Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

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Mammut
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Re: Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

Ungelesener Beitrag von Mammut » 29. Oktober 2018 11:13

Teddy hat geschrieben:
28. Oktober 2018 17:52
Mammut hat geschrieben:
28. Oktober 2018 13:40
Teddy hat geschrieben:
27. Oktober 2018 02:55
1971

Hugo und Nebula: Beste Novella
Fritz Leiber - Das Haus der Diebe (Ill Met in Lankhmar)
Bei der Novelle handelt es sich um eine Geschichte vom Fafhred und dem grauen Mauser, deren Abenteuer sieben Bände füllen. Obwohl die meisten der Geschichten um Leibers Diebesduo viel älter sind, ist "Das Haus der Diebe" von der Handlungschronologie eine der ersten Geschichten, nämlich diejenige, in der sich Fafhred und Mauser kennen lernen. Die Geschichte enthält zahlreiche typische Elemente, wie Magie, Kämpfe und Saufgelage, aber auch einen schweren Schlag für die beiden Helden. Ich fand es schwach, dass Fafhred und Mauser meist völlig planlos agieren und sich nur auf ihre Kampfkünste verlassen. Am Ende muss dann gar ein Deus ex Machina her. Wahrscheinlich hat diese Erzählung die Preise stellvertretend für die ganze Reihe bekommen. Für sich genommen ist es eine ordentliche Geschichte, aber auch nicht mehr.
Die Geschichte hat mir persönlich ausgesprochen gut gefallen. Gerade weil sie vielleicht so planlos und unkontrolliert reagieren und somit eigentlich dem Geschehen mehr oder minder ausgeliefert sind.
So verschieden sind die Geschmäcker.
Nun hab ich die Geschichte ja auch nicht verrissen. Halt nur gut und nicht herausragend.
Ich kenne sonst gar keine Fafhred und Mauser-Geschichten. Kannst du welche empfehlen, die man deiner Meinung nach auf jeden Fall gelesen haben sollte?
Ich glaube da fragst du den falschen. Ist ein wenig her als ich die alle gelesen habe und geraden Das Haus der Diebe ist mir in besonderer Erinnerung geblieben und wäre daher meine Empfehlung.
Aber bei der Edition Phantasia gab es eine Neuauflage:
http://www.editionphantasia.de/leiber/gral.html

Da wäre Band 1 ein guter Griff. Der ist aber vergriffen, obwohl man ihn bestellen kann?

Vielleicht mit Schwerter im Nebel versuchen?

https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/A ... r+im+Nebel+

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Re: Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

Ungelesener Beitrag von Mammut » 1. November 2018 18:18

Der Band der Edition Phantasia ist in drei Wochen wieder verfügbar sagt der Verleger.

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Teddy
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Re: Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

Ungelesener Beitrag von Teddy » 1. November 2018 22:08

Die Heyne-Ausgaben Schwerter gegen den Tod und Schwerter im Nebel habe ich noch irgendwo rumliegen. Hab sie aber nie gelesen. Wenn du mir eine Geschichte daraus besonders ans Herz gelegt hätte, hätte ich ihr eine Chance gegeben.

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Re: Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

Ungelesener Beitrag von Teddy » 1. November 2018 22:14

1972 (Hugo)

Beste Novella
Poul Anderson - Die Königin der Luft und der Dunkelheit (The Queen of Air and Darkness)
Auf einem kolonialisierten Planeten liegt der Nordkontinent fast komplett oberhalb des Polarkreises. Trotzdem ist die lange Polarnacht dank starken Aurora borealis nie richtig dunkel und es bleibt auch recht warm, sodass dies die Jahreszeit ist, während der die heimische Flora aufblüht. Auf diesem kaum besiedelten Kontinent verschwinden immer wieder Kleinkinder. Eine Biologin glaubt, dass ihr Kind entführt wurde und begibt sich mit einem Privatdetektiv auf die Suche. Dabei entdecken sie die Ureinwohner des Planeten, die starke mentale Fähigkeiten haben und Menschen leicht beeinflussen können.
Anderson erzählt die SF-Version von den ins Feenreich entführten Kinder, die nur leider kaum wissenschaftlich ist. Das ändert auch ein 10-seitiger Erklärbär am Ende der Story nicht. Und was hätte Jack Vance aus dieser Dunkelflora machen können. Bei Anderson bleibt das alles recht leblos. Insgesamt eine eher langweilige Geschichte, die man sich sparen kann.

