Was will der (SF-)Leser?

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upanishad
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Re: Was will der (SF-)Leser?

Ungelesener Beitrag von upanishad »

breitsameter hat geschrieben:
Andreas Eschbach hat geschrieben:Der Punkt ist, dass man eben nicht Kreativität durch Meinungsumfragen ersetzen kann. Man muss machen - und dann erst sieht man, wie es ankommt. Das ist das Risiko, das man eingehen muss.
*Unterschreib*
Das gilt übrigens für viele Arbeitsbereiche, in denen Kreativität gefragt ist. Auch in Museen: Wir haben das Ergebnis einer Umfrage zu einem Ausstellungskonzept, mit dem Ergebnis einer Umfrage in der fertigen Ausstellung verglichen. Das Ausstellungsthema, das in der Planung als "minder interessant" bezeichnet wurde, war später in der fertigen Ausstellung einer der Spitzenreiter.
Dem schließe ich mich an - sowohl aus meinen eigenen Berufserfahrungen (gerade aktuell z.B. entwickelt sich eine Maßnahme, die ich aller Erfahrung nach als Totgeburt eingeschätzt habe, sehr positiv) wie als auch aus anderen Wirtschaftsbereichen (was die Literatur nicht nur [ja ja, die Kunst ...] aber auch darstellt) - wer hätte vor einigen Jahrzehnten mit erfolgreichem schwedischem Möbendesign gerechnet? :smokin Und im Filmbereich damit, das der "Nebenheld" Iron Man einen der besten Marvel-Filme hergibt?
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JoelH
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Re: Was will der (SF-)Leser?

Ungelesener Beitrag von JoelH »

oder in der Politik.

Perfektes Beispiel FDP von 18% (wahnsinn) auf 3% ( :prima: ) gefallen. Da hat sich eine Wundertüte für 83% als Rohrkrepierer erwiesen. Auch so kann es gehen.

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Shock Wave Rider
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Re: Was will der (SF-)Leser?

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider »

Andreas Eschbach hat geschrieben:Man muss machen - und dann erst sieht man, wie es ankommt.
Nochn Zitat aus dem Manager-Baukasten: "Product, find your market!"

Gruß
Ralf
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Thomas Wawerka
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Re: Was will der (SF-)Leser?

Ungelesener Beitrag von Thomas Wawerka »

Andreas Eschbach hat geschrieben:Der Punkt ist, dass man eben nicht Kreativität durch Meinungsumfragen ersetzen kann. Man muss machen - und dann erst sieht man, wie es ankommt. Das ist das Risiko, das man eingehen muss.
Du plädierst also dafür, dass ein Autor einfach schreibt, was ihm ein- und gefällt. Hm ... Ich hatte gerade von dir den Eindruck, dass du den Markt recht genau beobachtest und analysierst. Irgendeine Rolle muss das schon gespielt haben, sonst hättest du ja auch eine deiner vielen anderen Ideen umsetzen können, die nun in deiner ganz privaten "development hell" vor sich hinfaulen. Sonst hättest du auch nicht so erfolgreich deine Position im Markt einnehmen können. Schlüsse aus dem Markt zu ziehen heißt ja nicht nur, Trends hinterherzulaufen, sondern auch Nischen zu finden, oder? :kopfkratz: Kurz und gut, ich nehme dir dein Plädoyer für die künstlerische Freiheit nicht vollumfänglich ab.
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Andreas Eschbach
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Re: Was will der (SF-)Leser?

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach »

