Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Science Fiction in Buchform
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Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 29. Oktober 2019 13:47

Tja, vor ein paar Tagen ist die deusche Übersetzung der vier Novellen erschienen:

Bild

...ich hab das Buch amals auf englisch gekauft, aber keine Zeit gehabt es zu lesen. Da dachte ich mir: Scheiß daruf, was solls, kaufts dir halt auf deutsch, in dem Buch sind ohnehin alle vier Novellen drinnen.

Na dann auf gehts.
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Re: Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Ungelesener Beitrag von lapismont » 29. Oktober 2019 13:54

Von Frank Böhmert übersetzt. Hab ich auch noch auf dem Schirm.

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Re: Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 30. Oktober 2019 07:59

14%... also ungefähr die Hälfte der ersten Novelle.

Das Buch ist wirklich hervorragend, und Murderbot trifft genau den richtigen Ton: Man stelle sich vor, mein spiele ein Rollenspiel am PC, und die ganzen NPCs dort wollen immer irgendwas, zum Vulkan um Gesteinsproben zu nehmen oder was weiß ich. Dazu gibts dann noch einen haufen unnötigen Dialog, den man meisten wegklicht oder höchstens mal auf Stichworte achtet (Gehe in den Süddschungel und töte 15 Varane) Und im Hintergrund läuft Game of Thrones. Und dann kommt gar irgednwann mal das Punkt wo die NPCs im spiel über Gefühle reden wollen...

Wirklich großartig, und ich bin gut unterhalten.

Und ich muss sagen: das Buch gewinnt auf deutsch deutlich, gerade wegen deiser lakonischen Schreibweise. Da war es auf englisch schwierig wichtiges von unwichtigem zu trennen.
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Re: Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 5. November 2019 11:46

40%

Das Buch hat ein interresantes Phasing, das daher kommt das Murderbot die Menschen bzw menschliche Konflikte eigendlich egal sind. So wird der Konflikt in der ersten Novelle nicht wirklich aufgeklärt (vielleicht kommt da ja noch was). Ist aber eigendlich auch nicht notwendig, haben wir ja hier ja mit einer novelle zu tun.

Zudem ist das Universum schön einfach: es gibt untrakapitalistische Firmen, die alles überwachen, und sich nur an Gesetze halten wenns kein Geld kostet. Und der Hiteck ist in wirklichkeit nur billiger scheiß vom Anbiter der den kleinsten Preis verrechnnet. Mehr muss man eigdnlich nicht wissen.

Zur 2. Novelle "Rouge Protocol"

Murderbot ist auf der Suche nach ihrer Verangenheit, und das geht erstaunlich einfach: Mam muss dorthin um Informationen auszuchecken, also fährt A zu B zu C. Eine sehr entspannte und logische Schreibweise.

Zur Natur von Murderbot: Sie begreift sich selber als geschlechtsloses Ding, das sich nicht für Sex interresieht, schon gar keinen Sex haben will, und generell fictionale Menschen in Dramaserien den echten Menschen vorzieht. Daher sind ihre Beschreibungen von anderen Menschen auch eher rudimentär, was ich wirklich super finde: groß oder klein + Haarfarbe (so nehme ich selber die meisten Menschen wahr). In Teil 2 scheint es zudem einen transsexuellen Charakter zu geben. Schön hier: Das wird _gar nicht_ thematisiert, der Charakter bekommt nur ein eigenes Pronom, und das passiert so nebenbei das ich das zuerst für einen Tipfehler gehalten habe.

Soweit ich weiß hat sich Frank ja überlegt den Roman in genergerechter Sprache zu schreiben, und da frag ich mich wirklich in welche Richtung. Nimmt Murderbot andere Menschen geschlechtslos war? Ist sie selber asexuell?

Ich finde die Art und Weise wie das im Buch passiert jedenfalls interresant.
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Re: Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 6. November 2019 13:23

55%

Viel schönes dabei. Zweite Novelle vorbei, die dritte fängt an.

Es besticht die gradlinige Beschreibung und das relativ offene Ende der beiden ersten Novellen. Die Hintergründe die wir in praktisch allen anderen Büchern gelesen hätten fehlen hier völlig.
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Re: Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 8. November 2019 08:55

75% Ende der dritten Novelle.

Hier scheinen ein wenig die Schwachstellen auf: Man landet mehr oder weniger zufällig auf einer Station, und wirder passiert was. Und wenn mans so habel will ist die Novelle wieder eine einzige taktische Situation: Man ist wo, es gibt was zu tun, Geiseln, Roboter, Üebrschungskammeras, bäng, bäng, bäng, schießen Explosionen.

die dritte Novelle fällt ab, aber eigendlich nur dadurch das man zuviel ähnliches in zu kurzer Zeit liest.

Vierte Novelle: es geht zurück an den Anfang. Das erste Mal das es sowas wie Entwickung gibt... mal schaun wie die wird, und wie Wells Figuren mit Persönlichkeit in diese Welt integrieren wird. Das wird dann auch der Masstab für den Roman werden.
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Re: Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 12. November 2019 08:12

Fertig

Fertig.

Vier Novellen sind eben doch kein Roman, zu viel ähnliches, zu viel Wiederholung, zuviel bleibt auf der Strecke. Dennoch: Ich freu mich auf den Roman, da ist hoffentlich das drinn was ich gerne lesen würde.
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Re: Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Ungelesener Beitrag von Teddy » 12. November 2019 10:35

Knochenmann hat geschrieben:
8. November 2019 08:55
die dritte Novelle fällt ab, aber eigendlich nur dadurch das man zuviel ähnliches in zu kurzer Zeit liest.
Habe gerade mit dem Buch begonnen. Ich werde das wohl als Tipp nehmen und erstmal nur eine oder zwei Novellen lesen. Wenn es gefällt, kann man später zurückkommen, und wenn nicht, weiß man, dass da nicht viel Neues kommt, das man verpasst.