Beste Short Story
Larry Niven - Wechselhafter Mond (Inconstant Moon)
Ein Autor populärwissenschaftlicher Bücher beobachtet, wie der Mond immer heller wird. Da auch das Fernsehen ausfällt, kommt er zu dem Schluss, dass die Sonne sich zur Supernova entwickelt hat und dass die Menschheit sich durch die Schockwelle der verdampften Tagseite der Erde noch vor Anbruch des Tages vernichtet wird. Er beschließt mit seiner Freundin einen letzten schönen Abend zu verbringen. Die Geschichte lebt von der melancholischen Stimmung des Paares angesichts des Weltuntergangs, die nur gestört wird, wenn sie auf einen Menschen treffen, der zum selben Schluss wie sie selbst gekommen ist. Am Ende modifizieren sie ihre Supernova-Theorie und es bleibt ein Hoffnungsschimmer. Sieht man von ein paar Ungereimtheiten ab (warum sollte Fernsehen oder gar lokale Radiostationen so früh ausfallen?), ist das eine wunderbar melancholische (Vielleicht-)Weltuntergangsgeschichte.

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Re: Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

Ungelesener Beitrag von Ender » 2. November 2018 07:19

Teddy hat geschrieben:
1. November 2018 22:14
Larry Niven - Wechselhafter Mond (Inconstant Moon)
Die Story hat mir auch sehr gut gefallen; ich hatte kürzlich ebenfalls ein paar Sätze dazu geschrieben: LINK

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Re: Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

Ungelesener Beitrag von Khaanara » 2. November 2018 07:45

Ender hat geschrieben:
2. November 2018 07:19
Teddy hat geschrieben:
1. November 2018 22:14
Larry Niven - Wechselhafter Mond (Inconstant Moon)
Die Story hat mir auch sehr gut gefallen; ich hatte kürzlich ebenfalls ein paar Sätze dazu geschrieben: LINK
Wurde die Geschichte nicht auch verfilmt, in einer "Twilight Zone"- oder "Outer Limits"-Episode? Ich meine da so etwas schon einmal gesehen zu haben.

Edit: Letzteres https://en.wikipedia.org/wiki/Inconstan ... er_Limits)

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Re: Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

Ungelesener Beitrag von Teddy » 2. November 2018 19:41

1972 (Nebula)

Beste Novella
Katherine MacLean - Der verschwundene Mann (The Missing Man)
Die Geschichte spielt im New York einer nicht zu fernen Zukunft: Die Gliederung der Stadt ist in unzählige Kleinststadtteile und Kommunen zerfallen, es gibt aber auch übergeordnete Behörden, wie die Polizei. Wer Sozialhilfe in Anspruch nimmt - und das sind ein Großteil der Bevölkerung - muss sich sterilisieren lassen. Dagegen rebelliert eine Jugendbande, indem sie den Hauptverantwortlichen Techniker für Instandsetzungsarbeiten entführt. Dieser ist deshalb zu brillant auf seinem Gebiet, da er eine mentale Begabung besitzt, sie es ihm erlaubt, in die Zukunft zu blicken und so mögliche Defekte zu entdecken, bevor diese einen größeren Schaden anrichten. Ein ebenfalls mental begabter Polizist, der sich in die Psyche von Personen versetzen kann, versucht nun, den Entführten zu finden.
Die Novelle krankt sowohl an dem unausgegorenen Weltenbau, als auch an der Prämisse der Existenz der Esper. Letzteres führt dazu, dass die Handlung mehrfach von nicht nachvollziehbaren Entscheidungen des Esper-Polizisten vorangetrieben wird. Die Autorin hat eine sehr seltsame Vorstellung davon, wie technische Systeme funktionieren. Alles und jedes kann durch kleine technische Pannen zur Katastrophe getrieben werden. So wird eine unterseeische Kuppelstadt durch die Fehlbedienung eines Aufzugs zerstört. Da die Geschichte darüberhinaus nur mäßig spannend ist, ist das insgesamt nichts, was man gelesen haben müsste.