Thomas Wawerka hat geschrieben:
Andreas Eschbach hat geschrieben:Der Punkt ist, dass man eben nicht Kreativität durch Meinungsumfragen ersetzen kann. Man muss machen - und dann erst sieht man, wie es ankommt. Das ist das Risiko, das man eingehen muss.
Du plädierst also dafür, dass ein Autor einfach schreibt, was ihm ein- und gefällt. Hm ... Ich hatte gerade von dir den Eindruck, dass du den Markt recht genau beobachtest und analysierst.
Interessant. Darf ich fragen, wie dieser Eindruck entsteht?
Irgendeine Rolle muss das schon gespielt haben, sonst hättest du ja auch eine deiner vielen anderen Ideen umsetzen können, die nun in deiner ganz privaten "development hell" vor sich hinfaulen.
Die faulen da nicht, die reifen. Der wesentlichste Punkt bei der Entscheidung, was der nächste Roman werden soll, ist die Frage, welche Idee ausgereift genug ist. Ich habe eine Menge Ideen, zu denen mir noch Anfänge fehlen, oder Schlüsse, oder Hauptfiguren, oder überhaupt 90% von dem, was man braucht.
Sonst hättest du auch nicht so erfolgreich deine Position im Markt einnehmen können.
Das dürfte eher darauf zurückzuführen sein, dass ich einen ziemlich durchschnittlichen Geschmack habe: Was mir gefällt, gefällt meistens auch einer Menge anderen Leuten.
Schlüsse aus dem Markt zu ziehen heißt ja nicht nur, Trends hinterherzulaufen, sondern auch Nischen zu finden, oder? :kopfkratz: Kurz und gut, ich nehme dir dein Plädoyer für die künstlerische Freiheit nicht vollumfänglich ab.
Ich glaube, du verwechselst da was. Man kann sich allenfalls überlegen, welche seiner Ideen am besten in die aktuelle Stimmung passen, aber man kommt nicht auf Ideen, indem man andere fragt, was sie lesen wollen. (Interessant vielleicht in diesem Zusammenhang: Ich krieg ja seit Jahren immer wieder - obwohl ich auf dem Kontaktformular meiner Website ausdrücklich bitte, das nicht zu tun - "tolle" Romanideen von allen möglichen Leuten zugeschickt. Manche wollen die Hälfte meiner Tantiemen, andere wollen mir die Idee einfach schenken. Bloß: Bisher war noch nie - in all den Jahren nicht - eine einzige Idee darunter, aus der man ernsthaft einen guten Roman hätte machen können. Nicht eine.)

Und das mit der aktuellen Stimmung kann sich heutzutage viel zu schnell ändern, als dass man danach gehen könnte. Klar wäre es jetzt toll, mit einem Roman zur Finanzkrise herauszukommen - aber wenn man jetzt erst anfängt, einen zu schreiben, wird es, bis man fertig ist, heißen: "Och, alter Kaffee".

Nein, egal, ob Du mir das glaubst oder nicht: Die bessere Strategie ist, nach innen zu gehen und sich zu fragen, "welcher meiner möglichen Romane passt jetzt als nächster zu mir, in die Reihe dessen, was ich in meinem Leben verwirklichen will?". Sich sein Oeuvre vom Totenbett aus vorzustellen und sich zu fragen, "dieser Roman, war den zu schreiben letztlich Zeitverschwendung, hat er nichts eingebracht außer ein bisschen Geld? Oder bin ich immer noch stolz darauf?". Klar, auch auf diese Weise wird man manchen Flop landen. Aber auf lange Sicht weniger. Man muss allerdings darauf vertrauen, dass die innere Stimme klüger ist als die vielen Stimmen außen ...

Tatsächlich tut das ja fast niemand. Die meisten Autoren schreiben ihren ersten Erfolg immer wieder neu, mit leichten Veränderungen, oder eben das, wozu ihnen Verlage und/oder Agenten raten. Diejenigen, die unbekümmert was wagen, sind meist Erstlingsautoren, die noch nicht verschreckt sind vom Business – aber leider können die es oft noch nicht so richtig, und wenn, dann passiert es ihnen heutzutage immer häufiger (und ich erfinde das jetzt nicht!), dass ein Agent das Manuskript beiseite legt und sagt: "Okay, schreiben können Sie. Lassen Sie uns nun gemeinsam überlegen, was Sie schreiben müssen, damit ich Sie auch unterbringe."

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Thomas Wawerka
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Re: Was will der (SF-)Leser?

Ungelesener Beitrag von Thomas Wawerka »

Andreas Eschbach hat geschrieben:Die faulen da nicht, die reifen.

:respekt:

Ich bitte um Entschuldigung!

