rechtfertigen, trotzdem ist es unelegant, wie deutlich einem Leser hier die (Geheimnis-)Karotte vors Gesicht gehalten wird, der man jetzt folgen muss. Natürlich soll ein Spannungsroman Geheimnisse aufbauen, für deren Lösung ich mich interessiere, ich fand es aber zu offensichtlich, wie der Autor hier mir Leser in die Augen sieht und sagt: "Das halte ich jetzt einfach mal zurück vor Dir". Das mag ich nicht so, ich sehe nie gerne das Räderwerk der Erzählung durchscheinen, während ich lese.

Am meisten gespannt bin ich darauf, wie der Autor inhaltlich und qualitativ den Vergleich zum Vorgänger-Roman standhalten will, wie er die Herausforderung meistert. Darauf bin ich schon mächtig gespannt. Und ich lese den Roman eigentlich gerade aus dem Grund, weil ich Andreas Eschbach es zutraue, dieses Kunststück zu meistern. Was mich noch positiver stimmt, auch wenn der Autor das gewiss nicht gerne hören wird: Seit ziemlich genau zehn Jahren folgen für mich die Hauptromane von Andreas Eschbach einer strikten Hit/Miss-Regel, sie haben mir immer exakt abwechselnd bald hervorragend, bald weniger gut gefallen. Der letzte Band (ich erinnere an unseren Lesezirkel hierzu) mit dem John Woo-Engel hatte mir nicht so gefallen, insofern wäre jetzt eigentlich wieder der große Wurf dran. :smokin
Bring it on!

Fürs Protokoll: Science Thriller hat sich nicht durchgesetzt als Begriff. Andreas Eschbach ist inzwischen vor allem als Thriller-Autor mit breiter Themenpalette bekannt, das ausgelutsche "der deutsche Michael Crichton" finde ich immer noch zutreffend und verstehe und verwende das als großes Kompliment.
Fürs Protokoll 2: Habe das auf die Schnelle eben nicht gefunden, liest der Autor hier eigentlich wieder mit?

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Re: Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Olaf » 9. Oktober 2014 13:05

Ich denke, ich werde mal Montag noch hier in den Buchladen spazieren und mir das Buch als Urlaubslektüre besorgen.

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Re: Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel » 9. Oktober 2014 13:31

Andreas war übrigens Gast auf der ARD-Bühne der Frankfurter Buchmesse, und hat über sein neues Buch gesprochen. http://www.hr-online.de/website/special ... brik=86817
Man muss rechts im Livestream etwas runterscrollen.

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Re: Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von breitsameter » 9. Oktober 2014 15:08

Oliver hat geschrieben:Nicht gefallen hat mir, wie
absichtlich der Autor vor uns verbirgt, worum es in dem Streit zwischen dem älteren Bruder und dem Vater genau ging.
Das kann er zwar durch die Erzählperspektive Roman-inhärent rechtfertigen, trotzdem ist es unelegant, wie deutlich einem Leser hier die (Geheimnis-)Karotte vors Gesicht gehalten wird, der man jetzt folgen muss. Natürlich soll ein Spannungsroman Geheimnisse aufbauen, für deren Lösung ich mich interessiere, ich fand es aber zu offensichtlich, wie der Autor hier mir Leser in die Augen sieht und sagt: "Das halte ich jetzt einfach mal zurück vor Dir". Das mag ich nicht so, ich sehe nie gerne das Räderwerk der Erzählung durchscheinen, während ich lese.
Das fiel mir auch auf, aber nicht negativ. Natürlich werden wir hier bewusst... nennen wir es mal "unwissend" gehalten. Aber so früh wollte Andreas wahrscheinlich einfach nicht einen der Pflöcke zeigen, der die weitere Handlung aufspannen soll. Vermutungen habe ich natürlich -
so könnte Isaac sich selbst am Abendmahltisch von Jesus erkannt haben.