Beste Novelette
Poul Anderson - Die Königin der Luft und der Dunkelheit (The Queen of Air and Darkness)
(siehe oben)

Beste Short Story
Robert Silverberg - Gute Nachrichten aus dem Vatikan (Good News from the Vatican)
In einer zukünftiger Welt haben menschenähnliche Roboter religiöse Gefühle entwickelt und es auch in hohe religiöse Ämter geschafft. Jetzt besteht die Chance, dass ein Robot-Kardinal zum ersten Mal Papst werden kann. Die Geschichte besteht aus einer Diskussion von Anhängern und Gegnern eines Robot-Papstes, während sie auf das Ergebnis des Konklave warten.
Ist das nun eine ernsthafte Geschichte? Man kann viel in sie hineininterpretieren, aber ich glaube nicht, dass Silverberg irgendeine religiöse Aussage machen wollte. Die Geschichte erscheint mir vielmehr als Satire auf Robotergeschichten à la Asimov und damit als ein kleiner Seitenhieb, auf die Fangemeinde, denen man Vieles unterjubeln kann: vielleicht sogar einen Roboter als Papst.

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Re: Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

Ungelesener Beitrag von Mammut » 3. November 2018 12:00

Teddy hat geschrieben:
2. November 2018 19:41
1972 (Nebula)

Beste Short Story
Robert Silverberg - Gute Nachrichten aus dem Vatikan (Good News from the Vatican)
In einer zukünftiger Welt haben menschenähnliche Roboter religiöse Gefühle entwickelt und es auch in hohe religiöse Ämter geschafft. Jetzt besteht die Chance, dass ein Robot-Kardinal zum ersten Mal Papst werden kann. Die Geschichte besteht aus einer Diskussion von Anhängern und Gegnern eines Robot-Papstes, während sie auf das Ergebnis des Konklave warten.
Ist das nun eine ernsthafte Geschichte? Man kann viel in sie hineininterpretieren, aber ich glaube nicht, dass Silverberg irgendeine religiöse Aussage machen wollte. Die Geschichte erscheint mir vielmehr als Satire auf Robotergeschichten à la Asimov und damit als ein kleiner Seitenhieb, auf die Fangemeinde, denen man Vieles unterjubeln kann: vielleicht sogar einen Roboter als Papst.
Uwe Anton schreibt in dem Buch "" dazu: Robert Silverberg - Zeiten der Wandlung": Leicht, locker, tabubrechend.
Ich denke, tabubrechend trifft das ganz gut was die Leute da wahrscheinlich empfunden haben um es auszuzeichnen. So wie die meisten von uns die Wahl von Trump als Präsident als tabubrechend empfunden haben, so müssen Katholiken die Vorstellung empfinden, ein Roboter, also ein geistloses Wesen wird Gottes Vertreter auf Erden. Das macht die Geschichte ja nicht unbedingt interessanter, aber das hängt ja auch immer vom Standpunkt ab.
Ich fand die Geschichte jetzt aber auch nicht sonderlich beeindruckend.

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Re: Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

Ungelesener Beitrag von Teddy » 11. November 2018 18:56

1973 (Novella und Novelette)

Hugo: Beste Novella
Ursula K. Le Guin - Das Wort für Welt ist Wald (The Word for World is Forest)
Le Guin verlegt das Zeitalter der Kolonialisierung in den Weltraum und nichts hat sich geändert: Die Menschen beuten den Planeten Athshe aus, zerstören den Lebensraum der Ureinwohner und zwingen diese zu niederen Arbeiten. Sklaverei ist offiziell verboten, darum spricht man von freiwilligen Hilfsarbeitern. Bei den Athsheanern handelt es sich um kleinwüchsige Menschen (in Le Guins Hainish-Universum stammen alle Menschenrassen von einer Ur-Rasse ab, aber das wird in der Novelle nicht thematisiert), die völlig friedvoll im Einklang mit der Natur im Wald leben. Das Träumen stellt für sie einen wichtigen Lebensinhalt dar, der bei Erinnerung und Kommunikation eine wesentliche Rolle spielt. Mord ist bei den Athsheanern unbekannt. Die Träume spielen aber auch eine Rolle, bei der kollektiven Verteidigung, von der die Terraner völlig überrascht werden.
Sehr spannende Novelle, um den Kampf von einem scheinbar völlig unterlegenen Naturvolk gegen die Zerstörung ihres Lebensraum. Ist das zu schwarz-weiß? Wenn man sich die Vergangenheit der Kolonialzeit ansieht, nein. Und wenn man sich die Rassisten von heute ansieht, hat sich daran wohl nichts geändert. Um so schöner zu lesen, wie sich David gegen Goliath zu wehr setzt. Gelungenen Mischung zwischen Planetenabenteuer, Action und Philosophie. Lesenswert.

