Phillip P. Peterson: Paradox

Science Fiction in Buchform
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Naut
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Phillip P. Peterson: Paradox

Ungelesener Beitrag von Naut »

... gewinnt den Kindle-Storyteller-Award, wie u.a. ENPUNKT meldet:
http://enpunkt.blogspot.de/2015/10/kind ... titel.html

Der Roman wurde ja schon an mehreren Stellen gelobt. Kennt ihn jemand von Euch? Lohnt er sich?

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Martian
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Re: Phillip P. Peterson: Paradox

Ungelesener Beitrag von Martian »

Habe ihn gerade gelesen. Der Anfang zieht sich ein wenig, ist aber zumindest für Raumfahrtenthusiasten, die Wert auf technische Details legen, interessant. Dafür wird man aber mit einer originellen Erklärung des Fermi-Paradoxes entschädigt. Positiv ist auch das konsequent umgesetzte Ende des Romans.

kingsize
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Re: Phillip P. Peterson: Paradox

Ungelesener Beitrag von kingsize »

Huch, von Petersen habe ich gerade vorletzte Woche "Transport" gelesen, war angenehm überrascht und dachte mir daß ich doch mal gucken muß ob von dem Autor noch mehr auf dem Markt ist :-)
Dann werde ich mal nach "Paradox" Ausschau halten. Vielleicht vertauscht es ja jemand auf Tauschticket oder ich schreib es auf den Wunschzettel für Weihnachten....

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Khaanara
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Re: Phillip P. Peterson: Paradox

Ungelesener Beitrag von Khaanara »

Hier ist übrigens die Homepage des Autors: http://raumvektor.de/

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andy
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Re: Phillip P. Peterson: Paradox

Ungelesener Beitrag von andy »

Ich habe mit Paradox angefangen und in einem Schwung knapp 20 Prozent gelesen. Eine spannend erzählte Geschichte, die für Weltraum-Nerds geschrieben wurde. Der Autor kennt sich gut aus in Raumstationen, bei der NASA oder ESA. Oder er kann es zumindest glaubhaft vermitteln. Das macht wirklich Spaß, dass zu lesen. Nur die meisten Charaktere sind leider weniger spannend,

Andy

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Khaanara
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Re: Phillip P. Peterson: Paradox

Ungelesener Beitrag von Khaanara »

andy hat geschrieben:Ich habe mit Paradox angefangen und in einem Schwung knapp 20 Prozent gelesen. Eine spannend erzählte Geschichte, die für Weltraum-Nerds geschrieben wurde. Der Autor kennt sich gut aus in Raumstationen, bei der NASA oder ESA. Oder er kann es zumindest glaubhaft vermitteln.
Er müsste sich beruflich auskennen:
Phillip Peterson arbeitet als Ingenieur an Satellitenprogrammen. Neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen schrieb er als Autor für einen Raumfahrtfachverlag. „Transport“ ist sein erster Roman. Trotz seines technischen Hintergrunds stehen bei Peterson die Charaktere und die Spannung im Vordergrund. Zu seinen literarischen Vorbildern gehören die Hard-SF-Autoren Stephen Baxter, Arthur C. Clarke und Larry Niven. Peterson ist verlagsloser Indie-Autor, gönnt seinen Texten aber ein professionelles Lektorat.
Quelle: Homepage des Autors

TRANSPORT habe ich die Tage auch zügig durchgelesen. Eine empfehlenswerte, kurzweilige Geschichte über ein außerirdisches Sternentor, bei denen die Protagonisten nicht immer auf einer erdähnlichen Welt herauskommen, wie bei einem anderen Sternentor-Team.

Auf Seite 21 hat er meiner Meinung sogar auf seine Lieblingsautoren verwiesen: "Ich binSergeant Niven und das hier sind Corporal Barnes und Corporal Gerrold..."

PARADOX werde ich mir bestimmt Anfang 2016 auch einmal zu Gemüte führen, wenn ich mein hiesigen noch angefangenen Lesestoff abgearbeitet habe.

Für mich war TRANSPORT einer meine Favoriten der in 2015 gelesenen Spartenliteratur.

Amtranik
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Re: Phillip P. Peterson: Paradox

Ungelesener Beitrag von Amtranik »

Ich habe Transport im letzten Jahr auch gerne gelesen und Paradox das ich vor einigen Wochen gelesen habe hat mir sogar noch besser gefallen.

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andy
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Re: Phillip P. Peterson: Paradox

Ungelesener Beitrag von andy »

Seit gestern Abend bin ich durch mit Paradox. Ein fast sehr gutes Buch, das in seinen besten Momenten an Geschichten von Clarke erinnert hat.