Ich kann dir leider nicht genau belegen, woher mein Eindruck stammt. Es hängt zusammen mit Interviews, die ich gelesen habe, an eins kann ich mich erinnern: Du sagtest sinngemäß, du hättest jahrelang den Markt beobachtet mit der Befürchtung, ein anderer würde dir mit der Idee zur "Billion Dollar" zuvorkommen. Sicher ist er auch auf die eine oder andere Äußerung auf deiner Website zurückzuführen. Vielleicht hat sich ein völlig falscher Eindruck bei mir festgesetzt. Wäre es aber falsch zu sagen, dass du deine schriftstellerische Karriere (wenn ich den Begriff jetzt in "-" setzte, sähe es aus, als wollte ich dir eine Karriere ab- oder nur im ironischen Sinn zusprechen) durchaus planvoll angehst? Mit Agentur und allem drum und dran - und da muss ja doch wohl auch eine gewisse Markteinschätzung dazugehören.

Seltsam, das Ganze ist zur Zeit mein innerstes Thema. Seit mein Kurzgeschichtenbuch raus ist, bossele ich an zehn Romanen gleichzeitig rum, bin völlig verwirrt, sehe mich außerstande einzuschätzen, was geht und was nicht, und habe keinerlei Vertrauen zu irgendwas. Ich hab nicht mal die dritte Novelle für NOVA geschafft. So wird das nichts, das ist mir klar, aber i.A. fühle ich mich, als wäre ich aus einer gewissen heimeligen Naivität herausgefallen ... Einfach draufzuschreiben funktioniert plötzlich nicht mehr. Und ansonsten bin ich hin- und hergerissen zwischen Autor 1, der mir sagt, man solle überhaupt nur für sich selbst schreiben, nur daraus ergäbe sich Kunst, und jeder Schritt aufs Publikum zu sei Hurerei, und Autor 2, der bodenständige und freundliche Nachbarstyp, der einfach fleißig und diszipliniert seine Sachen runterschreibt und von sich selbst sagt, er habe keine Botschaft, aber dafür Spaß an der Sache. (Für Autor 1 ist Schreiben eine existenzielle Angelegenheit, bitterer Ernst und kein Spaß, aber dafür hat er auch schon hochgradiges Lob eingefahren.) So faule/reife ich in meiner ganz persönlichen "development hell" vor mich hin ... - Aber genug davon, ich höre jetzt auf mit dem Seelenstriptease. Andere wollen auch noch mitreden. Das Persönliche ist vielleicht eher was für PN, wenn du darauf antworten magst.

... übrigens, zur Finanzkrise: Wie es aussieht, steuern wir doch auf eine permanente Finanzkrise zu; etwa so wie der permanente Krieg in "1984". Und wenn du jetzt nichts darüber schreiben willst, weil du meinst, es wäre später "kalter Kaffee", ist das auch die Schlussfolgerung aus einer Marktbeobachtung.

q.e.d. und viele Grüße,
Sherlock Holmes
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Andreas Eschbach
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Re: Was will der (SF-)Leser?

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach »

Thomas Wawerka hat geschrieben:Ich kann dir leider nicht genau belegen, woher mein Eindruck stammt. Es hängt zusammen mit Interviews, die ich gelesen habe, an eins kann ich mich erinnern: Du sagtest sinngemäß, du hättest jahrelang den Markt beobachtet mit der Befürchtung, ein anderer würde dir mit der Idee zur "Billion Dollar" zuvorkommen.
:lol:
Lieber Thomas, jetzt stell dir einfach vor, du hättest eine Idee, die du toll findest, von der du denkst, die müsste einschlagen ... aber leider hast du nur die ersten paar Kapitel im Kopf, und danach weißt du nicht, wie es weitergehen soll. Aber du denkst, Himmel, die Idee ist so naheliegend, nur eine Frage der Zeit, bis ein anderer auch auf diese Idee kommt, womöglich einer, dem dann auch einfällt, wie es weitergehen muss ... und kommt Dir zuvor ... !!

Da beobachtest du nicht "den Markt".
Nein, da durchzuckt es Dich, wenn Du einen Buchprospekt aufschlägst und ein Cover siehst, das Dich an diese Idee erinnert: Jetzt! Jetzt ist es passiert! Jemand ist mir zuvorgekommen! Und dann, wenn du genauer hinschaust und siehst, nein, es ist doch was anderes, fängst du ganz, ganz langsam wieder an zu atmen ...