Nebula: Beste Novella
Arthur C. Clarke - Ein Treffen mit Medusa (A Meeting with Medusa)
Der Cyborg Howard Falcon erforscht in einem Heißgasballon die oberen Schichten der Jupiter-Atmosphäre und findet neben gigantischen Stürmen auch verschiedene Formen von Leben. Clarke ist hier eine Geschichte gelungen, für die der Ausdruck "Sense of Wonder" geprägt wurde. Die Beschreibung der atmosphärischen Phänomene, Lichteffekte aufgrund elektrischer Aufladung und insbesondere der durchaus realistischen Lebewesen zieht den Leser vollkommen in ihren Bann. Absolut lesenswert.

Hugo und Nebula: Beste Novelette
Poul Anderson - Bocksgesang (Goat Song)
Anderson verlegt die Sage von Orpheus in eine Zukunft, die von einem gigantischen Computersystem regiert wird. Jeder Mensch trägt ein Armband, dass alle Daten aufzeichnet, um den Menschen nach dem Tod in einem neuen Körper wiederzuerwecken. Diese Wiedererweckung soll jedoch erst in ferner Zukunft erfolgen. Der Ich-Erzähler, wie Orpheus ein begnadeter Sänger und Harfe-Spieler, verliert seine Frau durch einen Schlangenbiss, dringt in den Computer ein und erreicht eine Wiederbelebung seiner Frau, die er aber gleich wieder verliert, da er sich beim verlassen der Computeranlage zu ihr umblickt, was im untersagt war. Danach zettelt er einen Aufstand, gegen den Computer an, der den Menschen angeblich ihre Menschlichkeit nimmt.
Hier passt nichts richtig zusammen. Das fängt mit der Welt an: Alle Menschen wurden angeblich rein wissenschaftlich erzogen, agieren aber wie ungebildete Esoteriker. Der Computer benimmt sich so unlogisch wie ein griechischer Gott und das ganze Gefasel von Mythen und größerer Wahrheit - ohne mal zu sagen was das sein soll - ist nur nervend. Dazu ist die Geschichte auch noch recht zäh erzählt. Kann man sich schenken.

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Re: Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

Ungelesener Beitrag von Teddy » 13. November 2018 15:59

1973 (Short Story)

Hugo: Beste Short Story (unentschieden)
R. A. Lafferty - Mutter der Eingebung (Eurema's Dam)
Skurrile und höchst amüsante Geschichte um den größten Erfinder des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Lafferty nimmt eine allgemein anerkannte Wahrheit, verändert sie in etwas aberwitziges und hält dann konsequent daran fest. Heraus kommt ein groteske, aber wunderbar zu lesende Geschichte, die zudem völlig zeitlos ist.

Frederik Pohl & C. M. Kornbluth - Die Entscheidung (The Meeting)
Ein Ehepaar hat einen emotional gestörten, geistig zurückgebliebenen Jungen, der ihre gesamten physischen, psychischen und finanziellen Reserven aufbraucht. Während der Handlung der Geschichte, die hauptsächlich während eines Elternabend der Sonderschule spielt, wird immer wieder ein Vorschlag von Dr. Nicholson angedeutet.
Dieser entpuppt sich als Transplantation des Gehirns eines verunglückten Jungen in den Körper ihres Kindes.
Eine Geschichte, die den Leser trotz eindeutiger Moral ans Grübeln bringt. Lesenswert.

