Die besten SF-Romane 2000-2009

Science Fiction in Buchform
Torsten
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Die besten SF-Romane 2000-2009

Ungelesener Beitrag von Torsten »

Wenn es nach den Programm-Ankündigungen der großen Verlage im Bereich der Science Fiction geht, tummeln sich in jedem Halbjahr neben etablierten absoluten Superstars zahlreiche neue Shootingstars mit einzigartigen und atemberaubenden Visionen, wie man sie sich nur wünschen kann und die jegliche Vorstellungskraft sprengen.

Doch wie sieht es in der tatsächlich erlebten Lese-Realität aus? Welches waren aus Eurer Sicht die wichtigsten/besten SF-Romane der letzten zehn Jahre? Welche Autoren/Romane haben überrascht, welche eher enttäuscht? Zeichneten sich neue Trends ab? Hat sich die Science Fiction weiter entwickelt oder tritt sie auf der Stelle? Spielen Superstars wie

- Iain M. Banks
- Stephen Baxter
- Greg Bear
- Neil Gaiman
- Peter F. Hamilton
- China Miéville
- Dan Simmons und
- Neal Stephenson

noch in der ersten Liga? Sind

- Cory Doctorow
- Sergej Lukianenko
- Richard Morgan
- Alastair Reynolds
- Adam Roberts
- Robert J. Sawyer
- John Scalzi
- Charles Stross
- Peter Watts
- Roberts Charles Wilson oder auch
- Jeff VanderMeer

neue Shootingstars? Welche Autoren/Romane müssen unbedingt noch genannt werden, welche Romane dringend verlegt werden?
Was meint Ihr? Hier eine willkürliche Auswahl "wichtiger" Werke aus den Jahren 2000-2009:

GUARDIAN (1000 novels everyone must read):

(2008) Ken MacLeod: THE NIGHT SESSIONS

(2007) Nicola Barker: DARKMANS
Jed Mercurio: ASCENT

(2006) Cormac McCarthy: Die Straße (THE ROAD)

(2005) Hilary Mantel: BEYOND BLACK

(2004) Susanne Clarke: Jonathan Strange & Mr. Norrell
(JONATHAN STRANGE AND MR. NORRELL)
David Mitchell: Der Wolkenatlas (CLOUD ATLAS)
Geoff Ryman: AIR

(2003) J.G. Ballard: MILLENIUM PEOPLE
Audrey Niffenegger: Die Frau des Zeitreisenden
(THE TIME TRAVELERS´S WIFE)

(2002) John M. Harrison: Licht (LIGHT)
China Miéville: Die Narbe/Leviathan (THE SCAR)
Kim Stanley Robinson: THE YEARS OF RICE AND SALT

(2001) Neil Gaiman: American Gods (AMERICAN GODS)
Gwyneth Jones: BOLD AS LOVE

(2000) Margaret Atwood: Der blinde Mörder (THE BLIND ASSASSIN)
Michael Chabon: Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier und Clay
(THE AMAZING ADVENTURES OF KAVALIER AND CLAY)
Mark Danielewski: Das Haus (HOUSE OF LEAVES)
Michael Faber: Die Weltenwanderin (UNDER THE SKIN)
Alastair Reynolds: Unendlichkeit (RELEVATION SPACE)


HUGO GERNSBACK Awards:

(2009) Neil Gaiman: Das Graveyard-Buch (THE GRAVEYARD BOOK)
(2008) Michael Chabon: Die Vereinigung jiddischer Polizisten
(THE YIDDISH POLICEMEN´S UNION)
(2007) Vernor Vinge: RAINBOWS END
(2006) Robert Charles Wilson: Spin (SPIN)
(2005) Susanne Clarke: Jonathan Strange & Mr. Norrell
(JONATHAN STRANGE AND MR. NORRELL)
(2004) Lois McMaster Bujold: Paladin der Seelen (PALADIN OF SOULS)
(2003) Robert J. Sawyer: Die Neanderthal-Parallaxe (HOMINIDS)
(2002) Neil Gaiman: American Gods (AMERICAN GODS)
(2001) Joanne K. Rowling: Harry Potter und der Feuerkelch
(HARRY POTTER AND THE GOBLET OF FIRE)
(2000) Vernor Vinge: Eine Tiefe am Himmel (A DEEPNESS IN THE SKY)


NEBULA Awards:

