Der "Liest zur Zeit" Thread

Science Fiction in Buchform
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Nina
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Nina » 22. November 2017 21:38

"Die Krone der Sterne" hatte ich als Hörbuch. Interessanterweise bin ich beim Speeddating beim Eurocon darauf zu sprechen gekommen. (Nach: "Ach so, du bist eh Deutscher, können wir eigentlich auch Deutsch reden, ich bin aus Österreich ...") Und witzigerweise kannte der das auch, und auch als Hörbuch
Ich fand das jedenfalls spannend, hätte mir aber ein weniger offenes Ende gewünscht.

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Ming der Grausame
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame » 25. November 2017 01:19

Harry Harrison: Zeitreise in Technicolor

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Lensman » 25. November 2017 11:47

Mit Interesse gelesen:

Claudia Kern - "Divided States of America"

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Eine Mischung aus 50 % Thriller und je 25 % Dystopie und Alternativrealitätsroman.

Die Verfasserin hat die Zustände nach der Präsidentenwahl in den USA antizipiert und darauf aufbauend eine eigentlich nur geringfügig veränderte Realität geschaffen. Ihr Donald Trump heißt Joseph Johnson, ist aber ein Abziehbild Trumps mit einer entsprechenden politischen Agenda. Im Gegensatz zu Trump gelingt Johnson aber sein erstes großes Präsidenten-Dekret, mit dem er eine Ausweispflicht für alle nicht eindeutig weißen oder schwarzen (sic!) Menschen in den USA fordert. Illegale Migranten, eigentlich alle Migranten aus Lateinamerika sollen aus den USA vertrieben werden. Dieses Dekret ist der Brandbeschleuniger, auf dem Claudia Kern ihre Romanhandlung aufbaut. Sie erschafft dazu ein quasi repräsentatives Repertoire an Personen, zwischen denen von Kapitel zu Kapitel hin und hergesprungen wird (Als Leser gewöhnt man sich aber schnell daran.). Dazu gehören neben dem Präsidenten natürlich sein republikanischer schärfster Konkurrent (der eigentlich mehr demokratiosche Werte vertritt), eine wichtige demokratische Gouverneurin und deren Berater. Es gibt eine schwarze Polizistin mit einen muslimischen Kollegen und einem anderen weißen Kollegen, der eine Nähe zur White Supremacist Bewegung hat. Es gibt einen illegalen Einwanderer, es gibt eine rechtsextremistische weiße Familie, die dem Klischee der Hillbillys ziemlich entspricht. Und es gibt eine Reihe von Figuren aus dem amerikanischen Polittheater, gute wie böse. Alle zusammen erleben, erleiden sie die dramatische Veränderung in den USA - von "united" hin zu "divided".

Die Verfasserin schafft es aus dieser Gemengelage einen spannenden Roman zu kreieren, der an vielen Stellen die Realität näher berührt, als uns eigentlich lieb sein kann. Es hätte auch so kommen können bzw. es ist nicht auszuschließen, dass es so ähnlich noch kommen kann, wenn anhand eines konkreten Vorfalls - im Roman ist es ein großer Terroranschlag - sich die Radikalisierung der Interessengruppen in den USA fortsetzt.
Das Personenpanorama ist gut gewählt, leidet aber hier und da erkennbar an einer zu starken Vereinfachung. Ich denke da besonders an die Darstellung der Politiker. Leider treffend dargestellt finde ich die Situation der rechtsextremistischen Familie und deren sektierischer Gruppierung. Bis auf das letzte Viertel finde ich die Handlung konsistent und gelungen; am Ende vergaloppiert sich die Autorin etwas. Einige Handlungsstränge wirken zu wenig aus dem Romangeschehen heraus motiviert sondern eher künstlich dramatisiert.

Den Luftangriff auf Ehrenberg verstehe ich nicht wirkllich.

Unter Berücksichtigung obiger Einschränkungen ist es ein lesenwerter Roman, der dazu recht leicht konsumierbar ist. (Vielleicht wäre eine differenzierte Ausarbeitung wünschenswert gewesen und dann eine Herausgabe als Trilogie o. Ä. Der Stoff und die Romananlage geben es definitiv her.). Als hilfreiche Sekundärliteratur empfehle ich übrigens das ausgezeichnete Werk von Arlie Russel Hochschild "Fremd im eigenen Land. Eine Reise ins Herz der amerikanischen Rechten."

