Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Science Fiction in Buchform
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breitsameter
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Re: Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Ungelesener Beitrag von breitsameter » 13. Mai 2011 13:43

Uschi Zietsch hat geschrieben:P.S.: Ja, den von Delaney zitierten ersten Satz finde ich auch ziemlich bescheiden und würde mich nicht veranlassen weiterzulesen.
Äh, ich sollte vielleicht erwähnen, dass das ein von mir eben mal schnell erfundener Satz ist, da ich den Originalsatz nicht mehr parat hatte...

Aber es war nicht das Interesse, an dem es mangelte, sondern die Tatsache, dass in dem Satz offensichtlich fiktionale/phantastische Dinge erwähnt waren, die den Probelesern eben nicht bekannt waren.
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Re: Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel » 13. Mai 2011 14:01

Als Jugendlicher habe ich ausschließlich Horror, Fantasy und SF gelesen. Mit der Begründung, dass mir normale Roman zu realistisch sind, da ich auch so schon genug von unser trostlosen Welt abbekomme. Das war natürlich Unsinn und Paul Auster hat ich dann eines Besseren belehrt. Aber diese Begründung funktioniert in beide Richtungen.

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Re: Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Ungelesener Beitrag von andreas » 13. Mai 2011 14:05

Doop hat geschrieben:Ich glaube, ich würde umgekehrt eher fragen, warum mein gegenüber denn keine SF liest. Soll sich doch diese Person bei mir rechtfertigen...
Dann würde ich ihr/ihm eventuell, wenn es sich um einen sog. "Intellektuellen" handelt darauf hinweisen, was denn alles so SF ist: "1984", "Brave New World", "The Yiddish Policemen's Union", "Fahrenheit 451", "The Handmaid's Tale".
ja so argumentiere ich auch immer. Aber es kommt immer dieselbe Antwort.

"... das ist was anderes die science fiction wäre hier nur der Mittel um eine soziales, politisches usw. Problem zu transportieren. Im Prinzip sei sowas gar keine sf...."

Schon 100 mal gehört. Da diskutiere ich auch nicht mehr.
Buell, Baby

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Re: Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Ungelesener Beitrag von Bungle » 13. Mai 2011 14:12

Uschi Zietsch hat geschrieben:
muellermanfred hat geschrieben:Dialog von gestern: Kollege: „Ich mag dieses Star Wars einfach nicht.“ - „Und warum nicht?“ - „Das ist alles so fiktional.“
Dazu müsst ihr das hier sehen :lol: http://www.brokencomedy.de/video/watch/ ... trix/2873/

Übrigens, das mit dem "fiktional". Mein bester Ehemann fragt das Mädel an der Tanke, was es denn so liest und bringt einen Leseprobenprospekt von mir mit. Sie schaut es sich an, sagt: "Aber das ist ja alles unrealistisch." Er: "Ja, aber Sie lesen doch die Biss-Bücher ..." - "Schon, aber das ist doch viel realistischer, weil es in unserer Welt spielt ..."
Ähm, ja. Das scheint dann auch der Geheimnis des Erfolgs zu sein ...
Ein bisschen was von seiner eigenen Welt braucht Ottonormalleser eben, um "realistisch" zu bleiben.
Gibt es doch eine Buch von dem Psychologen Arno Grün mit dem Untertitel "Realismus als Krankheit"...

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Re: Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Ungelesener Beitrag von lapismont » 13. Mai 2011 14:21

Man muss aber schon ehrlich sein und zugestehen, dass bestimmte SF-Storys einfach nur einen kleinen Kreis von Menschen anspricht. Wenn ich mir gerade aktuell Quantum anschaue, dann ist das schon ein Roman, der sehr viel SF-Affinität erwartet. Von der ersten Seite an.
Biss hingegen beginnt tatsächlich als stinknormaler Jugendroman, dessen Setting und Hauptfigur im bekannten Jetzt und Heute spielen.

Als SF-Leser muss man recht oft unverständliche Dinge einfach hinnehmen, überlesen und nachträglich bewerten. Man merkt sich so etwas wie "fabben" und "Quantenknoten", und hofft, es irgendwann erklärt zu bekommen oder hinter den Sinn zu kommen.
Ähnliche Probleme haben übrigens auch klassische Werke, die oft mit selbstverständlichen Dingen hantieren, die zunehmend immer weniger Leute kennen. Wenn ich mir überlege, wie oft in Dracula Telegramme eine Rolle spielen, oder ich erinnere mich an meinen Zauberberg Leseversuch. Das komische Wort für Sonntagsanzug hab ich auch schon wieder vergessen und eder vorher noch nachher wieder gelesen, geschweige denn irgendwo gehört.
:lol:

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Re: Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Ungelesener Beitrag von muellermanfred » 13. Mai 2011 14:57

Uschi Zietsch hat geschrieben: Dazu müsst ihr das hier sehen :lol: http://www.brokencomedy.de/video/watch/ ... trix/2873/
Grøßardsch!

Der hier ist auch nicht übel:
http://www.youtube.com/watch?v=yX8yrOAjfKM&NR

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Re: Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Ungelesener Beitrag von Doop » 13. Mai 2011 15:32

Gestern wurde H. G. Wells bei SPON in einem Artikel als "Zukunftsautor" bezeichnet. Lustige Bezeichnung für einen Mann, der wohl um die 60, 70 Jahre tot ist... Das ist wohl eine neue Bezeichnung SF hassender Kritiker und Journalisten für SF-Autoren, die dummerweise den allgemeinen Klassikerstatus erlangt haben... Man könnte ihn mit gleichem Recht "Marsianerautor" nennen, was mi ziemlich gut gefallen würde...