So ging es mir ungefähr von 1975 bis zum Jahr 1998.
Wäre es aber falsch zu sagen, dass du deine schriftstellerische Karriere (wenn ich den Begriff jetzt in "-" setzte, sähe es aus, als wollte ich dir eine Karriere ab- oder nur im ironischen Sinn zusprechen) durchaus planvoll angehst? Mit Agentur und allem drum und dran - und da muss ja doch wohl auch eine gewisse Markteinschätzung dazugehören.
Insofern, als mir klar wurde, dass man mit Agent dramatisch viel besser dran ist als ohne. Und klar gehe ich das alles planvoll an. Ohne Plan ist man als Schriftsteller verloren.
... übrigens, zur Finanzkrise: Wie es aussieht, steuern wir doch auf eine permanente Finanzkrise zu; etwa so wie der permanente Krieg in "1984". Und wenn du jetzt nichts darüber schreiben willst, weil du meinst, es wäre später "kalter Kaffee", ist das auch die Schlussfolgerung aus einer Marktbeobachtung.
Na ja. Eher die Beobachtung, dass der heiße Trend des einen Jahres schon oft der kalte Kaffee des nächsten Jahres war und dass es sich deswegen nicht lohnt, auf Trends aufzuspringen. Erst recht nicht für jemanden wie mich, dessen Romanideen fast alle sechs Jahre oder älter sind, wenn's ans Schreiben geht.

Ehrlich gesagt hätte ich auch gar keine Idee, was man schreiben könnte, das diesen abstrusen Quatsch, der sich da vor unseren Augen abspielt, toppen könnte. Ich denke immer: Wenn ich vor fünf Jahren genau das beschrieben hätte, was sich heute abspielt, hätte man mir das Buch als "total unwahrscheinlich", "maßlos überzogen" und "überspannt" um die Ohren gehauen und gesagt: "Da ist jetzt aber die Phantasie mit Ihnen durchgegangen, was, Herr Eschbach?" (Ich bin ja so gespannt, wann wir einen Piratenkönig kriegen ... :rotfl: )

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Thomas Wawerka
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Re: Was will der (SF-)Leser?

Ungelesener Beitrag von Thomas Wawerka »

Andreas Eschbach hat geschrieben:So ging es mir ungefähr von 1975 bis zum Jahr 1998.
So'nen Nerventanz über 23 Jahre? Junge, Junge ... du hast ja'n dickes Fell!
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Re: Was will der (SF-)Leser?

Ungelesener Beitrag von JoelH »

Andreas Eschbach hat geschrieben:
Nein, egal, ob Du mir das glaubst oder nicht: Die bessere Strategie ist, nach innen zu gehen und sich zu fragen, "welcher meiner möglichen Romane passt jetzt als nächster zu mir, in die Reihe dessen, was ich in meinem Leben verwirklichen will?".
Guter Punkt. Für mich leite ich aus dieser Aussage ab, dass vielleicht auch der Autor gar keine Vorgaben haben will. Weil er damit gar nicht umgehen kann?

Andreas (oder Herr Eschbach? - übrigens superklasse Intro beim PR_Weltcon, die Rede würde ja eigentlich fast hier in die Diskussion passen, oder? ) wie ist das bei Exposévorgaben, wenn sie gar nicht passen, aber sein müssen. Kann dann der Autor? Oder dankt dann der Schriftsteller ab?

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Andreas Eschbach
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Re: Was will der (SF-)Leser?

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach »

JoelH hat geschrieben:Für mich leite ich aus dieser Aussage ab, dass vielleicht auch der Autor gar keine Vorgaben haben will. Weil er damit gar nicht umgehen kann?
Kommt darauf an. Wenn man mir sagt, "schreiben Sie doch mal ein Buch über ..." oder "in der Art von ...", dann denke ich nur: Wieso sollte ich? Wieso sollte ich meine Energie und Lebenszeit (!) in ein Buch stecken, das nicht aus mir selber kommt?