Nebula: Beste Short Story
Joanna Russ - Veränderung (When It Changed)
Auf einem kolonialisierten Planeten ist vor 30 Generationen die Hälfte der Bevölkerung gestorben. Jahrhunderte später wird die reine Frauengesellschaft mit einem Raumschiff der Erde und damit auch mit Männern konfrontiert.
Berühmte Geschichte von Johanna Russ, die ganz zu Beginn der Emanzipationsbewegung in den USA geschrieben wurde. Dementsprechend radikal fällt auch die Botschaft aus: Eine Frauengesellschaft ist ohne Männer besser dran. Die Geschichte kann auch heute noch als Diskussionsgrundlage dienen.

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Re: Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

Ungelesener Beitrag von Teddy » 7. Dezember 2018 11:44

1974 (Hugo)

Hugo: Beste Novella
James Tiptree, Jr. - Das eingeschaltete Mädchen (The Girl Who Was Plugged In)
In der Zukunft ist Werbung zwar verboten, doch die Konzerne, deren Macht größer ist denn je, vermitteln ihre Produkte durch Product-Placement. Dazu werden perfekt schöne Körper gezüchtet, die durch einen verkabelten Menschen ferngesteuert werden. Solch ein Mensch ist die als unglaublich hässlich beschriebene P. Burke, die das Kunstprodukt Phillie steuert, das sich zum Superstar der Medien entwickelt. Alles spitz sich zu, als sich der Sohn des Konzernchefs in Phillie verliebt.
Das ist ein wenig Cyberpunk, Jahre bevor der Begriff erfunden wurde, und ein wenig Zukunft, wie sie heute mit Influencern Wirklichkeit geworden ist. Das ist aber nur Nebensache. Tiptree geht es um Frauen, die lediglich auf ihr Äußeres reduziert werden, die Hässliche, die aus der Gosse geholt wird, und die Schöne, der alle Welt zu Füßen liegt, die mit Luxus überschüttet wird. Und das eingeschaltete Mädchen ist sogar zufrieden mit den Leben aus zweiter Hand, das alle mal besser als sein früheres Leben ist.
Tiptree (als männlicher Erzähler) spricht den (männlichen) Leser immer wieder direkt an und macht ihn darauf aufmerksam, dass Burke die handelnde Figur ist, wohlweislich, dass der Leser natürlich mit Phillie mitfiebert. Da schwingt schon Kritik am typischen SF-Leser mit. Wie viele Tiptree-Geschichten etwas sperrig, aber auf jeden Fall lesenswert.

Hugo: Beste Novelette
Harlan Ellison - Der Todesvogel (The Deathbird)
Eine Art intergalaktischer Gerichtshof hat die Erde einer Gruppe von Wesen entzogen und einem offenbar verrücktem anderen Wesen zugeteilt. Von der ersten Gruppe darf ein Beobachter namens Dira bleiben, während der Verrückte sich als Gott verehren lässt. Dira versucht der Menschheit Wissen zu vermitteln, wird aber von dem Verrückten als Schlange denunziert. Dira erkennt in einem Menschen Nathan einen (göttlichen?) Funken, der über tausende Generationen weitergegeben wird. Dieser Mensch kann schließlich den Verrückten besiegen, aber für die Erde ist es zu spät. Es bleibt nur noch die Sterbehilfe in Form des ominösen Todesvogels.
Ellison erzählt die Geschichte mit Einsprengseln aus dem Leben Nathans sowie direkten Aufgaben an den Leser, die in Form von Klausuraufgaben gestellt werden und meist an Rande einer Parodie stehen. Soll das jetzt eine Religionskritik sein? Mir gehen die doch recht häufigen Geschichten dieses Ära, in denen wild mit christlicher, jüdische oder was auch immer Mystik um sich geworfen wird, auf den Keks. Zudem sich das ganze auch noch ziemlich zäh liest.

Hugo: Beste Short Story
Ursula K. Le Guin - Die Omelas den Rücken kehren (The Ones Who Walk Away from Omelas)
Mehr philosophisches Gedankenexperiment als Kurzgeschichte: Der Leser wird gebeten, sich die Stadt Omelas vorzustellen, in der gerade ein großes Fest stattfindet. Alle Einwohner sind zufrieden, ein wahres Utopia. Doch es gibt einen Preis: Ein einzelnes Kind lebt in unsäglicher Qual, damit alle anderen im Glück leben können. Gehört der Leser zu denen, die das Wohl so vieler über das Wohl eines Einzelnen stellen? Oder hält er es mit denen, die die Stadt verlassen, die Omelas den Rücken kehren? Nachdenklich stimmende Geschichte.

