Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Science Fiction in Buchform
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Badabumm
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Aha, ihr habt die Kaimauer gerammt? Statt Bugwelle also Bugdelle. War der Bug drogensüchtig?

"Gefixed" statt "fixiert", "geblockt" statt "blockiert" ist auch ein überflüssiger Import.
„Wenn Außerirdische so sind wie wir, möchte ich nicht von uns entdeckt werden.“

Harald Lesch

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lapismont
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von lapismont »

Ender hat geschrieben:
1. Dezember 2020 14:41
Ender hat geschrieben:
27. November 2020 08:21
Nervig wird es nur, wenn Ausdrücke, die es haargenau so auch im Deutschen gibt, trotzdem übernommen werden, um sich damit irgendwie besonders modern vorzukommen.
Zum Beispiel Sätze wie: "Wir haben den Bug gefixt."
(Eben erst so gelesen ...)
:mad: :kopfschuettel:
Bei uns in der Anstalt heißt das offiziell Unschärfe. Müsste man Bugfixing dann also mit Entschärfung vermelden. Wollnse dann aber auch wieder nicht. Fehlerbehebung würde implizieren, dass Unschärfen Fehler sind. Geht ja nun gar nicht.
Also fixen wir fix die Bugs. Und waren es nicht Käfer im Zuse-Rechner, die den Begriff mit ihrem Leben prägten? Urdeutsche Saboteure also? Maschinenstürmer …

Genial am Deutschen ist doch, dass wir Fremdwörter ratzfatz assimilieren und »gefixt« ist dafür ein schönes Beispiel. Dieses Jahr neu hinzukam hier struggeln. Gespannt bin ich, was mit dem für mich zungenbrechenden issue wird. In der IT kommen halt immer wieder Fremdwörter dazu und dann entwickelt sich sehr schnell ein Sprachumgang damit. Als alter Germanist find ich das hochspannend.
So, ich geh mal Käfer jagen, verstecken sich gern in frischem Code. :beanie:

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Uschi Zietsch
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Als Technobabble stört mich das auch nicht, finde ich sogar lustig. Es ist ja auch nicht falsch, es ist nur eingedeutscht. Und in der IT weiß jeder, was damit gemeint ist, und sei es im übertragenen Sinn, weil die Deklinierung nicht korrekt englisch ist, sondern Denglisch. Und daraus entstehen dann neue Begriffe und ein neuer Wortschatz (kein erweiterter, denn andere Wörter werden dafür nicht mehr benutzt).
Ich finde das auch hochspannend.
:bier:
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Ender
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Ender »

Wie schon erwähnt finde ich Einflüsse aus anderen Sprachen auch überhaupt nicht schlimm, sondern völlig normal.
Wenn jemand anstatt "Ich habe den Fehler behoben" lieber "Ich habe den Bug gefixt" sagt (und solche Formulierungen werden ja nun nicht mehr ausschließlich im IT-Bereich verwendet), weil es vermeintlich moderner klingt, dann finde ich das allerdings ziemlich kurios, um nicht zu sagen: albern.

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L.N. Muhr
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Naja, wenn er es englisch ausspricht, weiss man ja, dass es nicht um einen Schiffsbug geht.

Nur im Schriftlichen kann es verwirrend werden.

Immer dran denken: bevor es Smartphones gab, haben wir mit Bequemsen telefoniert. Bzw. mit Paraten, also Apparaten, die parat waren. Je nach Übersetzung.

Und wenn der Terminkalender irgendwann endgültig zur schedule wird, werfe ich eine französische Edelversion auf den Markt, den Schedulé, oh la la!