Was anderes ist es, wenn ich zugestimmt habe, an einem Gemeinschaftsprojekt teilzunehmen. Nichts anderes ist ja z.B. so eine Serie wie Perry Rhodan. Mit einem Gastroman schreibt man da nicht einen Roman, man schreibt ein Kapitel einer riesigen, riesigen Geschichte. Das ist ein Spiel, und es macht keinen Sinn, an einem Spiel teilzunehmen, wenn man die Spielregeln nicht befolgen will. Deswegen ist es in dem Fall okay, wenn man mir sagt, "also, dein Part ist, die Figur X von Y nach Z zu bringen und dabei V, W und U passieren zu lassen".
wie ist das bei Exposévorgaben, wenn sie gar nicht passen, aber sein müssen. Kann dann der Autor? Oder dankt dann der Schriftsteller ab?
Dinge zum Passen zu bringen, die von sich aus erst mal nicht passen, ist der Kern von Kreativität. Da hirnt man dann halt. Ich will zum Beispiel nicht verhehlen, dass mich das Exposé von PR 2503 erst mal ziemlich hat schlucken lassen. Die ganzen Kämpfe und Abschlachtereien darin ... sagen wir mal, das wäre mir so nicht eingefallen. Aber nun war ich ja herausgefordert, was daraus zu machen. Und so bin ich darauf gekommen, die Perspektive zu verschieben. Und ich bin ganz stolz, dass die Figur des Lech Hallon, die ich dafür erfunden habe, über hundert Bände später immer noch in der Serie ist! :freude:

(Übrigens: Beim ersten Gastroman hat man die übergeordnete Handlung noch so für mich zurechtgebogen, dass ich kein Unheil in der Serie hätte anrichten können. Beim zweiten Gastroman durfte ich noch zwischen den Exposés zweier Bände wählen. Beim dritten hieß es dann nur noch, "also, wir hätten gern, dass du Band 2503 machst". Steigende Anforderungen! :-D)

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frankh
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Re: Was will der (SF-)Leser?

Ungelesener Beitrag von frankh »

Thomas Wawerka hat geschrieben: Seltsam, das Ganze ist zur Zeit mein innerstes Thema. Seit mein Kurzgeschichtenbuch raus ist, bossele ich an zehn Romanen gleichzeitig rum, bin völlig verwirrt, sehe mich außerstande einzuschätzen, was geht und was nicht, und habe keinerlei Vertrauen zu irgendwas. Ich hab nicht mal die dritte Novelle für NOVA geschafft. So wird das nichts, das ist mir klar, aber i.A. fühle ich mich, als wäre ich aus einer gewissen heimeligen Naivität herausgefallen ... Einfach draufzuschreiben funktioniert plötzlich nicht mehr. Und ansonsten bin ich hin- und hergerissen zwischen Autor 1, der mir sagt, man solle überhaupt nur für sich selbst schreiben, nur daraus ergäbe sich Kunst, und jeder Schritt aufs Publikum zu sei Hurerei, und Autor 2, der bodenständige und freundliche Nachbarstyp, der einfach fleißig und diszipliniert seine Sachen runterschreibt und von sich selbst sagt, er habe keine Botschaft, aber dafür Spaß an der Sache. (Für Autor 1 ist Schreiben eine existenzielle Angelegenheit, bitterer Ernst und kein Spaß, aber dafür hat er auch schon hochgradiges Lob eingefahren.) So faule/reife ich in meiner ganz persönlichen "development hell" vor mich hin ... -
Ich denke, daß Überlegungen, "was eventuell ginge" eher ein Hemmnis beim Schreiben sind, zumal sich der Publikumsgeschmack laufend ändert. 1999 veröffentliche ich mit "Das Große Rennen" eine Story, die so gut wie kein SF-Element enthielt und rein philosophischer Natur war. Trotzdem belegte die Geschichte nur knapp geschlagen den 2. Platz beim DSFP. Dergleichen ist heute völlig undenkbar. Subtilität ist derzeit out. Das muß aber nicht so bleiben, so daß z. B. die Schlußfolgerung: 'Dann schreibe ich halt auch "humoristische" SF' in die Irre führt.

Man muß schreiben, was man selbst für interessant und erzählenswert hält, sonst merkt man dem Resultat sehr schnell an, daß der Autor nicht mit dem Herzen dabei war. Ich kenne ein paar Geschichten von Dir, die mir sehr gut gefallen haben, und denke, daß Du auch einen lesenswerten Roman schreiben könntest. Du muß es nur tun. ;) Das geht aber nicht, wenn man das eigene Tun jeden Tag aufs Neue zur Disposition stellt ...

Gruß
Frank

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Re: Was will der (SF-)Leser?

