Gerade im Kino gesehen...

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Khaanara
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Khaanara » 14. November 2019 08:33

Gucke ich mir im Stream im Vergleich zu "Schlacht in Midway" später an. Lockt mich jetzt nicht ins Kino.

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Badabumm
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 14. November 2019 14:08

Mir reichen auch die vier, fünf Schlachtengemetzel-Filme, die ich gesehen habe. Obwohl mich die positive "Midway"-Kritik schon kitzelt. Aber im Kino muss ich das nicht haben.
Ich will keine englische Rangbezeichnung! :faint:

Gast09
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 18. November 2019 17:40

Last Christmas
Gesehen und für Verspielt! befunden.
Und zwar jetzt nicht verspielt im Sinne von verspielt, sondern verspielt im Sinne von Potenzial verspielt; denn genau das ist da passiert. Ein paar Warnungen zuvor.
Wer Wham nicht mag und insbesondere der Meinung ist die vorweihnachtliche Dauerberieselung mit dem hier titelgebenden Song sei ein Fall für die Genfer Konvention möge sich von diesem Film fernhalten. Wer denkt, dieser Film würde an die inhaltliche und handwerkliche Qualität von Love Actually andocken möge sich von diesem Film fernhalten. Wer der Meinung ist, es käme ein gefühlvoller und inhaltlich einigermaßen sinnvoller Weihnachtsfilm auf uns zu, möge sich von diesem Film fernhalten. Wer der Meinung ist, die mitspielende, ideengebende, mitproduzierende und drehbuchschreibende Emma Thompson hätte mit diesem Film irgendwas getan um ihren filmischen Niedergang aufzuhalten, möge sich von diesem Film fernhalten.
Hoppla. Was bleibt denn da noch? Irgendwie dann doch noch was, denn wer der Meinung ist, da sei Potenzial verspielt worden sollte ja in der Lage sein, genau dieses Potenzial zu erkennen.
Ohne Emilia Clarke wäre dieser Film genau nichts. Die erste Stunde ist komplett um sie herum konstruiert und gibt ihr jede Chance zu zeigen was sie schauspielerisch drauf hat. Dieser Film zeigt einmal mehr: Emilia Clarke hat ein Leben außerhalb von SF und Fantasy. Sie spielt sehr überzeugend das Loser-Girl welches kein Fettnäpfchen auslässt aber gleichwohl auch immer wieder aufsteht. Sie arbeitet als Angestellte in einem Londoner Christmas-Shop und genau dort kommt es zu der Zufallsbegegnung die halt in einem Weihnachtsfilm nicht fehlen sollte. In der ersten Stunde ist dieser Film weihnachtskitschig überzuckert wobei es wohl wg des Klimawandels im vorweihnachtlichen London keinen sichtbaren Atem gibt. In der zweiten Hälfte ändert sich das und es entwickelt sich eine jahreszeitlich unabhängige durchaus nahvollziehbare Love-Story. Das reicht doch für "Potenzial" oder nicht? Ach hätten sie das doch nicht totgedümpelt!
Mir wurde klar: die ideengebende Drehbuchautorin Emma Thompson ist ein Fan von Nicholas Sparks. Zumindest zwei Bücher von ihm hat sie gelesen bzw. deren Verfilmung gesehen: Save Haven (Ein Licht in der Nacht) und The Best of Me (Mein Weg zu Dir); zwei wichtige Elemente aus diesen Büchern wurden übernommen.
Positiv gesehen begleitet Last Christmas die Hauptdarstellerin irgendwie zurück in ihr vertrautes Genre; das Negative spare ich mir, sonst lande ich bei Formulierungen wie Kitsch hoch drei, total bescheuert.
Dieser Film hat seine Chancen vertan und Potenzial verspielt. Ich schließe nicht aus, dass er noch vor Weihnachten aus den Kinos verschwindet.
Gab es 1999 noch den Staat Jugoslawien?
4/10 Rosenkohl-Weihnachtsbäumen
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 1. Dezember 2019 20:50