(2009) N.N.
(2008) Ursula K. Le Guin: POWERS
(2007) Michael Chabon: Die Vereinigung jiddischer Polizisten
(THE YIDDISH POLICEMEN´S UNION)
(2006) Jack McDevitt: Die Suche (SEEKER)
(2005) Joe Haldeman: CAMOUFLAGE
(2004) Lois McMaster Bujold: Paladin der Seelen (PALADIN OF SOULS)
(2003) Elizabeth Moon: Die Geschwindigkeit des Dunkels (THE SPEED OF DARK)
(2002) Neil Gaiman: American Gods (AMERICAN GODS)
(2001) Catherine Asaro: Die Quantenrose (THE QUANTUM ROSE)
(2000) Greg Bear: Das Darwin-Virus (DARWIN´S RADIO)
Würde gerne lesen: Einen neuen Roman von Caroline Janice Cherryh
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bukaman
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Re: Die besten SF-Romane 2000-2009

Ungelesener Beitrag von bukaman »

Ich habe nicht wirklich viel Neues in den letzten 10 Jahren gelesen, hab länger pausiert, kam einfach nicht dazu. Dementsprechend hab ich wenig Neues entdeckt. Banks und Reynolds waren dabei, und ich finde die spielen schon in der gleichen Liga.
Torsten hat geschrieben:Alastair Reynolds: Unendlichkeit (RELEVATION SPACE)
Die besten Reynolds Romane sind für mich immer noch EWIGKEIT (konnte ich gar nicht weglegen) und CHASM CITY (toll geschrieben, wie sich drei einzelne Handlungsstränge zu einem ganzen zusammenfügen
und nicht nur die Stränge, sondern auch die jeweiligen Hauptpersonen
.

Adam Roberts ist einer der wenigen Autoren, die neu für mich waren, STERNENNEBEL (SALT) und STERNENSTURM (POLYSTOM), haben mir sehr gut gefallen, beide von gleich guter Qualität, wobei mir ersteres noch besser gefallen hat.

Was mich allerdings immer mehr bei neuen Büchern/Autoren stört, ist, das laufend gefi**t wird. Die Leute lieben sich nicht, oder gehen ins Bett, nein sie fi**en! Sowas hatte seinen Reiz, als ich zwölf oder dreizehn war, aber so langsam wird es stumpf. Ich denke, bei früheren Autoren war es nicht ganz so häufig und extrem, möglicherweise täusche ich mich aber auch.
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Bungle
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Re: Die besten SF-Romane 2000-2009

Ungelesener Beitrag von Bungle »

Torsten hat recht großzügig noch die Phantastik miteinbezogen. Was noch auffällt, ist die Abwesenheit von nichtenglischsprachigen Autoren. Lukianenko als Ausnahme bestätigt die nur Regel.
Aber die Listen stellen immerhin eine Annäherung dar. Zeigen wo man suchen sollte. Die Preisträger müssten natürlich alle überprüft werden, ob sie wirklich überragend sind, oder einfach nur populär so wie etwas die Harry Potter Romane. Literarische Qualität findet man eher unter den für den Nebula Nominierten.
Der Hugo ist ja bekanntermaßen ein Fanpreis.

MB
Torsten
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Re: Die besten SF-Romane 2000-2009

Ungelesener Beitrag von Torsten »

Bungle hat geschrieben:Was noch auffällt, ist die Abwesenheit von nichtenglischsprachigen Autoren. Lukianenko als Ausnahme bestätigt die nur Regel.
Nichtenglischsprachige Werke gehören selbstverständlich dazu. Hier z.B. die Kurd Laßwitz-Preiträger:

KURT LASSWITZ Preis:

(2009) Dietmar Dath: Die Abschaffung der Arten
(2008) Andreas Eschbach: Ausgebrannt
(2007) Herbert W. Franke: Auf der Spur des Engels
(2006) Wolfgang Jeschke: Das Cusanus-Spiel
(2005) Frank Schätzing: Der Schwarm
(2004) Andreas Eschbach: Der Letzte seiner Art
(2003) Michael Marrak: Imagon
(2002) Andreas Eschbach: Quest
(2001) Michael Marrak: Lord Gamma
(2000) Andreas Eschbach: Kelwitts Stern

Bungle hat geschrieben:Torsten hat recht großzügig noch die Phantastik miteinbezogen.
LOCUS unterscheidet z.B. ausdrücklich zwischen SF und F. Hier die Ergebnisse:

LOCUS Awards (Science Fiction):
(2009) Neal Stephenson: ANATHEM
(2008) Michael Chabon: Die Vereinigung jiddischer Polizisten
(THE YIDDISH POLICEMEN´S UNION)
(2007) Vernor Vinge: RAINBOWS END
(2006) Charles Stross: Accelerando (ACCELERANDO)
(2005) Neal Stephenson: Confusion/Principia
(THE BAROQUE CYCLE: THE CONFUSION/THE SYSTEM OF THE WORLD)
(2004) Dan Simmons: Ilium (ILIUM)
(2003) Kim Stanley Robinson: THE YEARS OF RICE AND SALT
(2002) Connie Willis: PASSAGE
(2001) Ursula K. Le Guin: Die Erzähler (THE TELLING)
(2000) Neal Stephenson: Cryptonomicon (CRYPTONOMICUM)