8 von 10 rennenden Präsidenten

Es grüßt
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"Und nun, durch zwiefach Glas, sehe ich
Des Bruders dunkelnd Ebenbild.
Jetzt mach' uns frei, an unserer Seite stehe,
den Hammer schwing, o Thor, und leih uns deinen Schild."
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 25. November 2017 12:03

Steht auf meiner Do-To Liste.
Als ich jung war, war der Pluto noch ein Planet

Alle Bücher müssen gelesen werden

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Ming der Grausame
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame » 27. November 2017 15:58

Harry Harrison: Der Daleth-Effekt

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Nina » 27. November 2017 23:03

Ich habe derzeit mehrere Bücherregale voll nix zum Lesen. Ich bin mal an die Altlasten gegangen, die ganze Uralt-SF, die ich geschenkt bekommen habe. Und es kommen meist sogar Katzen vor. In einem verkreuzt ein Junge verschiedene Katzenrassen und die Eltern (selbst Katzenzüchter) bringen einen Teil der Jungen um, sind ja bloß gewöhnliche Kurzhaarkatzenmischlinge. In dem nächsten Roman geben Eltern ihren Kindern (fünf, sechs?) Aufgaben, und dann wird diskutiert, ob Mädchen dies und das auch können und sie dürfen sich im Kartenzeichnen auf einem fremden Planeten beweisen, aber nur, wenn die Hilfe für ihre Mutter im Haushalt nicht darunter leidet. Im nächsten Roman waren sie verschollen im Weltraum, irgendwie dachte ich die ganze Zeit, das käme mir bekannt vor und dann: "Ah! Ja! Das ist das Buch, wo der ganzen, verschollenen Crew so fad ist, dass jeder mal mit jedem in die Kiste hüpft!" (Natürlich ohne Details.)
Dann noch ein Kurzgeschichtenband der "Top Science Fiction Stories". Irgendwie auch, eine Geschichte war ganz gut, wo ein Mann auf bürokratische Hürden stößt, seine verunfallte Frau zurückzubringen, aber dann ... hm, eine Geschichte habe ich abgebrochen und eine ist über eine geschiedene Frau, bei der ein Alien wohnt, zu dem sie sich erotisch hingezogen fühlt, der aber dauernd schaurige Sachen über die Liebe und das Fliegen sagt. Wegen ihm muss sie dann ihre Katzen aussetzen, die aber wiederkommen und Fische irgendwo rausfangen und er schreitet da ein und verwandelt sich in einen Schleimklumpen und sie setzt sich dann mit einem einzelnen geretteten Fisch in die Badewanne und gibt dem den Namen ihres Vaters. Oder so in etwa. Ich glaub, ich hab noch nie eine Geschichte so wenig kapiert wie diese, und Satz für Satz zu analysieren, habe ich auch keine Lust.

Na ja, ich hab mir wirklich vorgenommen, das alte Zeugs zu lesen. Aber so warm wurde ich jetzt nicht damit. Manchmal stellt sich auch heraus, dass manches aus dem Regal ungelesener Bücher auch dort bleiben sollte ...

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame » 1. Dezember 2017 14:06

Harry Harrison: Die Galaxis-Rangers

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Nina » 4. Dezember 2017 20:50

Ich lese gerade "Stardoc" von S.L.Viel. Das Buch habe ich aus einem offenem Bücherschrank, typisches Weltraumdesign, also ohne groß zu überlegen mitgenommen. Das lag jetzt länger rum, aber ich habe nach Reiselektüre gesucht und da ein paar meiner Altlasten mitgenommen. - Ja, ich bin immer noch am Projekt, tatsächlich meine vorhandenen Bücher zu lesen oder es zumindest zu versuchen.

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Aber das ist mal eines, das mir richtig gut gefällt! Es geht darum um eine junge Ärztin, die sich auf einem Planeten zurecht finden muss, wo hauptsächlich Aliens leben.

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 5. Dezember 2017 11:56

Die Altlasten sind schon recht durchwachsen, gell? Kenn ich. Vielleicht liegts daran, dass die Nachfrage an SF so groß war, dass wirklich alles gedruckt wurde, um die ganzen Kurzgeschichtensammlungen voll zu kriegen. Außerdem ändern sich Stil und Themen auch. Mag man heute nicht mehr so unbedarft lesen wie damals. Ist wie mit alten Musikgeschmäckern ...

