Der "Liest zur Zeit" Thread

Science Fiction in Buchform
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Pogopuschel
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel » 10. August 2017 20:04

Wohl eher beim Großhändler.

Man kann es auch direkt beim Verlag bestellen: https://www.arena-verlag.de/artikel/aqu ... 01-60022-2

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 10. August 2017 20:17

Alles klar, danke.
Ich bin ein Amazon-Verweigerer und kaufe dort nur, wenn es nicht anders geht... ;)
Aber auch hier muss ich mich zuerst registrieren lassen (für EIN Buch...), wahrscheinlich online bezahlen (was bei mir nicht geht...) und das Buch wird geliefert (das, was ich eigentlich vermeiden will...).

Ich finde bei fast allen Online-Läden total doof, dass man sich erst anmelden muss, bevor man die Konditionen (z.B. Bezahlmethode) erfährt... Das heißt, ich muss erst zur Kasse und komme dort nicht weiter, wenn ich kein Konto habe...
Ich will keine englische Rangbezeichnung! :faint:

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel » 10. August 2017 20:22

Bei Amazon bestelle ich gerne - alles außer deutschsprachigen Büchern. Die Buchhandlungen sind oft nur bei einem der beiden großen Grossisten angeschlossen, und wenn da mal ein Buch nicht lieferbar ist, denken sie manchmal, es sei vergriffen, ohne genauer nachzuforschen.

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Ender » 11. August 2017 16:28

SargeATM hat geschrieben:
10. August 2017 10:46
Robert Charles Wilson - Netzwerk
[...]
zitiert aus meinem Review: https://www.goodreads.com/review/show/2059660506
[...]
Besten Dank für deine Einschätzung.
Ich setze es mal auf meine Liste - wenn auch (noch) nicht ganz nach oben ...


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Teddy
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Teddy » 16. August 2017 00:40

Jetzt habe ich doch einige Wochen nichts von mir im Forum hören lassen. Dafür habe ich um so mehr gelesen. Hier erst mal die nicht-phantastischen Titel in Kurzform:

Charles Dickens - Oliver Twist
Berühmter Roman, der die sozialen Missstände im England zu Beginn der Industrialisierung aufzeigt: die Verarmung ganzer Bevölkerungsschichten, die Zustände in Armen/Arbeitshäusern oder die Justizwillkür. Auch heute noch lesenswerte Geschichte, die allerdings ob ihrer arg stereotyp gestalteten Figuren hier und da auch mal nervt.

E. O. Chirovici - Das Buch der Spiegel
An der Oberfläche ein Krimi, um einen Mord an einem Professor. Aber eigentlich geht es darum, was Erinnerung ist und wie diese aus verschiedenen Perspektiven zu deutlich unterschiedlichen Wahrnehmungen der Realität führen kann. Eigentlich das PKD-Thema schlechthin. Lesenswerter Roman.

Mark Twain - Huckleberry Finn
Als Jugendbuch daherkommendes Sittengemälde des Südstaaten-Amerikas um 1840, der Zeit der Schaufelraddampfer auf dem Mississippi. Twain beschreibt die Sklaverei aus der Sicht eines einfachen Jungen. Die absolute Selbstverständlichkeit mit der Schwarze als Besitz angesehen werden verdeutliche den alltäglichen Rassismus viel besser, als die meisten Werke, die sich auf brutale Strafen wie Auspeitschen konzentrieren. Zu recht ein Standardwerk der amerikanischen Literatur.

Carlos Ruiz Zafon - Der Schatten des Windes
Roman, der zur Zeit der Franco-Herrschaft in Barcelona auf zwei Zeitebenen spielt, die beinahe magisch miteinander verwoben sind. Geschickt konstruierter Roman um verbotene Liebe, Bücher und Rache. Obwohl es noch drei weitere Barcelona-Romane von Zafon gibt, ist dieser in sich abgeschlossen und verlangt auch nicht nach einer Fortsetzung.

T.C. Boyle - Hart auf Hart
Nachdem mir letztes Jahr Boyles Erstling "Wassermusik" sehr gut gefallen hat, hab ich ich nun mit "Hart auf Hart" weitergemacht. Hier geht es um Außenseiter der amerikanischen Gesellschaft, die die Regierung ablehnen und einen doch sehr eigenen Traum von grenzenloser Freiheit träumen. Zusammen mit einer an Paranoia grenzenden Angst vor allem Fremden und einer Waffenvernarrtheit führt dies letztendlich in die Katastrophe. Umso bemerkenswerter, dass man durchaus Sympathie für Boyles Figuren hat. Empfehlenswerter Roman, der Lust auf mehr von T.C. Boyle macht.