LOCUS Awards (Fantasy-Auswahl):
(2006) Neil Gaiman: Anansi Boys (ANANSI BOYS)
(2005) China Miéville: Der Eiserne Rat (IRONCOUNCIL)
(2004) Lois McMaster Bujold: Paladin der Seelen (PALADIN OF SOULS)
(2003) China Miéville: Die Narbe/Leviathan (THE SCAR)
(2002) Neil Gaiman: American Gods (AMERICAN GODS)
(2000) Joanne K. Rowling: Harry Potter und der Gefangene von Askaban
(HARRY POTTER AND THE PRISONER OF AZKABAN)
Würde gerne lesen: Einen neuen Roman von Caroline Janice Cherryh
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Doop
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Re: Die besten SF-Romane 2000-2009

Ungelesener Beitrag von Doop »

Nach meiner Meinung die besten Romane der letzten Dekade (und Anwärter auf den Klassikerstatus) waren

Robert Charles Wilson: Spin
Michael Chabon: Die Vereinigung jiddischer Polizisten
Neil Gaiman: Anansi Boys (meiner Ansicht nach besser als American Gods)
Naomi Novik: Temeraire
„Ich habe [...] nichts gegen Filme ohne viel Handlung (z.B. Laberfilme von Rohmer), aber das Verhältnis zwischen Landschaftsmalerei, Dialog und Kawumm muss stimmen.“ (Badabumm, hier im Forum)
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Scotty
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Re: Die besten SF-Romane 2000-2009

Ungelesener Beitrag von Scotty »

Für mich herausragend war Alastair Reynolds. Er ist ein waschechtes 2000er Jahre Gewächs und hat in den letzten 10 Jahren bereits eine Reihe von Büchern veröffentlicht. Besonders beeindruckt war ich von seiner Konstanz. Ich habe kein einziges schlechtes Buch von ihm gelesen!

Nicht wahrgenommen wurde anscheinend Orson Scott Card. Seine ersten Erfolge hatte er in den 80ern. In den letzten Jahren hat er einige Ender Romane veröffentlicht, die ich zwar nicht kenne, aber hochggelobt worden sind.

Mich wundert, dass immer noch nicht der neuste Vernor Vinge Roman übersetzt wurde, obwohl dieser mehrfach ausgezeichnet wurde. Vinge ist für mich eine sichere Bank. Bisher hat mir alles von ihm äußerst gut gefallen.

Hat jemand noch Nancy Kress auf der Rechnung? Auch eine sehr aktive Autorin, von der ich bisher nur gutes gelesen habe.

Robert Charles Wilson ist mir in den letzten Jahren eher dadurch aufgefallen, dass er zu viele schlechte Romane veröffentlicht hat. "Spin" hat mir dagegen jedoch auch sehr gut gefallen. Ein Meilenstein war es für mich jedoch eher nicht.

Die goldene Eintagsfliege ist für mich "Weltensturm" von Scott Westerfeld. Hat mir sehr sehr gut gefallen. Leider jedoch das einzige Buch dieser Art von Westerfeld.

Kann man Jasper Fforde noch mit dazuzählen? Zumindest zur phantastischen Literatur. Auch Fforde ist ein 2000er Gewächs und zeigt, dass es wirklich noch neue Ideen gibt. Dazu beeindruckt er durch eine wunderbare Sprache.

Matt Ruff sollte natürlich nicht vergessen werden. Über ihn lässt sich ähnliches sagen wie über Jasper Fforde.

David Mitchells "Wolkenatlas" ist bei mir im ganz engen Kreis zum Buch des Jahrzehnts. Spontan glaube ich sogar, er ist mein Sieger.

Was ist eigentlioch aus dem Coruum Hype um Michael Baier geworden? Bei den Lobeshymnen die ich gelesen habe, hätte ich seine Nennung erwartet. Zumindest als Rookie!

Richard Morgan und Neal Asher (der hier noch fehlt) gehören für mich in die "Kennst-Du-einen-kennst-du-alle", wobei mir Neal Asher deutlich besser gefiel. "Skinner" ist ein echter Tipp!