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Khaanara » 6. Dezember 2017 07:42

Ich träume gerade etwas mit Neil Gaimans Sandman Deluxe 2: Das Puppenhaus
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Morpheus auf der Suche nach einigen Traumlandflüchtigen.

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Nina » 6. Dezember 2017 21:07

Badabumm hat geschrieben:
5. Dezember 2017 11:56
Die Altlasten sind schon recht durchwachsen, gell? Kenn ich. Vielleicht liegts daran, dass die Nachfrage an SF so groß war, dass wirklich alles gedruckt wurde, um die ganzen Kurzgeschichtensammlungen voll zu kriegen. Außerdem ändern sich Stil und Themen auch. Mag man heute nicht mehr so unbedarft lesen wie damals. Ist wie mit alten Musikgeschmäckern ...
Ja, und drum werde ich auch oft sauer, wenn von der guten alten Zeit berichtet wird. Die erinnern sich an eine Handvoll Highlights von Hunderten oder mehr und das wird dann mit dem zuletzt gelesenen neuen Buch verglichen - oder auch nicht nicht-gelesenem Buch, sondern mit was, auf das die Jugendlichen halt grade abfahren. - Als ob je in irgendeiner Generation einer im "Opa-Alter" auf was, das jemand im "Enkel-Alter" steht, abgefahren wäre ... Das verstehe ich nicht, warum man das mit einer Wertung versehen muss, die Menschen sind halt verschieden.

Allerdings gefallen mir viele der alten Sachen auch recht gut, aber eben auch viele nicht. Gerade in dem Fall, wo so altbacken über die Genderfrage diskutiert wird ... also ich hab noch nie in meinem Leben mich vor was drücken dürfen, weil ich ein Mädchen bin - offen verwehrt wurde mir aber deswegen auch nie was, das ist heute sicher noch nicht vom Tisch, aber eben subtiler. (Die Eltern sind halt mehr besorgt, wenn z.B. eine Frau alleine verreist als z.B. bei meinem Bruder. Aber sie haben es inzwischen auch kapiert, dass es besser für mich ist, wenn ich alleine was mache, als ob ich gar nichts mache und immer daheim bin.)

Manches ist auch einfach toll, wie z.B. hatte ich mal ein altes Buch, wo wer tatsächlich eine Antho französischer SF gemacht hat. Das finde ich alleine deshalb interessant. - Aber wenn was amerikanisches Best Of ist und dann die Geschichten erst recht nicht überzeugen, bin ich auch raus.

Jetzt hab ich ein Buch von ca. 2000 aus dem ungelesenen Bücherregal und ich bin nach langem wieder voll begeistert! Das ist so spannend, fremder Planet, Aliens, starke Protagonistin - und he, jetzt ist ihr noch eine sprechende Alienkatze zugelaufen, die sogar Essen machen und Telefonate erledigen kann! - also da weiß ich wieder, warum ich SF so mag.

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 7. Dezember 2017 13:10

Nina hat geschrieben:
6. Dezember 2017 21:07
Jetzt hab ich ein Buch von ca. 2000 aus dem ungelesenen Bücherregal und ich bin nach langem wieder voll begeistert! Das ist so spannend, fremder Planet, Aliens, starke Protagonistin - und he, jetzt ist ihr noch eine sprechende Alienkatze zugelaufen, die sogar Essen machen und Telefonate erledigen kann! - also da weiß ich wieder, warum ich SF so mag.
Und wie heißt es?
Ich glaube, dass Katzen und Arbeit nie zusammenkommen werden. Schon gar nicht Essenmachen - dafür gibts ja menschliche Bedienung ... Bei uns würden sie bloß "pffh" machen und sich verdrücken. ;) ;)

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Nina » 7. Dezember 2017 22:21