Ich habe auch noch einen wichtigen Punkt. Der Rückseitentext hält noch eine Überraschung bereit, die Andreas so im Vorfeld nicht kommuniziert hat und eventuell auch nicht kommunizieren wollte
Wenn Sie mit einer Zeitmaschine in die Zeit von Jesu' Kreuzigung reisen könnten - würden Sie versuchen ihn zu retten?«).
Wenn das wirklich ein Thema des Romans werden sollte, dann wäre das ein heftiger Spoiler.
Oliver hat geschrieben:Fürs Protokoll 2: Habe das auf die Schnelle eben nicht gefunden, liest der Autor hier eigentlich wieder mit?
Momentan nicht. Andreas ist derzeit auf der Buchmesse und danach erst einmal auf Lesereise. Wir können also den Roman erst einmal ungestört lesen und Andreas dann mit unseren gesammelten Fragen überrumpeln.
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Re: Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel » 9. Oktober 2014 15:18

Hier noch ein besserer Link zu Andreas' Auftritt: http://www.hr-online.de/website/special ... t_52917653

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Re: Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider » 9. Oktober 2014 15:50

Pogopuschel hat geschrieben:Hier noch ein besserer Link zu Andreas' Auftritt: http://www.hr-online.de/website/special ... t_52917653
Danke für den Hinweis, Markus!
Ehrlich gesagt: Auf mich wirkte Andreas etwas müde und leicht genervt von den Fragen des Journalisten (obwohl ich den nun wieder recht wohlwollend empfand).
Aber: Alles rein subjektive Eindrücke und völlig unerheblich bezüglich der Beurteilung des Romans!

Gruß
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PS: Amazon-Status: Versand wird vorbereitet. Ob das noch was wird bis morgen?
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Re: Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Oliver » 10. Oktober 2014 11:08

breitsameter hat geschrieben:Vermutungen habe ich natürlich -
so könnte Isaac sich selbst am Abendmahltisch von Jesus erkannt haben.
.
Deine Vermutung geht sicher in die richtige Richtung, das denke ich auch, bin mir aber konkret nicht so sicher, denn
das, bzw. nur das, was Du vermutest, müsste ja nicht zwingend zur Folge haben, dass Michael von seinem großen Bruder so hysterisch eingeschworen wird ja nie, nie, nie das Video zu sehen. Ich hoffe ja nicht, dass die Lösung ist, dass das mit Jesus alles nur eine Schimäre ist. Denn das wäre alt und ausgelutscht und vor allem intellektuell eher eines Dan Brown würdig.
Ich habe auch noch einen wichtigen Punkt. Der Rückseitentext hält noch eine Überraschung bereit, die Andreas so im Vorfeld nicht kommuniziert hat und eventuell auch nicht kommunizieren wollte
Wenn Sie mit einer Zeitmaschine in die Zeit von Jesu' Kreuzigung reisen könnten - würden Sie versuchen ihn zu retten?«).
Wenn das wirklich ein Thema des Romans werden sollte, dann wäre das ein heftiger Spoiler.
Wäre es, ja. Nur: ich kann mir eigentlich keinen anderen Grund vorstellen, warum das sonst da steht. Das schreibt man doch nicht nur einfach "so".

Seite 99.
Ich habe das Gefühl, immer noch in der Exposition zu stecken, das Buch nimmt aber ordentlich Fahrt auf und liest sich gut weg.

Eine Szene fand ich seltsam:
Als Michael in einem Buchladen die Evolutions-Theorie nachliest. Warum schreibt Andreas die Szene so extrem oldschoolig, als wären wir in Stark Trek VI (wo auf der Brücke noch mit Papier-Wörterbüchern hantiert wird). Im nächsten Kapitel lernen wir, dass Michael sehr wohl weiß, was Google ist - und dann muss er was über Darwin in einer Buchhandlung verstohlen nachlesen und kann das nicht im Netz tun? Wie bitte?
Dann fand ich es etwas dick aufgetragen, wie sehr diese Evolutionstheorie bei Michael als Erleuchtungserlebnis dargestellt wird. Vermutlich wollte Andreas Eschbach hier seinen Standpunkt in dem Streit Evolutonstheorie-Kreationismus en passant in den Roman einbringen, das kann man ja auch machen, aber hier hätte jetzt echt nur noch ein Glorienschein (ich schreibe bewusst nicht: Heiligenschein :D ) und ein erhabener Choral in der Buchhandlung gefehlt. Ging das nicht aus Gründen der Plausibilität und Glaubwürdigkeit ne Nummer kleiner?