Ian McEwan - Abbitte
Abbitte ist McEwans bekanntester Roman und das völlig zu recht. Im ersten Teil, der 1935 spielt, nimmt sich McEwan viel Zeit um die handelnden Personen exakt zu charakterisieren, sodass es psychologisch verständlich wird, warum ein junges Mädchen eine große Schuld auf sich nimmt. Die nächsten Teile des Roman spielen dann im Krieg, einerseits bei der Evakuierung der englischen und französischen Truppen in Dünkirchen und in einem Krankenhaus, dass die verletzten Heimkehrer versorgt und zeigen die Konsequenzen dieser Schuld, die sich das nun erwachsene Mädchen eingesteht. Nach sehr gemächlichen Beginn zieht einen der Roman mehr und mehr in seinen Bann, wobei auch Themen wie Realität vs schriftstellerische Freiheiten verhandelt wird.

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Teddy » 16. August 2017 01:10

Cixin Liu - Die drei Sonnen

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Wahrscheinlich bin ich einer der letzten hier im Forum der "Die drei Sonnen" noch nicht gelesen hatte. Darum kann ich mich wohl kurz halten. Der Roman spielt auf drei Ebenen: einmal in der Jetztzeit, einmal während der chinesischen Kulturrevolution und zum dritten innerhalb eines Computerspiels, das das Leben auf einen Exoplaneten (Trisolaris) für Menschen verständlich darstellt. Dieser Planet kreist um drei Sonnen, was zu einer chaotischen Bahn führt, mit immer wiederkehrenden katastrophalen Folgen für die Lebewesen auf dem Planeten. Liu beschreibt, wie es zu einem Kontakt zwischen Erde und Trisolaris kommt und erste Folgen für die Erde. Das tut er ungemein spannend und physikalisch glaubwürdig (wobei die Protonen in den hohen Dimensionen für mich von Magie nicht zu unterscheiden waren).
Mich hat der Teil, der die Schrecken der Kulturrevolution schonungslos beschreibt, am meisten beeindruckt. (Da musste ich in der Wikipedia erst mal meine mauen Geschichtskenntnisse auffrischen.) Mir war auch gar nicht klar, dass man in China so kritische darüber schreiben kann. Da erkennt man dann seine eigenen Vorurteile...
Toller Roman, der zurecht Hugo und KLP gewonnen hat. Schade nur, dass Heyne sich mit den nächsten Teilen richtig viel Zeit lässt.

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von lapismont » 16. August 2017 07:11

Teddy hat geschrieben:
16. August 2017 01:10
Cixin Liu - Die drei Sonnen

Toller Roman, der zurecht Hugo und KLP gewonnen hat. Schade nur, dass Heyne sich mit den nächsten Teilen richtig viel Zeit lässt.
och, wenn ich meine SUBs so betrachte, macht Heyne das echt tool
:naughty:

Ach ja, Huckleberry Finn. Hab ich letztes Jahr wieder gelesen. In der Tat ein sehr menschlicher Roman.

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 16. August 2017 09:49

Huckeberry Finn hat mir nachträglich Tom Sayer kaputt gemacht. Und das Schlmmste: Mark Train hat es mit Absicht getan!
Als ich jung war, war der Pluto noch ein Planet

Alle Bücher müssen gelesen werden

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Ender » 16. August 2017 09:49

Teddy hat geschrieben:
16. August 2017 00:40
Charles Dickens - Oliver Twist
Einer der vielen Klassiker, die ich auch immer mal lesen wollte ...

Teddy hat geschrieben:
16. August 2017 00:40
E. O. Chirovici - Das Buch der Spiegel
An der Oberfläche ein Krimi, um einen Mord an einem Professor. Aber eigentlich geht es darum, was Erinnerung ist und wie diese aus verschiedenen Perspektiven zu deutlich unterschiedlichen Wahrnehmungen der Realität führen kann. Eigentlich das PKD-Thema schlechthin. Lesenswerter Roman.
Das klingt sehr interessant. Geschichten, in denen verschiedene Perspektiven und Wahrnehmungen beleuchtet werden, finde ich immer extrem spannend. Eines meiner Lieblingsthemen.
Ist notiert.