Mir hat die Auflösung (auch wenn ich glaube, dass sie ein paar ganz große Schwächen hat), gut gefallen. Innerhalb der Story funktionierte sie. Und lässt Raum für eine Fortsetzung.

Mein einziger Kritikpunkt ist der Aufbau beziehungsweise der Schwerpunkt des Buches. Der Leser wird direkt zu Beginn mit dem großen Geheimnis vertraut gemacht:
irgendetwas am Rande des Sonnensystems sorgt dafür, dass Sonden dort verschwinden.
Dann kommt eine ewig lange Astronautenausbildung, Intrigen bei der NASA, Intrigen in Firmen, noch mehr Ausbildung, ein detaillierter Raumschiffstart, ein monatelanger Raumflug und ungefähr bei 80 Prozent geht es weiter mit dem zentralen Rätsel. Und das wird dann etwas zu schnell abgearbeitet. Zwar ist auch auch die ganze Vorgeschichte interessant und kenntnisreich geschrieben, aber der Autor hätte hier kürzen und hinten etwas mehr Mystery auflösen können.

Aber insgesamt: klasse Buch! Würde ich jedem Astro-Nerd empfehlen.

08 von 10 Dingen, die nicht so sind, wie sie scheinen.

Andy

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Stormking
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Re: Phillip P. Peterson: Paradox

Ungelesener Beitrag von Stormking »

Naaja. Ich habe die Lektüre abgebrochen, nachdem die Pläne für den Flug zum Rand des Sonnensystems enthüllt wurden, weil ich diesen cholerischen Trottel von Astronauten nicht mehr ertragen konnte. Habe dann zum Ende geblättert, um wenigstens noch die angeblich originelle Lösung für das Fermi-Paradoxon zu erfahren. Aber auch da nichts neues, wird landläufig wohl als "galaktischer Zoo" bezeichnet, von wegen "originell". Dazu mal wieder das Homo-Sapiens-Bashing wegen dessen ach-so-schlimmer Aggressivität, kann ich auch nicht mehr hören. Stilistisch auch kein Highlight.

Insgesamt wird leider mal wieder meine Einschätzung deutscher SF bestätigt. Mehr als Mittelmaß kommt aus diesem Land nicht, Dath vielleicht mal ausgenommen.

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Ender
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Re: Phillip P. Peterson: Paradox

Ungelesener Beitrag von Ender »

Ich schließe mich Andys Zusammenfassung im Großen und Ganzen an. Ich habe es ähnlich erlebt. Und ich bin gespannt, was uns von diesem ja noch sehr "neuen" Autoren in Zukunft noch erwartet.


@Stormking:
Die Geschmäcker sind nun mal verschieden - aber "Mehr als Mittelmaß kommt aus diesem Land nicht" halte ich für... nun ja... typisches Deutsche-Bücher-Bashing, und das kann ich nun wiederum nicht mehr hören.
Das ist bei Filmen ja auch so üblich. Das höchste Lob, zu dem sich viele Leute durchringen können, ist dann "Für einen deutschen Film ganz gut". Ich finde das albern, denn für deutsche Bücher/Filme etc. gilt das Gleiche wie für alle anderen: Es gibt gute, mittelmäßige und schlechte. Die jeweilige "Trefferquote" dürfte da überall sehr ähnlich sein, behaupte ich mal.

OK, wenn du Dietmar Dath besonders gut findest, dann kann ich mir allerdings vorstellen, dass du mit den meisten anderen nicht viel anfangen kannst.
Das ist jetzt gar nicht wertend oder gar negativ gemeint, aber es ist ja keine Frage, dass Dath einen sehr ungewöhnlichen Stil pflegt.
Welche amerikanischen/britischen/sonstigen Autoren gefallen dir denn?

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Re: Phillip P. Peterson: Paradox

Ungelesener Beitrag von Amtranik »

Mir ist dieses teilweise auch zb auf Amazon von manchen Angloaffinen SF-Fans stattfindende Bashing Deutscher SF ein wenig suspekt. Es gibt halt Leute die bewerten offenbar alles schon mal 1 Stufe schlechter nur weil es aus Deutschland kommt. Einer schrieb zb dort Petersons Roman habe das Niveau eines Schüleraufsatzes. Solch eine Aussage ist natürlich blanker Unsinn auch wenn man ihn jetzt wohl nicht als ausgefeilten Stilisten bezeichnen kann. Da er aber Autodidakt ist, hätte mich sowas auch total gewundert und darüberhinaus orientieren sich sicherlich nicht alle wohl nicht mal die meisten Fans von SF am Stil sondern weit mehr am Inhalt, dem Plot, dem Unterhaltungswert. Von daher gehe ich mal davon aus das Peterson ( ja ich weiß das es kein qualitatives Argument ist ) weit mehr Romane verkauft als Dath.

