Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

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L.N. Muhr
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Re: Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

lapismont hat geschrieben:Ich dachte, das Kapital sei, unabhängig aller ideologischen Aufladungen, ein ordentliches wissenschaftliches Buch (das ich nie lesen würde). Jetzt steht es auf der Doop-Liste.
:o
Je nach dem, welcher Band. Die volkswirtschaftlichen teile sind zumindest halbwegs realistisch. Marxens Theorie über die Entstehung des Kapitalismus ist schierer Humbug. Ich glaube, aus Marx wäre ein guter VWLer geworden, aber er war nun echt kein guter Soziologe oder Philosoph.
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Doop
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Re: Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

Ungelesener Beitrag von Doop »

L.N. Muhr hat geschrieben: Du hast mutmaßlich auch Stahlfront komplett daheim?
Man sollte dabei aber so fair bleiben, dass es sich beim Stahlfront-Autor um einen offenkundigen Nazi handelt, der sich hinter einem Pseudonym versteckt und sonst vermutlich wenig im Leben auf die Reihe bekommen hat. Bei Raspail handelt es sich hingegen um einen hochdekorierten Autoren mit nicht unspannend klingendem Lebenslauf. Der ist satisfaktionsfähig, der Stahlfront-Schmierfink nicht. Das sagt nichts über dieses spezielle Buch, nichts über sein restliches Werk und nichts über seine Ideologie. Ich vermute, wäre Raspail etwa 60 Jahre früher zur Welt gekommen und das in England statt in Frankreich, wäre er wohl Rudyard Kipling geworden. Das ist aber nur ein Gefühl auf Grundlage dessen, was ich ÜBER ihn gelesen habe. Ich habe nichts von ihm gelesen, denn der Inhalt seiner Bücher klingt für mich alles in allem reichlich unspannend und auch wenig aussagekräftig für mein Leben als nicht gläubiger liberaler Deutscher im 21. Jahrhundert.
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Shock Wave Rider
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Re: Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider »

L.N. Muhr hat geschrieben:Denke mir aber: seine Leseliste auf Anti-Empfehlungen aufzubauen... da gibt's Klügeres.
Kommt drauf an, von wem die Anti-Empfehlungen stammen. :wink:

Gruß
Ralf
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L.N. Muhr
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Re: Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Doop hat geschrieben:
L.N. Muhr hat geschrieben: Du hast mutmaßlich auch Stahlfront komplett daheim?
Man sollte dabei aber so fair bleiben, dass es sich beim Stahlfront-Autor um einen offenkundigen Nazi handelt, der sich hinter einem Pseudonym versteckt und sonst vermutlich wenig im Leben auf die Reihe bekommen hat.
Ach?

Wenn es der ist, von dem ich denke, dass er es ist, hat der einiges in seinem Leben auf die Reihe bekommen - und war eben strammer Nazi bzw. am Ende seines Lebens in der AfD aktiv.

Leider schliessen sich Nazi und Erfolg nicht aus. Aber viele Nazis wollen das gern glauben machen, weil es Teil der Ideologie ist, sich als Opfer übermächtiger Kräfte zu präsentieren...

Und Kipling konnte wirklich gut schreiben. Raspail... äh...
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frankh
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Re: Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

Ungelesener Beitrag von frankh »

Shock Wave Rider hat geschrieben:
L.N. Muhr hat geschrieben:Denke mir aber: seine Leseliste auf Anti-Empfehlungen aufzubauen... da gibt's Klügeres.
Kommt drauf an, von wem die Anti-Empfehlungen stammen. :wink:

Gruß
Ralf
Wenn Sie von Herrn Pannor stammen, dürfte sich ein zweiter Blick immer lohnen.
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L.N. Muhr
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Re: Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Du kannst deinen kleinen Privatkrieg auch mal lassen. Du bist keine 15 mehr. Du benimmst dich nur so.
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T.H.
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Re: Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

