Der stählene Traum - Norman Spinrad

Science Fiction in Buchform
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Knochenmann
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Der stählene Traum - Norman Spinrad

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 16. Januar 2015 10:36

Bild

...zwar als e-Book, aber das Cover sieht einfach köstlich aus (wie die Cover des Buches übrigens auch)

Ich hab das Buch zwar irgendwie auf dem Radar gehabt, es aber völlig falsch eingeschätzt. Ich dachte immer das ist langweil-SF von der Sorte "Was wäre wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte". Auf sowas hab ich keine Lust. Worauf ich aber Lust habe: Hitler, der nach dem Ersten Weltkrieg in die USA auswandert und dort schlechte Fantasy schreibt. Darum geht nämlich in "Der Stählerne Traum"

gelesen: 15%

Zum Inhalt (spoilerfrei, weil Anfang):

Ferric Jagger, ein genetisch reiner Mernsch, hat sein bisheriges Leben im "Ausland" unter Mutanten und Mischlingen verbracht (das ganze spielt anscheinend nach einem Atomkrieg). Nun betritt er zum erstenmal sein Heimatland, Die High Republic Helder, die letzte Bastion der genetisch reinen Menschen, und ist erstmal verblüfft: auch auf diesem heiligen Grund wimmelt es nur so von Mutanten, Untermenschen und genetisch Minderwertigen. Ferric tinkt ein Bier in einer Taverne, und trifft dort auf einen Anführer einer kleinen politischen Partei, die ein härteres Durchgreifen gegen mutantischen Abschaum fordert. Ferric schwingt sich zum Redelsführer auf, und stürmt mit einem wütenden Mob eine Grenzstation die unter dem Einfluss eines Dominators (= sieht aus wie ein Mensch, ist aber ein Mutant der anderen Menschen Lügen und Befehe ins Ohr flüstert) steht.

Sehr schick bis jetzt, wenn auch nicht unkompliziert zu lesen, wegen der Pulp-Sprache. Bis jetzt wirft das Buch aber weniger einen Blick auf den Nationalsozialismus sondern auf die Fantasy Literatur im allgemeinen. Stichwort: Orks als minderwertige Rasse.
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Re: Der stählene Traum - Norman Spinrad

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 16. Januar 2015 11:09

Mir unverständlich, warum das Buch so lange auf dem Index war, denn ausgerechnet da ist garantiert keine Hitler-Verherrlichung zu entdecken. Es ist lange her (ich hab das Buch mit dem Cover), aber ich hatte damals Lesevergnügen.
:bier:
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Re: Der stählene Traum - Norman Spinrad

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 16. Januar 2015 11:29

Uschi Zietsch hat geschrieben:Mir unverständlich, warum das Buch so lange auf dem Index war...
Das ist so ein Thema für sich. Das muss man sich wirklich fragen welche Idioten da zugange waren.

Aber mich wundert nicht mehr, seit ich erfahren habe das die Zensurgesetzte in Deutschand umgeschreiben werden musste damit "Ingourious Bastaeds" hat erscheinen können (Wegen der Blamage warat's gwesen)
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Re: Der stählene Traum - Norman Spinrad

Ungelesener Beitrag von a3kHH » 16. Januar 2015 11:56

Meinen Kommentar dazu habe ich vor kurzem erst geschrieben : http://a3khh.blogspot.de/2014/08/norman ... traum.html
Der war durch eine Diskussion im PR-Forum inspiriert.
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Re: Der stählene Traum - Norman Spinrad

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 16. Januar 2015 12:16

a3kHH hat geschrieben:Meinen Kommentar dazu habe ich vor kurzem erst geschrieben : http://a3khh.blogspot.de/2014/08/norman ... traum.html
Der war durch eine Diskussion im PR-Forum inspiriert.
Schöner Link, auch wenn ich mir das Buch selber gespoilert habe.
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Re: Der stählene Traum - Norman Spinrad

Ungelesener Beitrag von Doop » 16. Januar 2015 13:17

Knochenmann hat geschrieben: Aber mich wundert nicht mehr, seit ich erfahren habe das die Zensurgesetzte in Deutschand umgeschreiben werden musste damit "Ingourious Bastaeds" hat erscheinen können (Wegen der Blamage warat's gwesen)
Das ist mir neu. Hast Du dafür eine Quelle?
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Re: Der stählene Traum - Norman Spinrad

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr » 16. Januar 2015 13:24

Vermutlich der Kopp-Verlag.

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Re: Der stählene Traum - Norman Spinrad

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr » 16. Januar 2015 13:27

Was er meint, ist vermutlich das hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Inglouriou ... rds#Zensur

(Der Begriff Zensur ist auch bei Wiki komplett unangemessen benutzt.)

(Ich habe darum den begriff "Retuschen" vorgeschlagen.)

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Re: Der stählene Traum - Norman Spinrad

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 16. Januar 2015 13:46

L.N. Muhr hat geschrieben:Was er meint, ist vermutlich das hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Inglouriou ... rds#Zensur

(Der Begriff Zensur ist auch bei Wiki komplett unangemessen benutzt.)