Ich sage heute noch, dass ich nichts lese, wo keine Außerirdischen, Drachen oder Monster vorkommen... Ist meine Rektion auf die Realistiker. Wenn ich Realismus will, nehme ich eine Akte in die Hand, fahre nachts U-Bahn in Berlin oder gucke CNN... :-)
„Ich habe [...] nichts gegen Filme ohne viel Handlung (z.B. Laberfilme von Rohmer), aber das Verhältnis zwischen Landschaftsmalerei, Dialog und Kawumm muss stimmen.“ (Badabumm, hier im Forum)

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Re: Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel » 13. Mai 2011 16:02

Doop hat geschrieben:Gestern wurde H. G. Wells bei SPON in einem Artikel als "Zukunftsautor" bezeichnet. Lustige Bezeichnung für einen Mann, der wohl um die 60, 70 Jahre tot ist... Das ist wohl eine neue Bezeichnung SF hassender Kritiker und Journalisten für SF-Autoren, die dummerweise den allgemeinen Klassikerstatus erlangt haben... Man könnte ihn mit gleichem Recht "Marsianerautor" nennen, was mi ziemlich gut gefallen würde...

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WIe, bist du in der Berliner U-Bahn noch keinem Drachen oder Morlok begegnet. :D

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Re: Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Ungelesener Beitrag von lapismont » 13. Mai 2011 16:14

Pogopuschel hat geschrieben:
Doop hat geschrieben:Gestern wurde H. G. Wells bei SPON in einem Artikel als "Zukunftsautor" bezeichnet. Lustige Bezeichnung für einen Mann, der wohl um die 60, 70 Jahre tot ist... Das ist wohl eine neue Bezeichnung SF hassender Kritiker und Journalisten für SF-Autoren, die dummerweise den allgemeinen Klassikerstatus erlangt haben... Man könnte ihn mit gleichem Recht "Marsianerautor" nennen, was mi ziemlich gut gefallen würde...

Ich sage heute noch, dass ich nichts lese, wo keine Außerirdischen, Drachen oder Monster vorkommen... Ist meine Rektion auf die Realistiker. Wenn ich Realismus will, nehme ich eine Akte in die Hand, fahre nachts U-Bahn in Berlin oder gucke CNN... :-)
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Oder einem Elf mit kurzen Haaren ...

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Re: Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 13. Mai 2011 16:17

lapismont hat geschrieben:Oder einem Elf mit kurzen Haaren ...
Er hat's gesagt! Das E-Wort! :lol:
:bier:
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Re: Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Ungelesener Beitrag von breitsameter » 13. Mai 2011 16:20

Uschi Zietsch hat geschrieben:
lapismont hat geschrieben:Oder einem Elf mit kurzen Haaren ...
Er hat's gesagt! Das E-Wort! :lol:
Herrschaften, gibt's hier ein Problem? Muss ich eingreifen?
Echte Vampire schillern nicht im Sonnenlicht, sie explodieren. Echte Helden küssen keinen Vampir, sie töten ihn.

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Re: Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel » 13. Mai 2011 16:26

breitsameter hat geschrieben:
Uschi Zietsch hat geschrieben:
lapismont hat geschrieben:Oder einem Elf mit kurzen Haaren ...
Er hat's gesagt! Das E-Wort! :lol:
Herrschaften, gibt's hier ein Problem? Muss ich eingreifen?
Nur, wenn du nicht länger bereit bis, lapismonts kontinuierliche Diskriminierung von Elfen zu tolerieren. :D

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Re: Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Ungelesener Beitrag von lapismont » 13. Mai 2011 16:50

Pogopuschel hat geschrieben:
Uschi Zietsch hat geschrieben:
lapismont hat geschrieben:Oder einem Elf mit kurzen Haaren ...
Er hat's gesagt! Das E-Wort! :lol:
Herrschaften, gibt's hier ein Problem? Muss ich eingreifen?

Nur, wenn du nicht länger bereit bis, lapismonts kontinuierliche Diskriminierung von Elfen zu tolerieren. :D
Was heißt hier Diskriminierung? Das ist Krieg!
:kanone:

Dirk
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Re: Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Ungelesener Beitrag von Dirk » 13. Mai 2011 16:55

*gnichel* Elfen kann man nicht diskrimieren :D

Sie sind eine Diskriminierung :teufel:

Zu seligen AD&D-Zeiten wurden unsere beiden Schöngeister grundsätzlich als LMSuFA eingesetzt. Lebende Minensucher und Fallenauslöser :xmas:

Irgendwie wimmelte es in den Wäldern Häusern und Dungeons immer vor Gefahren ... jedefalls wenn ich SL war :xmas:

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Re: Wie man Science Fiction liest - eine Anleitung

Ungelesener Beitrag von breitsameter » 13. Mai 2011 17:19

lapismont hat geschrieben:
Pogopuschel hat geschrieben:Nur, wenn du nicht länger bereit bis, lapismonts kontinuierliche Diskriminierung von Elfen zu tolerieren. :D
Was heißt hier Diskriminierung? Das ist Krieg!
:kanone:
Hat hier etwa jemand ein Elfen-Problem? Soll ich den Kammerjäger holen?
Echte Vampire schillern nicht im Sonnenlicht, sie explodieren. Echte Helden küssen keinen Vampir, sie töten ihn.

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