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Re: Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

Ungelesener Beitrag von Teddy » 14. Januar 2019 22:02

1974 (Nebula)

Nebula: Beste Novella
Gene Wolfe - Der Tod des Dr. Island (The Death of Doctor Island)
Ein Junge wird an einen Strand mit Palmen und Dschungel im Hinterland gebracht. Dort begegnet er einem 19-jährigen Mädchen und einen jungen Mann, der zuerst gewalttätig ist, ihm aber später das Fischen beibringt. Außerdem spricht eine Stimme aus allen möglichen Gegenständen und Tieren zu ihm, die sich Dr. Island nennt. Im Laufe der Geschichte wird klar, dass die Handlung auf einem künstlichen Satelliten im Jupiterorbit spielt und die drei Personen psychisch gestört sind. Die Umgebung ist Teil ihrer Therapie. Der Junge hat zwei Persönlichkeiten, die auf die beiden Gehirnhälften verteilt sind, die operativ voneinander getrennt wurden. Am Ende bringt der junge Mann das von Todessehnsüchten heimgesuchte Mädchen um, was Dr. Island als grundlegenden Schritt zur Heilung ansieht. Das Mädchen wäre sowieso nicht zu retten gewesen. Beim Jungen dagegen setzt sich die zuvor unterdrückte Hälfte durch.
Ich habe so meine Probleme mit der Geschichte. Zum einen kann ich mir die physikalischen Vorgänge des Satelliten nicht vorstellen, obwohl dieser recht ausführlich beschrieben wird. Zudem werden in der Geschichte zahlreiche Anspielungen auf die Schöpfungsgeschichte (die drei Personen sind nackt in einer paradiesischen Landschaft; einmal sucht der Junge Nahrung, findet auf einem Baum aber keine Früchte sondern nur eine Schlange) oder andere mystische Geschichten (der Junge Mann stahl einem Wartungsroboter, den er allerdings für den Gott Poseidon hielt, das Feuer in Form eines Schweißbrenners) gemacht, mit denen ich aber herzlich wenig anfangen kann. Wolfe schreibt gut, aber entweder ist das zu überladen oder die Geschichte einfach zu hoch für mich.

Nebula: Beste Novelette
Vonda N. McIntyre - Dunst und Gras und Sand (Of Mist, and Grass, and Sand)
In einer Welt nach einem Atomkrieg gibt es eine Kaste der Heiler, die umherziehen und mithilfe dreier Schlangen Kranke heilen. Die Medikamente werden über den Umweg von zwei Giftschlangen verabreicht, wobei auch ernste Krankheiten wie Tumore erfolgreich geheilt werden können. Die dritte Schlange - eine Traumschlange, die offenbar nicht irdischen Ursprungs ist - kann auf die Psyche der Menschen Einfluss nehmen.
Die Heilerin namens Schlange kommt zu einem Nomadendorf, um ein Kind zu heilen. Die Eltern und andere Dorfbewohner fürchten sich jedoch vor ihr aber vor allem vor den Schlangen. Düstere Geschichte, die neben der faszinierenden Darstellung der Heilertätigkeit insbesondere den Konflikt zwischen Medizin und Aberglaube beleuchtet.
In der Geschichte wird vieles nur angedeutet beziehungsweise offengelassen. Sie dient dem später verfassten Roman Traumschlange als erstes Kapitel.

Nebula: Beste Short Story
James Tiptree, Jr. - Liebe ist der Plan, der Plan ist Tod (Love Is the Plan the Plan Is Death)
Faszinierende Geschichte eines intelligenten, spinnenartigen Wesens, das in Extremsituationen vollständig von seinen Instinkten - oder wie es selbst sagt: vom Plan - übernommen wird. Nachdem es - dem Plan folgend - seinen Bruder bei einem Kampf um ein Weibchen getötet hat, zieht es das zunächst winzige Weibchen in einer Körpertasche auf, wobei es dieses zum Schutz in einen Kokon spinnt. Das Weibchen wächst heran, wird geschlechtsreif und der Plan übernimmt ein letztes mal.
Der Leser lernt diese doch sehr fremde Lebensform nur anhand eines inneren Monologs kennen. Dabei ergibt sich erst langsam ein Gesamtbild vom Lebenszyklus dieser Geschöpfe. Ungewöhnliche, aber lesenswerte Geschichte.