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Re: Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Ungelesener Beitrag von Teddy » 18. November 2019 20:14

Bin mit der ersten Novelle, Systemausfall (All Systems Red), durch. Martha Wells ist mit MurderBot ein eine außergewöhnlich interessante Figur gelungen. Aus menschlicher Sicht völlig verschroben und kautzig, aber trotzdem auch sehr liebenswürdig. Klare Empfehlung von mir. (Ich habe auch gleich mit der zweiten Novelle angefangen, die genau da weitergeht, wo die erste aufhört.)

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Re: Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Ungelesener Beitrag von Teddy » 24. November 2019 23:01

Mit der zweiten Novelle Auf Paranoia programmiert (Artificial Condition) durch. Zum sympathischen KillerBot gesellt sich jetzt noch ein sympatisches Forschungsraumschiff. Ähnlich gut wie die erste Novelle, aber eben auch generell - wie Knochenmann schon schrieb - ähnlich. Ich mach erstmal eine kurze KillerBot-Pause und lese die beiden letzten Novellen später.

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Re: Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 4. Dezember 2019 15:07

Nachtrag:

Ich wollte eigendlich am Wochenende einen Podcast dazu aufzeichnen, konnte aber nciht weil ich auf diesen Blogeintrag hier gewartet habe.

Grund: es gibt auf Amazon zwei Reviews die die "miese Übersetzung" anprangern. Aber keine von denen hat Butter zu den Fischen gegeben. Jetzt hab ich wenigstens ein paar Details mehr: HubSystem wurde zu HabSystem, und von Killerbot wurde als "der Bot" gesprochen (in der zweiten Novelle aber öfter mals als "die Einheit", aber egal). Da hätt ich mir das das Warten sparen können.

Muss an dieser Stelle sagen: ich halte die Übersetzung für mindestens gut, zumindest wird ein stimmiges Bild erzeugt.
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Re: Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Ungelesener Beitrag von Teddy » 4. Dezember 2019 17:07

Knochenmann hat geschrieben:
4. Dezember 2019 15:07
Ich wollte eigendlich am Wochenende einen Podcast dazu aufzeichnen, konnte aber nciht weil ich auf diesen Blogeintrag hier gewartet habe.
Recht dreiste Kritik: Die Übersetzung als "einfach nur schlecht. Richtig, richtig schlecht" zu bezeichnen und dann nur ein paar Pipifax-Kritikpunkte zu bringen. Mein lieber Mann. (Oder Frau.)

Mir ist die Übersetzung nicht negativ aufgefallen, was meistens ein Zeichen dafür ist, dass der Übersetzer einen guten Job gemacht hat.

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Re: Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Ungelesener Beitrag von timetunnel » Gestern 17:15

Verriss bei Deutschlandfunk Kultur: "Auch Roboter können langweilig sein":
Die Übersetzung rettet wenig. Das „Govenor-Module“ im Original klingt cooler als das deutsche „Chef-Modul“. Und auch sonst klingt der Killerbot im Deutschen wie ein rhetorisch wenig begabter Teenager. Es gibt jede Menge „Ach-Du-Kacke-Momente“.
Ich bin erst bei Seite 100 und bin bisher eher ernüchtert: nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Sprachlich wirkt das Ganze wie vom Reißbrett nach Schema F. Was die Übersetzung angeht hatte ich auch schon ein paar Stirnrunzelmomente, bei denen ich den Eindruck hatte, dass das im Original besser klingen bzw. formuliert sein müsste. Z.B. denkt Killerbot an einer Stelle wortwörtlich an einen "Ach-Du-Kacke-Moment". Ich kenne den Originaltext nicht, aber wenn ich mal annehme, dass da im Original "oh-shit-moment" stand, dann ist die Stelle wirklich schlecht übersetzt.
Plan für heute: eine komplette Erdumdrehung mitmachen.

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Re: Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Ungelesener Beitrag von lapismont » Gestern 17:28

Frank hat mir einiges zur Übersetzung erzählt und da steckt schon ne Menge Hirnschmalz drin. Ist aber natürlich stets Geschmackssache. Das Buch ist jedenfalls ganz gut dabei mit den Verkäufen.

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Re: Tagebuch eines Killerbots - Martha Wells

Ungelesener Beitrag von timetunnel » Gestern 17:46

lapismont hat geschrieben:
Gestern 17:28
da steckt schon ne Menge Hirnschmalz drin
Ja, glaube ich. Ich will die Arbeit, die darin steckt, auch nicht schlecht reden. Gerade die Übersetzung von Begriffen, die es in unserer Realität bisher nicht gibt, kann schwierig sein. Ich habe mich schon des öfteren beim Lesen (nicht speziell beim Killerbot) gefragt, wie ich denn Begriff XY übersetzt hätte, wenn ich Übersetzer wäre, und die Antwort ist nicht selten schwerer als gedacht. Und mit solchen Entscheidungen, oder wie der beim schon erwähnten "Ach-du-Kacke-Moment", trägt man als Übersetzer zum Gesamtton der Übersetzung bei. Momentan habe ich eher den Eindruck, dass mir dieser Gesamtton beim Killerbot am Ende nicht gefallen haben wird.
Plan für heute: eine komplette Erdumdrehung mitmachen.

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