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Re: Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel » 10. Oktober 2014 11:20

Shock Wave Rider hat geschrieben: Ehrlich gesagt: Auf mich wirkte Andreas etwas müde und leicht genervt von den Fragen des Journalisten (obwohl ich den nun wieder recht wohlwollend empfand).
Aber: Alles rein subjektive Eindrücke und völlig unerheblich bezüglich der Beurteilung des Romans!
Ich finde, in Interviews wirkt er immer recht behäbig. Ob das schwäbische Gelassenheit ist? :beanie:

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Re: Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von breitsameter » 10. Oktober 2014 15:08

Oliver hat geschrieben: Seite 99.
Ich habe das Gefühl, immer noch in der Exposition zu stecken, das Buch nimmt aber ordentlich Fahrt auf und liest sich gut weg.
Ja, wobei die Erzählweise aus der Sicht von Michael jetzt wieder von Andreas gnadenlos dazu ausgenutzt wird uns nur häppchenweise mit Infos zu versorgen. Gemein, aber es sorgt für Spannung.

Ich spekuliere ja gerne über den Fortgang des Romans. Eine Theorie, die auch denkbar wäre, wäre folgende:
Einerseits geht es laut Klappentext auch um eine Rettung von Jesus vor dem Kreuz, andererseits interessiert sich Isaac für Judas. Eine Möglichkeit Jesus zu retten, wäre es natürlich Judas auszuschalten.

Oliver hat geschrieben:Eine Szene fand ich seltsam:
Als Michael in einem Buchladen die Evolutions-Theorie nachliest. Warum schreibt Andreas die Szene so extrem oldschoolig, als wären wir in Stark Trek VI (wo auf der Brücke noch mit Papier-Wörterbüchern hantiert wird). Im nächsten Kapitel lernen wir, dass Michael sehr wohl weiß, was Google ist - und dann muss er was über Darwin in einer Buchhandlung verstohlen nachlesen und kann das nicht im Netz tun? Wie bitte?
Da Michael eine Privatschule besucht, würde er dort natürlich nur die Kreationistenlehre abbekommen. Und wer nicht weiß, dass es etwas anderes gibt, kann auch nicht danach googeln. Aber dieses Denken, dass man in Buchläden auf Wissen stößt, ja, das ist mir auch aufgefallen.
Überhaupt - in welchem Jahr spielt die Handlung der ersten Kapitel überhaupt??

Was mir sehr gefallen hat - die Geschichte mit dem Einbau des Osmiumstreifens.
Die Idee, dass ich nicht in der gefundenen Kassette nachgucke, sondern Sony dazu bringe einen Osmiumstreifen einzubauen, und erst danach nachsehe und prompt einen finde
- ja, das erinnert mich an die besten Szenen aus Bill und Ted. :freude: :mad:
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Re: Lesezirkel: »Der Jesus-Deal« von Andreas Eschbach

Ungelesener Beitrag von Oliver » 10. Oktober 2014 15:25

breitsameter hat geschrieben:Ich spekuliere ja gerne über den Fortgang des Romans. Eine Theorie, die auch denkbar wäre, wäre folgende:
Einerseits geht es laut Klappentext auch um eine Rettung von Jesus vor dem Kreuz, andererseits interessiert sich Isaac für Judas. Eine Möglichkeit Jesus zu retten, wäre es natürlich Judas auszuschalten.
Nein, warte mal. Wir reden von einer Familie von frommen Christen, die also sicherlich
auch an Gottes Plan und das Sühneopfer am Kreuz glauben. Warum sollten die also die Kreuzigung verhindern wollen? Man könnte um diese Frage: "Ja oder nein" interessante theologische Fragen spinnen, das wird aber wohl nicht Andreas' Ziel gewesen sein.

Da Michael eine Privatschule besucht, würde er dort natürlich nur die Kreationistenlehre abbekommen. Und wer nicht weiß, dass es etwas anderes gibt, kann auch nicht danach googeln.

Schon. Aber nach dem ersten "Happen", welcher
Überhaupt - in welchem Jahr spielt die Handlung der ersten Kapitel überhaupt??
heutige Jugendliche rennt denn dann in einen Buchladen, statt Google und Wikipedia zu starten?! Wobei ich mich an Äußerungen von Andreas' erinnern kann, dass er zwar gerne E-Reader probiert, aber sonst eher ein "Gadget-Muffel" :D ist, man möge mich korrigieren, wenn ich das falsch erinnere. Kann also sein, dass er da wirklich nicht dran gedacht hat, dass ein heutiger Jugendlicher wohl nicht mehr in einen Buchladen als Erstes rennen würde. FÜR meine Theorie spricht, dass Andreas auf Lesereisen oder der Buchmesse offline ist. :smokin
das erinnert mich an die besten Szenen aus Bill und Ted. :freude: :mad:
:wink: :D

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