Badabumm hat geschrieben:
7. Dezember 2017 13:10
Nina hat geschrieben:
6. Dezember 2017 21:07
Jetzt hab ich ein Buch von ca. 2000 aus dem ungelesenen Bücherregal und ich bin nach langem wieder voll begeistert! Das ist so spannend, fremder Planet, Aliens, starke Protagonistin - und he, jetzt ist ihr noch eine sprechende Alienkatze zugelaufen, die sogar Essen machen und Telefonate erledigen kann! - also da weiß ich wieder, warum ich SF so mag.
Und wie heißt es?
Ich glaube, dass Katzen und Arbeit nie zusammenkommen werden. Schon gar nicht Essenmachen - dafür gibts ja menschliche Bedienung ... Bei uns würden sie bloß "pffh" machen und sich verdrücken. ;) ;)
Na das ist das "Star Doc", das ich schon gepostet habe. So ein dämlicher Titel, hätte nicht gedacht, dass das echt was taugt und gekauft hätte ich mir das sicher nicht. Aber jetzt finde ich es toll, bin auch schon fast am Schluss, das ist mal so richtig was, wo es keine Längen gibt, keine Nebenhandlungen wo man sich "laaaaaaaaaaangweilig" denkt und mal eben kapitelweise überblättert (es gibt gar keine Nebenhandlungen, also was für mich - ich habe bei Nebenhandlungen eben meist das Gefühl, dass man einfach nur Seiten schindet). - Die Protagonistin hat schon einen normalen Kater, den sie von der Erde mitgebracht hat, der ist auch genauso, wie man das kennt. Also arrogant, nicht sonderlich begeisterungsfähig, launisch usw. Die neue Alienkatze hat allerdings einige Haushaltsaufgaben gelernt. Die Protagonistin nimmt die halt nur sehr beschränkt in Anspruch, weil sie es schrecklich findet, ein intelligentes Wesen als Haustier zu halten. (Aber wenn sie sie nicht aufgenommen hätte, wäre sie einfach woanders hingekommen - Haustiere müssen in der Welt registriert sein.) Sie lässt sie halt so ein bisschen was machen, so in etwa wie man einen Mitbewohner was machen lässt. Hauptsächlich bespaßt die neue Katze allerdings die andere Katze. (Spielen, aneinandergekuschelt schlafen und lustigerweise füttert auch die eine Katz die andere.)

Die Autorin hat bestimmt Katzen zu Hause! Sie beschreibt immerhin eine sehr realistisch und die andere so, wie man sich das wünscht. Aber ich glaube, darauf, dass meine Katze mir Essen macht, kann ich lange warten. - Gut, sie hat mir drei Mal eine Amsel beschert *lecker!*, zwei davon gabs per Lieferservice gleich ins Haus. (Eine habe ich noch lebendig zum Fenster rausbekommen - wobei ich mich bei dem Haufen Federn, der nachher rumlag, echt gewundert habe, dass der Vogel noch flugfähig war.) Vor allem habe ich mich gewundert, wie dieses dick-orange, patscherte Flauscheding die erwischt hat. :kopfkratz:

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Teddy » 9. Dezember 2017 22:05

Yoko Ogawa - Das Geheimnis der Eulerschen Formel

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Eine Autorin, die stilistisch und inhaltlich an Murakami erinnert? Da haben mich Des_Orphans Empfehlungen von Das Museum der Stille und Schwimmen mit Elefanten schon neugierig gemacht. Ich habe dann aber zu Das Geheimnis der Eulerschen Formel gegriffen. Ein Roman, in dem Mathematik schon im Titel vorkommt, ist schließlich eine Rarität. Icherzählerin ist eine alleinerziehende Haushälterin, die eine neue Stellung bei einem ehemaligen Mathematik-Professor annimmt, der schon vor Jahrzehnten seinen Beruf aufgeben musst, nachdem er sich bei einem Autounfall eine Gehirnverletzung zugezogen hat und seitdem nur noch über eine Kurzzeitgedächtnis von 80 Minuten verfügt, die Haushälterin und ihren Sohn also jeden Tag neu kennenlernt.
Ein faszinierender Roman um eine seltsame Freundschaft zwischen dem Professor, der Haushälterin und ihren zehnjährigen Sohn, in dem Mathematik und Baseball tragende Rollen spielen.

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Des_Orphan » 10. Dezember 2017 20:50

Teddy hat geschrieben:
9. Dezember 2017 22:05
Yoko Ogawa - Das Geheimnis der Eulerschen Formel

Eine Autorin, die stilistisch und inhaltlich an Murakami erinnert? Da haben mich Des_Orphans Empfehlungen von Das Museum der Stille und Schwimmen mit Elefanten schon neugierig gemacht. Ich habe dann aber zu Das Geheimnis der Eulerschen Formel gegriffen. (...)
Freut mich sehr, dass mein Tipp dir gefallen hat :D

Habe vor kurzem dies hier gelesen:
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11 Stories, welche alle mehr oder weniger (und teils auf sehr seltsame Weise) miteinander verknüpft sind...
Allein das Konzept hat mir schon sehr gut gefallen... :prima:

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