Leserunde Ernst Vlcek "Gib mir Menschen" ab 1.9.15

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Re: Leserunde Ernst Vlcek "Gib mir Menschen" ab 1.9.15

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider » 11. Oktober 2015 20:34

lapismont hat geschrieben:Vielen Dank liebe Uschi für das Projekt, das Lesezirkelexemplar und die Begleitung hier! :freude: :respekt:
Bevor ich es vergesse: Ich schließe mich der Dankbarkeit meines Vorredners vollumfänglich an!

Gruß
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Re: Leserunde Ernst Vlcek "Gib mir Menschen" ab 1.9.15

Ungelesener Beitrag von breitsameter » 15. Oktober 2015 20:24

lapismont hat geschrieben:Vielen Dank liebe Uschi für das Projekt, das Lesezirkelexemplar und die Begleitung hier! :freude: :respekt:
Diesem Dank möchte ich mich ausdrücklich auch anschließen! Dieser Band bot interessante Geschichten und wird einen schöne Platz in einem der Bücherregale in unserem Wohnzimmer bekommen.

Man spürte bei allen Geschichten die doch unverwechselbare Handschrift von Ernst Vlcek - seine Figuren, die nach etwas Glück streben und bestenfalls dem Schicksal ein kleines Schnäppchen schlagen, aber niemals wirklich einen Sieg erringen können.
Echte Vampire schillern nicht im Sonnenlicht, sie explodieren. Echte Helden küssen keinen Vampir, sie töten ihn.

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Re: Leserunde Ernst Vlcek "Gib mir Menschen" ab 1.9.15

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 15. Oktober 2015 21:11

:D :prima:
:bier:
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Re: Leserunde Ernst Vlcek "Gib mir Menschen" ab 1.9.15

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider » 14. Februar 2016 11:07

Ich erlaube mir, an dieser Stelle mein Lesefazit zum zweiten Band der Vlcek-Werkausgabe abzugeben.
"Der kosmische Vagabund" enthält neben dem titelgebenden Roman, der 1966 im Pabel-Verlag als "Terra Astra"-Band Nr. 359 veröffentlicht wurde, drei Interviews mit Ernst, eins mit seiner Frau Regina, Bilder seines Sohns Alexander, einen Nachruf seines Sohns Michael sowie eine umfassende Bibliographie, zusammengestellt von Hermann Urbanek.

Der Roman enthält die typischen Probleme, die wir bereits in seinen frühen Storys festgestellt haben: eine hinterlistig und intrigant gezeichnete Frau als zeitweise Antagonistin, ein männlicher Held, der jene Frau auch einmal schlägt, sowie einen Plot, der interessante Ideen vereinigt, aber sich insgesamt nicht besonders rund aneinander fügt. Viele Handlungen und Wandlungen wichtiger Figuren bleiben unmotiviert. Überhaupt erklärt Ernst zu viel und zeigt zu wenig. Es ist sicherlich gut, im Rahmen einer Werk-Löcherstopf-Ausgabe diesen alten Heftroman wieder abzudrucken - ein Meilenstein ist er weder für Ernsts Werk noch für die deutsche SF insgesamt.

Mit heißen Ohren habe ich hingegen die Interviews gelesen. Über mehr als 80 Seiten ersteckt sich das Gespräch mit Erich Loydl und Wolfgang Zenker, das schließlich in einer Sonderveröffentlichung anläßlich seines 60. Geburtstags abgedruckt wurde. Ernst spricht über seine einfache Herkunft aus dem 10. Wiener Bezirk, seine erste Bekanntschaft mit den Wiener SF-Fans und seine Zusammenarbeit und enge Freundschaft mit Helmuth W. Mommers. Den breitesten Raum nimmt selbstverständlich sein Engagement bei Perry Rhodan ein. Wir lernen viel über die Arbeitsweise und die Kooperation zwischen den Autoren. Von der Schelwokat/Scheer-Zeit bis zu Frick/Feldhoff hat ein deutlicher Wandel stattgefunden. Seinen eigenen Beitrag als langjähriger Exposé-Autor stapelt der bescheidene Ernst eher tief - er meint, er habe lediglich versucht, das Konzept von William Voltz weiterzuführen. Zum Glück geizt er nicht mit Anekdoten und Charakterisierungen von Autorenkollegen und Verlagsmitarbeitern. In einem Interview mit Uschi zur Neuauflage seines "Sternensaga"-Zyklus' verdeutlicht er Intentionen und Entstehungsgeschichte dieses Projektes. Auch wenn die Vollendung lange auf sich warten ließ - die "Sternensaga" scheint seine Herzensangelegenheit gewesen zu sein.
Das Interview mit seiner Regina macht den Menschen Ernst Vlcek greifbar, ein liebevoller Mann, für den das Wohlergehen seiner Frau und seiner Familie höchste Priorität genoss. So schlug er das erste Verlagsangebot, PR-Exposé-Autor zu werden, aus, weil er dafür nach Rastatt hätte umziehen müssen. Das hätte er Regina und seinen beiden Söhnen nie angetan.

Vielen Dank, liebe Uschi, für diesen wunderschönen und berührenden Blick auf den Privatmenschen Ernst Vlcek!
Ich habe ihn leider nie kennenlernen dürfen. Aber aus den Selbst- und Fremdzeugnissen ergibt sich das Bild eines sympathischen und herzensguten Menschen mit einem menschenfreundlichen Humor.

Gruß
Ralf
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Re: Leserunde Ernst Vlcek "Gib mir Menschen" ab 1.9.15

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 14. Februar 2016 12:15

Ja, das war er, Ralf.

Danke für dein Fazit! :prima:

Ja, der Vagabund ist ganz sicher kein Highlight, aber ich fand, der gehört einfach bei so etwas dazu - der zweite Band sollte ja hauptsächlich mit dem Hintergrund befüllt werden, aber ein Text sollte als Abrundung des Lebenswerks dazu, und dann natürlich der allererste.
In dem Roman hat es zudem einige Böcke gegeben, die selbst für die 60er so hanebüchen sind, dass ich mich bei der Bearbeitung mal wieder gefragt hatte, womit die Lektoren damals eigentlich ihr Geld verdient hatten. Wenn Ernst seinen Roman heute noch in die Hand genommen hätte, ich glaube, er hätte die ganze Palette von "OmeinGottomeinGott" bis zu "ungläubig-über-sich-selbst-Lachen" gehabt.
:bier:
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Re: Leserunde Ernst Vlcek "Gib mir Menschen" ab 1.9.15

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider » 14. Februar 2016 13:23

Lektoren? Gab es so was bei den Heftromanverlagen damals überhaupt schon? :teufel:

Schneller Gruß
Ralf,
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