Stanislaw Lem

Science Fiction in Buchform
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Bungle
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Ungelesener Beitrag von Bungle »

Ach hier ist mein Beitrag zum Perry Rhodan Thread :o
Habe schon gedacht, das kann doch nicht sein, dass man meinen Beitrag gelöscht hat, ich bin doch nicht TENK oder so 8)

Den Artikel den Ulrich oben zusammengefasst, stammte von von seinem einstigen Freund und Agent Franz Rottensteiner, den Lem aber so brüskiert hat, dass er mit ihm gebrochen hat und ihn seither nicht mehr unvoreingenommen positiv sieht. Es sieht mir in der Tat auch so aus, dass Lem in einer eigenen Welt lebt und den Kontakt zur Szene und zur Wirklichkeit verloren hat.
Das schmälert nicht seine früheren Leistungen als Autor. Sie mochten manchmal zäh zu lesen sein habs an eigenem Leib erfahren, aber waren fast immer faszinierend. Ion Tichys Abenteuer, einschließlich "Futurologische Kongreß" fand ich am besten, was habe ich bei "Die Waschmaschinentragödie" gelacht!

"Eden" und "Transfer" will ich auf jeden Fall noch lesen, vielleicht auch noch die fiktiven Rezensionen und Vorwörter. Diese Ideenfülle, sie ist für mich immer noch einzigartig.

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Lensman
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LEM

Ungelesener Beitrag von Lensman »

Hi!
Ich habe mit Lem auch so meine Schwierigkeiten. Er ist relativ sperrig zu lesen, weil man schon recht viel Vorwissen besitzen muss, um die vielen kleinen Anspielungen und Reflexionen überhaupt wahrzunehmen. Und ein paar Kenntnisse über die vorherrschenden philosophischen Ideen der 60er und 70er Jahre in Ost und West schaden da auch nicht. Das ist dann aber eben nicht nur Lesevergnügen, sondern beinahe schon eher Arbeit. Aber man hat ja sonst keine Freuden ... ;)
Wer einen vorsichtigen Neuanfang in Sachen Lem machen möchte, sollte vielleicht mit "Also sprach Golem" (st 1266) einen Versuch wagen.
Insgesamt halte ich Lem für einen sehr guten SF-Autor; sein Schwerpunkt liegt aber definitiv nicht im Unterhaltungswert.

Es grüßt
Lensman
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Ulrich
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Ungelesener Beitrag von Ulrich »

Es gibt das Buch: Stanislaw Lem/Stanislaw Beres, Lem über Lem – Gespräche, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1989

Sehr interessant zu lesen. Auch weil ich nicht immer mit ihm übereinstimme. U.a. sagt er etwas zu den Verfilmungen seiner Bücher. (Die Filmprojekte gefallen Lem häufig nicht)

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breitsameter
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Ungelesener Beitrag von breitsameter »

Bungle hat geschrieben:Es sieht mir in der Tat auch so aus, dass Lem in einer eigenen Welt lebt und den Kontakt zur Szene und zur Wirklichkeit verloren hat.
Das schmälert nicht seine früheren Leistungen als Autor.
Das Problem mit Stanislaw Lem ist, daß er sich nun immer mehr für einen Wissenschaftsphilosophen hält und basierend auf seinem angeblich breiten "Fachwissen" viel von sich gibt, das sich bei näherer Betrachtung leider allzu oft als purer Unsinn herausstellt. Er sieht sich halt gern als Universalisten, leider ist aber nur ein Fachdilettant, der auf keinem Gebiet der Wissenschaften wirklich mithalten kann und dafür viele "Buzzwords" verwendet.

Schade, denn seine SF-Romane habe ich früher sehr gerne gelesen (auch wenn ich mit "Solaris" nie viel anfangen konnte).
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Ulrich
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Ungelesener Beitrag von Ulrich »

Als Autodidakt scheint er zu vorschnellen Urteilen zu neigen. Das muss ja generell nicht negativ sein.

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breitsameter
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Ungelesener Beitrag von breitsameter »

Ulrich hat geschrieben:Als Autodidakt scheint er zu vorschnellen Urteilen zu neigen. Das muss ja generell nicht negativ sein.
Autodiktat zu sein, heißt nicht, daß man auch wirklich Ahnung von etwas hat. Und genau das ist das Problem: wer meint, sich nur aufgrund von Veröffentlichungen in Nature und Co. ein Bild von den Wissenschaften machen zu können und dann auch noch exakte und begründete Fehler der Wissenschaften und Vorhersagen treffen zu können, der ist ein Clown, ein Angeber. Verzeih die harten Worte, aber ich war selbst jahrelang im Wissenschaftsbetrieb tätig und weiß, wie oberflächlich diese Veröffentlichungen oft sind und welch falsche Schlüsse jemand daraus ziehen kann, der sich nicht jahrelang mit der Materie befasst hat.