Zu erwähnen ist auch noch mein Fantasy Shooting Star Joe Abercrombie. Ich habe x Versuche gemacht, dieses Genre liebzugewinnen. Leider habe ich nichts gelesen, was mir auch nur annähernd gefallen könnte. Bei Abercrombie hatte ich ein Erlebnis der anderen Art. Für mich ist er ab sofort ein Autor der "Sichere-Bank-Schublade". Scott Lynch hat auch viel Potenzial, ist jedoch noch eine Liga von Abercormbie entfernt.


Das waren die Autoren, die mir spontan einfielen. Wahrscheinlich gibt es noch mehr.
Lese zur Zeit:
Antonia Hodgson - Das Höllenloch
Davor:
Frederico Axat - Mysterium
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    Re: Die besten SF-Romane 2000-2009

    Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

    Ruff, Mitchell und Fforde spielen in einer eigenen Liga.

    Ich fand viele Bücher gut, aber das Superbuch der Dekade gabs für mich nicht.

    Allerdings ist mir in der Aufzählung ein Buch als besonders Negativ aufgefallen, und zwar: "Die Neanderthal Parralaxe". Für mich eins der überhyptesten Bücher (falls man eine Auszeichnung schon als "Hype" bezeichnen mag).

    Auch schlecht: "Spin" von Wilson.
    Als ich jung war, war der Pluto noch ein Planet

    Mod-Hammer flieg und sieg!


    Alle Bücher müssen gelesen werden
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    Re: Die besten SF-Romane 2000-2009

    Ungelesener Beitrag von molosovsky »

    Ich bin hochzufrieden mit den neuen Phantasten der Nuller-Dekade.
    Susanna Clarke, Mark Z. Danielewski, Jeff Vandermeer und (vor allem) China Miéville sind meine Favoriten unter den Neuen.

    Aber das größte einzelne literarische Ereignis war für mich Neal Stephensons »Barock-Zyklus«, auch wenn man sich wohl ewig streiten kann, inwiefern das SF oder Fantasy ist (wer die drei Bände ganz gelesen hat, weiß ja, wie prominent phantastische Elemente als Fluchtpunkt am Ende platziert wurden).

    Grüße
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    »Die Wirklichkeit ist überall gleich – nämlich unbekannt.« — Egon Friedell
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    Re: Die besten SF-Romane 2000-2009

    Ungelesener Beitrag von gernot1610 »

    Ich beurteile die Qualität im Nachhinein immer nur danach, ob ich mich nach längerer Zeit noch an den Inhalt erinnern kann.

    Für mich die Highlights der letzten 10 Jahre:

    1. Alastair Reynolds, "Ewigkeit"
    2. Peter F. Hamilton, "Comonwealth-Zyklus"
    3. Richard Morgan, "Heiliger Zorn"
    4. Lukanienko, die gesamte Sternen ... geschichte
    5. Baxter, "Evolution"
    6. Marrak, "Lord Gamma" + "Morphogenesis"
    7. Scalzi, "Asteroidenschafe" für mich die Entdeckung des letzten Jahres!

    Viele der hier hochgelobten Autoren haben mir garnicht gefallen, besonders enttäuscht haben mich:

    Peter Watts, Ian Banks, Charles Stross, Greg Bear und noch viele mehr, deren Namen ich aber schon verdrängt habe ... von denen lese ich gewiss nichts mehr
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    Re: Die besten SF-Romane 2000-2009

    Ungelesener Beitrag von Pogopuschel »

    Meine absoluten Highlights der letzten Dekade waren "Das Haus - House of Leaves" von Mark Z. Danielewski und "Terror" von Dan Simmons. Das sind die atmosphärisch dichtesten und spannendsten Bücher die ich je gelesen habe. Kein anderes Buch hat bei mir einen so intensiven Eindruck hinterlassen, der bis heute andauert.
    In der Science Fiction waren es "Spin" von Robert Charles Wilson und "Der Fluss der Sterne" von Michael Flynn, der in Deutschland leider überhaupt keine Beachtung erhält und damit meiner Meinung nach, der am meist unterschätzte Autor ist. Er ist für mich der einzige Autor der es schafft, tiefgehende poetische Hard SF zu schreiben, deren literarischen Qualitäten besser sind als bei 90% der anderen in Deutschland publizierten Autoren.
    Meine Internetseite (mit Buchbesprechungen): http://lesenswelt.de/
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    Re: Die besten SF-Romane 2000-2009

    Ungelesener Beitrag von Grisel »