Official Secrets
Gesehen und für Eindringlich! befunden.
Der Film zeigt in handwerklich perfekter Produktion, dass es möglich ist auch ohne Action, Verfolgungsjagden und Schießereien eindringliche Spannung auf hohem Niveau zu erzeugen. Der Film ist ein Dialogfilm. Es wird fast nur geredet: im Verlag, im Geheimdienst, privat, im Gericht, bei der Polizei, im Urlaub, beim Anwalt u.v.a.
Worum geht es? Der Film ist based on a true Story, hier also einige Sätze zur Handlung ohne Spoiler.
Der Film spielt 2003.
Bei ihrer Arbeit in einer Abteilung des Secret Service GB wird Katharine Gun mit Informationen konfrontiert aus denen sie erkennt, dass UN-Abgeordnete durch Aktivitäten der Geheimdienste der USA und GB dazu gebracht werden sollen, für einen Einmarsch in den Irak zu votieren. Wir erinnern uns: Blair und Bush waren in dieser Sache sehr aktiv. Sie macht diese Informationen öffentlich und das wars.
Alles entgleitet ihr komplett. Sie wird von allen und jedem angefeindet und sieht sich isoliert.
Keira Knightley ist perfekt für diese Rolle. Sie bringt alles gut rüber, insbesondere scheint die Chemie zwischen ihr und Ralph Fiennes sehr gut zu funktionieren. Der Film arbeitet oft mit Kleinigkeiten, er zeigt z.B. auf was passiert,
wenn eine GB-Rechtschreibeprüfung über einen US-Text gelegt wird
Er zeigt aber auch wie einfach es offensichtlich ist, Top-Secret Nachrichten zu kopieren und auszudrucken. Er zeigt, wie viele naive Fehler bei sowas gemacht werden können. Und er kommt irgendwie auch auf die Frage aller Fragen: Wer kontrolliert die Kontrolleure.
Bei solchen Personen - True - Stories stellt sich immer wieder die Frage: was genau ist aus diesen Personen geworden? Was wurde aus Erin Brokovich?
Wie geht es weiter mit Edward Snowden, und hier: was wurde aus Katherine Gun. Nach meiner (kleinen) Recherche: Nichts. Sie fand nie mehr einen Job. Die Erlöse aus ihrem diesem Film zugrunde liegenden Buch und dem Verkauf der entsprechenden Filmrechte dürfte allerdings einiges kompensieren.
Ein eindringlicher Film mit tiefen Einblicken in das politische Geschäft, von der ersten bis zur letzten Sekunde spannend und handwerklich gut gemacht.
8/10 zwecks Ortungsverhinderung ausgebauten Handy-Akkus
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 8. Dezember 2019 22:24

A Rainy Day in New York
Gesehen und für Unsterblich! befunden.
Wenn ich einen Zellaktivator zu verschenken hätte, er ginge an Woody Allen.
Auch sein neuester Film gefällt uns sehr gut, seine Art Filme zu machen ist unsterblich. Er bleibt sich treu. Es fängt schon beim Vorspann an: Schnörkelfreie weiße Buchstaben auf schwarzem Hintergrund untermalt von fünfzigerjahre Klaviermusik. Das hat eine erzieherische Wirkung und mahnt die Zuschauer zur Ruhe und Konzentration auf das was da kommt.
Und das was da kommt, ist wie so oft nur genial. Woody Allen verfilmt sein eigenes Drehbuch mit sehr viel Detailgenauigkeit, Sprachwitz und tiefem intelligentem Humor. Fast alles dreht sich um Elle Fanning die eine wie fast immer perfekte Präsentation hinlegt. Sie ist das Südstaaten-Landei Ashleigh welches ihr Glück kaum fassen kann als sie die Gelegenheit bekommt, einen international bekannten Filmregisseur zu interviewen. Mit ihrem Boyfriend Gatsby fährt sie also nach NY um den Termin wahrzunehmen. Und dann geht's los.
Ich kann und will die zahllosen Verwicklungen hier gar nicht alle aufschreiben, das würde den Rahmen eines einfachen Forum-Beitrages bei weitem sprengen; eines nur sei erwähnt: Der Film spielt an einem einzigen Tag - an einem Regentag in NY.
Der Film wird von einem tiefen inneren Humor getragen, ein Running Gag alle 10 Sekunden. Was Drehbuch und Regie dabei einfällt wird von allen Schauspielern gekonnt umgesetzt. Elle Fanning ist brillant und die sie umgebenden Schauspieler (Jude Law und Liv Schreiber; beide hier im Genre ja nicht ganz unbekannt) tun alles, um diese Brillanz zu unterstützen; es ist eine Freude, den Akteuren zuzuschauen.
Kameraführung, Schnitt und Musik sind ruhig was perfekt zur Handlung passt und seine Länge von grade mal 1 1/2 h verhindert, dass Künstlichkeiten aufgebaut werden können und reduziert alles auf das Wesentliche.
Die volle Punktzahl gebe ich hier allerdings nicht. Begründung: der Film hat Längen. Keine Längen in der Handlung sondern längere Phasen ohne den oben erwähnten tiefen intelligenten Humor. Insofern hat Woody Allen das schon mal besser gemacht. Aber egal: einen Zellaktivator gäbe ich ihm trotzdem.
9/10 Regisseur-"Bonbons"
Gast09

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