(Ich habe darum den begriff "Retuschen" vorgeschlagen.)
Richtiges Gesetz, falsche Film: Als ich IG sagte habe ich "Der Soldat James Ryan" gemeint. Wenn ich mich richtig erinnere gab es da ja die Probleme mit Harkenkreuzen im Film (in Deutschland, die Gesetzeslage in Österreich ist etwas anders).
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Re: Der stählene Traum - Norman Spinrad

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr » 16. Januar 2015 13:48

Ja, die kann man ja mal verwechseln. *autsch*


Und dafür hast du dann bestimmt auch eine Quelle.

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Re: Der stählene Traum - Norman Spinrad

Ungelesener Beitrag von lapismont » 16. Januar 2015 13:58

Harkenkreuze. Das ist sowas wie Schwerter zu Pflugscharen?
:D

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Re: Der stählene Traum - Norman Spinrad

Ungelesener Beitrag von Doop » 16. Januar 2015 14:27

Hakenkreuze in Filmen, die zur Zeit des NS-Regimes spielen, waren noch nie ein größeres Problem (oder jedenfalls schon lange nicht mehr)
Das allgemeine Verbot der Verwendung von Hakenkreuzen und anderen NS-Symbolen ergibt sich aus § 86 StGB, wobei Absatz 4 sagt, dass das Verbot nicht gilt, "wenn das Propagandamittel oder die Handlung (also die Abbildung des Hakenkreuzes in diesem Fall) der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient."

So stand das da schon immer. Es war wohl nur strittig, ob Computerspiele, Comics und Kinofilme Kunst sind. Das wurde früher jedenfalls für Comics verneint - weshalb in Captain America oder Hellboy-Comics in Deutschland bis heute die Hakenkreuze wegretuschiert werden. Aus meinem Blickwinkel ist falsch, da Comics natürlich Kunst sind. Aber die Verlage haben Angst davor, dass diese Rechtsauffassung von Staatsanwälten und Gerichten nicht geteilt wird. Gleiches gilt für Computerspiele. Auf dem Cover der Erstausgabe des "Stählernen Traums" waren noch SS-Runen zu sehen - sicher auch etwas, was damals zur Indizierung beigetragen hat.

Hakenkreuze in Kriegsfilmen waren nach meiner Kenntnis aber nie ein großes Thema in Deutschland. Nach meiner Kenntnis wurde auch für James Ryan kein Gesetz geändert. Ich glaube das ist ein Internetmythos... Aber ich lasse mir gerne das Gegenteil belegen.
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Re: Der stählene Traum - Norman Spinrad

Ungelesener Beitrag von Doop » 16. Januar 2015 14:28

lapismont hat geschrieben:Harkenkreuze. Das ist sowas wie Schwerter zu Pflugscharen?
:D
Das Harkenkreuz wurde seinerzeit vom Verband der doitschen Gärtner als Symbol eingeführt. :lol:
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Re: Der stählene Traum - Norman Spinrad

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr » 16. Januar 2015 15:09

Doop hat geschrieben:Hakenkreuze in Filmen, die zur Zeit des NS-Regimes spielen, waren noch nie ein größeres Problem (oder jedenfalls schon lange nicht mehr)
Das allgemeine Verbot der Verwendung von Hakenkreuzen und anderen NS-Symbolen ergibt sich aus § 86 StGB, wobei Absatz 4 sagt, dass das Verbot nicht gilt, "wenn das Propagandamittel oder die Handlung (also die Abbildung des Hakenkreuzes in diesem Fall) der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient."

So stand das da schon immer. Es war wohl nur strittig, ob Computerspiele, Comics und Kinofilme Kunst sind. Das wurde früher jedenfalls für Comics verneint - weshalb in Captain America oder Hellboy-Comics in Deutschland bis heute die Hakenkreuze wegretuschiert werden. Aus meinem Blickwinkel ist falsch, da Comics natürlich Kunst sind. Aber die Verlage haben Angst davor, dass diese Rechtsauffassung von Staatsanwälten und Gerichten nicht geteilt wird.
Gar nicht mal.

Nur kostet auch ein Rechtssieg Geld. Das ist der Har... Haken.

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Re: Der stählene Traum - Norman Spinrad

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 16. Januar 2015 15:39

Doop hat geschrieben: Hakenkreuze in Kriegsfilmen waren nach meiner Kenntnis aber nie ein großes Thema in Deutschland. Nach meiner Kenntnis wurde auch für James Ryan kein Gesetz geändert. Ich glaube das ist ein Internetmythos... Aber ich lasse mir gerne das Gegenteil belegen.
Es ist noch nichtmal ein Internetmytos, denn das Internet spuckt dazu nichts aus :(

Ich hab gesucht, alles was ich gefunden habe waren Retuschierungen zu "Der Untergang" und "Inglourios Bastards".

Tja, ich hab mich scheinbar geirrt, pardon. Ich weiß selber nicht mehr wo ich das herhabe.
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