Gerade im Kino gesehen...

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 12. Januar 2018 17:15

The Commuter
Gesehen und für Klassisch! befunden.
Ein klassischer, handwerklich perfekt gemachter Action-Film mit einem gut aufgelegten Liam Neeson in der Titelrolle, dem man auch mit 65 Jahren den Action-Helden problemlos abnimmt.
Einige Partikel aus dem Kinopolis-Prospekt:
Mike pendelt täglich von Manhattan nachhause. Eine Unbekannte bietet ihm eine hohe Belohnung, wenn er innerhalb der nächsten 60 min einen ganz bestimmten Passagier findet. Mike glaubt zunächst an einen Scherz, aber die Unbekannte bedroht das Leben seiner Familie.
Ganz so linear ist es nicht. Wir sehen zunächst wie Mikes Privatleben abläuft und ihm, der während der Finanzkrise 2008 seinen kompletten
Rentenplan verloren hat, von seinem Arbeitgeber gekündigt wird.
Was dann kommt, ist klassische Action pur: Zeugenschutzprogramm, korrupte Polizei, organisiertes Verbrechen; das volle Programm. Es gibt etliche interessante Wendungen und einige beachtliche Stunts.
Liam Neeson spielt dabei zunächst den biederen Familienvater und Eigenheim-Hypothek-Zahler, läuft aber dann zur Hochform auf.
Dabei muss er einiges wegstecken. In mehreren Schlägereien wird er bestimmt 30x am Kopf getroffen, außerdem angeschossen und durch Messerstiche verletzt.
Die Action wird durch passende Filmmusik und guten Kamera-Tricks gekonnt unterstützt: Zeitlupe, Kamera auf dem Boden, schnittfreie Kamerfahrt durch den gesamten Zug; u.v.m. Auch läuft das Ganze in Echtzeit: 60 min Fahrt bis Tarif-Zone 7.
Biederer Familienmensch gerät in eine Extrem-Situation und läuft darin zur Hochform auf - kommt uns das nicht bekannt vor? Ja genau, es ist das Konzept von "Die Hard", einem Film bei dem zuerst Richard Gere als Hauptperson vorgesehen war und an dessen Fortsetzungen anfangs niemand dachte.
Das Konzept ist offensichtlich zeitlos klassisch und erlebt hier mit Liam Neeson in der Titelrolle einen weiteren Höhepunkt.
9/10 verräterischen Festplatten
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 12. Januar 2018 18:04

Bei "Die Hard" läuft der Held zwar zur Höchstform auf, aber durch seine Vorgeschichte als unbequemer und schlagwilliger Polizist ist das Vergleichsbeispiel etwas unglücklich. Er ist die Konfrontation auf der Straße gewohnt.
Filme, in denen ein "biederer Familienvater" zum Held wird, gibt es reichlich.
Ich will keine englische Rangbezeichnung! :faint:

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 12. Januar 2018 19:06

Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass Mike bevor er Versicherungsvertreter wurde, Polizist war.
Und es danach auch wieder wird
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 12. Januar 2018 21:55

:kopfkratz:
Ich will keine englische Rangbezeichnung! :faint:

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 19. Januar 2018 18:06

HotDog
Gesehen und für Heiß! befunden.
Okay. Wer Till Schweiger nicht mag, und davon scheint es hier in dieser Community ja einige zu geben, und wer Matthias Schweighöfer nicht mag,
und auch davon scheint es hier in dieser Community ja einige zu geben, und wer insbesondere beide im Zusammenspiel nicht mag, und auch davon gibt es hier wohl einige, kann sich die nächsten drei Minuten Lebenszeit sparen und diesen Beitrag hier wegklicken.
Wer aber Spaß hat an einer intelligenten, spritzigen, action-reichen Agenten-Komödie, die den Vergleich mit anderen Agenten-Komödien im Stile von True Lies, Johnny English und Nackte Kanone nicht zu scheuen braucht; bitteschön:
Helga (Schweighöfer) und Luke (Schweiger) sind so verschieden wie sie verschiedener kaum sein können. Helga (er wird von Luke so genannt, weil er seiner Tante ähnlich sieht) ist ein geistig hochstehendes Genie, sehr gebildet und mit fotografischem Erinnerungsvermögen, Luke das GSG-10-Frontschwein mit 50 Einsätzen und allerdings auch 40 disziplinarischen Abmahnungen. Eine von Luke im Alleingang durchgeführte Geiselbefreiung bei welcher Eigentum des Vatikan beschädigt wurde führt zur seiner Versetzung in die Wache von Schloss Bellevue. Dort treffen sich die beiden und können wg ihrer dauernden Wortgefechte die Entführung der Tochter des Moldawischen Präsidenten nicht verhindern. Sie werden suspendiert und machen sich gemeinsam mit einer Computer-Hackerin auf die Suche nach den Gangstern. Dabei stoßen sie auf moldawische Revolutionäre welche ihre Revolution mit Rauschgift finanzieren wollen welches sie in Gebährmuttern von Milchkühen zu den Absatzmärkten transportieren.
Bis hier genug zur Handlung, man kann sich ja vorstellen, wie das ausgeht.
Der Film bietet alle Elemente der klassischen Agenten-Komödie: Spielwitz, Wortwitz, Situationskomik - ein Running Gag jagt den nächsten. Langeweile will nicht aufkommen. Ständig explodiert irgendwas oder es wird geschossen, gerannt oder geprügelt. Und wenn mal nicht geschossen, gerannt oder geprügelt wird, dann gibt es Wortgefechte vom Allerfeinsten. Schweighöfer (der auch mit produziert) und Schweiger sind das perfekte Paar. Sie schenken sich nichts und ergänzen sich perfekt in ihrer Komik. Nichts ist ihnen heilig; kein Kondom, keine Kuh, kein Teddy, kein Präsident. Alle, auch der einfältigste moldawische Revoluzzer, sind mit Freude bei der Sache. Es macht Spaß ihnen zuzuschauen. Für mich ist dieser Film ein deutlicher Silberstreifen am ansonsten oftmals von dümmlichen Schenkelklopfern dominierten deutschen Fernseh- und Kino-Humor.
9/10 Pickelhauben, die die beiden als Wache in Bellevue tragen müssen
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 12. Februar 2018 21:37

SoG III
Gesehen und für Schön! befunden.
Und zwar unerwartet schön. Dieser dritte Teil kommt der literarischen Vorlage sehr nahe. Das liegt aber nicht daran, dass der Film seine Erzählweise geändert hat sondern nur daran, dass die innere Zerrissenheit insbes. von Christian im dritten Teil der Buch-Trilogie nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Dieser Kernpunkt der ganzen Story wurde in Teil 1 völlig übergangen. Kein Wort davon, dass Christian sich über seine Krankheit bewusst ist und sich in psychiatrischer Behandlung befindet. Christian bezeichnet sich in Bd 1 als Sadist, der es liebt, kleine brünette Frauen auszupeitschen weil sie ihn an seine Mutter (eine Chrackhure aus Detroit) erinnern. Und auch keine Andeutung über Anastasias Schlüssel-Gedanken am Ende von Bd 1: Vor mir steht ein Mann, der dringend Hilfe braucht.
In Teil drei sieht es anders aus. Christian heiratet, er singt am Klavier, er weint, er kocht, er betrinkt sich, er wird Vater. Von seinen inneren Konflikten ist nur noch sein Kontroll-Bedürfnis übrig.
Band drei ist wie gesagt im Gegensatz zu 1 + 2 sehr werktreu umgesetzt. Auch sieht Christian erheblich besser aus als in Teil 1: erwachsener, reifer, kein grinsender Milchbubi dem man seine Dom-Funktion nur schwer glauben kann.
Ein insgesamt unerwartet schöner Film; am Ende dann wie im Buch ein 4-Jahres-Zeitsprung (und noch eine Zusammenfassung von Szenen aus Teil 1+2).
Und nun die Frage aller Fragen: War's das? Immerhin hat die Trilogie bereits nach den Previews von Teil 3 mehr als 1 Mrd. USD eingespielt. Für eine Trilogie, die nicht Star Wars oder Herr der Ringe heißt ist das bemerkenswert. Und die Bücher: Aus Christians Sicht (mit einer anderen Kapitel-Aufteilung) verkaufen sich ebenfalls wie geschnitten Brot. Das hat Potenzial. Mal schauen.
Auch Anastasia kann mit Ben&Jerries umgehen.
Deshalb: 9/10 Ben&Jerries-Eisbechern im Kino-Format.
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Ender » 12. Februar 2018 22:14