    Ich bin hier nicht so der Profi wie andere und lese relativ wenig und eingeschränkt SF. Aber meine Neuentdeckung des Jahrzehnts war Karin Lowachee mit ihren drei Romanen "Warchild", "Burndive" und "Cagebird". Leider nicht übersetzt und leider vom Verlag erst mal kaltgestellt. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß sie irgendwann mal daran weiterschreiben kann. Jetzt im Frühling erscheint was neues, anderes von ihr, "Gaslight dogs", das dürfte eher Fantasy sein.
    Jedenfalls, diese drei Bücher von ihr finde ich einfach großartig, Story, Charaktere, Aufbau und nicht zuletzt ihr ganz eigener Stil und die Art, wie sie Zeit und Perspektive als Stilmittel einsetzt.
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    Re: Die besten SF-Romane 2000-2009

    Ungelesener Beitrag von Torsten »

    bukaman hat geschrieben:Adam Roberts ist einer der wenigen Autoren, die neu für mich waren, STERNENNEBEL (SALT) und STERNENSTURM (POLYSTOM), haben mir sehr gut gefallen, beide von gleich guter Qualität, wobei mir ersteres noch besser gefallen hat.
    Dem stimme ich zu. Und auch "Sternenstaub" (STONE) hat mir gefallen. Im direkten Vergleich zu z.B. Scalzi, von dem ich bisher auch alle Romane gelesen habe und gut unterhalten wurde, würde ich einen Roberts vorziehen.
    Scotty hat geschrieben:Hat jemand noch Nancy Kress auf der Rechnung? Auch eine sehr aktive Autorin, von der ich bisher nur gutes gelesen habe.
    Ja, steht bei mir unter Beobachtung. "In grellem Licht" konnte mich allerdings nicht überzeugen. Ihre beste Zeit hatte Sie möglicherweise in den 90ern.
    Scotty hat geschrieben:Richard Morgan und Neal Asher (der hier noch fehlt) gehören für mich in die "Kennst-Du-einen-kennst-du-alle", wobei mir Neal Asher deutlich besser gefiel. "Skinner" ist ein echter Tipp!
    Neal Asher hatte ich bisher nicht als einen Topp-Autoren der letzten zehn Jahre auf der Liste und eher ignoriert. Müsste ich einmal antesten.
    Scotty hat geschrieben:Robert Charles Wilson ist mir in den letzten Jahren eher dadurch aufgefallen, dass er zu viele schlechte Romane veröffentlicht hat. "Spin" hat mir dagegen jedoch auch sehr gut gefallen. Ein Meilenstein war es für mich jedoch eher nicht.
    Knochenmann hat geschrieben:Auch schlecht: "Spin" von Wilson.
    Interessant. "Spin" hätte ich als relativ sicheren Konsens-Kandidaten auf einer solchen Liste gesehen.:o
    gernot1610 hat geschrieben:7. Scalzi, "Asteroidenschafe" für mich die Entdeckung des letzten Jahres!
    Ich vermute, Du meintest "Androidenträume" (THE ANDROID´S DREAM). Ausgerechnet DEN halte ich bisher für den belanglosesten Scalzi. :mad:
    Würde gerne lesen: Einen neuen Roman von Caroline Janice Cherryh
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    Re: Die besten SF-Romane 2000-2009

    Ungelesener Beitrag von achimh »

    Für mich auf jeden Fall Audrey Niffenegger mit Die Frau des Zeitreisenden und die (ersten drei) Thursday Next Romane von Jasper Fforde, weil auf hohem Niveau mal was völlig anderes geboten wird.

    Als Autor für mich entdeckt: Eugen Egner, nicht immer brillant, aber meistens, und herrlich schräg.
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    Re: Die besten SF-Romane 2000-2009

    Ungelesener Beitrag von gernot1610 »

    @torsten: klar, den mein ich. Da Hab ich wohl die Rasse mit dem Titel verwechselt ... aber diese außergewöhnliche Geschichte als belanglos zu bezeichnen, Tz Tz Tz
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    Re: Die besten SF-Romane 2000-2009

    Ungelesener Beitrag von breitsameter »

    Torsten hat geschrieben:Zeichneten sich neue Trends ab? Hat sich die Science Fiction weiter entwickelt oder tritt sie auf der Stelle?
    Es gab sicher einen Trend, aber den würde ich abseits der SF sehen – und zwar den Trend zu einer erwachseneren Fantasy, die der Phantastik nahe sich manchmal auch bei der SF bedient und alles zu einer Melange der Ideen verrührt. Daztu gehören Autoren wie Jeff VanderMeer, China Miéville und Mark Z. Danielewski. Hochgelobt - aber nicht mein Ding.
    Echte Vampire schillern nicht im Sonnenlicht, sie explodieren. Echte Helden küssen keinen Vampir, sie töten ihn.
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