Ungelesener Beitrag von Bully »

Thomas Wawerka hat geschrieben:...Ich kann dir leider nicht genau belegen, woher mein Eindruck stammt. Es hängt zusammen mit Interviews, die ich gelesen habe, an eins kann ich mich erinnern: Du sagtest sinngemäß, du hättest jahrelang den Markt beobachtet mit der Befürchtung, ein anderer würde dir mit der Idee zur "Billion Dollar" zuvorkommen. ...
Mal abgesehen davon, dass das "die Konkurrenz" war und nicht "der Markt" - ausgerechnet jemanden, der im Nachbarfred einen angesagt bekommt, weil sein neuester Roman Reichtum ganz anders beschreibe als "1 Billionen Dollar", der nicht besonders auf ein Genre festgelegt ist und der, soweit ich weiß, nur einmal das "Universum" eines Romanes wiederaufgegriffen hat, nämlich in Quest nach den Haarteppichknüpfern, zu unterstellen, er würde auf dem Markt schauen, ist etwas abwegig.
Logischere Kandidaten wären Robert Jordan (ohne googlen, kennst Du von ihm etwas, was nicht das "Rad der Zeit" ist?), Terry Pratchett (da kenne ich immerhin "Strata" (SF-Roman über eine künstliche Scheibenwelt), "Teppichvölker" (der Teppich ist aber auch ziemlich flach) und "Gute Omen" - da ist die Welt tatsächlich rund, aber nur, weil Gott das so haben wollte - andere liegen schon ewig auf meinem SUB, deshalb weiß ich nicht, wie schweibenweltförmig das Universum da ist), Asimow (Roboter oder Foundation oder Roboter, die die Foundation gründen) oder Steven King (schicksalhafte Autounfälle, Autoren in existentiellen Krisen, unheimliche Tiere, Parakräfte und böse Monster, die mainer Kleinstädte bedrohen, kommen da regelmäßig vor.)
Und auch bei denen würde ich vermuten, dass das die Themen sind, die die jeweiligen Autoren mögen oder mochten, und die sie selber gerne lesen würden, aber weil es sonst keiner tat, machten sie es selbst. Und weil genug andere Leute denselben Geschmack haben, wurden sie damit berühmt.
Zu unserem Glück gibt es nämlich Leute, die ein Buch lesen und denken: "Da kann ich ja besser schreiben!" und dann können sie es wirklich besser.
Anderswo known as Yart Fulgen

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uwe post
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Re: Was will der (SF-)Leser?

Ungelesener Beitrag von uwe post »

Natürlich, @Frank, führt die Annahme, humoristische SF sei jetzt irgendwie angesagt, bloß weil mein Roman den DSFP+KLP gewonnen hat, in die Irre - das Konzept "me too" funktioniert vielleicht bei den Chinesen, die mit billigen iPod-Nachbauten den Markt überschwemmen, aber sicher nicht bei Büchern (oder Filmen oder Serien - oder kommen die großen Blockbuster aus China?) :-? Kein Kochrezept garantiert den Erfolg.

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: In der Tat kann niemand aus einer Publikumsbefragung einen erfolgreichen Roman ableiten. Man braucht schon selbst die Idee, und auch die Umsetzung nimmt einem keiner ab (es sei denn man hat einen Ghostwriter).