Und vorschnelle Urteile sind meist falsche Urteile. Diese dann auch noch einem breiten Publikum als Wissenschaftsphilosophie zu verkaufen, ist Scharlatanerie. Nichts anderes.
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Ulrich
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Ungelesener Beitrag von Ulrich »

breitsameter hat geschrieben:
Ulrich hat geschrieben:Als Autodidakt scheint er zu vorschnellen Urteilen zu neigen. Das muss ja generell nicht negativ sein.
Autodiktat zu sein, heißt nicht, daß man auch wirklich Ahnung von etwas hat. Und genau das ist das Problem: wer meint, sich nur aufgrund von Veröffentlichungen in Nature und Co. ein Bild von den Wissenschaften machen zu können und dann auch noch exakte und begründete Fehler der Wissenschaften und Vorhersagen treffen zu können, der ist ein Clown, ein Angeber. Verzeih die harten Worte, aber ich war selbst jahrelang im Wissenschaftsbetrieb tätig und weiß, wie oberflächlich diese Veröffentlichungen oft sind und welch falsche Schlüsse jemand daraus ziehen kann, der sich nicht jahrelang mit der Materie befasst hat.

Und vorschnelle Urteile sind meist falsche Urteile. Diese dann auch noch einem breiten Publikum als Wissenschaftsphilosophie zu verkaufen, ist Scharlatanerie. Nichts anderes.
Dann bin ich über Stanislaw Lem doch nicht so gut informiert. Ich halte Vorurteile für durchaus legitim, weil sie zuerst gezogen werden. Aber es ist ein vorläufiges Urteil, dass überdacht und gegebenfalls revidiert werden muss. Du sagst es ja, es sind meist falsche Urteile. Der Fehler liegt dann doch darin, dass aus einem Vorurteil ein endgültiges wird, wie du es "einem breiten Publikum als Wissenschaftsphilosophie zu verkaufen" nennst. Unwissenheit ist erstmal kein Fehler und erst recht nicht das Bestreben diesen Mangel abzustellen (kommt auch auf die gesellschaftliche und berufliche PPosition an). Daraus Ignoranz werden zu lassen ist jedoch falsch.

Nun, ich bin etwas verwirrt. Stanislaw Lem ist kein Mensch, der seine Ansichten und Romane in einem Jahr geschrieben hat. Hat sich bei ihm etwas über die Zeit verändert? War er damals genauso wie heute und meinte "Recht" zu haben?

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Lemm II

Ungelesener Beitrag von Lensman »

Ich, denke, dass "breitsameter" schon gar nicht unrecht hat, allerdings würde ich die Schärfe seines Urteils nicht unterstützen. Mein persönlicher Eindruck ist eher der, dass Lem mit der Zeit nicht mehr mitgekommen ist. Seine Kenntnisse bzgl. der technischen und naturwissenschaftlichen Entwicklung mögen leidlich aktuell sein (vielleicht nicht fehlerfrei ...); jedoch bemißt er sie allzuhäufig mit philosophischen/soziologischen/psychologischen Maßstäben seiner Hauptschaffenszeit - und das waren nun mal die späten 60er und vor allem die 70er Jahre. Mir erscheint es so, als ob Lem den einen oder anderen Paradigmenwechsel schlicht nicht zur Kenntnis genommen hat bzw. das auch gar nicht will. (Und da bewahrheitet sich dann Kuhns berühmte These aus der Wissenschaftstheorie :-> ).
Das obige ändert jedoch nichts daran, dass Lem zu einigen Aspekten der gesellschaftlichen Entwicklung des Menschen für die SF grundlegende Gedanken formuliert hat. Das bleibt imho anzuerkennen.
Maybe the rest ist Altersstarrsinn :D

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Ungelesener Beitrag von heino »

ich habe von Lem bisher nur Eden gelesen und fand es von den Ideen her äüßerst interessant, aber vom Schreibstil her sehr trocken und kaum unterhaltsam. Trotzdem werde ich noch mehr von ihm lesen, da in der anglo-amerikanischen SF zZ ja nicht allzu viel passiert und somit auch mal Zeit für anderes bleibt.
Über PR kann ich nicht viel sagen. Ich hab mal vor ca. 15 Jahren eines der Bücher gelesen, fand es aber von der Thematik her uninteressant und habe mich dann nicht mehr mit der Serie beschäftigt. Soll aber kein Werturteil sein.
Lese zur Zeit:

Thomas Pynchon - Bleeding edge
Alfred Lansing - 635 Tage im Eis

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Rusch
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Ungelesener Beitrag von Rusch »

Sagt mal, war Lem schon immer so oder kam das erst in letzter Zeit. Viele Menschen werden im Alter ja ein wenig schrullig.

