Lesetipps bez. Robert Silverberg erbeten

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Robert Kerber

Lesetipps bez. Robert Silverberg erbeten

Ungelesener Beitrag von Robert Kerber »

Nachdem ich von R. Silverberg bislang nur konventionelle Kurzgeschichten kannte, habe ich nun gerade mit großer Begeisterung "Es stirbt in mir" dieses Autors gelesen.
Gibt es qualitativ und/oder thematisch vergleichbare Bücher Silverbergs, die besonders zu empfehlen sind? Vielleicht zur Orientierung: Mein Schwerpunkt liegt in der "New Wave" und eher experimentierfreudigeren, soziokulturellen oder introspektiven Variante der SF, also Ballard, Burroughs, Dick (ausgenommen die Valis-Bücher), Vonnegut, nicht im technischen oder Fantasy-Bereich.
Dank vorab für Tipps,
Robert Kerber
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Bungle
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Ungelesener Beitrag von Bungle »

Ein Band mit längeren Erzählungen und der den Titel "Mit den Toten geboren" trägt könnte ich dir empfehlen.
Ein Band, der bei Moewig erschienen ist, und in der eine Gruppe von Leuten die Möglichkeit erhält, unsterblich zu werden. Titel fällt mir nicht einEbenfalls bei Moewig: "Der Mann im Labyrinth"

Ulrich
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Ungelesener Beitrag von Ulrich »

Mir gefallen "Über den Wassern" und "Kinder der Retorte". "Der Zigeunerstern" soll gut sein.

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breitsameter
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Re: Lesetipps bez. Robert Silverberg erbeten

Ungelesener Beitrag von breitsameter »

Robert Kerber hat geschrieben:Nachdem ich von R. Silverberg bislang nur konventionelle Kurzgeschichten kannte, habe ich nun gerade mit großer Begeisterung "Es stirbt in mir" dieses Autors gelesen.
Gibt es qualitativ und/oder thematisch vergleichbare Bücher Silverbergs, die besonders zu empfehlen sind?
Robert Silverberg hat in einem relativ kurzem Zeitraum Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger Jahre eine ganze Reihe hervorragender literarischer SF-Romane geschrieben. Alle Werke zuvor und besonders alle ab Ende der Siebziger Jahre hingegen kann man meist (abgsehen von ganz wenigen Ausnahmen) getrost in die Kategorie "mittelmäßig". Silverberg war damals so enttäuscht über den doch relativ geringen Erfolg seiner Romane (er hatte sich auch Anerkennung außerhalb des Bereiches der SF erwartet und seine Romane hätten dies auch verdient gehabt), daß er einige Jahre gar nichts mehr schrieb und danach nur noch sehr viel einfachere Werke.

Nebenbei: Ich habe Robrt Silverberg schon zweimal auf Cons erlebt und war beide Male von ihm fasziniert. Nicht nur, daß er sich sehr klar artikulieren kann :wink: , sondern er scheint auch ein sehr kluger und angenehmer und bescheidener Mensch zu sein. Auch seine Kolumnen sind übrigens sehr lesenswert.

Jetzt aber zu meiner Empfehlungsliste:

"Ein glücklicher Tag im Jahr 2381" (OT: The World Inside)
"Der Gesang der Neuronen" (OT: Thorns)
"Kinder der Retorte" (OT: Tower of Glass)
"Das heilige Atom" (OT: To Open the Sky)
"Bruderschaft der Unsterblichen" (OT: The Book of Skulls)
"Der Mann im Labyrinth" (OT: The Man in the Maze)
"Zeit der Wandlungen" (OT: A Time of Changes)

Das sind neben "Dying Inside" meine Highlights im Werk von Silverberg (ich habe hier knapp 40 Bücher von ihm rumstehen...).

Noch was: "Bruderschaft der Unsterblichen" soll nun sogar verfilmt werden. Ehrlich gesagt glaube ich aber nicht, daß man den Geist des Originals in einem Film einfangen kann... dafür müßte man wohl zuviel entschärfen.
Echte Vampire schillern nicht im Sonnenlicht, sie explodieren. Echte Helden küssen keinen Vampir, sie töten ihn.

