Walter Ernsting gestorben!

Science Fiction in Buchform
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Diboo
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Walter Ernsting gestorben!

Ungelesener Beitrag von Diboo »

Walter Ernsting alias Clark Darlton ist heute verstorben :o(

deval
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Ernsting

Ungelesener Beitrag von deval »

Oh nein. Das ist echt eine ganz traurige Nachricht.
Irgendjemand hatte hier mal gepostet, das es ihm gesundheitlich nicht so gut geht. Aber das hier ist echt ein Verlust.

Als ich in den achtziger Jahren in Saarbrücken auf dem PR Con war, trat Walter Ernsting als Professor Erasmus Hummeldick auf. Da hatte er die Lacher auf seiner Seite.

Mein Beileid für die Angehörigen.

Morgaine le Fey
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Ungelesener Beitrag von Morgaine le Fey »

Möge er in Frieden ruhen. Und danke für die vielen schönen Stunden, die er mir mit seinen Romanen bereitete...

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Shock Wave Rider
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Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider »

Ach, das ist jammerschade! :cry:
Ich kannte ihn lange Zeit "nur" als einen der Gründungsväter von Perry Rhodan und als Erfinder von Gucky.
Die Biografie von Heiko Langhans und die Faksimile-Reproduktion seines Gästebuchs haben mir dann auch ein wenig den Menschen Walter Ernsting näher gebracht.
Die deutsche Science-Fiction hat ihm viel zu verdanken. Durch seine Werke und seinen Einsatz ist es deutschen Autoren erst möglich geworden, SF zu veröffentlichen.

Trauriger Gruß
Ralf
Shock Wave Riders Kritiken aus München
möchten viele Autor'n übertünchen.
Denn er tut sich verbitten
Aliens, UFOs und Titten.
Einen Kerl wie den sollte man lünchen!

Fjunch-Klick
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Ungelesener Beitrag von Fjunch-Klick »

Ein letzter Gruß an Walter.

...sprachlos.

Fjunch-Klick
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Ungelesener Beitrag von Fjunch-Klick »

Wie Robert Ernsting heute Mittag mitteilte, ist sein Vater heute am 15. Januar 2004 gegen 6 Uhr Früh im Salzburger Spital "Barmherzige Brüder" verstorben.

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Ungelesener Beitrag von Dennis Mathiak »

Das ist echt traurig.... mehr kann ich dazu nicht sagen. :cry:
Ad Astra

Dennis

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Ungelesener Beitrag von Helmuth W. Mommers »

Lieber Walter!

In den 50ern warst Du mein Lieblingsautor, Anfang der 60er mein Förderer, der mir den ersten Übersetzungsauftrag verschaffte, dann als Literaturagent mein stets hilfsbereiter Kollege. Dir gilt mein Dank und Respekt. Ich werde Dich nie vergessen!

Vielleicht, vielleicht ... bist Du jetzt an einem Ort, in einer Zeit, wo Du Dir als Science Fiction Autor immer schon erträumt hast. Dann treffen wir uns wieder.

In Freundschaft, Helmuth
Homepage: http://www.helmuthmommers.de
NOVA - Das deutsche Magazin für Science Fiction - http://www.nova-sf.de
VILLA FANTASTICA WIEN - http://www.villafantastica.com
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Bungle
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Ungelesener Beitrag von Bungle »

Auch ich trauere :(

Die SF-Landschaft ist um ein Original ärmer, denn nicht nur das Werk ist wichtig auch die Person.

MB

Fjunch-Klick
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Ungelesener Beitrag von Fjunch-Klick »

http://www.clark-darlton.de/

ein Kondolenzbuch.

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Kringel
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Ungelesener Beitrag von Kringel »

Die traurigste Nachricht des neuen Jahres für mich...

Jetzt ist Perry Rhodan Vollwaise...

Monos
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Ungelesener Beitrag von Monos »

Der einzige Rhodan-Roman, der mich jemals beinahe zu Tränen gerührt hat war von Walter: "Der Eremit von Sattrang" oder so ähnlich im Cantaro-Zyklus.

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Frank Böhmert

Ungelesener Beitrag von Frank Böhmert »

Perry-Rhodan-Infotransmitter hat geschrieben:Nachruf

Walter Ernsting / Clark Darlton 13. Juni 1920 - 15. Januar 2005

Es ist keine Untertreibung, wenn Walter Ernsting als der »Vater der
deutschen Science Fiction« bezeichnet wird, als wichtigster Protagonist
dieser Literaturgattung für den deutschsprachigen Raum überhaupt. Am
Morgen des 15. Januar 2005 verstarb Walter Ernsting, den die meisten
seiner Leser unter dem Pseudonym Clark Darlton schätzen und lieben
lernten, in einem Krankenhaus in Salzburg.