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Re: Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

Ungelesener Beitrag von Teddy » 14. Januar 2019 22:10

Ender hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Nebulas, die beispielsweise im Jahr 1974 vergeben werden, offiziell Nebula 1973 heißen, also nach dem Jahr, in dem das Werk erschienen ist, benannt werden. Das ist etwas verwirrend, da Preise eigentlich immer nach dem Jahr benannt werden, in dem sie vergeben werden. Ich habe mich hier an der extrem informativen Seite Science Fiction Awards+ Database orientiert, die nicht der offiziellen Nebula-Nummerierung folgt, sondern das Jahr der Preisvergabe angibt.

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Re: Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

Ungelesener Beitrag von Teddy » 18. April 2019 13:29

1975 (Hugo)

Hugo: Beste Novella
George R. R. Martin - Abschied von Lya (A Song for Lya)
Die Psi-Talente Robb und Lya werden zum Planeten der Shkeen zu Hilfe gerufen. Die Shkeen sind eine friedliebende Rasse, die einer Religion anhängt, deren Ziele es ist, sich im Alter von ca. 50 Jahren mit einem Parasiten zu verbinden, der die Gläubigen letztendlich vollständig aufnimmt. Da sich immer mehr Menschen diesem religiösen Kult anschließen, sollen Robb und Lya, die Gefühle respektive Gedanken lesen können, der Ursache auf den Grund gehen, die die Menschen zur Konversion bewegt, die den sicheren Tod bedeutet.
Martin gelingt es meisterhaft, die fremde Kultur und die Religion der Shkeen aufleben zu lassen. Der Leser taucht zusammen mit Robb ein in die alte Wüstenstadt der Shkeen, die Kuppelbauten, fremden Gebräuche, religiösen Rituale. Und er erlebt mit, wie Robb nach und nach seine große Liebe Lya an diesen Kult verliert. Sense of Wonder trifft bittere Liebesgeschichte. Ganz große Leseempfehlung.

Hugo: Beste Novelette
Harlan Ellison - Hilflos Wind und Wellen ausgeliefert vor der Küste der Langerhansschen Inseln: 38° 54’ Nördliche Breite, 77° 00’ 13’’ Westliche Länge (Adrift Just Off the Islets of Langerhans: Latitude 38° 54' N, Longitude 77° 00' 13" W)
Larry Talbot (der Name ist eine Anleihe der Universal-Horror-Filme der 1940er) ist ein Werewolf, der in Frieden sterben möchte. Dazu benötigt er seine Seele, deren Aufenthaltsort - auf den Langerhansschen Inseln seiner eigenen Bauchspeicheldrüse - er mit Hilfe einer geheimnisvollen Firma herausfindet. Er kontaktiert seinen Freund, den berühmtes Wissenschaftler Viktor, der Leiter eines Ostblock CERN in den Kapaten ist. Dieser verkleinert eine Kopie von ihn mittels Gammastrahlen-Holographie auf Zellgröße, sodass er in seinen eigenen Körper eindringen kann. Das Körperinnere wird als exotische Landschaft beschrieben, in der er letztendlich per Boot die Langerhansschen Inseln erreicht und seine Seele in Form eines verrosteter Howdy-Doody-Button findet.
Geschrieben ist das alles sehr ordentlich. Ellison überlässt dem Leser die Informationen nur nach und nach, sodass die in der ersten Hälfte der Geschichte sogar so etwas wie Spannung entsteht.
Mir hat die Geschichte dennoch nicht gefallen. Hinter der ganzen Andeutungen, mysteriösen Gegebenheiten und dunklen Symbolen steckt am Ede nur heiße Luft.