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Frank Böhmert

Re: Lesetipps bez. Robert Silverberg erbeten

Ungelesener Beitrag von Frank Böhmert »

breitsameter hat geschrieben:Jetzt aber zu meiner Empfehlungsliste:
[...]
"Bruderschaft der Unsterblichen" (OT: The Book of Skulls)
[...]
Das sind neben "Dying Inside" meine Highlights im Werk von Silverberg (ich habe hier knapp 40 Bücher von ihm rumstehen...).
"Book of Skulls" und "Dying Inside" sind genau die Bücher, die ich beim Blick auf den Titel dieses Strangs auch empfehlen wollte. "Book" ist im Grunde ein Gegenwartsroman. Mehrere sehr unterschiedliche Figuren, aus deren Perspektive im Wechsel erzählt wird, suchen nach einem angeblich vorhandenen Weg, das ewige Leben zu erlangen. Eine Road Novel sozusagen. Und sehr schön erzählt.
breitsameter hat geschrieben:Noch was: "Bruderschaft der Unsterblichen" soll nun sogar verfilmt werden. Ehrlich gesagt glaube ich aber nicht, daß man den Geist des Originals in einem Film einfangen kann... dafür müßte man wohl zuviel entschärfen.
Das dürfte schwer vom Skript/Regie-Team abhängen. Von den Coen-Brüdern etwa könnte ich mir den Roman hervorragend umgesetzt vorstellen.

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breitsameter
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Re: Lesetipps bez. Robert Silverberg erbeten

Ungelesener Beitrag von breitsameter »

Frank Böhmert hat geschrieben:"Book" ist im Grunde ein Gegenwartsroman. Mehrere sehr unterschiedliche Figuren, aus deren Perspektive im Wechsel erzählt wird, suchen nach einem angeblich vorhandenen Weg, das ewige Leben zu erlangen. Eine Road Novel sozusagen. Und sehr schön erzählt.
Ja, ich habe die Lektüre des Roman damals sehr genossen. Ich finde es immer noch faszinierend, wie es Silverberg damals gelang, einen Roman zu schreiben, der einerseits den Zeitgeist von damals so einfing (freie Liebe, etc.) und andererseits solch eine Charaktertiefe besitzt.
Aber ein schöner Gegenpol dazu ist sicher "A Time of Changes", der sicher weniger perfekt erzählt ist, aber dafür sehr schön eine Welt schildert, in der es fast unmöglich ist, sich als Person jemandem wirklich zu offenbaren.
Frank Böhmert hat geschrieben:
breitsameter hat geschrieben:Noch was: "Bruderschaft der Unsterblichen" soll nun sogar verfilmt werden. Ehrlich gesagt glaube ich aber nicht, daß man den Geist des Originals in einem Film einfangen kann... dafür müßte man wohl zuviel entschärfen.
Das dürfte schwer vom Skript/Regie-Team abhängen. Von den Coen-Brüdern etwa könnte ich mir den Roman hervorragend umgesetzt vorstellen.
Ich habe da meine Zweifel. Zwar schätze ich "Oh Brother, where are thou" sehr, aber ich habe noch keinen Film von den Coens gesehen, der ohne hintergründigen Humor auskam und die Tragik der Figuren aus der "Bruderschaft" wirklich einfangen könnte. Außerdem bräuchte man dafür wirklich sehr gute, aber gleichzeitig noch sehr junge Schauspieler...
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Rusch
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Ungelesener Beitrag von Rusch »

Ich warne, die Hände von den Buchadaptionen zu lassen, die Silverberg zu Asimov Kurzgeschichten verfasst hat. Diese sind größtenteils nur aufgeblähte Kurzgeschichten ohne Pepp. Am ehesten war Nightfall noch lesbar.

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Robert Kerber

Ungelesener Beitrag von Robert Kerber »

Dank euch für eure Anregungen.

Bevor es in den Weihnachtsurlaub geht noch eine themenverwandte Frage: Ian Watsons "Babel-Syndrom" und "Der programmierte Wal" - sind die zu empfehlen?