Es gibt ein Konzept aus der Software-Entwicklung, das ich persönlich einsetze (manchmal ist es praktisch, nicht hauptberuflich Schriftsteller zu sein - ihr wisst schon, der berühmte Tellerrand :D ): Scrum (wer es genau wissen will, kann das mal in der Wikipedia nachlesen). Bei Scrum geht man schrittweise vor: man setzt sich erreichbare, überschaubare, definierte Ziele, überprüft sie dann, und macht dann erst den nächsten Schritt. Das ist sehr pragmatisch. Dadurch wird man flexibel. Ich will euch nicht mit Details langweilen. Es funktioniert aufs Schreiben angewendet bei mir ungefähr so, dass ich eine neue Idee zunächst Leuten in meiner engeren Umgebung erzähle (nein, ich habe keine Angst, dass mir jemand die Idee klaut - ich erzähle sie nämlich keinen bösartigen KlAutoren (kenne eh keine solchen), sondern nur kritischen(!) Lesern!). Im Fall von "Walpar Tonnraffir und der Zeigefinger Gottes" habe ich tatsächlich vorher in einem Forum versucht herauszufinden, wie gut ein von vorn bis hinten witziger SF-Roman ankommen würde (Ergebnis ist bekannt: Zwei Preise gewonnen, aber einige Leute finden ihn trotzdem blöd - was Meinungsfreiheit sei Dank selbstredend völlig okay ist!). Meistens kommen durchaus hilfreiche Rückmeldungen ("äh wie cool ist das denn?"), und dann schreibe ich ein Exposé. Das gebe ich wieder ein paar Leuten zu lesen ("äh wie unlogisch ist das denn?"). Dann ändere ich das Exposé, um zum nächsten Schritt zu kommen: Den ersten 30 Seiten. Darin muss die Grundstimmung des Romans rüberkommen und natürlich die Hauptfiguren. Das gebe ich wieder einigen Probelesern (nicht zwangsläufig denselben wie das Exposé). Und erst wenn ich auch das darauf folgende Feedback ("äh geht das auch ohne diese komischen Aliens, die nach Kuchen riechen?") verarbeitet habe, schreibe ich den Roman fertig.

(Die Kuchen-Aliens habe ich in "Symbiose" bekanntlich drin gelassen, und sie wurden mir von der Kritik prompt um die Ohren gehauen.)

Natürlich könnte man das als "Fähnchen nach dem Wind drehen" verunglimpfen. Aber echt mal, Jungs: Einen Text zu scheiben, den keiner liest, oder der niemandem gefällt, ist doch reine Verschwendung von Lebenszeit. Von eigener und jener der Leser. Es sei denn, man sagt, man schreibt eh nur für sich selbst. Das kann man niemandem verbieten. Dann aber bitte nicht drüber wundern, wenn man keinen Erfolg hat. Wobei ich nicht behaupten würde, dass ich besonders großen Erfolg hätte (Andreas ist jedenfalls ein bisserl erfolgreicher 8-) ). Aber auch das ist ein schrittweiser Prozess. Denn - und das ist der Clou bei Scrum - auch die Methodik selbst unterliegt dem Prinzip der iterativen Verbesserung.

Andreas macht es teilweise genauso: Wenn eine Idee ab Seite 33 nicht mehr funktioniert, kommt sie in die Schublade, bis eine Verbesserung oder sinnvolle Erweiterung möglich ist. Hauptsache, nicht auf Teufel komm raus etwas schreiben, was nicht funktioniert. Vielleicht, Andreas, hast Du das Glück, dass Deine eigene Einschätzung ausreicht, um die Qualität einer Idee zu bewerten, jedenfalls habe ich nicht rausgelesen, dass Du viele Meinungen Dritter einholst. Ich aber brauche Rückmeldung von außen. Vielleicht ist es eine Frage der Berufserfahrung. Da hab ich noch nicht allzu viel (Kunststück, nach drei Romanen), und irgendwann komme ich vielleicht auch ohne Meinung Dritter aus. Obwohl ich das nicht erzwingen werde. Ich unterhalte mich gerne mit anderen Leuten über Zukunftsideen. Mit euch hier oder draußen in der echten Welt, an der frischen Luft (wird übrigens langsam kühl hier auf dem Balkon, ich trage obenrum nur mein deutsche-science-fiction.de-T-Shirt 8-) ).
Denn am Ende geht es auch in SF-Romanen irgendwie um Menschen. Deshalb sollte man deren Bedürfnisse (die der Leser, die auch nur Menschen sind) beim Schreiben nicht aus den Augen verlieren.

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HMP
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Re: Was will der (SF-)Leser?

Ungelesener Beitrag von HMP »

uwe post hat geschrieben: Denn am Ende geht es auch in SF-Romanen irgendwie um Menschen. Deshalb sollte man deren Bedürfnisse (die der Leser, die auch nur Menschen sind) beim Schreiben nicht aus den Augen verlieren.
Eine andere und sehr schöne Umschreibung dessen, was ich meine, wenn ich sage: "Der Leser weiß, was er will."