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Re: Phillip P. Peterson: Paradox

Ungelesener Beitrag von FOX »

Ich habe Pardox sehr gern gelesen, fast verschlungen.
Ich fand die Vorgeschichte (Teambuilding etc.) gut gemacht, und die Auflösung kam so ein bisschen
an das heran, was ich mir gedacht hatte.
Den Kommander würde ich im Film mit Ed Harris besetzen.
Falls es wirklich eine Fortsetzung geben sollte (aber die Menschheit hat sich ja gerade in die Steinzeit zurück befördert) würde ich sie lesen.
Ich bin auch der Meinung, dass sich das Buch nicht hinter denen von amerikanischen/englischen Autoren verstecken muss.

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andy
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Re: Phillip P. Peterson: Paradox

Ungelesener Beitrag von andy »

Ich fand die Auflösung auch sehr interessant. Wenn auch stark konstruiert, so hat mich doch die Dimension des "Projektes" beeindruckend.
So eine Rechenmaschine, die ganze Galaxien umfasst, ist SF wie ich es mag.
Aber:
Die Simulation des Sternenhimmels habe ich nicht verstanden. Es müsste ja nicht nur das Licht der Sterne auf die kosmische Leinwand projiziert werden, diese Sterne müssten auch Strahlung emittieren. So müsste doch eine fiktive Supernova, die am falschen Himmel zu sehen ist, nicht nur Leuchten sondern auch abstrahlen, was so eine Supernova auch immer abstrahlt. Das alles müsste ja irgendwie auch auf dieser Leinwand entstehen, so dass es auf der Erde gemessen werden kann.
Aber trotzdem: irgendwie eine ganz coole Idee. Und in dem Buch funktionierte das alles auch gut.

Und weil mir Paradox so gefallen hat, habe ich jetzt mit Transport weiter gemacht.

Andy

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Ender
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Re: Phillip P. Peterson: Paradox

Ungelesener Beitrag von Ender »

Während der Lektüre hatte ich an anderer Stelle mal geschrieben:
Ich lese gerade "Paradox" und bin tatsächlich etwas überrascht. Es geht ja darin um eine bemannte Raumfahrtmission bis an den Rand des Sonnensystems. Dachte ich. Allerdings sind schon fast zwei Drittel des Romans vorbei, bis das Raumschiff dann auch wirklich mal startet. Da hatte ich etwas anderes erwartet.
Es werden sämtliche Vorbereitungen und schließlich Abläufe einer solchen Mission sehr detailliert beschrieben. Das nenne ich mal echte "Hard-SF". Noch "harder" als z.B. "Der Marsianer", finde ich.
Das soll noch gar keine Wertung sein - je nach persönlichem Interesse kann das ja durchaus sehr spannend sein. Einen gewissen Nerd-Faktor sollte man als Leser allerdings mitbringen. Als Action- oder Abenteuergeschichte geht das definitiv nicht durch.
Wie gesagt: das meine ich gar nicht negativ, es überrascht mich nur etwas.
Und nachdem ich fertig war dann Folgendes:
Unglaublich, in welchem Kontrast die letzten 20% des Romans zu den vorangegangenen 80% stehen.
Puh. Habe das Buch gerade beendet und weiß überhaupt noch nicht, was ich jetzt davon halten soll. Darüber muss ich erstmal noch ein bisschen nachdenken.
Das deckt sich doch erstaunlich genau mit Andys oben beschriebenen Eindrücken (sogar die "80%"-Einschätzung stimmt überein :) )
Tatsächlich habe ich selten einen Roman gelesen,
bei dem sich der letzte Teil so dermaßen vom vorangegangenen unterscheidet. Mir war zwar gegen Ende auch einiges etwas ZU dick aufgetragen, aber insgesamt fand ich diese Wendung dann letztlich gerade ganz besonders interessant.
Ich habe mir nur die Frage gestellt, wer genau denn nun die Zielgruppe ist?
Ein Großteil des Buches ist ein Leckerbissen für detailversessene Hard-SF - Fans, aber die könnten den Schluss zu abgedreht finden. Und wem es primär um die ganz großen Weltentwürfe geht, der dürfte sich vorher langweilen.
Aber gut - es gibt ja hier bereits mehrere Leser, denen es gefallen hat. So groß kann das Zielgruppenproblem also nicht sein..


@FOX:
Vielleicht kannst du deinen vorletzten Satz noch unter einem Spoiler verstecken?

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Khaanara
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Re: Phillip P. Peterson: Paradox

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