Ahoj,
Robert Kerber

Jorge
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Ungelesener Beitrag von Jorge »

Robert Kerber hat geschrieben:Dank euch für eure Anregungen.

Bevor es in den Weihnachtsurlaub geht noch eine themenverwandte Frage: Ian Watsons "Babel-Syndrom" und "Der programmierte Wal" - sind die zu empfehlen?

Ahoj,
Robert Kerber
Die beiden Titel kann ich dir sehr empfehlen, passen auch gut in dein Suchschema("experimentierfreudig").

P.S.:
Hier noch ein paar gute Silverbergtitel:

"Die Mysterien von Belzagor"(Downward to Earth)
"Schadrach im Feuerofen"(Schadrach in the Furnace)
Tipp: Wenn du ebenfalls "Mit den Toten geboren" lesen willst, empfehle ich dir den Heynesammelband, da sind alle obigen 3 Romane und Novellen enthalten.
"Gast aus der Zukunft"(The Masks of Time)
"Noch einmal leben/Die Seelenbank"(To Live Again)
"Schwingen der Nacht"(Nightwings)

Versuch von Watson auch mal
"Das Mars-Koma"(The Martian Inca)
"Die Gärten des Meisters"(The Gardens of Delight)
Zuletzt geändert von Jorge am 22. Dezember 2003 22:26, insgesamt 1-mal geändert.

heino
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Ungelesener Beitrag von heino »

neben "Dying inside" hat mir besonders "Tom O`Bedlam" gefallen. Eine Messias-Geschichte der anderen Art und Heinleins "Ein Mann in einer fremden Welt" turmhoch überlegen
Lese zur Zeit:

Haruki Murakami - Kafka am Strand

Fjunch-Klick
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Ungelesener Beitrag von Fjunch-Klick »

ich kenne nur "dying inside" und "der positronische mann", letzteres als adaption auf asimovs "der zweihundert-jahre-mann" o.ä. "Dying inside" ist sehr empfehlenswert, gibts auch grad bei heyne als "es stirbt in mir". die buchadaption ist überflüssig.

deval
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silverberg

Ungelesener Beitrag von deval »

jetzt muß ich doch mal nachfragen.

bruderschaft der unsterblichen, ist es das buch, in dem 4 jugendliche die unsterblichkeit suchen und einer sich opfern und einer geopfert werden muß? warum ist das so gut?

was haltet ihr von dem buch -nach all den jahrmilliarden-?

Jorge
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Re: silverberg

Ungelesener Beitrag von Jorge »

vallenton hat geschrieben:jetzt muß ich doch mal nachfragen.

bruderschaft der unsterblichen, ist es das buch, in dem 4 jugendliche die unsterblichkeit suchen und einer sich opfern und einer geopfert werden muß? warum ist das so gut?

was haltet ihr von dem buch -nach all den jahrmilliarden-?

Ja, das ist "Bruderschaft der Unsterblichen". Und warum es gut ist....., lesen und selbst herausfinden :D .

"Nach all den Jahrmilliarden" - Die Abenteuer eines Archäologenteams verschiedener Spezies, das bei Ausgrabungen auf ein geheimnisvolles Artefakt stößt, das den Aufenthaltsort einer uralten Alienrasse enthält- ist eine Space Opera, die weniger anspruchsvoll als "Bruderschaft" ist und ein wenig an "Jugendbuch"-SF erinnert. Habe ich gelesen, weil darin mein Lieblingssfthema "Aliens" vorkommt. Für den SF-Leser außerdem interessant, weil darin auch eine Dysonsphäre(was das ist, weiß ja wahrscheinlich jeder SF-Interessierte) beschrieben wird. Keinesfalls der große Wurf in Sachen "Begegnung mit fremden Rassen"(dafür sind die darin vorkommenden Aliens ein bißchen einfach dargestellt), aber Lesefutter für verregnete Tage u.ä.

Ulrich
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Ungelesener Beitrag von Ulrich »

Amüsant fand ich die Geschichten um Gilgamesch und das Outback. Danach habe ich mir erstmal ein Buch über den historischen Gilgamesch gekauft: Gilgamesch, König von Uruk von Thomas R. P. Mielke

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