Ungelesener Beitrag von T.H. »

frankh hat geschrieben:
Andreas Eschbach hat geschrieben:
Doop hat geschrieben:Mich würde interessieren, wie Andreas, der den Thread ja "verbrochen" hat, den Roman findet, falls er ihn lesen sollte.
Ursprünglich wollte ich einfach nur wissen, wie der Roman heißt. Aber als mir dann hier zu verstehen gegeben wurde, dass "man" diesen Roman nicht lesen solle, musste ich ihn mir natürlich bestellen. Das Päckchen ist noch nicht da, also, mal sehen.
:evil:
Eine Einstellung, die Schule machen sollte. ;)
Ja, das hatte bei mir auch schon geklappt, übrigens. Habe die Lektüre dann allerdings etwas bereut - weil sie eigentlich Zeitverschwendung ist.
Das Ergebnis vorweg: Leider fand ich das Buch ganz und gar nicht gut, regelrecht langweilig fand ich's. Beim Vergleich mit "Unterwerfung" von Houellebecq schneidet das Buch absolut grottig ab, auch literarisch. Ist absolut kein Vergleich.
Mich wunder, dass das Buch so ein Riesenerfolg in Frankreich wurde (wird zumindest kolportiert).
Ich hatte diese Neuübersetzung, aus dem Verlag, der wohl zur neurechten Kaderschmiede hier in D. gehört. Was mir auffiel: Es werden Vokabeln und Wendungen verwendet, die man m.M.n. auch auf Pegida-Spaziergängen wiederfindet, bzw. die so in diesem Zusammenhang benutzt werden. Ist das nun Zufall, oder liegt das an der neuen Übersetzung, die vielleicht den alten Text so "neumodisch" übertragen hat? - Da müsste man glatt die alte Übersetzung kennen...
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Thomas

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Re: Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Das ist natürlich kein Zufall. Das ist zielgruppengerechte Textanpassung. Man wills ja auch verkaufen - und Raspail als Propheten vermarkten.

Außerdem kommt die Sprache von Pegida ja auch nicht aus dem Nichts. Die haben ideologische Rückendeckung, u.a. von besagter Kaderschmiede.
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T.H.
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Re: Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

Ungelesener Beitrag von T.H. »

L.N. Muhr hat geschrieben:Das ist natürlich kein Zufall. Das ist zielgruppengerechte Textanpassung. Man wills ja auch verkaufen - und Raspail als Propheten vermarkten.

Außerdem kommt die Sprache von Pegida ja auch nicht aus dem Nichts. Die haben ideologische Rückendeckung, u.a. von besagter Kaderschmiede.
Das vermute ich auch so, wäre aber tatsächlich durchaus interessant, mal einen Vergleich anzustellen, wenn man das alte Buch... aber echt, dazu fehlt mir dann doch die Lust, mir das nochmal anzutun...
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frankh
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Re: Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

Ungelesener Beitrag von frankh »

T.H. hat geschrieben:
frankh hat geschrieben:
Andreas Eschbach hat geschrieben:
Doop hat geschrieben:Mich würde interessieren, wie Andreas, der den Thread ja "verbrochen" hat, den Roman findet, falls er ihn lesen sollte.
Ursprünglich wollte ich einfach nur wissen, wie der Roman heißt. Aber als mir dann hier zu verstehen gegeben wurde, dass "man" diesen Roman nicht lesen solle, musste ich ihn mir natürlich bestellen. Das Päckchen ist noch nicht da, also, mal sehen.
:evil:
Eine Einstellung, die Schule machen sollte. ;)
Ja, das hatte bei mir auch schon geklappt, übrigens. Habe die Lektüre dann allerdings etwas bereut - weil sie eigentlich Zeitverschwendung ist.
Das Ergebnis vorweg: Leider fand ich das Buch ganz und gar nicht gut, regelrecht langweilig fand ich's. Beim Vergleich mit "Unterwerfung" von Houellebecq schneidet das Buch absolut grottig ab, auch literarisch. Ist absolut kein Vergleich.
Mich wunder, dass das Buch so ein Riesenerfolg in Frankreich wurde (wird zumindest kolportiert).
Ich hatte diese Neuübersetzung, aus dem Verlag, der wohl zur neurechten Kaderschmiede hier in D. gehört. Was mir auffiel: Es werden Vokabeln und Wendungen verwendet, die man m.M.n. auch auf Pegida-Spaziergängen wiederfindet, bzw. die so in diesem Zusammenhang benutzt werden. Ist das nun Zufall, oder liegt das an der neuen Übersetzung, die vielleicht den alten Text so "neumodisch" übertragen hat? - Da müsste man glatt die alte Übersetzung kennen...
Thomas, ich kenne nur die älter Übersetzung, daher kann ich zu Deinen Vermutungen wenig sagen. Was die literarische Qualität betrifft, kann Raspail sicherlich nicht mit Houellebecq % Co. konkurrieren. Dennoch kann das "Heerlager" m. E. an visionären Kraft durchaus mit Orwells "1984" verglichen werden, zumal das Buch 1973 geschrieben wurde, als die geschilderten Entwicklungen noch wie düstere Science Fiction anmuten mußten. Aus meiner Rezension dazu:

"Um es vorwegzunehmen: Das Buch ist nicht unbedingt das, was man 'große Literatur' nennt. Obwohl die Handlung (noch) rein fiktiv ist, handelt es sich weniger um einen Roman als um eine Streitschrift, um den verzweifelten Versuch, der ideologisch motivierten Selbstaufgabe Europas mit literarischen Mitteln entgegenzutreten. Das geschieht gelegentlich mit Hilfe der Überzeichnung, wie man sie aus Swifts Gulliver oder Huxleys Brave New World kennt, aber das eigentlich Faszinierende (und Erschreckende) an Raspails Buch, das bereits 1973 erschien, ist die Erkenntnis, daß ein großer Teil der geschilderten Entwicklungen heute bereits Realität ist.

Die Handlung spielt überwiegend in Frankreich, das sich mit einer, zunächst noch weit entfernten Auswandererflotte aus gekaperten Schrottschiffen konfrontiert sieht, die sich von Kalkutta aus auf den Weg ins gelobte Land gemacht hat. An Bord sind fast eine Million Menschen, unbewaffnet und bettelarm, was sofort zu europaweiten Sympathiebekundungen seitens der Verantwortungsträger in Politik, Medien und Kirche führt, die in groteskem Gegensatz zu den Verhältnissen auf den Auswandererschiffen und der offenkundigen Feindseligkeit der dort zusammengepferchten Massen steht. Einzig ein indischstämmiger Auswanderer, der zufällig zu der Thematik befragt wird, wagt es, vor der bevorstehenden Invasion zu warnen, woraufhin ihm sofort das Mikrofon abgeschaltet wird. Die öffentliche Meinung beherrschen jedoch andere, und in der ungeschminkten und erschreckend realistischen Beschreibung dieser auch hierzulande dominierenden Kamarilla von Realitätsverweigerern, Heuchlern, Volkspädagogen und und Pseudomoralisten liegt das Hauptverdienst des Autors, der aus seinem Herzen keine Mördergrube macht und auch vor schockierenden Bildern nicht zurückschreckt ..."
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Andreas Eschbach
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Re: Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

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L.N. Muhr hat geschrieben:Denke mir aber: seine Leseliste auf Anti-Empfehlungen aufzubauen... da gibt's Klügeres.
Das klingt jetzt schon wieder wie "Du wirst das doch nicht lesen!!!!!einself!" :zombie:
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L.N. Muhr
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Re: Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Ich würde jetzt gar zu gern einen Spruch mit Ohrenarzt bringen... aber ist ja auch egal. Wie jeder Mensch hörst auch du, was du hören willst.
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Andreas Eschbach
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Re: Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach »

Ich bild mir halt gern selber eine Meinung … :lol:
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L.N. Muhr
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Re: Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Dessen bin ich mir inzwischen recht sicher. Aber es hat nichts mit dem Thema zu tun.
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Doop
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Re: Roman gesucht: 1 Mio Inder fliehen nach Frankreich

Ungelesener Beitrag von Doop »

Und durch solche Worte, Frank
...Kamarilla von Realitätsverweigerern, Heuchlern, Volkspädagogen und und Pseudomoralisten
verlierst Du mich dann. Das zeigt, dass Du selbst andere Meinungen nicht gelten lässt, obwohl Du es für Dich selbst in Anspruch nimmst.
„Ich habe [...] nichts gegen Filme ohne viel Handlung (z.B. Laberfilme von Rohmer), aber das Verhältnis zwischen Landschaftsmalerei, Dialog und Kawumm muss stimmen.“ (Badabumm, hier im Forum)
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