Seine Kindheit und Jugend verbrachte Walter Ernsting, der am 13. Juni
1920 in Koblenz geboren wurde, in Koblenz, Lüdenscheid, Essen und Bonn.
Reichsarbeitsdienst und der Dienst in der Wehrmacht schlossen sich an.
Zuerst war er in Norwegen stationiert, dann in Russland. Der
selbstbewusste junge Mann, der mit der Ideologie des Dritten Reiches
nichts zu tun hatte, geriet mehrfach in Schwierigkeiten, kam vors
Kriegsgericht oder wurde inhaftiert.

Beim Zusammenbruch der Ostfront geriet Walter Ernsting in sowjetische
Gefangenschaft, die er zuletzt in Karaganda in Sibirien verbrachte -
die wohl einschneidendste Erfahrung seines Lebens. Im
Kriegsgefangenenlager, wo Ernsting schwer erkrankte, träumte er vom
Flug zu den Sternen, erfand eigene Geschichten.

1950 kam Ernsting nach Hause, arbeitete nach einiger Zeit als
Übersetzer, geriet dann in Berührung mit der Science-Fiction-Literatur.
Für den Erich Pabel Verlag in Rastatt gab er kurz darauf als Redakteur
die Reihe »UTOPIA-Großband« heraus, die damals beste
Science-Fiction-Reihe in deutscher Sprache.

Als sich immer mehr Leser meldeten, richtete Ernsting eine erste
Leserbriefseite ein - und 1955 entstand aus diesen Bemühungen der
Science Fiction Club Deutschland e.V., die erste Organisation der
Freunde dieser noch sehr neuen Literaturgattung. Walter Ernsting war
zudem Redakteur der ersten deutschen Fan-Zeitschrift, die den Namen
»Andromeda« erhielt.

Eigene Romane publizierte Ernsting ab 1955 unter seinem Pseudonym Clark
Darlton. Unter diesem Namen wurde er ab 1961 zu einem der zwei
Chefautoren von PERRY RHODAN, der bis heute erfolgreichsten
Science-Fiction-Serie überhaupt. Seine Figur Gucky, ein
gedankenlesender »Mausbiber«, entwickelte sich zu einem der
beliebtesten Außerirdischen der SF-Literatur.

Clark Darltons Romane zeichneten sich stets durch eine überschäumende
Phantasie, eine überzeugende Menschlichkeit und einen positiven Blick
in die Zukunft aus. Er schilderte eine Menschheit ohne Grenzen von
Nation und Religion, und er träumte von einem Miteinander von Menschen
und Außerirdischen. Über die Jahrzehnte hinweg blieben ihm seine Leser
treu - ihm und seinen Werken.

Das lag nicht nur an der Arbeit des Schriftstellers allein. Durch seine
herzliche Art, durch sein offenes Zugehen auf andere Menschen und durch
seinen Humor überzeugte Walter Ernsting alias Clark Darlton nicht nur
die Science-Fiction-Freunde. Seine Auftritte in der Öffentlichkeit
lösten stets Begeisterung aus.

In den 80er Jahren zog sich Ernsting langsam zurück; er siedelte nach
Irland um. In den 90er Jahren beendete er seine aktive Laufbahn als
Schriftsteller und zog aus gesundheitlichen Gründen zu seiner Familie
nach Salzburg. Umjubelt wurde er ein letztes Mal auf dem PERRY
RHODAN-Weltcon 1991 in Karlsruhe, aber bis kurz vor seinem Tod hielt er
den Kontakt zu Lesern, schrieb Briefe und E-Mails, empfing Besuche von
Lesern und Kollegen.

Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich im Lauf der Jahre,
Spätfolgen unter anderem von Krieg und Gefangenschaft. Seine positive
Grundstimmung behielt Walter Ernsting bis zuletzt; er blieb stets »der
Alte«. Wenn er sprach, funkelten seine Augen vor Humor und
Unternehmungsgeist, allen Beschwerden zum Trotz. Und als diesen
positiven Menschen werden wir ihn - bei aller Trauer und Betroffenheit
- in Erinnerung behalten.

Die PERRY RHODAN-Redaktion
Ich habe Walter Ernsting leider nie persönlich kennengelernt.

Bei seinem Roman UFO am Nachthimmel, mit dessem Umschlag die virtuelle Todesanzeige seines Sohnes unterlegt war, handelte es sich um einen der ersten SF-Romane, die ich je gelesen habe. Er hat mich jungen Leser damals so sehr beeindruckt, dass ich wenig später eines Sonnenuntergangs ein gleißendes UFO über der Hochbahn erblickte, die von unserem damaligen Kinderzimmer aus zu sehen war ...


Frank Böhmert

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andy
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St. John Mandel: Station 11
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King: The Stand
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Ungelesener Beitrag von andy »

auch der spiegel widmet walter ernsting einen artikel:

Zitat und Link wegen LSR gelöscht

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Kringel
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Ungelesener Beitrag von Kringel »

Okay, man kann nicht erwarten, daß der Spiegel ordentlich recherchiert, aber daß PR mit SIs und Kosmokraten kämpft, ist doch eine etwas gewagte Behauptung.

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