Es geht mir nicht darum, irgendeine Befragung zu machen und dann etwas zu schreiben (was man natrürlich mal versuchen könnte - so es noch niemand getan hat). Es geht auch nicht um den konkreten Willen, dass ein Leser genau die Geschichte haben will, die er mehr oder weniger wörtlich vorgibt (soll er sie selbst schreiben). Ebenso geht es nicht darum, dass der Leser dem Autoren vorschreibt, was und wie er zu schreiben hat (wer lässt sich schon gerne Vorschriften machen - außer man ist Obrigkeitshörig).

Doch ein Leser hat Bedürfnisse. Er hat Erwartungshaltungen. Er hat Wünsche. Er hat Vorstellungen. All das muss nicht konkret bis ins Detail sein. Vielleicht kann er es selbst nicht einmal genau formulieren (aber denken!). Natürlich kann ich nur für mich selbst schreiben, doch ... ist der Leser (und - falls ich das noch nicht gesagt habe - mit der Leser ist nicht ein bestimmter Leser gemeint, sondern vielmehr die Leserschaft) nicht der Mittelpunkt unseres Tuns, wenn wir schreiben? Wenn ein Autor sagt, er schreibt nur für sich selbst und dem Leser hat das dann zu gefallen ... dann ist es das Problem des Autors, wenn es nicht gefällt, nicht das des Lesers. Wenn ein Autor seinen Leser nicht erreicht ... dann hat der Autor was falsch gemacht, nicht der Leser.

Damit meine ich nun beileibe nicht, dass man alles nach dem Mund des Lesers schreiben muss ... doch wenn ich die Absicht habe, jemanden zu erreichen (oder etwas zu erreichen), dann sollte ich mir überlegen wann ich was wie für wen schreibe. Das funktioniert in meinen Augen beim schriftlichen ebenso wie beim verbalen. Wenn ich meine Worte falsch wähle, kann es geschehen, dass der andere mich nicht versteht. Bei einer Unterhaltung hat man noch die Chance nachzubessern. Beim Schreiben in aller Regel nicht.

Man kann eine Geschichte (ob SF oder sonst etwas), sicher auf zig verschiedene Arten erzählen. Ich wette, dass der Leserkreis, obwohl es sich inhaltlich um dieselbe Geschichte handelt, sehr unterschiedlich sein wird :) !

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Re: Was will der (SF-)Leser?

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Ich sehe das ein wenig anders als meine beiden Vorredner.
Für mich steht die Geschichte im Mittelpunkt, die ich erzählen möchte. Ist die Idee tragfähig und umsetzbar?
Ich veranstalte anders als Uwe keine Umfragen, ob sich die Mühe dann auch lohnt. Vermutlich würde ich dann gar nichts mehr schreiben.
Das heißt noch lange nicht, daß ich nur für mich schreiben möchte, aber ich sehe mich auch nicht als Dienstleister. Wäre es anders, würde ich versuchen, Vampir- oder Historienschinken zu schreiben und an den Mann zu bringen, da der Markt dafür wesentlich größer ist als der für SF oder allgemeine Phantastik.

Manchmal wird man als Autor auch durch die Umstände gezwungen, seine Präferenzen zu ändern. Ich habe immer gern SF-Kurzgeschichten geschrieben (schon allein, weil dabei ein Ende der Arbeit und das Erfolgserlebnis absehbar sind), aber da auch ich nicht nur für mich selbst schreiben möchte, mußte ich erkennen, daß es dafür keinen Markt (mehr) gibt. Wäre die Entscheidung nicht schon vorher gefallen, dann wäre sie angesichts des kollektiven Desinteresses an Anthologien und Periodika wie "Emotio", "space rocks" oder Exodus überfällig.

Also schreibe ich zukünftig nur noch Romane. Das war keine leichte Entscheidung, die aber nichts mit inhaltlichen Belangen zu tun hat. Ich werde auch weiterhin nur Texte schreiben, die mir die Möglichkeit geben, über die äußere Handlung hinweg etwas Grundsätzliches auszusagen, nicht unbedingt als "Botschaft", aber schon als etwas, das über den Tag hinaus Bestand haben könnte. Wenn die Zahl derer, die sich dafür interessiert, überschaubar bleibt, bin ich zwar nicht erfreut darüber (im Gegenteil), aber das wird kaum etwas an meiner Art zu schreiben ändern.

Gruß
Frank

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