Gerade im Kino gesehen...

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Badabumm
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 25. November 2018 18:07

Das könnte ich auch über den "Hobbit" sagen. Hatten wir das in "Herr der Ringe" nicht bereits besser..?
Ich will keine englische Rangbezeichnung! :faint:

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lapismont
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von lapismont » 25. November 2018 18:40

Andreas Eschbach hat geschrieben:
25. November 2018 18:05
heino hat geschrieben:
24. November 2018 15:54
Phantastische Tierwesen 2

Schade, schade, da wäre mehr drin gewesen. Der Film brilliert auf der technischen Seite (ich habe noch nie so gutes 3D gesehen, aber die Handlung ist grottig und der Charme des ersten Teils ist fast komplett weg. Stattdessen haben wir hier eine plumpe Populismus-Allegorie mit zu dick aufgetragenem Melodram und einem Johnny Depp, der mal aufhören sollte, sich die Rollen nach der Menge der zu verwendenden Schminke auszusuchen. Der erste Teil war zwar nicht besonders gehaltvoll, aber das glich er mit viel Humor und Tempo aus. Der hier zieht sich wie Kaugummi und endet in einer zu simplen "Gut gegen Böse"-Schlacht, die zu simplifiziert daher kommt.

4 von 10 vertauschten Babys
Volle Zustimmung. Eine Leistungsschau der Film-Computer-Technik, aber die Story? Ein Böser, der die reinblütigen Magier an die Macht bringen will? Hatten wir das nicht schon mal, in 7 Folgen – nur besser? :nein:
Wobei wir in Familie überlegt haben, dass Grindelwalds Ziel, die Muggels davon abzuhalten, Krieg zu führen und Atombomben zu zünden, ja durchaus akzeptabel ist. Warum das aber das Ziel eines Bösen sein soll und warum die "Guten" das nicht ebenfalls wollen, blieb unklar.
Man kann einwenden, dass Grindelwald, die Muggels dafür töten und versklaven will. Okay. Aber als Bösewichtmotivation steckt da doch deutlich mehr drin, als der Film herausholte.

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 25. November 2018 20:56

Badabumm hat geschrieben:
25. November 2018 18:07
Das könnte ich auch über den "Hobbit" sagen. Hatten wir das in "Herr der Ringe" nicht bereits besser..?
Ja.
Und ...?
:bier:
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Doop » 26. November 2018 06:32

Uns haben „Grindelwalds Verbrechen“ gut gefallen. Nicht meisterwerk-gut, aber ich mag die Helden, die wunderschöne Zaubererwelt und Depp hat mich nicht gestört. Nein, die Verrisse verstehe ich nichr.

Was Grindelwalds Motivation angeht: Die scheint mir doch arg vorgeschoben. Was das Argument „hatten wir das nicht schon vorher, dass der Bösewicht die reinblütigen Zauberer zur Herrschaft über minderwertige Muggel und Halbblute bringen will“? Ja, hatten wir. Aber in der wirklichen Welt treten die rassistischen Arschlöcher ja auch alle Jubeljahre aufs Neue auf, obwohl ihre Vorgänger gescheitert sind. Voldemort ist letztlich Grindelwalds geistiger Nachfolger.
„Ich habe [...] nichts gegen Filme ohne viel Handlung (z.B. Laberfilme von Rohmer), aber das Verhältnis zwischen Landschaftsmalerei, Dialog und Kawumm muss stimmen.“ (Badabumm, hier im Forum)

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von heino » 26. November 2018 07:27

Doop hat geschrieben:
26. November 2018 06:32
Voldemort ist letztlich Grindelwalds geistiger Nachfolger.
Dazu kann ich nichts sagen, ich habe nur den ersten Film damals im Kino gesehen und mich danach nicht weiter dafür interessiert. Ich habe das aber so verstanden, dass Grindelwald seine hehren Ziele nur vortäuscht und eigentlich
einfach nur die normalen Menschen ausrotten will
Mir war das Ganze einfach zu plump und auch melodramatisch und die sympathischen Figuren aus Teil1 kamen mir hier deutlich zu kurz.
Lese zur Zeit:

John Dickie - Die ganze Geschichte der Mafia

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 8. Januar 2019 13:27

Der Jungs muss an die frische Luft
Gesehen und für Schön! befunden.
Der Film beschreibt die harmonische und glückliche Kindheit eines etwa 10-jährigen, leicht pummeligen Jungen in den frühen 1970-ger Jahren - zunächst in BOH, dann in RE. Er schildert die Geborgenheit seines Familienlebens, das gutartige Miteinander von Tanten, Onkeln, Großeltern und Nachbarn und nicht zuletzt das Liebesglück seiner Eltern. Zwar ist der Vater als Schreiner oft längere Zeit auf fernen Baustellen eingesetzt, seine Mutter aber managt alles oft singend und mit einem Lächeln auf den Lippen und kümmert sich rührend um ihre beiden Söhne.
Seine Freizeit verbringt der Junge in den damals auch schon existierenden Grünen Lungen des Ruhrgebietes oder einfach nur auf der Straße spielend mit anderen Kindern.
Der Junge singt sehr gerne und imitiert dabei Roy Black sowie Cindy & Bert. Er schafft es immer wieder, Menschen mit zum Teil selbst ausgedachten Grotesken zum Lachen zu bringen - auf einer Karnevalsparty erscheint er als Mädchen verkleidet und singt Zara Leander, seinen Auftritt in einer Schul-Theater-Aufführung in welchem er nur einen Satz sagen muss weitet er mutig und kreativ zu einem bejubelten Ereignis aus.
Der Film erzählt auch die Tragödie als seine Mutter
nach einer Routine-OP an den Nebenhöhlen feststellen muss, das sie ihren Geruchs- und Geschmackssinn dauerhaft verloren hat. Sie verliert dadurch ihre Lebensfreude. Der Film zeigt, wie sie verblüht. Zwar schafft der Junge es auch hier, herzliches Lachen zu erzeugen indem er Sketche aus KlimBim nachspielt, das aber kann nicht verhindern, dass seine Mutter zunehmend depressiv wird, schließlich eine Überdosis Schlaftabletten schluckt und neben ihrem Sohn im Bett
stirbt.
Der Film ist in sich geschlossen und endet mit dem "richtigen" Hans-Peter Kerkeling.
Alles in allem ist das ein sensibel gezeichneter, schöner Film. Wenn die Filmförderungen NRW, BY und BRB sowie der DFFF ihre Finanzmittel für derartige Projekte zur Verfügung stellen, dann ist alles gut.
Allein mir fehlt der Glaube, dass ein insgesamt unsportlicher Junge spontan so gut reiten kann, deshalb nur:
9/10 mit der Oma gebackene Marillen-Knödel
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 » Gestern 19:12

Kalte Füße
Gesehen und für Herzerwärmend! befunden.
Ich beginne meinen kleinen Kommentar zu diesem Film mit annähernd den gleichen Worten mit denen ich meinen kleinen Kommentar zu meinem letzten gesehenen Film beendet habe: Wenn die deutsche (und in diesem Fall auch die Österreichische) Filmförderung ihre Geldmittel für derartige Projekte ausgeben, dann ist die Welt in Ordnung.
Auch hier stimmt nahezu alles. Heiner Lauterbach (ein Schauspieler, den wir gerne sehen) brilliert einmal mehr in der für ihn untypischen Rolle eines Schlaganfall-Patienten; ein grummeliger, ewig nörgelnder Rentner auf einem Landsitz irgendwo in Niederösterreich. Er verdirbt es mit jedem was dazu führt, dass er nach einem Schlaganfall auf sich allein gestellt ist.
Seine Enkelin, mit der er es vor 10 Jahren ebenfalls verdorben hat, erklärt sich widerstrebend bereit etwa 2 Tage Überbrückungszeit bis zum Eintreffen des professionellen Pflegers im Haus ihres Großvaters zu verbringen. Als sie eintrifft erwischt sie einen Einbrecher auf frischer Tat. Sie hält ihn jedoch für den sehnlichst erwarteten Pfleger.
Das hat doch Potenzial, oder?
In der Tat, das hat es. Und sie verschenken nicht ein einziges Partikel davon; nicht eines. Alles stimmt. Und das was nicht stimmt, das wird weggeblinzelt. Mehrere schöne innere Geschichten, z.B. der Großvater der
die Situation sofort durchblickt sich aber wg seiner neurologischen Ausfälle nicht artikulieren kann, irgendwann aber geläutert wird und keineswegs so ruppig ist wie er die letzten Jahre getan hat und tatsächlich nach Entdeckung zurückgehaltener Geburtstagsgeschenke aus einem Jahrzehnt
eine neue Beziehung zu seiner Enkelin aufbaut, die Polizistin und der Einbrecher die wirklich perfekt zueinander passen (die Casting-Leiterin heißt Tolkien mit Nachname; der Name ist Programm) und auch die Situation innerhalb der Familie der Einbrechers werden sehr sensibel und mit einem leisen intelligenten Humor gezeichnet.
Ein schöner Film der es einem Warm ums Herz werden lässt.
Ich bin heute mal gut drauf, deshalb tatsächlich:
10/10 mit Wochentagen beschriftete Unterhosen.
Gast09

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