"Literarische Vorlage" ist ein großes Wort ... :wink:

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 12. Februar 2018 22:32

Und ich musste erstmal überlegen: welcher Film ist denn bloß gemeint... (kenne weder Buch noch Film, also war mir auch der Name unbekannt). Der einzige Hinweis war Dom-Funktion. Ansonsten hätte ich gefragt, was um Himmels Willen, SoG III ist... bei den ganzen Fortsetzungen, die über uns hereinpladdern. :beanie:
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Khaanara » 13. Februar 2018 07:47

Hat bestimmt etwas mit einer Twilight-Fanstory zu tun, bei der es um grauen Schattierungen geht.

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Doop » 13. Februar 2018 15:18

Ender hat geschrieben:
12. Februar 2018 22:14
"Literarische Vorlage" ist ein großes Wort ... :wink:
:prima: :lol:
“The trouble with having an open mind, of course, is that people will insist on coming along and trying to put things in it.” ― Sir Terry Pratchett, Diggers

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 14. Februar 2018 17:08

Jetzt wollte ich grad fragen, was "SoG" sein soll (ich hasse diesen Aküfi), aber anhand eurer Antworten ist es klar. "Literarisch" ist sehr kühn in dem Zusammenhang. Und die Unterwerfung des Weibchens der männlichen Gewalt ist nicht "schön". Es mag Hausfrauen-Blümchensex sein, aber das macht es nicht besser. Wer Unterwerfungs- und Gewaltfantasien hat, soll sie gern haben. Aber so was als Film zu preisen lehne ich ab.
:bier:
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 14. Februar 2018 18:29

Der Film heißt im erweiterten Titel: Freed.
Was wohl mit "Befreiung" übersetzt werden kann.
Damit ist die Befreiung/Heilung von Christian gemeint. Also nix mehr wie "früher".
Negativ gesehen bietet dieser Film eine kitschige Seifenoper-Unterhaltung nicht weit weg von Rosamunde Pilcher: Hochzeit, Flitterwochen, Monte Carlo, Radfahrt durch Paris, Brandstiftung, Eifersucht, Entführung, Lösegeld, Segeltörn, Hauskauf, Schwangerschaft, 1. Kind, 2. Kind, etc.
Positiv gesehen ist das sehr eng an der Buchvorlage in der es genau darum geht: ein normales Leben ohne Dämonen.
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 14. Februar 2018 19:11

Man sollte tatsächlich einen Trööt an den Anfang tackern, in dem beliebte Abkürzungen erklärt werden. GoT, HdR oder HPIV bekommt man ja noch raus, aber was wäre WmAaF 2?

Antwort: Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Doop » 14. Februar 2018 19:18

SoG würde ich aber nicht zu den bei der Mehrheit der Foristen beliebten Abkürzungen zählen. :teufel:
“The trouble with having an open mind, of course, is that people will insist on coming along and trying to put things in it.” ― Sir Terry Pratchett, Diggers

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Doop » 14. Februar 2018 19:22

Wer einen wirklich guten Film über S/M sehen will, der sollte „Secretary“ schauen mit James Spader und Maggie Gyllenhaal. Der Film nimmt die Charaktere ernst, ist oft sau komisch, erotisch, ernsthaft und einfach alles das, was die Verfilmung der Hausfrauenschmöker-Fanfiction SoG nie sein kann.
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