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Uschi Zietsch
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Muahaha! (Sorry, das passte einfach drauf)
:bier:
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Badabumm
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Ich merke mir englische Wörter so, wie sie geschrieben werden, da ich zu 90% Englisch schreibe und lese, aber weder spreche noch höre, - um sie dann später korrekt schreiben zu können. An der Aussprache erkenne ich die Schreibweise nicht. Deshalb kann ich sie selten richtig aussprechen. Ich muss dann eine 180°-Wende im Kopf machen: "Ach ja, dass ist jetzt kein U, sondern ein A." Beim stillen Lesen lese ich also "Bug", um es von "Buck" oder "Back" oder "Bäg" oder "bäck" zu unterscheiden. Jedes englische Wort reißt mich aus dem Lesefluss, weil ich erst überlege, wie es denn ausgesprochen wird... Deshalb schreibe ich missverständliche englische Wörter in deutschen Texten gerne in Anführungszeichen, um zu zeigen, dass es "englisch" ausgesprochen wird und ein Fremdwort ist. Bei reinen englischen Texten gibt es das Problem natürlich nicht.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

"Science Fiction". ;)

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Valerie J. Long
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Valerie J. Long »

Ender hat geschrieben:
27. November 2020 14:14
lapismont hat geschrieben:
27. November 2020 13:57
Bei uns heißt es nicht Home Office, sondern DoP, Dienst ohne Präsenzpflicht. Und ja, es gibt dann logischerweise auch das Verb doppen. Deutsch, yeah!
"Telearbeit" habe ich auch schon häufiger gehört.
"Telearbeit" ist ein vom Arbeitgeber ausgestatteter fester Arbeitsplatz zuhause, und nur dort. Hat man mit seinem Arbeitgeber "mobiles Arbeiten" vereinbart, darf man sich auch mit dem Notebook Laptop Mobilrechner an den Strand setzen.
lapismont hat geschrieben:
2. Dezember 2020 07:06
(...)
Bei uns in der Anstalt heißt das offiziell Unschärfe. Müsste man Bugfixing dann also mit Entschärfung vermelden. Wollnse dann aber auch wieder nicht. Fehlerbehebung würde implizieren, dass Unschärfen Fehler sind. Geht ja nun gar nicht.
(...)
Nach ISTQB spricht man zunächst von "Abweichungen" (eng. "Defects"), die sich nach der Analyse eventuell als Fehler (Bugs) im Programmtext (Code) oder der Spezifikation oder gar im Testfall herausstellen können - oder zu einem Änderungsantrag (Change Request) führen können. "Unschärfe" ist dann aber auch passend.

Gerade die Informationstechnologie strotzt nur so von Anglizismen, und es ist allzu leicht und bequem, den ausgetretenen Pfaden zu folgen, zumal man beim englischen Begriff meist davon ausgehen kann, dass jeder das Gleiche darunter versteht.
Zuletzt geändert von Valerie J. Long am 4. Dezember 2020 09:17, insgesamt 1-mal geändert.
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lapismont
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von lapismont »

Ich geb jetzt trotzdem nicht zu, dass unser IT-Management Recht hat. Soviel Klassenkampf muss sein.

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Valerie J. Long
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Valerie J. Long »

lapismont hat geschrieben:
4. Dezember 2020 09:14
Ich geb jetzt trotzdem nicht zu, dass unser IT-Management Recht hat. Soviel Klassenkampf muss sein.
Die IT-Führung :wink:

Und Klassenkampf - ihr programmiert also objektorientiert? :lol:
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Ender
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Ender »

Valerie J. Long hat geschrieben:
4. Dezember 2020 09:12
"Telearbeit" ist ein vom Arbeitgeber ausgestatteter fester Arbeitsplatz zuhause, und nur dort.
Das wäre dann also die - wenn auch nicht wörtliche Übersetzung - exakte eingedeutschte Entsprechung von "Homeoffice".

Bei uns kursiert außerdem noch die Abkürzung "wfh" für "work from home". (Nein - nicht "wtf"!)
Es ist kompliziert.

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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider »

Ender hat geschrieben:
4. Dezember 2020 09:59
(Nein - nicht "wtf"!)
Die Abkürzung kommt bekanntlich aus der Mathematik und steht für "want to find". :lehrer:

Gruß
Ralf
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möchten viele Autor'n übertünchen.
Denn er tut sich verbitten
Aliens, UFOs und Titten.
Einen Kerl wie den sollte man lünchen!

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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Gemeinsam ist beiden, dass es unbedingt Englisch sein muss...
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