Teddy hat geschrieben:
16. August 2017 00:40
T.C. Boyle - Hart auf Hart
Einer der vielen Autoren, von denen ich auch schon immer mal mehr lesen wollte (*seufz*). Bisher kenne ich nur "Wassermusik".

Teddy hat geschrieben:
16. August 2017 00:40
Carlos Ruiz Zafon - Der Schatten des Windes
[...] Obwohl es noch drei weitere Barcelona-Romane von Zafon gibt, ist dieser in sich abgeschlossen und verlangt auch nicht nach einer Fortsetzung.
Ich glaube, ich habe das schonmal irgendwo geschrieben, aber da es gerade passt: Neben "Der Schatten des Windes" hatte ich auch noch "Das Spiel des Engels" gelesen und mir waren sie von ihrer ganzen Art her etwas zu ähnlich. Einzeln betrachtet gefielen mir beide ganz gut, aber im Nachhinein hätte es ausgereicht, einen davon zu lesen.
Kleine Abschweifung: Ganz ähnlich ging es mir übrigens mit den Büchern von Noah Gordon - "Der Medicus", "Der Schamane", "Der Medicus von Saragossa" ... drei gute Romane, aber irgendwie dreimal fast das Gleiche.

Teddy hat geschrieben:
16. August 2017 01:10
Cixin Liu - Die drei Sonnen
Wahrscheinlich bin ich einer der letzten hier im Forum der "Die drei Sonnen" noch nicht gelesen hatte.[...] Schade nur, dass Heyne sich mit den nächsten Teilen richtig viel Zeit lässt.
Nein, ich gestehe: ich hab´s auch noch nicht gelesen, und zwar aus genau diesem Grund. Da warte ich doch lieber, bis die Teile 2 und 3 erschienen sind, sonst habe ich ja eh schon wieder alles vergessen.

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von lapismont » 16. August 2017 09:57

Knochenmann hat geschrieben:
16. August 2017 09:49
Huckeberry Finn hat mir nachträglich Tom Sayer kaputt gemacht. Und das Schlmmste: Mark Train hat es mit Absicht getan!
Ach, es gibt so viele ikonische Szenen darin, die bleiben doch unvergesslich. Und Tom als Figur?
Ich habe als Kind auch erst Huck Finn gelesen und fand Tom doof.
Stand mehr auf Becky. :naughty:

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Ender » 16. August 2017 11:09

Ich habe übrigens auch noch eine Menge gelesener Bücher nachzureichen. Ich fange einfach mal an und liefere Schritt für Schritt nach.
Erstmal ein Off Topic - Roman:

Paula Hawkins - Girl on the Train
Seit längerem mal wieder ein Krimi (war ein Geschenk) und ich fand ihn ganz okay.
Normalerweise habe ich so meine Schwierigkeiten mit dem Thema "Gedächtnisverlust". Ich will ja nicht bezweifeln, dass es so etwas gibt, aber es ist irgendwie schwer greifbar. Und einen kompletten Roman auf einer solchen Prämisse aufzubauen, kommt mir immer etwas "geschummelt" vor. Da kann man als Autor ja machen, was man will - inklusive dem entscheidenden "Jetzt-fällt-mir-plötzlich-alles-wieder-ein"-Moment ... zufällig natürlich genau dann, wenn es gerade passt.
In "Girl on the Train" geht es allerdings um Erinnerungslücken durch exzessiven Alkoholkonsum. Das ist doch mal etwas handfester, darunter kann ich mir etwas vorstellen! Will sagen: hier hat mich dieses Handlungselement ausnahmsweise nicht gestört, weil ich es - nun ja - besser nachvollziehbar fand.
Fazit: ein ordentlicher und solider Thriller, allerdings ohne dass er jetzt besonders lange im Gedächtnis bleiben wird.
6/10


Carolyn Ives Gilman - Dunkle Materie
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Eigentlich wollte ich zu diesem Buch eine ausführliche Rezension auf meiner Webseite verfassen, denn es hat mir extrem gut gefallen.
Blöderweise ist mir dann aber mein Tablet kaputt gegangen - und zwar so komplett zerstört, dass auch die darauf abgespeicherten Notizen unwiderruflich futsch sind. Und nun habe ich erstens keine Lust, nochmal von vorne anzufangen und zweitens liegt die Lektüre mittlerweile Monate zurück, so dass die Erinnerung nicht mehr so frisch ist.
Also nur ganz kurz: Ein toller Roman mit fantasievollen Ideen, intelligenten Gedanken und Einsichten, Sense of Wonder und starken Protagonistinnen. Unbedingte Leseempfehlung!
(Und vielleicht setze ich mich ja doch irgendwann nochmal hin und schreibe eine lange Rezi)
9/10