Allerdings muss ich sagen, dass mir viele an seinen Aussagen im Spiegel Interview gefallen hat. Wenn ich mal 82 Jahre bin, möchte ich auch noch mit so offenen Augen auf die Welt blicken können.

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Nepharite
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Ungelesener Beitrag von Nepharite »

breitsameter hat geschrieben: Autodiktat zu sein, heißt nicht, daß man auch wirklich Ahnung von etwas hat.[...]
Das Gleiche kann man auch über ein Studium an einer Universität sagen, ohne falsch zu liegen. Die größten "Fachidioten" findet man auf dem Campus und in den Hörsälen und "Ignoranz" ist ihr zweiter Name.

Ulrich
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Ungelesener Beitrag von Ulrich »

Die Universität Bielfeld hat Stanislaw Lem die Ehrendoktorwürde verliehen. Er muss dort besonders viele Fans haben.
Pressemitteilung Universiät Bielefeld vom 29.10.2003

Stanislaw Lem Ehrendoktor der Universität Bielefeld

Dem weltbekannten polnischen Schriftsteller Stanislaw Lem wird am 13. November die Ehrendoktorwürde (Dr. rer. nat. h.c.) der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld verliehen. Um dem 82-jährigen Lem die Anstrengungen einer längeren Reise zu ersparen, findet die Verleihung im Rahmen eines an der Jagiellonischen Universität Krakau veranstalteten Festaktes statt, der per Videokonferenz nach Bielefeld übertragen wird.

Die Ehrung des Schriftstellers und Wissenschaftlers geht auf die Informatiker der Technischen Fakultät zurück, die damit ihre Wertschätzung für die Verdienste Lems um ihre Wissenschaft zum Ausdruck bringen wollen. Lem hatte sich als einer der bedeutendsten Science Fiction-Autoren überhaupt schon früh mit Fragen auseinandergesetzt, die später zu Kernthemen der Informatik wurden: virtuelle Realität, künstliche Intelligenz, Robotik oder Mensch-Maschine-Interaktion. Gleichzeitig diskutierte er in seinen belletristischen Texten - häufig mit satirischen Mitteln - die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien. Mit seinen Werken hat er der Informatik gerade in ihren Anfangsjahren wichtige, lang wirkende Impulse verliehen und zugleich wichtige generelle Denkanstöße für den Umgang mit Wissenschaft und Technik vermittelt. Lem setzte sein universelles Wissen, die Breite seiner Interessengebiete und sein erzählerisches Talent in Science Fiction-Literatur auf höchstem Niveau um. Selten hat ein Autor mit anspruchsvoller Literatur einen derartigen Publikumserfolg gehabt wie Lem, der es auf Millionenauflagen (in mehr als 30 Sprachen) brachte, und das interessanterweise in Ost und West lange vor dem Fall des Eisernen Vorhangs. Kaum weniger bedeutend ist sein essayistisches und wissenschaftliches Werk. Sein Roman "Solaris" wurde 1972 mit großer Resonanz von Andreij Tarkowskij verfilmt; von einer Neuverfilmung durch Steven Soderbergh (2002) distanzierte er sich allerdings.

Stanislaw Lem wurde am 12. September 1921 in Lwów (Lemberg) geboren. Er studierte Medizin und arbeitete anschließend in der Angewandten Psychologie. Zugleich beschäftigte er sich mit Problemen der Kybernetik, der Mathematik, Physik, der Biologie, der Kosmologie und der Philosphie. 1978 erhielt er den Großen Staatspreis für Literatur der Volksrepublik Polen, 1985 den Großen Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur und 1991 den Österreichischen Kafka-Preis. Seit 1973 ist Lem Dozent für polnische Literatur an der Universität Krakau. Seit 1994 gehört er der Polnischen Akademie der Wissenschaften an. Zu seinen wichtigen Veröffentlichungen zählen: Sterntagebücher (1957), Solaris (1961), Der Unbesiegbare (1964), Summa technologiae (1964), Phantastik und Futurologie I und II (1964), Kyberiade (1965), Die vollkommene Leere (1971), Der futurologische Kongress (1974), Essays (1975), Die Maske (1976), Der Schnupfen (1976), Provokation (1980), Fiasko (1987), Der Flop (1987) und Das Geheimnis des chinesischen Zimmers (1996). Seit 1988 arbeitet Lem nicht mehr belletristisch, sondern widmet sich wissenschaftlichen Fragestellungen. So veröffentlichte er in den letzten Jahren zwei Bücher, in denen er sich äußerst kritisch mit dem Internet auseinandersetzt.