Hugo: Beste Short Story
Larry Niven - Im freien Fall durch den Mars (The Hole Man)
Eine Marsmission entdeckt eine verlassene Alien-Raumstation auf der Marsoberfläche, die immer noch Signale sendet, und zwar mithilfe von Gravitationswellen, die mit einem Micro Black Hole (in der Geschichte Quantum-Schwarzes-Loch) erzeugt werden. Diese Geschichte enthält unglaublich unglaubwürdige Figuren und statt um Aliens oder Wissenschaft geht es letztendlich um den perfekten Mord mittels Schwarzem Loch. Mit den Micro Black Holes lag Niven an der Spitze der damals aktuellen Forschung, obwohl er sie falsch beschrieb (wobei 1974 wohl noch keine Theorie der Micro Black Holes bekannt gewesen ist). Aber was er daraus macht ist dann doch arg wenig.

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Re: Hugo- und Nebula-Gewinner im Bereich Short Fiction

Ungelesener Beitrag von Teddy » 25. April 2019 12:38

1975 (Nebula)

Nebula: Beste Novella
Robert Silverberg - Mit den Toten geboren (Born with the Dead)
In der Zukunft (1991) ist es möglich Verstorbene wiederzubeleben. Die wiederbelebten Toten leben abgeschirmt in eigenen Städten, unternehmen aber auch Reisen in der normalen Welt. Der junge Historiker Jorge Klein hat seine Frau Sybille verloren, die sich hat wiederbeleben lassen. Obwohl alle Bekannten ihm raten, einen Schlussstrich zu ziehen, kann er seine Liebe zu Sybille nicht vergessen. Aber Sybille flieht zunächst vor ihm, um ihn bei einem späteren Treffen ausschließlich über ihre Forschung zu berichten, was sich obendrein als frei erfunden entpuppt. Die Novelle ist abwechselnd aus der Perspektive von Jorge und Sybille erzählt. Jorges Suche, die ihn bis nach Sansibar und in eine der verbotenen Städte der Toten führt, und Sybilles Reisen mit einer Gruppe Toter, die immer den Tod zum Thema haben, sei es zu versunkenen Städten, ehemaligen Grabstätten oder auf eine Safarie zu ausgestorbenen und nun zurückgezüchteten Tieren.
Silverberg blendet in seiner Novelle alle gesellschaftlichen Aspekte - wovon leben die Toten eigentlich? - aus und fokussiert einzig auf den emotionalen Aspekt. Die Lebenden können die Toten nicht verstehen, die Toten haben keinerlei Interesse mehr an den Lebenden. Keine ganz leichte, aber doch lohnende Lektüre.

Nebula: Beste Novelette
Gordon Eklund & Gregory Benford - Der Bernstein-Mensch, Teil 2 - 2017 Der Mond (If the Stars Are Gods)
Bei dieser Erstkontakt-Geschichte trifft der eher zufällig ausgewählte Bradley Reynolds als Unterhändler der Erde auf Aliens, die auf der Suche nach einer neuen Sonne sind, da ihre eigene Sonne böse geworden sei. Reynolds kann erreichen, dass er bei der Kontaktaufnahme mit der Sonne dabei sein kann und erlebt, dass auch unsere Sonne böse ist. Die Aliens verlassen daraufhin das Sonnensystem wieder. Reynolds bleibt zurück mit Grübeleien, ob er eine Art Hypnose erlebt hat oder die Sterne wirklich Götter sein könnten.
Routiniert geschriebene Geschichte mit einer sympathischen Hauptfigur und interessanten Aliens. Politiker und Verwaltungsbeamte sind eher blöd, Wissenschaftler eher schlau, was man aber auf subtiler rüberbringen darf. Insgesamt eine solide Geschichte.
Die Autoren haben später drei Erzählungen mit der Hauptfigur Bradley Reynolds um einige Passagen ergänzt zu einem Roman zusammengefasst.

Nebula: Beste Short Story
Ursula K. Le Guin - Der Tag vor der Revolution (The Day Before the Revolution)
Der Leser erlebt einen Tag im Leben der Greisin Odo. Aus blitzlichartigen Gedanken, Tagträumen und Gesprächsfetzen erfährt man aus ihrer Zeit im Gefängnis, dem Tod ihres Mannes bei einem Aufstand und nach und nach wird klar, dass sie die Vordenkerin einer revolutionären Bewegung, des Odonianismus ist.
Le Guin konzentriert sich nicht auf die anarchistischen Ideen der Bewegung, sondern auf ein Frau, die zur Legende geworden ist und trotzdem versucht, nach ihren Idealen zu leben und ein Vorbild für die nächste Generation zu sein.

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