Wesley Chu - Die Leben des Tao
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{Kann Spuren von Spoilern enthalten}
Schon seit Jahrtausenden leben Aliens auf der Erde. Sie suchen sich menschliche Wirtskörper, und agieren dann durch diese Personen. Normalerweise haben die auch gar nichts dagegen, weil sie von der Macht und dem Wissen ihres Aliens profitieren und plötzlich ganz groß rauskommen. Es folgt dann erst mal der klassische Handlungsablauf: ein 08/15-Protagonist wird unvermittelt Wirt eines mächtigen Außerirdischen. Damit wird er dann außerdem in den Krieg hineingezogen, der seit langem zwischen zwei verfeindeten Alienparteien herrscht.
Wie erwartet wird aus dem "Dicker, fauler Schluffi soll zum Superagenten ausgebildet werden" - Szenario eine Menge Humor gewonnen. Mir kam das aber etwas zu sehr in die Länge gezogen vor, so dass es irgendwann langweilig wurde. Ansonsten werden viele Situationen heraufbeschworen, die eigentlich nicht näher erläutert werden: Wir müssen jetzt in diese von Feinden bewachte Lagerhalle eindringen und eine wichtige Kiste klauen. Warum? Weder Hauptfigur noch Leser wissen genaueres, aber egal - es kann auf jeden Fall ordentlich herumgeballert werden. Naja...
Im Laufe des Romans werden die Opfer bei solchen Sequenzen außerdem immer zahlreicher und irgendwie auch immer egaler. Anfangs wirkt es noch unangenehm, wenn jemand zu Tode kommt, hinterher reicht dann ein lapidarer Nebensatz à la "Er schaltete drei Wachen aus". Dann ist es plötzlich auch okay, wenn für eine Befreiungsaktion von zwei Geiseln ein paar Dutzend andere (auch eigene) Leute geopfert werden.
Was mich außerdem gestört hat, war das übertriebene Namedropping: ein paar Verweise und Anspielungen auf Personen und Ereignisse der Menschheitsgeschichte sind ja ganz witzig und bieten sich bei dieser Grundidee natürlich an. Aber man kann es auch übertreiben. Irgendwann hat man das Gefühl, dass wirklich JEDER berühmte Mensch von einem Außerirdischen gelenkt wurde, und dass diese außerdem für JEDEN Krieg und JEDES wichtige Ereignis (Pest) verantwortlich waren. Auch hier wieder: eine eigentlich witzige Konstellation wird so lange zu Tode geritten, bis sie langweilig wird.
Fazit: Interessante (wenn auch nicht neue) Grundidee, die aber bei näherer Betrachtung nur halbwegs funktioniert. Insgesamt ein sehr flacher Roman.
5/10

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Nina » 16. August 2017 12:12

Nina hat geschrieben:
26. Juli 2017 22:04
Badabumm hat geschrieben:
25. Juli 2017 13:51
Betraf „Wir zwei in fremden Galaxien“ von Kate Ling.
Ich mag keine angefangenen Sachen ;)
Wollte mir auch „Aquamarin“ von Eschbach holen, weil ich an einem vergleichbaren Thema schreibe und der Inhalt interessant klingt. Die Rezensionen sprachen aber übereinstimmend von einem „abruptem, aufgesetzten Ende“, weshalb es wohl eher eine Trilogie werden soll. Also schwanke ich noch.
Ja, ich zögere da auch immer. Wenn was wirklich gut ist, kann ich dann schon hinfiebern - blöd dann nur, wenn die Fortsetzung noch nicht erschienen ist. Wenn es mittel ist, auch blöd, weil dann hängt was in der Luft und ich will aber auch nicht weitermachen. Das wäre dann eher was, um sich das Ende erzählen zu lassen.
Also um noch mal drauf zurückzukommen, da ich ja schon längst fertig damit bin: Ja, es hat ein offenes Ende.

Wrong
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Wrong » 16. August 2017 12:12

Jetzt schreibt ihr alle aber fleissig, da kriege ich doch glatt ein schlechtes Gewissen, puh, was habe ich den in letzter Zeit alles verbrochen:

Habe mich durch den zähen Larry Niven: Ringwelt durchgebissen. War so naja, für mich kein richtiger Klassiker, eher ein Kind seiner Zeit.