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Gast

Ungelesener Beitrag von Gast »

Nepharite hat geschrieben:
breitsameter hat geschrieben: Autodiktat zu sein, heißt nicht, daß man auch wirklich Ahnung von etwas hat.[...]
Das Gleiche kann man auch über ein Studium an einer Universität sagen, ohne falsch zu liegen. Die größten "Fachidioten" findet man auf dem Campus und in den Hörsälen und "Ignoranz" ist ihr zweiter Name.
...da ist was wahres dran. Viel zu wenige schauen über ihren Tellerrand hinaus und kochen ihr eigenes Süppchen damit ihnen auch ja niemand in die Selbige spuckt.

Das vielgerühmte interdisziplimäre Forschen gibt es nicht. Arroganz und Ignoranz allerorten. Vielleicht sind Autodidakten da vielleicht noch was besser. Da gibt es viele fähige Leute die aber aufgrund fehlendem Diplom oder Doc von Letzteren nur mit dem Allerwertesten angeschaut werden.

Und was die Veröffentlichungen in den einschlägigen Zeitschriften (Science, Nature...) anbelangt, kann man nur sagen: wer schreibt der bleibt. Viele Sachen sind da mit der heißen Nadel gestrickt. Die Leute sitzen da auf ihrer Post-Doc-Stelle und versuchen krampfhaft Papers zu schreiben um an der Uni bleiben zu können. Die Qualität bleibt da manchmal auf der Strecke.

Aber bevor ich weiterschimpfe und den threat gänzlich versaue noch was zu Lem von mir. Mir gefällt Lem durch seine nüchterne Schreibe. Wenn ich manchmal überschwengliche sf gelesen habe, zieh ich einen Lem raus um mich wieder auf den Boden zu bekommen. Klingt komisch aber so Aussagen wie zum Beispiel, das es lachhaft sei das wir in einem Universum leben in dem es von Intelligenten Leben nur so wimmelt und das der Raumzu 99% leer und langweilig ist, haben mir immer gefallen. Gute hardfiction mit liebe zum Detail.... wenn man drauf steht. Auch gut sein immerwieder aufgekochtes Thema: Was ist wenn wir fremden Leben begegnen aber die uns völlig ignorieren.

Aber nach einem Buch ist es dann auch wieder vorbei. Irgendwann so ab der Hälfte des Buches nerven mich seine Sozialphilosophischen, nicht endenwollenden Monologe der Protagonisten.

bis denne,
andreas

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andreas
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Ungelesener Beitrag von andreas »

jaaaaa und schon wieder in die Nicht-Einlogfalle gelatscht....weiter so...

andreas
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tichy
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Ungelesener Beitrag von tichy »

Er sieht sich halt gern als Universalisten, leider ist aber nur ein Fachdilettant
Also das ist aber jetzt doch ein an den Haaren herbeigezogenes Argument. Bei dem Stand der Wissenschaften, den wir inzwischen erreicht haben, kann es keine Universalgelehrten mehr geben, die in mehreren Disziplinen an vorderster Erkenntnisfront stehen. Wer Universalist sein will, kann dabei kein "Mehrfachspezialist" sein. Und wenn irgendwer sich in wirklich vielen Bereichen auskennt, dann doch wohl Lem.
"FOCUS: Gibt es weitere Erfindungen, von Ihnen in der
Phantasie geboren, die heute Wirklichkeit geworden sind?

Lem: Die virtuelle Realität, der Cyberspace. Ich habe das
vor 36 Jahren Phantomatik genannt. [...] Ich habe auch die Biotechnologie vorausgesagt."
Tja, das ist aber nun schlichtweg beides wahr. Wer seine Bücher liest, wird das anerkennen müssen. Und das nicht nur bei diesen beiden Beispielen: bei der Nanotechnik sieht es ähnlich aus.

Keine dieser beiden Eigenschaften, also weder sein "Universalwissen" noch seine "prophetische Gabe", sind zwingenden Gründe, Lem oder seine Werke zu mögen. Sie sind aber die Grundlage für eine inhaltlich fundierte, anregende Science Fiction.

Versteht mich nicht falsch: Ich will ja keinem seinen Perry Rhodan madig machen. Ich habe nur nicht verstanden, wie man gleichzeitig ernsthafte und "easy-listening"-SF mögen kann, weil diese beiden Lektüren eben so grundverschieden sind.

-- tichy

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