Danach kam Cormac McCarthy mit dem letzten Band der Boarder-Trilogie "Land der Freien". Figuren und Landschaftsbeschreibungen sind wieder richtig top. Bin ja literarisch eher der Naturalist statt Urbanist. Gibt`s das? Lese McCarthy chronologisch. Bald ist die Morgenröte dran.

Danach der nächste "Klassiker" mit Brins "Sonnentaucher". Schon die ersten dreißig Seiten ließen bezüglich der Übersetzung nichts Gutes vermuten. Blieb dann auch so. Sperriger Text, abgebrochen auf Seite 272.

Danach kamen wieder zwei Volltreffer. Jeff VanderMeer mit "Auslöschung" und "Autorität". Spannung pur, Gänsehautmomente. Richtig tolle Phantastik. Was da im zweiten Band mit den Videoschnipseln passiert, ist mit das Spannendste, was ich die letzten Jahre gelesen habe. Freuemich auf Band III.

Nach dem Licht kam wieder Schatten, da ich ja so auf New York-Romane abfahre, habe ich mir die kostspieleige HC-Ausgabe von Hanya Ynagiharas "Ein wnig Leben" zugelegt. Der Anfang ging noch. Aber dann wurde es mir zu kitschig. Zu viel Vergebung, zu viel Nächstenliebe, usw. Wieder `mal ein Abbruch, diesmal auf sogar Seite 547.

Als Einstimmung auf den Badeurlaub gönnte ich mir Ausgabe "Maritime Schrecken" von Cthulu Libria Neo. Selten, dass ich eine Zeitschrift komplett lese, hier habe ich es gemacht. Tolles Fanzine!

Dann kam die Strandlektüre:
1. Joe Landsdale: "Das Dickkicht" - gewohnt gut, genau richtig für über dreißig Grad. Mein vierter Landsdale, aber irgendwie habe ich das Gefühl, immer den gleichen Roman zu lesen.
2. Hao Jingfang: "Peking falten" - Zufällig am Flughafen in die Finger gekriegt. Super Erzählung, manche Romane sind so endlos lang und dann diese geniale Idee auf so wenig Seiten. Beste Sci-Fi. Behalte die Autorin im Auge.
3.Auf dem Campinplatz zum mitnehmen ergattert: John Steinbecks "Das Tal des Himmels". Mehrere Episoden zu einem bestimmten Tal in Kalifornien, sogar etwas phantastisch. Guter Episodenroman.
4. Aus der gleichen Bücherkiste: Jonathan Franzens "Freiheit". Nach dreißig Seiten wieder in die Kiste gelegt. M.E. zynisches, sarkastisches Buch von einem arroganten Autor. Irgendwie gehässig.

Gestern beendet: Michel Houllebecq - Unterwerfung. Guter Roman über eine mögliche Zukunft. Toller Autor mit interessanten Ideen. Fand ich jetzt aber nicht so kontovers wie erwartet. Lese momentan von ihm "Gegen die Welt, gegen das Leben". Essay über Lovecraft. :headbanger:
(Buch) gerade am lesen: Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Teddy » 16. August 2017 18:34

lapismont hat geschrieben:
16. August 2017 07:11
Teddy hat geschrieben:
16. August 2017 01:10
Cixin Liu - Die drei Sonnen

Toller Roman, der zurecht Hugo und KLP gewonnen hat. Schade nur, dass Heyne sich mit den nächsten Teilen richtig viel Zeit lässt.
och, wenn ich meine SUBs so betrachte, macht Heyne das echt tool
:naughty:
Also ich kenne nur SUBs, die durch streng monoton steigende Funktionen beschrieben werden können...

(tool = toll & cool!)

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Teddy » 16. August 2017 18:40

Ender hat geschrieben:
16. August 2017 09:49
Teddy hat geschrieben:
16. August 2017 00:40
Charles Dickens - Oliver Twist
Einer der vielen Klassiker, die ich auch immer mal lesen wollte ...
Im Nachhinein würde ich lieber "Große Erwartungen" oder "David Copperfield" von Dickens lesen. Die scheinen auch das größere Renommee zu haben. Bei "Oliver Twist" haben, wie gesagt, die Figuren nicht völlig überzeugt.

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